Als Kurpastor auf Langeoog

Für Kurpastor Klaus Väthröder ist Langeoog ein Ort, an dem man zur Ruhe kommen kann. Foto: Christian EnderKlaus Väthröder ist für Insulaner und Gäste da

Auf Langeoog werden die evangelisch-lutherische Inselkirche und die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus von Kurpastorinnen und Kurpastoren unterstützt. Sie bleiben für einige Wochen und übernehmen die Gestaltung von Gottesdiensten, halten Vorträge und führen Seelsorgegespräche. In der katholischen Gemeinde gehören auch Taufen und Trauungen dazu; in der Inselkirche geschieht dies in Ausnahmefällen.
Pater Klaus Väthröder wird vom 12. Dezember 2023 bis 5. Janu­ar 2024 als Kurpastor für die katholische Kirchengemeinde auf Langeoog tätig sein. Er kommt aus Frankfurt am Main und ist seit 1986 Mitglied des Jesuitenordens. Nach dem Studium der Theologie und Wirtschaftswissenschaften arbeitete er zwölf Jahre in einem Sozialzentrum in Venezuela. Die letzten 17 Jahre leitete er „jesuitenweltweit“, ein internationales Hilfswerk mit Sitz in Nürnberg. Wie er seinen Inselaufenthalt sieht, hat er der „Utkieker“-Redaktion verraten.

Welche Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche haben Sie an Ihren Inselaufenthalt?
Bis letzten Oktober war ich der Direktor der internationalen Hilfsorganisation des Jesuitenordens in Deutschland. Das war mit vielen Reisen in den globalen Süden und mit Personalverantwortung verbunden. Langeoog kenne ich aus meinen Aufenthalten der vergangenen Jahre. Es ist ein Ort, wo man zur Ruhe kommen kann. Auf der Insel erlaubt mir der ruhige Rhythmus des Alltags, dass ich mehr zu mir selbst finden kann, über das Vergangene nachdenken und mich auf meine neue Aufgabe vorbereiten kann.

Per pedes, mit dem Rad oder der Kutsche – Langeoog ist eine autofreie Insel. Wie erleben Sie diese Art der Mobilität?
Meine nächste Aufgabe wird die Leitung eines Zentrums für die sozialökologische Transformation sein. Diese Transformation wird Auswirkungen auf Städte und Mobilität haben. Im Kleinen kann man auf Langeoog sehen, wie wohltuend es ist, wenn nicht das Auto überall Vorfahrt hat. Das macht Spaß. Die Luft ist besser, die Lärmbelästigung geringer und durch die Entschleunigung des Alltags gehen die Leute gelassener miteinander um. Nebenbei schützen wir dabei die Umwelt.

Was können wir aus Ihrer Sicht vom Leben auf einer Insel lernen?
Die Ressourcen auf einer Insel sind begrenzt. Der sorgsame und wertschätzende Umgang mit knappen Ressourcen, zum Beispiel mit Wasser, kann uns lehren, auch zu Hause damit sparsam umzugehen. Das Inselleben ermöglicht oft eine enge ­Verbindung zur Natur. Wir können lernen, die Umwelt zu re­spektieren und zu schützen und ökologische Zusammenhänge besser zu verstehen. Auf einer kleinen Insel wie Langeoog kann das Leben oft isolierter sein. Dadurch kann man sich der eigenen Gedanken und Gefühle bewusster werden.

-jeg-