Archiv der Kategorie: Inselgemeinde

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog
Öffnungszeiten Rathaus
Seit Montag, 21. März 2022 ist das Rathaus wieder für Publikumsbetrieb geöffnet, und zwar zu folgenden Zeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 14 bis 16 Uhr. Auch außerhalb dieser Öffnungszeiten können Termine jederzeit telefonisch vorab vereinbart werden: „Das hat sich sehr bewährt“, so die Inselgemeinde. Im Rathaus herrscht unverändert Maskenpflicht für alle Besucher: „Wir bitten um Ihr Verständnis.“

Bürgersprechstunde und Neubürgerbegrüßung
Bürgernähe zeigt die Inselgemeinde auch durch die Sprechstunden, zu denen Heike Horn regelmäßig einlädt. Langeoogerinnen und Langeooger können ihre Anliegen vertraulich mit der Bürgermeisterin besprechen. Die Sprechzeiten sind unterschiedlich gelegt, so dass sie sowohl vormittags als auch nachmittags vereinbart werden können. Die nächsten Termine: Donnerstag, 21. April von 15 bis 16 Uhr sowie am 26. Mai von 10 bis 11 Uhr und 16 bis 17 Uhr.
Dreimal im Jahr findet darüber hinaus eine Begrüßung neuer Bürger*innen statt. „In gemütlicher Runde bei einem Getränk erfahren die Teilnehmer alles Wissenswerte für ihr Leben auf Langeoog“, erklärt die Bürgermeisterin. „Außerdem haben sie die Möglichkeit, erste Kontakte untereinander zu knüpfen.“ Die nächste Begrüßung findet am Dienstag, 3. Mai von 11 bis 12.30 Uhr im Rathaus statt.
Alle Termine für die genannten Angebote für 2022 stehen auf gemeinde.langeoog.de/buergerservice, der Website der Inselgemeinde. Um vorherige Anmeldung wird gebeten (Tel. 04972/693-220, E-Mail: gemeinde@langeoog.de).

Brückenanlagen
Die neuen Brückenanlagen in den Häfen von Langeoog und Bensersiel sind noch immer nicht einsatzbereit. Messfehler mit ungeahnter Tragweite in der Planung verzögerten die für 2020 erhoffte Inbetriebnahme (der „Utkieker“ berichtete wiederholt). Problem ist aktuell die Materialbeschaffung: Die zur Ausbesserung benötigten Anlegedalben aus Spezialstahl fehlen. „Die ausführende Firma wartet auf die Dalben, doch es existiert noch kein Liefertermin“, bedauert Bürgermeisterin Heike Horn; die Inselgemeinde ist Bauherrin des Projektes. Passagiere müssen sich noch auf unbestimmte Zeit in Geduld üben: „Wir bitten um Nachsicht und danken allen Fahrgästen und unserem ­Personal für das bislang erwiesene Verständnis.“

Straßenbau: Erneuerung an der Hafenstraße
Voll im Zeitplan liegt der Straßenbau: Auf rund 300 Metern Länge erhält die Hafenstraße zwischen Süderdünenring und Um Süd eine Fahrbahnerneuerung. Die Arbeiten begannen Anfang Februar und sollen Anfang April vollendet sein. Während der Bauzeit ist eine Umleitung ausgeschildert. Neben einer fünf Meter breiten Fahrbahn bekommt die Straße einen Bürgersteig und neue Laternen. Die Straßendecke wird mit grauem, der Gehweg mit rotem Betonstein gepflastert; auf Bordsteinkanten wird aus Gründen der Barrierefreiheit verzichtet. Die Kosten belaufen sich auf rund 300.000 Euro; gemäß der Straßenausbaubeitragssatzung tragen auch die Anlieger einen Anteil. – Terminlich gehalten werden laut Auskunft der Gemeinde auch die Arbeiten an der Kirchstraße zwischen Mittelstraße und Rathaus. -köp/ut-

Küstenschutzaufgaben werden erfüllt
Ministerpräsident Stephan Weil und Umweltminister Olaf Lies informierten sich auf Langeoog 
Hochrangiger Besuch aus Hannover schwebte am Mittwochmittag, 16. März mit dem Flugzeug auf Langeoog ein: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Umweltminister Olaf Lies wollten sich vor Ort über die im Winter 2021/22 entstandenen Sturmflutschäden informieren.
Begleitet wurden sie von Staatssekretärin Anke Pörksen, Anne Rickmeyer, Direktorin des NLWKN (Nieder- sächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz), Nationalpark-Chef Peter Südbeck, Prof. Frank Thorenz, Leiter der NLWKN-Betriebsstelle Norden und Karsten Specht, Geschäftsführer des Wasserverbandes OOWV. Am Vormittag hatte sich die Delegation über die Situation auf der östlichsten Insel Wangerooge unterrichten lassen.
Bürgermeisterin Horn, Ratsvorsitzender Gerrit Agena und der Langeooger NLWKN-Betriebshofleiter Meik Julius begrüßten die Ankömmlinge auf dem Langeooger Flugplatz. Die E-Bikes für die Fahrt zum Strand, dessen Schäden begutachtet werden sollten, standen schon bereit.
An den Dünen vor dem Pirolatal erläuterte Frank Thorenz den Gästen das System von Maßnahmen, das sich, von Sandfangzaun bis Strandaufspülung, zum Erhalt der Insel bewährt hat. Für diesen Sommer sei eine Strandvorspülung bereits in Planung. Eine Dünenbepflanzung mit Strandhafer nahmen Stephan Weil und Olaf Lies nicht nur in Augenschein: Sie ließen sich die anstrengende Handarbeit erklären und pflanzten tatkräftig mit. Weiter ging es dann zum Großen Schloppsee und dessen Siel.
Zur Sprache kam auch das Thema Trinkwasser und der damit verbundene Schutz der Süßwasserlinse im Pirolatal. Hier arbeiten NLWKN, Nationalpark und Wasserverband OOWV zusammen, um gemeinsam mit der Inselgemeinde die Chancen langfristiger Trinkwasserversorgung auszuloten, etwa durch die Erschließung neuer Süßwasserlinsen. Zurück im Rathaus rundete ein Gespräch mit Ratsvertretern den Nachmittag ab, ehe die Gäste mit der Fähre abreisten.
Fazit für Langeoog: „Es war ein intensiver, erkenntnisreicher Tag“, berichtet Heike Horn. „Er brachte die Gewissheit, dass alle gemeinsam an dem Ziel arbeiten, eine langfristige Versorgung Langeoogs mit eigenem Trinkwasser zu gewährleisten.“ Stephan Weil und Olaf Lies hätten bekräftigt, an der Seite der Ostfriesischen Inseln zu stehen und diese nicht hängen zu lassen. So habe der Umweltminister gleich nach den Sturmfluten im Rathaus angerufen und sich nach dem Zustand der Insel erkundigt. Und dabei betont, dass man selbstverständlich die Aufgaben für den Küstenschutz erfüllen werde. – Ein ausführlicher Artikel zum Sturmflutwinter 2021/22 steht (ab Seite 38) in diesem Heft. -ut/köp-

„Alle in einem Boot“

Konstituierende Ratssitzung am 5. November 2021
Am 5. November um 19.30 Uhr trat der im September gewählte neue Gemeinderat zu seiner konstituierenden Sitzung im „Haus der Insel“ zusammen. Zu den Tagesordnungspunkten zählten die Verpflichtung der Ratsmitglieder durch Bürgermeis­terin Heike Horn, die Bekanntgabe der Fraktionen und Gruppen, die Wahl des Ratsvorsitzes und der stellvertretenden Bürgermeis­ter sowie die Bestimmung und Besetzung der Ausschüsse.
Der Gemeinderat besteht zum Großteil aus neuen Mitgliedern. Mit Gerda Spies und Jan Martin Janssen sind noch zwei der bisherigen dabei. Gerda Spies ist mit Daniela Peters für die CDU im Rat, Jan Martin Janssen mit Till Martin Peters für die „Union für Langeoog“ (UfL). Die Interessen von Bündnis 90/Die Grünen vertritt Bärbel Kraus. Als neue Gruppierung bildet die Bürgerliste Langeoogers mit Ines Mühlinghaus, Gerrit Agena und Rüdiger Schmidt die stärkste Fraktion. Den Rat komplettieren die beiden Einzelbewerber Uwe Garrels und Michael Recktenwald. Jeweils eine Gruppe bilden CDU und UfL sowie Grüne und Michael Recktenwald.

Verpflichtung und Wahlen
Bis zur Wahl des Ratsvorsitzes leitete Altersvorsitzende Bärbel Kraus die Sitzung. Bürgermeisterin Horn wies die Mitglieder des Rates auf ihre obliegenden Pflichten (wie Amtsverschwiegenheit und Mitwirkungsverbot bei Interessenwiderstreit) hin und verpflichtete sie coronagemäß mit Maske – und „Ellenbogengruß“ statt Handschlag. Per Unterschrift wurde die Verpflichtung aktenkundig. Einstimmig wurden Gerrit Agena zum Ratsvorsitzenden und Michael Recktenwald zu seinem Vertreter gewählt.
In einer kurzen Ansprache dankte der neue Vorsitzende für das entgegengebrachte Vertrauen. Die Langeooger Bevölkerung habe dem Rat den Auftrag erteilt, sich zum Wohle der Insel einzusetzen: „Es erwartet uns eine Fülle komplexer Herausforderungen.“ Agena betonte das „symbiotische Verhältnis“ des Rates zur Verwaltung im Bestreben, „das Eiland gemeinsam auf Kurs“ zu halten. „Wir sitzen alle in einem Boot. Gemeinsam heißt es: Leinen los und an den Wind.“
Als Beigeordnete im Verwaltungsausschuss wurden Ines Mühlinghaus und Gerda Spies bestimmt, Jan Martin Janssen und Rüdiger Schmidt zu ihren Vertretern. Bärbel Kraus übt ein Grundmandat aus. Aus dem Verwaltungsausschuss wurden Ines Mühlinghaus und Gerda Spies einstimmig als stellvertretende Bürgermeisterinnen gewählt.

Ausschüsse
Folgende sechs Ausschüsse wurden gebildet: Bauausschuss (Vorsitz: Rüdiger Schmidt), Betriebsausschuss (Jan Martin Janssen), Finanz- und Wirtschaftsausschuss (Bärbel Kraus), Tourismusausschuss (Michael Recktenwald), Nachhaltigkeits-, Umwelt- und Landschaftsausschuss (Bärbel Kraus). Der Schulausschuss und der Jugend- und Sozialausschuss wurden zusammengelegt (Vorsitz: Daniela Peters). Uwe Garrels nimmt als beratendes Mitglied im Betriebsausschuss teil.
Zuvor war einstimmig beschlossen worden, auf das übliche Losverfahren zu verzichten und stattdessen die Ausschussvorsitzenden und ihre Vertreter zu benennen. Michael Recktenwald erklärte hierzu, man sei in Beratungen übereingekommen, dass die kompetentesten Personen die Ausschüsse leiten sollten. Einzelheiten und genaue Zusammensetzung der Gremien sind der Gemeinde-Website langeoog.gemeinde.de zu entnehmen. Hier wird auch das vollständige Sitzungsprotokoll veröffentlicht.
Bürgermeisterin Heike Horn gratulierte den frisch vereidigten Ratsmitgliedern und hob positiv hervor, dass auch junge Menschen im Rat vertreten seien. Sie freue sich auf eine gute Zusammenarbeit. -köp-

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog
Adventlichen Glanz …
zaubern die lichterbekränzten Tannenbäume, die die Inselgemeinde zum ersten Advent aufstellen ließ. Zwei Bäume, jeweils fünf Meter hoch, glitzern am Bahnhofsplatz und im Kurzentrum, noch zwei Meter höher ist das Prachtexemplar in der Ortsmitte im neuen Rathauspark. Weitere fünf Tannen verbreiten in verschiedenen öffentlichen Gebäuden – von Bahnhof bis Kindertagesstätte – ihren heimeligen Weihnachtsglanz. Lichterketten tun ein Übriges. Darüber hinaus sorgen viele Geschäfte und Res-taurants, aber auch Langeooger Privatleute für adventliches Leuchten in ihren Fenstern und vor ihren Häusern.
„Die Themen Lichtemission und Nachhaltigkeit beschäftigen uns auch“, sagt Bürgermeisterin Heike Horn. In diesem Sinne werde die Inselgemeinde zwar die Weihnachtsbeleuchtung reduzieren, aber nicht abschaffen.
 Neujahrsempfang?
In diesem Januar musste er ausfallen, ob er Anfang nächsten Jahres stattfinden kann, ist noch ungewiss. Immerhin gibt es einen Termin für den Neujahrsempfang der Inselgemeinde. Vorgesehen ist der 9. Januar 2022, wie gewohnt im „Haus der Insel“. Allerdings wird der Empfang am Sonntag bereits um 11 Uhr beginnen. Er findet aus organisatorischen Gründen in einem anderen Rahmen statt: Geplant ist ein Sektempfang unter 2Gplus. Am Samstag 8. Januar besteht zuvor die Möglichkeit, sich von 14 bis 17 Uhr im KWC testen zu lassen. Inwieweit das Deutsche Rote Kreuz sein Testcenter geöffnet hat, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden. Alle geboosterten Personen benötigen keinen Test.
„Der Sonntag ist ein Wunschtermin: Wir wünschen uns, dass der Empfang stattfinden kann, und zwar nach Möglichkeit mit einem coronagerechten Rahmenprogramm“, hofft die Bürgermeisterin. Man müsse aber das weitere Infektionsgeschehen – und die daraus folgenden Modalitäten – noch abwarten.
Podcast der Bürgermeisterin: zehnte Ausgabe
„Moin Langeoog – Neues aus dem Rathaus“ heißt der vor einem Jahr erstmals erschienene Internet-Podcast von Heike Horn. Die Bürgermeisterin bezieht darin Stellung „zu allen Verwaltungsangelegenheiten und Infos rund ums Rathaus, frisch und unverpackt, so ehrlich wie die See“, wie es im Vorspann heißt. Unter dem Titel „Neues und Altes aus dem Rathaus“ erschien am 12. Dezember die nunmehr zehnte Ausgabe.
Themen sind unter anderem der „Dauerbrenner“ Anlegebrücken, der Tourismus-Service Langeoog, eine verlängerte Nebensaison und die Umsetzung von Corona-Verordnungen. Hier dankte Heike Horn dem DRK-Team der Teststation im Hansa-Café. Wichtiger Punkt ist auch der neu gewählte Gemeinderat, der seit November im Amt ist und „jetzt schon eine arbeitsintensive Phase hinter sich hat“, so die Bürgermeisterin. Für seinen „hohen Einsatz in so kurzer Zeit“ spricht sie ihm den Dank der Gemeinde und aller Langeooger*innen aus.
Aufgerufen wird das aktuelle „Moin Langeoog“ auf der Startseite von gemeinde.langeoog.de über die Rubrik „Bürgerinfo“. Dort kann der Podcast (wie seine archivierten Vorgänger) angehört, heruntergeladen und abonniert werden.
Klausurtagung
Thema im Podcast war auch die Klausurtagung von Rat und Verwaltung am 6. und 7. Dezember. Der erfahrene Moderator Roman Mölling begleitete die zweitägige Zusammenkunft. Ein besonderes Ergebnis war die Verabschiedung der „Langeooger Präambel“ von Rat und Verwaltung. Sie hat das Miteinander beider Institutionen zum Inhalt und lautet: „Wir wünschen uns untereinander einen respektvollen, vertrauensvollen, offenen und problemorientierten Umgang. Wir treffen Entscheidungen und vertreten diese auch. Die Sachlösung muss immer im Vordergrund stehen – zum Wohle der Insel.“
Anlegerbrücken
Vor gut zwei Jahren begann ein Bauvorhaben, das zum teuren Drama wurde und bis heute für Verdruss bei Passagieren und Inselgemeinde sorgt. Am Horizont zeichnet sich eine Lösung ab; sie liegt in Sicht-, aber noch nicht in Griffweite. Die Rede ist vom Bau der neuen Brückenanlagen in den Häfen von Langeoog und Bensersiel. Und von den ungeplanten Verzögerungen.
Im Herbst 2018 begann die Erneuerung sowohl der Fußgängerbrücken als auch der Verladebrücken für die Fracht (der „Utkieker“ berichtete mehrfach). Bauherrin ist die Inselgemeinde. Sie beauftragte die Heuvelman Ibis GmbH, ein deutsch-niederländisches Konsortium aus Leer, mit den Arbeiten. Planer war das Büro SEE-Ingenieure aus Emden.
Erste Verzögerungen gab es im Frühjahr 2020: Baustopp wegen Corona, da die Mitarbeiter der niederländischen Firma Heuvelman phasenweise nicht einreisen durften. Im Sommer 2020 wurden die Brücken angeliefert und eingesetzt. Am 28. Juli kam der Schock: Eine Überlänge der Containerbrücke von 40 Zentimetern wurde festgestellt, ein Messfehler des Planungsbüros. Mitte September wurde der nächste Messfehler offenbar: Eine Testfahrt ergab, dass die Anlegelinie in Bensersiel nicht stimmte. Zwischen Andock-Dalben und Fähre fehlten 18 Zentimeter.
Die Konsequenz: In Bensersiel läuft der Passagiertransport umständlich über den Kai am Binnenhafen, außerdem muss das Gepäck separat mit einem Frachter befördert werden. Das ist auf Dauer eine belastende Situation für Fahrgäste wie Schiffsbesatzungen. Und es kostet. „Wir reden über Summen im hohen sechsstelligen, vielleicht sogar siebenstelligen Bereich“, so die Bürgermeisterin Heike Horn.
Das Planungsbüro legte Lösungsvorschläge vor, die Kommune sollte eine Entscheidung fällen. Mangels eigener Expertise wurde das Planungsbüro Inros Lackner beauftragt, die Vorschläge zu bewerten. Entscheidungssicherheit für die Gemeinde – aber keine schnelle Lösung. Die Arbeit zwischen dem Planungsbüro und dem für die Abnahme verantwortlichen Prüfer dauerte viele Monate.
Die Lösung ist das Aufdoppeln der Dalben, was heißt: Die bestehenden Dalben werden verstärkt, um die Lücke auszugleichen. Das ist einfacher, als die alten Dalben herauszureißen und durch neue zu ersetzen. Problem ist nun die Materialbeschaffung. Heuvelman sucht derzeit eine Firma, die diese speziell benötigten Stahldalben liefern kann. „Wir warten jetzt auf die Lieferung, damit die Anlegelinie stimmt“, umreißt Bürgermeisterin Heike Horn den aktuellen Sachstand.
Sind die Dalben erst aufgedoppelt, werden die Passagiere zwischenzeitlich über die Containerbrücke gehen, da auch die Fußgängerbrücke wieder an die Anlegelinie angepasst werden muss. „Damit würde aber die Gepäckfrage gelöst, die doppelten Fahrten mit Fahrgast- und Frachtschiff wären vorbei“, so Heike Horn. Aber: „Wir können noch immer kein Datum nennen, da wir nicht wissen, wann die Dalben kommen. Unsere Hoffnung: so schnell wie möglich.“ -köp/ut-

Ahoi und gute Fahrt!

21 Mitarbeiter sorgen im Fährhaus in Bensersiel dafür,
dass Gäste und Einheimische eine entspannte Reise haben

Mit Reisefieber ist das so eine Sache. Auch bei einer autofreien Insel wie Langeoog. Aufregung und Vorfreude wechseln sich ab. Fragen und Verwunderungen ploppen auf: Wo kann geparkt werden? Wo wird das Gepäck aufgegeben? Und wo geht es überhaupt zum Schiff? Für das Team im Fährhaus der Schiffahrt Langeoog nicht ungewohnt, helfen sie doch an 365 Tagen im Jahr rund 900.000 Fahrgästen weiter.

Logistische Herausforderung
„Wir möchten alle Kunden zufriedenstellen“, sagt Jendrik Opphard. Seit 2012 arbeitet der gebürtige Oldenburger bei der Schiffahrt Langeoog, dem kommunalen Eigenbetrieb der Inselgemeinde Langeoog. 2018 hat der Touristiker die Dienststellenleitung am Anleger in Bensersiel gemeinsam mit seinem Stellvertreter Friedhelm Baumfalk-Egberts übernommen. Er und seine 20 Kollegen organisieren den Fahrkartenverkauf, die Gepäckaufgabe und sind für die Frachtabwicklung zuständig. „Wir sind der prägende erste und letzte Eindruck für Urlaubsgäste“, betont Jendrik Opphard. Da sei es wichtig, dass alle Fahrgäste, zu denen Insulaner, Berufstätige und Urlaubsgäste gehören, eine entspannte Atmosphäre vorfinden – gerade dann, wenn es hinter den Kulissen zuweilen hoch hergeht. Keiner der Reisenden soll zu lange an den insgesamt drei Fahrkartenschaltern, an denen seit diesem Jahr auch der Gästebeitrag für die Insel bezahlt werden kann, anstehen. Oder an den zwei Gepäckschaltern. Dort wird das Gepäck in die bereitstehenden Koffercontainer eingeladen, um es sicher mit dem Schiff nach Langeoog und anschließend mit der Inselbahn bis zum Bahnhof zu transportieren – auf Wunsch sogar bis in die Ferienunterkunft. Bollerwagen, Kinderfahrradanhänger, Fahrräder und Pedelecs bis 25km/h müssen ebenfalls aufgegeben werden. Kostenfrei mit auf die Fähre können Kinderwagen und Buggys. Bei all den Vorgängen muss immer gleichzeitig die Abfahrtszeit im Auge behalten und eingehalten werden. Und dann ist da noch die Sache mit der Grundversorgung für die Insel: „Alles wird von uns befördert und wir sind zeitweise ganz schön gefordert, alles realisiert zu bekommen“, bringt es der 34-Jährige auf den Punkt. Lebensmittel, Baumaterialien, Abfall von der Insel zurück aufs Festland – bei einer autofreien Insel eine logistische Herausforderung, die im Vorfeld gut geplant werden muss. So wurden beispielsweise 2019 insgesamt 38.000 Tonnen Fracht zur Insel befördert. Und 2020 wurden neben dem Transport von leeren Müllcontainern über 6.000 Tonnen Stückgut und circa 4.000 beladene Anhänger nach Langeoog gebracht.

Frühzeitige Planung wichtig
Bis zu 900.000 Passagiere werden jährlich zur Insel und zurückgebracht. „Wichtig ist es, frühzeitig in der Planung zu erkennen, was es braucht – zusätzliche Schiffe, Abfahrten. Da greifen wir auf Referenzdaten zurück, die uns anzeigen, was zu erwarten ist“, erklärt Jendrik Opphard. Für die Hauptreisezeit im Sommer werde einen Monat, teils auch mehrere im Vorfeld geplant. Spitzentag des Jahres 2020 war in den Herbstferien der 16. Oktober mit 3.100 Fahrgästen, die nach Langeoog reisten. Im Laufe der Jahre habe sich eine deutliche Verbreitung in den September, Oktober gezeigt. Die Sommerferien seien nicht mehr die alleinige Hauptreisezeit. „Die Saison geht inzwischen von Ende März bis Ende Oktober“, stellt Jendrik Opphard fest. Vier Fahrgastschiffe stehen zur Verfügung. Das Jahr wird aufgeteilt in einen Saisonfahrplan, der durch die zwei großen Schiffe Langeoog III und Langeoog IV gefahren und bei Bedarf durch die Langeoog I und II ergänzt wird. Der Nebensaisonfahrplan sei mit einer Fähre zu realisieren, erklärt Jendrik Opphard.

Eingespieltes Team

Wenn in der kalten Jahreszeit weniger Gäste auf die Insel fahren, kommen die Frachtschiffe „Onkel Otto“ und „Pionier“: „Von Anfang November bis Ostern sind auf der Insel Bauarbeiten erlaubt“, sagt Jendrik Opphard, für ihn und seine Kollegen sei dies eine „sehr sportliche“ Zeit. Denn damit beim Bau auf der autofreien Insel keine Verzögerungen entstehen, muss alles sehr gut koordiniert werden. Sondergenehmigungen müssen beantragt werden, wenn Bagger oder Kran auf Langeoog zum Einsatz kommen. „Unheimlich viele Interessen“ gebe es da auszugleichen, schließlich wolle man mit der Lieferung allen gerecht werden, erklärt er. Das eingespielte Team sorgt dafür, dass all die verschiedenen Aufgaben reibungslos umgesetzt werden. „Bei uns im Team ist eine geringe Fluktuation. Wir haben viele gute Mitarbeiter mit jahrzehntelanger Berufserfahrung“, erklärt Jendrik Opphard. So ist etwa sein Stellvertreter, Friedhelm Baumfalk-Egberts, seit 21 Jahren bei der Schiffahrt Langeoog. Karl-Heinz Teschner, Vorarbeiter in der Abteilung Güter- und Gepäckumschlag, sogar seit mehr als 30 Jahren. In bleibender Erinnerung ist ihnen allen die ungewöhnlichste Fracht: ein Pool für das Dach eines Hotels. „Er nahm das ganze Deck ein und der Tieflader musste auch noch mit drauf“, erinnert sich Karl-Heinz Teschner. Liegend wurde der 18 Meter lange Pool transportiert, ergänzt Jendrik Opphard. Es sei sehr herausfordernd gewesen, aber als Team hätten sie die gesamte Abwicklung gut geschafft.

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog
Kommunalwahl
Am 12. September 2021 wurde auf Langeoog der Gemeinderat gewählt. Um die zehn Ratssitze bewarben sich 24 Kandidat*innen. Da nur noch vier bisherige Ratsmitglieder zur Wiederwahl standen, waren viele neue Gesichter zu erwarten.
Mit Gerda Spies und Jan Martin Janssen sind jetzt noch zwei der „alten Hasen“ dabei. Gerda Spies geht mit Daniela Peters für die CDU, Jan Martin Janssen mit Till Martin Peters für die „Union für Langeoog“ in den Rat. Die Interessen von Bündnis 90/Die Grünen vertritt Bärbel Kraus. Als neue Gruppierung bildet die Bürgerliste Langeoogers mit Ines Mühlinghaus, Gerrit Agena und Rüdiger Schmidt die stärkste Fraktion. Den Rat komplettieren die beiden Einzelbewerber Uwe Garrels und Michael Recktenwald. SPD und FDP sind im neuen Gemeinderat, der Anfang November erstmals zusammentritt, nicht mehr vertreten.
Ratssitzungen im Livestream
Am 29. Oktober 2021 findet die letzte Sitzung des alten Rates statt, gefolgt von der konstituierenden Sitzung des neuen Rates am 4. November. Zwar sind Ratsversammlungen öffentlich, doch haben nicht alle die Gelegenheit, daran teilzunehmen. Daher hat die Inselgemeinde die Voraussetzung geschaffen, nach Möglichkeit jede Ausschuss- und Ratssitzung via Internet im     Livestream zu verfolgen. Hier der Link: gemeinde.langeoog.de/ ­livestream-ratssitzungen/. Wichtig: Die Ratssitzungen stehen ausschließlich im Livestream zur Verfügung, der Link wird ab 16 Uhr am jeweiligen Tag aktiviert. Ein nachträgliches Anschauen „à la Mediathek“ ist nicht möglich.
Tourismus-Service erhält neue Leitung
Die Inselgemeinde hat einen neuen Chef für den Tourismus-Service Langeoog (TSL) eingestellt: Am 1. Oktober gibt Nils Jenssen seinen Einstand im Rathaus. Laut Ratsbeschluss vom 10. Mai 2021 wird er die Abteilungsleitung für touristische Entwicklung übernehmen. Er folgt auf Axel Schlemann, der den TSL Ende 2020 verlassen hatte.
Bis dato Geschäftsführer der Alltours-Reisecenter, ist der 60-jährige Touristiker in der Branche kein Unbekannter: Nils Jenssen „war im Mai 2015 als Chef der Reisebürokette mit derzeit 107 eigenen Büros und 105 Franchisebüros angetreten“ und werde nun nach Langeoog wechseln, berichtete am 21. Mai das Fachmagazin „Reise vor9“ auf seiner Website. – „Gemeinsam mit dem Tourismus-Team freuen wir uns auf eine produktive Zusammenarbeit“, erklärt Heike Horn namens Rat und Verwaltung. „Gerade im Hinblick auf spannende Projekte und Ideen für die Gäste werden wir die Expertise von Nils Jenssen zu schätzen wissen.“ – Ein ausführlicher Bericht folgt im nächsten „Utkieker“.
Rathaus-Frühstück: gelungene Ferienpass-Aktion
Wählen dürfen sie noch nicht – doch ins Rathaus reinschnuppern, das ging schon. Neun Langeooger Kinder und Jugendliche von neun bis 14 Jahren nutzten im Zuge der diesjährigen Ferienpass-Aktion das Angebot am 11. August, das Rathaus mit allem Drum und Dran kennenzulernen. Bürgermeisterin Heike Horn hatte zum „Rathaus-Frühstück’“ eingeladen.
Im Rahmen dieses „Arbeitsessens“, das unter Corona-Bedingungen stattfand, erfuhren die Teilnehmer unter anderem, wa-rum es ein Rathaus gibt und was eine Bürgermeisterin so macht. Dann gaben Cornelia Baller, Petra Kruse und Wilko Hinrichs vom Rathausteam bereitwillig Auskunft über die Inselgemeinde und ihre Eigenbetriebe sowie deren Aufgaben vom Strandkorbverleih bis zur Kläranlage. Zudem konnten die jungen Gäste auch ihre Wünsche für Langeoog äußern: ein Freibad wurde genannt, ein Abenteuer-Spielplatz; aber auch eine Bibliothek und Musikunterricht. Der Wunsch nach geteerten statt gepflasterten Straßen kam wohl von einem jungen Skateboard-Fan.
Danach ging es auf „amtliche Exkursion“: Von Bauamt über Kämmerei und Standesamt bis Tourismus-Marketing wurden ­alle Abteilungen besichtigt. „Wichtig war uns, Berührungsängste abzubauen und zu verdeutlichen, was wir hier machen“, erklärt Heike Horn. „Denn für eine kleine Inselgemeinde halten wir eine große Infrastruktur vor. Das hat die Kids doch beeindruckt.“ Das in den Abteilungen frisch erworbene Wissen wurde dann in ­einem kleinen Quiz getestet, mit Erfolg: „Die wussten alles.“ Zum guten Schluss gab’s noch ein gemeinsames Erinnerungsfoto vor dem Rathaus. – „Die Kinder waren begeistert“, berichtet hernach eine nicht minder erfreute Bürgermeisterin. „Und unserem Rathaus-Team hat’s auch viel Spaß gemacht.“ Wiederholung im nächsten Jahr? „Unbedingt!“
Wassertaxi für Langeoog?
Schnell nach Langeoog und zurück, unabhängig vom Fährplan? Eine interessante Perspektive für Berufstätige, Insulaner und Gäste. Doch dazu müsste wohl ein Wassertaxi her – eine Möglichkeit, die Langeoog unlängst ausgelotet hat.
Vom 1. bis 3. September ließ die Schiffahrt der Inselgemeinde ein solches Boot zwischen Langeoog und Bensersiel im Test­betrieb fahren. Im Einsatz war das Wattn-Taxi „Jan“ der EMO (Ems Maritime Offshore GmbH), einer Tochter der Reederei AG Ems. Unterschiedliche Personen – Insulaner wie Urlauber, mit Hund und Gepäck oder ohne – waren unterwegs, um das Transportmittel auszuprobieren.
Nähere Angaben zu dem brandneuen Boot verriet Kapitän Dion Horwege: Das knapp acht Meter lange und drei Meter breite Boot mit leichtem Aluminiumrumpf bietet Platz für elf Passagiere und ihr Gepäck. Zur Ausstattung gehört eine extrabreite Tür für Krankentransport, zudem sind die Stühle angenehm gefedert für erhöhten Fahrkomfort. Das maximale Gesamtgewicht inklusive Insassen beträgt 2,4 Tonnen. Die beiden 150-PS-Außenborder bringen das Wassertaxi auf maximal 35 Knoten (65 Stundenkilometer). Dadurch verkürzt sich die Fahrzeit von Anleger zu Anleger auf bis zu 17 Minuten. Mit 70 Zentimeter Tiefgang kann das Boot auch bei niedrigem Wasserstand manövrieren.
„Aus unserer Sicht verlief der Testbetrieb gut, die Fahrten haben Spaß gemacht“, berichtet Dion Horwege. Und: „Die ersten Rückmeldungen waren positiv“, bestätigt die Inselgemeinde. Gleichwohl habe Langeoog eine tideunabhängige Fährverbindung. Die strikte Notwendigkeit eines Wassertaxis wie auf anderen Inseln sei daher nicht gegeben. Man prüfe aber alle Optionen, die von einer Kooperation mit anderen Reedereien bis zur Anschaffung eines eigenen Bootes reichten. Zwingende Voraussetzung sei aber auf jeden Fall ein Ratsentscheid.
Containerbrücken
Noch immer inaktiv sind die neuen Anlegerbrücken in den Häfen von Langeoog und Bensersiel. Das könnte sich bald ändern: In Gesprächen mit allen Beteiligten wurden die Chancen einer kurzfristigen Inbetriebnahme diskutiert.
Eine mögliche Lösung: Zunächst werden die beiden Containerbrücken fertiggestellt. Gepäck würde wieder mit der Fähre statt auf einem separaten Frachtschiff transportiert. Über die Brücke könnten auch die Passagiere ein- und aussteigen. Währenddessen würden die Fußgängerbrücken eingerichtet, sodass mit einem Normal­betrieb voraussichtlich bis Ostern zu rechnen wäre. – Planungsfehler seitens des Ingenieurbüros hatten die für 2020 geplante Inbetriebnahme verhindert.
Podcast der Bürgermeisterin: neunte Ausgabe
„Moin Langeoog – Neues aus dem Rathaus“ heißt der seit knapp einem Jahr erscheinende Internet-Podcast, auf dem Bürgermeisterin Heike Horn „zu allen Verwaltungsangelegenheiten und Infos rund ums Rathaus, frisch und unverpackt, so ehrlich wie die See“ Stellung bezieht, wie es im Vorspann heißt. Unter dem Titel „Allerlei“ erschien am 19. September die neue, nunmehr neunte Ausgabe.
Auf der Agenda der Bürgermeisterin stehen unter anderem die Verzögerung bei der Fertigstellung der Brückenanlagen, die Zukunft der Inselbahn (hier wurde die TU Dresden mit einer Untersuchung beauftragt), die Thematik rund um KWC und HDI sowie der neue Tourismus-manager, der am 1. Oktober anfängt. Wichtiger Punkt ist auch der neu gewählte Gemeinderat, der zum November sein Amt antritt: Hier sei für den Dezember eine Klausurtagung geplant, um die bevorstehenden Aufgaben anzugehen.
Aufgerufen wird das aktuelle „Moin Langeoog“ auf der Startseite von www.gemeinde.langeoog.de über die Rubrik „Bürgerinfo“. Dort kann der Podcast (wie auch seine Vorgänger) angehört, heruntergeladen und abonniert werden. -köp/ut-