Archiv der Kategorie: Inselgemeinde

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog
Fähranleger
Fortschritt beim Bau der neuen Brückenanlagen in den Häfen von Langeoog und Bensersiel (der „Utkieker“ berichtete wiederholt): Seit Ende Mai ist die Passagierbrücke in Bensersiel in Betrieb; dies habe laut Bürgermeisterin Heike Horn beim Boarding der Fahrgäste „zu einer spürbaren Entlastung geführt, ­sowohl für die Passagiere als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Das Gepäck wird immer noch separat befördert, da die Containerbrücken auf Langeoog und in Bensersiel noch nicht einsatzbereit sind. Aber: „Das Sanierungskonzept für die Ausbesserung der Anlegedalben steht“, berichtet die Bürgermeisterin. Mit der Umsetzung werde abgewartet, bis weniger Passagieraufkommen herrsche, da für die Dauer der Maßnahme die Frachtanleger geschlossen werden müssten, was zu Beeinträchtigungen bei der Abfertigung führe. Angestrebt sei, die Arbeiten nach der Saison zu starten. – Die Inbetriebnahme der Brückenanlagen war ursprünglich für 2020 geplant. Gravierende Planungsfehler des Ingenieurbüros hatten dies bislang verhindert.
Langeoog III 
Werftzeit für die Langeoog III: Die Grundüberholung der Steuerbord-Maschine steht auf dem Plan. Grundlage ist ein Beschluss des Betriebsausschusses der Inselgemeinde. 2003 hatte die 1979 in Dienst gestellte Fähre zwei neue 610-kW-Mitsubishi-Motoren erhalten. Nach 26.000 Betriebsstunden ist für das Steuerbord-Aggregat eine Generalüberholung erforderlich; die Kosten sind mit 165.000 Euro angesetzt. Die Backbord-­Maschine benötigt noch keine Überholung, da sie jüngeren Datums ist: Sie war erst 2017 nach Motorschaden ausgetauscht worden. Die genaue Werftzeit ist noch unklar; sie soll möglichst zum Jahresbeginn 2023 stattfinden, damit die Langeoog III zum Saisonstart wieder einsatzbereit ist.
Hansa Flugplatz
Die Inselgemeinde sucht einen neuen Flughafenbetreiber: Der am südöstlichen Ortsrand gelegene Hansa-Flugplatz soll ­verpachtet werden, zusammen mit der dazugehörigen Gastronomie. Die Vergabe erfolgt über eine Anwaltskanzlei in Hamburg. „Die Ausschreibung wurde vergeben, da die Gemeinde den Betrieb – auch zeitlich – nicht mehr leisten kann“, so Heike Horn. Es gebe mehrere Bewerber. Nach Abschluss des Verfahrens, der voraussichtlich zum nächsten Jahr erfolgt, wird der Gemeinderat eine entsprechende Entscheidung fällen. Die Luftaufsicht wird ebenfalls in das Verfahren eingebunden sein.
Energiesparmaßnahmen
Klimawandel, Gaskrise – auch bei der Inselgemeinde stehen die Zeichen auf Einsparmaßnahmen. „Wir werden im Rahmen des Möglichen alles tun“, betont Bürgermeisterin Horn. Ob ­Absenken der Raumtemperatur in den Liegenschaften, das ­Einstellen der Beleuchtung des Wasserturms und Drosseln der Warmwassernutzung: In allen relevanten Bereichen soll Energie gespart werden, „nicht nur aufgrund einer Vorgabe des Bundes, sondern aus unserem ureigenen Interesse heraus.“ ­Intern wurde vor Wochen bereits ein Krisenstab gebildet, um geeignete Maßnahmen mit dem Rat zu besprechen. -köp/ut-

Langeooger Dünensingen begeistert auch 2022 wieder

Mitmachen ist die Devise, wenn Herbert Burmester zum Akkordeon greift
Zu den großen Attraktionen im Programm der Insel zählt das „Langeooger Dünensingen“, das seit Jahrzehnten Gäste wie Insulaner jeden Dienstagabend wie von magischer Hand gezogen ins Dünental unterhalb des Wasserturms treibt. Zwei Jahre war das Original wegen Corona ausgefallen, seit 15. Mai stehen sie wieder im Dünenrund, in der Hochsaison ab 20 Uhr, und genießen die besondere Atmosphäre dieser einmaligen OpenAir-Veran-staltung.
Auch am 26. Juli waren wieder Scharen herbeigeeilt, zunächst ein wenig enttäuscht, weil es wegen der unsicheren Wetterlage vom offenen Dünental ins geschützte Ausweichquartier unter den Arkaden bei der Apotheke ging. Doch das änderte sich sehr schnell, als Herbert Burmester mit dem Akkordeon loslegte. 83 Jahre alt ist er und denkt noch lange nicht ans Aufhören. Seinen Hauptwohnsitz hat er mittlerweile in Pilsum in der Krummhörn, aber im Sommer kehrt er zurück auf die Insel – für sein Dünensingen.
Seit 19 Jahren führt er die Truppe an, die an diesem Abend ohne Eva Funke angetreten ist, die sonst mit einem zweiten Akkordeon begleitet. An der Gitarre spielte Garry Walden, den Gesang unterstützten Erika Lange, Ursel Reinboth und Elke Gewert vom Langeooger Chor „de Likedeeler“. Sie treten seit Jahren zum Dünensingen alle ehrenamtlich auf, und das immer wieder gerne.
Eine, die sich ganz besonders darüber freut, dass das Langeooger Dünensingen wieder stattfinden kann, ist Inge Römer-Wienert aus Dinslaken. Die heute Achtundsiebzigjährige war als kleines Mädchen im Alter von drei Jahren das erste Mal auf der Insel, feiert jetzt also ihr 75-jähriges Gästejubiläum. Jedes Jahr war sie seitdem mir ihrer Familie auf Langeoog und immer auch beim Dünensingen. Sie hat über die Jahrzehnte jedes erlebt und auch die Generationen von Chorleitern, die das Programm gestalteten. Sie erinnert sich besonders gern an die Zeit, als viele Abendlieder gespielt wurden, da war sie noch Kind. Wie sie in den Dünen spielten und bei den Klängen die Sonne langsam hinter den Kuppen versank. Heute singt sie gemeinsam mit ihrer Tochter Claudia Siebertz (49), die als Baby von 6 Wochen schon beim Dünensingen mit dabei war, und auch deren Tochter Annabelle (13) gesellt sich zu dem besonderen Mutter-Tochter-Gespann.
Das Dünensingen war immer und ist bis heute eine Veranstaltung für die ganze Familie, für Alt und Jung, Groß und Klein.
Die Kleinen zieht es immer besonders gern zum Dünensingen. Für sie sind immer – egal ob im Dünental oder vor der Insel-Apotheke – die vordersten Plätze reserviert. Gespannt warten sie auf das nächste Lied, aber noch viel gespannter auf die Runde Gummibärchen, die traditionell verteilt werden. Da geht man doch gerne mit – und lernt ganz nebenbei das Liedgut, das bei den Eltern meistens noch ganz tief sitzt und Erinnerungen an die eigene Kindheit weckt.
Wie einst erklingt „In einem In einen Harung jung und schlank – zwo, drei, vier, sit, tata, tirallala – der auf dem Meeresgrunde schwamm…“, und schon singen alle lauthals mit. Neben Kinderliedern wie diesem oder etwa der bekannten „Vogelhochzeit“ spielen vor allen Dingen die See und das Fernweh, die Sehnsucht nach der Heimat und dem oder der Liebsten eine Hauptrolle im musikalischen Programm. Wo, wenn nicht hier so nah am Meer, könnten diese Lieder authentischer klingen? „Meine Heimat ist das Meer, meine Sehnsucht sind die Sterne“, „Wo die Nordseewellen trecken an den Strand“, „An der Nordseeküste, am plattdeutschen Strand“ – da möchte man schon gleich beim Lesen mitsingen.
Obwohl nicht im beliebten Dünenrund begeistert und überrascht dieser Abend. Denn die Enge des Ausweichplatzes ist auch zugleich sein Vorteil. Wenn auch atmosphärisch vielleicht nicht ganz so idyllisch, lässt es sich vor den Einkaufsarkaden sehr gut singen. Man hört sich besser, ist näher bei den anderen und ihrem Gesang. Auch Herbert Burmester ist ganz begeistert, wie gut sein Publikum bei dieser Vorstellung mitmacht.
Die Sonne blitzt noch kurz auf hinter dem Wasserturm, der Himmel schickt noch ein letztes Blau über die Menge, dazu Lales Andersens sehnsuchtsvolle Zeilen: „Ich schau den weißen Wolken nach und fange an zu träumen“. Mit der berühmtesten Frau der Insel und ihrem Welthit „Lili Marleen“ geht es auch an diesem Abend für den Chor aus hundert Kehlen dem Ende zu. Mit einer allerletzten Zugabe und „La Paloma“ von Hans Albers ist dann endgültig Schluss: „Auf Matrosen – ohe! Einmal muss es vorbei sein“.
Nicht auf Langeoog, denn da geht es jeden Dienstag bis zum 15. Oktober mit dem Dünensingen weiter. Zum Programm gibt es ein Liederbuch, das der Tourismus-Service Langeoog seit diesem Jahr neu herausgibt, und das für 3 Euro an der Tourist-Info im Haus der Insel zu erwerben ist. -Petra Wochnik-

Gemeinde-Rat und Tat 

Neues von der Inselgemeinde Langeoog
Ausbau „neues KWC“ 
Bautätigkeit am Erlebnisbad: Der bogenförmige zweigeschossige Vorbau an der Südseite soll später den Anwendungsbereich des Kur- und Wellness-Centers (KWC) beherbergen. Bauherrin des Projekts ist die Inselgemeinde, Auftraggeber der Tourismus-Service Langeoog. Baumanagement und Baubetreuung übernahm die Projektsteuerungsgesellschaft-OL mbH. Der Ausbau des Vorhabens schreitet voran. Allerdings „wäre die Geschwindigkeit deutlich schneller, wenn wir eine Verschlankung der Verwaltungsprozesse, etwa bei den Vergabeverfahren hätten“, schränkt Bürgermeisterin Heike Horn ein. So entstünden wochenlange Verzögerungen, die aus Sicht der Verwaltung nicht nötig wären. Die Eröffnung des „neuen KWC“ ist zum Sommer 2023 angestrebt.
Neu: Business-Bike
Mit dem Dienstrad zur Arbeit: Die Inselgemeinde mit ihren Eigenbetrieben bietet ihren Mitarbeitern seit Kurzem Dienstfahrräder an. Über 50 Bedienstete nutzten bislang diese Möglichkeit. Die meisten wählten ein E-Bike, doch auch konventionelle Räder waren gefragt. Die Räder können bis zu einer Höhe von 4.000 Euro geleast werden. Insbesondere Mitarbeiter, die am Festland wohnen (und etwa in Bensersiel tätig sind), haben sich für dieses Angebot entschieden, berichtet die Inselgemeinde.
Mit der Idee war der Personalrat der Schiffahrt an die Verwaltung herangetreten, die sofort zugesagt hatte. „Die Teilnahme an diesem Modell ist für den öffentlichen Dienst eine gute ­Gelegenheit, außerhalb des Tarifregelwerks eine Leistung des Arbeitgebers anzubieten“, so Bürgermeisterin Heike Horn.
Schiffsneubau
Sie sind in die Jahre gekommen: „Onkel Otto“ und „Pionier“, die beiden Frachter der Schiffahrt der Inselgemeinde Langeoog. In Planung ist daher ein Frachtschiff-Neubau, der konkrete Züge annimmt. Unlängst ließen sich Rat und Verwaltung diesbezüglich auf einer Sitzung durch ein erfahrenes Hamburger Schiffsbau-Planungsbüro informieren. Ziel: „Die Beförderungskapazität der Inselschiffahrt soll mit dem Neubau erhöht werden, ebenso wird auf einen umweltfreundlichen Antrieb geachtet“, so die Inselgemeinde.
Langeoog beim Kommunalkongress des DStGB
Am 27. und 28. Juni 2022 standen in Berlin beim Deutschen Kommunalkongress des DStGB (Deutscher Städte- und Gemeindebund) die Städte und Gemeinden im Fokus. Unter dem Slogan „Stadt.Land.Nachhaltig – Zukunft vor Ort gestalten“ hatte der DStGB zum kommunalen Spitzentreffen eingeladen, um Lösungsansätze für eine nachhaltige Zukunft – Stichwort: Klimaschutz und Energieversorgung – vor Ort zu diskutieren. Mit dabei waren unter anderem Franziska Giffey, Regierende Bürgermeisterin von Berlin, sowie Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Bundesfinanzminister Christian Lindner.
Zu den rund 800 TeilnehmerInnen zählte auch Heike Horn: „Deutlich wurde, dass Verwaltungsprozesse beschleunigt werden müssen, um schneller handeln zu können“, berichtete die Langeooger Bürgermeisterin. Gastgeberin Giffey habe eine Verschlankung besagter Prozesse gefordert: „Die Bürger wollen Lösungen.“ Laut Innenministerin Faeser müsse man an einer Verschlankung gemeinsam arbeiten, um auf Krisen adäquat reagieren zu können. Finanzminister Lindner habe bekräftigt, dass staatliche Subventionen in der bisherigen Größenordnung künftig nicht mehr zur Verfügung stehen würden.
Eine weitere Erkenntnis der Kommunen sei, eindeutig zu sagen, dass Bestimmungen von der Bundes- zur Kommunalebene nicht einfach „von oben heruntergebrochen“ werden: „Gesetze, die sich auf kommunaler Ebene nicht umsetzen lassen, dienen den Bürgern nicht.“ Zu prüfen sei, ob exponierte Kommunen wie die Ostfriesischen Inseln nicht andere Rechte zugestanden bekommen müssten, um überlebensfähig zu bleiben. Langeoog etwa mit 1.800 Einwohnern halte eine ­Infrastruktur für 250.000 Gäste vor, und das auf begrenztem Raum. Dauerthemen wie Wohnraummangel und Gesundheitsversorgung bedingten Umstände, die aus Sicht der Bürgermeisterin „im kommunalen Kontext dringend neu bewertet werden“ müssten.
Zukunftskonzept Langeoog
Unter dem Label „Zukunftskonzept“ arbeitet Langeoog derzeit an der Definition und Gestaltung seiner touristischen Zukunft. „Wichtig ist es, das Profil der Urlaubsdestination zu schärfen und ein touristisches Gesamtkonzept zu entwickeln“, erklären Bürgermeisterin Heike Horn und Nils Jenssen, Leitung Tourismusmanagement. Dazu gehöre dann auch der Umgang mit den Liegenschaften wie KWC und HDI hinsichtlich des Entschuldungsvertrags mit dem Land Niedersachsen: „Wir müssen hier eine Wirtschaftlichkeit erreichen.“ Begleitet wird die Entwicklung des Zukunftskonzepts durch das Hamburger Beratungsunternehmen Project M GmbH.
Am 22. Juni fanden, vormittags und abends, zwei Zukunfts-Workshops im „Haus der Insel“ statt. Zu beiden Veranstaltungen kamen insgesamt rund 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich mit ihren Ideen einbrachten. Nach einer Einführung durch Project M wurde jeweils in drei Gruppen gearbeitet: Wichtige Themen, wie zukünftiger Tourismus in Einklang mit der Dorfgemeinschaft, wurden lebendig erörtert; Ideen und Vorschläge wurden mittels Pinnwand gesammelt und dokumentiert. „Deutlich wurde wieder“, so Heike Horn im Rückblick, „wie verantwortungsbewusst und kreativ die Insulaner mit ihrer ‚Insel fürs Leben‘ umgehen.“ Ein wichtiges Signal war, dass „alle Ratsmitglieder, trotz persönlicher Eingebundenheit, an jeweils einem der Termine teilgenommen haben.“
Anschließend fand vom 5. bis zunächst 18. Juli eine anonymisierte Online-Bürgerbefragung „mit hoher Beteiligung“ statt, wie Heike Horn und Nils Jenssen erklären. „Um jedoch noch mehr Bürgerinnen und Bürger mit Erstwohnsitz Langeoog zu erreichen, die bislang keine Zeit zur Befragung fanden, wurde der Zeitraum bis zum 25. Juli verlängert.“
Im Vorfeld hatte es Expertengespräche und eine Vorortbegehung durch Project M gegeben. Zudem hatte die Inselgemeinde weitere Unterlagen zur Verfügung gestellt. Das gesamte Material wird nun einer Stärken-Schwächen-Analyse unterzogen, um Chancen und Risiken für den Standort Langeoog zu benennen. Die Ergebnisauswertung erfolgt zum Spätsommer.
In einer zweiten Runde mit Workshops und einer Steuerungsgruppe sollen dann Konzept und Strategie entwickelt werden. Dabei sollen im Rahmen eines Bürgerforums sowohl kurzfristige Ziele für 2023 als auch langfristige für die Folgejahre benannt werden. „Alles kommt auf den Prüfstand, auch die eigene Struktur“, so Bürgermeisterin und Tourismusmanager. Bis Jahresende soll das Projekt abgeschlossen sein, das dann in einen Ratsbeschluss münden soll. Ziel ist ein Lebensraumkonzept, das auch die Bedürfnisse der Bevölkerung einbezieht: „Die Insel kann nicht nur für Gäste da sein, auch die auf Langeoog Lebenden müssen sich wohlfühlen.“ -köp/ut-
Einzigartig: Naturerlebnispfad Wattenmeer 
Seit dem Herbst 2020 wurde auf der Insel Langeoog der „Inklusive Naturerlebnispfad Wattenmeer“ entwickelt und vor Ort durch acht Info-Stelen und digital als „Watt-APP“ umgesetzt. Die Schirmherrschaft übernahmen der Krimi-Autor Klaus-Peter Wolf und seine Ehefrau, die Kinderbuchautorin Bettina Göschl, beide bekennende Langeoog Fans.
Die Info-Stelen sind auf der Insel an markanten Weg- und Sichtpunkten positioniert, wie etwa am Hafen, dem Wäldchen und der Melkhörndüne. Jede Stele hat einen standortbezogenen Themenschwerpunkt. Besucherinnen und Besucher verbinden sich über einen QR-Code mit der „Watt-APP“ und können dort bei Bedarf über das Menü eine Darstellung und Erzählform aussuchen, die ihre Beeinträchtigung berücksichtigt. Virtuelle Hilfsmittel wie Filme, Augmented Reality sowie Gebärdensprache, leichte Sprache, Bilder, Klänge und die eigens geschaffene Erzählfigur „Ikke“ vermitteln die Inhalte zielgruppengerecht.
Menschen mit und ohne Behinderungen werden durch die gute Erreichbarkeit am Wegrand und die barrierefreie Watt-APP vielfältige Informationen etwa zum Watt, dem UNESCO-Weltnaturerbe und der Insel Langeoog vermittelt, ohne selbst das für einige Menschen beschwerliche Wattgebiet betreten zu müssen. Die Inhalte der Stelen wurden mit Unterstützung des Nationalpark-Niedersächsisches Wattenmeer ausgearbeitet. Bei der Ideenfindung half auch Nationalpark-Wattführer Joke Pouliart; auf seinem Gulfhof Friedrichsgroden hat er bereits einen Ort geschaffen, an dem Arbeit und Urlaub für Menschen mit und ohne Behinderungen möglich ist.
Weiterer Bestandteil des Projektes ist ein pädagogisches Beiprogramm mit Langeooger Kindern und Jugendlichen. Dazu gehörte die Gründung einer Theatergruppe, die durch Regisseur Wilhelm Schneck und Schauspielerin Kathrin Hildebrand vom Stuttgarter Theater Lokstoff angeleitet wurde. Die Gruppe hat das Stück in der Saison schon mehrfach aufgeführt, weitere Termine sind in Planung.
Dieses für die Ostfriesischen Inseln bisher einzigartige Projekt konnte dank der finanziellen Unterstützung der Europäischen Union durch die LEADER Region Wattenmeer-Achter, einer Förderung der Deutschen Postcode-Lotterie und des Kubus e.V. umgesetzt werden. Zwar steht die offizielle Einweihung noch aus, doch sind Bürgermeisterin und Tourismus-Chef stolz, diesen Pfad allen Insulanern und Gästen bieten zu können:­ „Es lohnt sich wirklich, dieses alle Sinne ansprechende Info-­Medium auszuprobieren.“ -ut-

Gemeinde-Rat und Tat

Fußgängerzone
Seit Beginn der Osterferien bis zum Ende der Herbstferien gilt täglich in der Zeit von 10 bis 20 Uhr gemäß Beschluss des Verwaltungsausschusses wieder ein Fahrradfahrverbot in der Fußgängerzone.
Dies umfasst die Bereiche Hauptstraße westlich der Einmündung des Vormann-Otten-Weges und östlich der Einmündung des Rudolf-Eucken-Weges und Am Wasserturm sowie der Barkhausenstraße vom Beginn Hauptstraße bis südlich der Einmündung der Gartenstraße. In der übrigen Zeit gelten weiterhin der Vorrang der Fußgänger und Schritttempo. Unabhängig von dem zeitlich begrenzten Fahrradfahrverbot gilt, dass Fußgänger in der Fußgängerzone immer Vorrang vor anderen Verkehrsteilnehmern haben. Die Regelung des fließenden Verkehrs (auch Fahrradverkehr) obliegt der Polizei, die speziell in der Saison verstärkt kontrolliert.
Lieferverkehr (nur zum Be- und Entladen von Waren im Rahmen der Geschäftsausübung), Fahrräder und Kutschen sind, soweit sie ein Einfahrtsrecht haben, als untergeordnet zu betrachten und haben auf Fußgänger Rücksicht zu nehmen. ­Lieferverkehr, der nicht anliefert oder abholt, muss die Fußgängerzone umfahren. Es gilt generelles Durchfahrtverbot.
Alle Verkehrsteilnehmer werden um gegenseitige Rücksichtnahme gebeten. Verhalten Sie sich bitte immer so wie Sie es auch von anderen erwarten. Sicherheit geht vor Schnelligkeit, das gilt besonders in Bereichen, wo sich Kinder aufhalten. Kinder schätzen die Verkehrslage noch nicht richtig ein und haben noch keinen Überblick über die Gefahren im Straßenverkehr.
Neuer Podcast online 
In ihrem Podcast „Moin Langeoog – Neues aus dem Rathaus“ informiert Bürgermeisterin Heike Horn „zu allen Verwaltungsangelegenheiten und Infos rund ums Rathaus“, so der Vorspann. Nun ist das (erste) Dutzend voll: Der zwölfte Podcast mit dem Titel „Es geht voran!“ ging am 13. Juni online. Gut fünf Minuten lang, berichtet er unter anderem von der Inbetriebnahme der Passagierbrücke am Bensersieler Anleger, neuen Antriebsmöglichkeiten für die Inselbahn, den Zukunftsworkshops zum Thema Tourismus auf Langeoog und der Entwicklung des Mietwohnungsbaus.
Das aktuelle „Moin Langeoog“-Podcast ist auf der Startseite von www.gemeinde.langeoog.de über die Rubrik „Bürgerinfo“ abrufbar. Dort kann er – wie auch seine archivierten Vorgänger – angehört, heruntergeladen und abonniert werden.
Müllsäcke abdecken
Mit dem Sommer tritt auf Langeoog ein besonderes Müllsackproblem wieder gehäuft auf: Die Säcke werden leicht durch Möwen und Krähen aufgerissen, wodurch Müll und Speisereste in einem großen Umfeld verteilt werden.
Das Problem zeigt sich verstärkt im Sommerhalbjahr, da Möwen sogenannte „Teilzieher“ sind, die im Winter zahlenmäßig weniger auftreten als zur Brutsaison. Die Gemeinde Langeoog weist daher eindringlich darauf hin, Müllsäcke erst am frühen Morgen des Abfuhrtages herauszustellen und mit einer Decke abzudecken. Hierdurch wird die Gefahr aufgerissener Säcke minimiert.
Des Weiteren bittet die Inselgemeinde darum, in den öffentlichen Abfallkörben, die sie vermehrt aufgestellt hat, keinen privaten Hausmüll zu entsorgen. Darüber hinaus solle – Stichwort „Coffee to go“ – bereits bei der Müllvermeidung angesetzt werden, damit erst gar kein Abfall entstehe. Hier sei die Eigenverantwortung jedes Einzelnen gefordert.
Machbarkeitsstudie: Elektroantrieb für Inselbahn?
Sie bilden Anfang und Ende jeder Inselbahn: die roten Dieselloks. 277 PS stark, befördern die 26 Tonnen schweren Fahrzeuge in ihren bunten Waggons zahllose Passagiere und deren Gepäck. Als die fünf Loks Ende 1994 und Anfang 1995 in Betrieb genommen wurden, besaß ihr Treibstoff noch einen guten Ruf. Das hat sich grundlegend geändert. Im Zuge des Klimaschutzgedankens sucht die Inselgemeinde eine nachhaltige Alternative und gab daher bei der TU Dresden, eine Machbarkeitsstudie zum Ersatz von Dieseltriebwagen in Auftrag.
„Ziel ist es, eine Vorzugslösung unter Berücksichtigung der inselspezifischen und betrieblichen Parameter zu finden“, berichtet Bürgermeisterin Heike Horn. Das Institut für Bahnfahrzeuge und Bahntechnik der Fakultät Verkehrswissenschaften nahm sich in Dresden der Aufgabe an und untersuchte als Kriterien den laufen Betrieb, die Technik, Infrastruktur, Wirtschaftlichkeit und Ökologie. „Von den Experten, einem Team um Institutsdirektor Prof. Dr.-Ing. Arnd Stephan, werden akkubetriebene Elektro-Lokomotiven als geeignetste Technologie gesehen“, nannte die Bürgermeisterin ein erstes Ergebnis. Zu prüfen sei aber noch vieles – unter anderem, ob eine Umrüstung möglich oder ein Neubau erforderlich sei, die Ladekapazität und der Einsatz umweltfreundlicher und fair produzierter Akkumulatoren oder die Aufladung außerhalb der Betriebszeiten.
In diesem Sinne ist die Machbarkeitsstudie das Startsignal zu einer längeren Fahrt. Die roten Dieselloks werden noch eine Weile rollen.
Mietwohnungsbau auf Langeoog
Personalmangel und fehlender Wohnraum gehen oft Hand in Hand, speziell auf Langeoog. Der Mietwohnungsbau der Inselgemeinde ist daher ein Projekt, das sich in kontinuierlicher ­Bearbeitung befindet. Wichtig ist dabei, das Machbare sorgsam auszuloten. Als Baugrund zur Disposition steht das ehemalige Internatsgelände an der Kirchstraße, gegenüber der Inselschule.
In einem ersten Schritt verschafft sich die Inselgemeinde nun Klarheit über die zu erwartende Darlehensaufnahme: „Wir müssen wissen, welche Mittel zur Verfügung bereitstehen können, um eine Vorstellung zu bekommen, was und wie viel an Wohnraum gebaut werden kann“, erklärt Bürgermeisterin Horn. Mietwohnungsbau seitens der Gemeinde sei eine zeitnah umzusetzende Maßnahme, da akuter Bedarf bestehe. „Der Handlungsdruck ist immens: Viele Arbeitgeber, auch die Kommune, können ihre freien Stellen zum Teil nicht mehr besetzen.“ Rat und Verwaltung arbeiteten stringent an einer Realisation, die juristisch und planerisch von Experten eng begleitet werde.
Zukunftskonzept Langeoog 
Der Begriff „Zukunftskonzept“ klingt hochgegriffen, es geht aber auch um nichts Geringeres als die touristische Zukunft von Langeoog. „Wichtig ist es, das Profil der Urlaubsdestination zu schärfen und ein touristisches Gesamtkonzept zu entwi­ckeln“, erklären Bürgermeisterin Heike Horn und Nils Jenssen, Leitung Tourismusmanagement. Begleitet wird die Entwicklung des Zukunftskonzepts durch das Hamburger Beratungsunternehmen Project M GmbH.
Bislang ruhte Langeoogs Tourismuskonzept auf fünf touristischen Säulen: Familien-, Sport-, Gesundheits-, Natur- und Kultur-Tourismus. Das impliziert eine gewisse Beliebigkeit, die dem Gast nicht verrät, was das Besondere an einem Urlaub auf Langeoog ist. Nun gehe es darum, sich zukunftsorientiert aufzustellen, Stärken freizulegen und zu entwickeln. „Dabei muss die Insel auch für ihre Bewohner lebenswert bleiben“, betonen Heike Horn und Nils Jenssen. Daher soll die Bevölkerung in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden. Am 22. Juni fanden, vormittags und abends, zwei Zukunfts-Workshops statt. In beiden Veranstaltungen konnten interessierte Bürgerinnen und Bürger sich mit ihren Ideen einbringen.
Die Ergebnisse aus der Gruppenarbeit sammelte Project M ein, um sie auszuwerten. Zudem hatte die Inselgemeinde weitere Unterlagen zur Verfügung gestellt. Das Material wird einer Stärken-Schwächen-Analyse unterzogen, um Chancen und Risiken für den Standort Langeoog zu benennen. „Wir sind gespannt auf das Ergebnis“, erklären Bürgermeisterin und Tourismus-Chef. Auf der Basis der Ergebnisse soll es dann weitere Veranstaltungen geben. Ein ausführlicher Artikel zum Thema „Zukunftskonzept“ folgt im nächsten Utkieker. -köp/ut-

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog

Inselkonferenz im Mai auf Rügen
Zur 2. deutschen Inselkonferenz am 12. und 13. Mai 2022 kamen in Binz auf Rügen 30 Vertreter*innen von 26 Inseln und Halligen der Nord- und Ostsee zusammen. In der am 12. Mai gemeinsam unterzeichneten Deutschen Inselresolution bekennen sich die Inseln zu gemeinsamen Zielen und Forderungen für eine zukunftsfähige Entwicklung (siehe separaten Artikel zum Thema auf Seite 80). An der Versammlung nahm auch Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn teil. „Die Konferenz war sehr inhaltsreich. Sie machte deutlich, dass ein Umdenken nötig ist“, berichtet sie. Die Inseln machten sich auf einen Weg zu mehr Nachhaltigkeit. So sei eine beliebige Steigerung der Übernachtungszahlen nicht das Ziel: „Das können die Inseln und ihre Bewohner nicht verkraften und wird auch von den Gästen nicht gewünscht.“ Stattdessen solle mehr Wert auf Qualität gelegt werden. Mit der Verwendung regionaler Produkte wolle man ebenso zur Klimaneutralität beitragen wie durch die Nutzung umweltfreundlicher Energie. Angestrebt werde eine dekarbonisierte Mobilität zu Wasser und zu Land. Für die autofreie Insel Langeoog, so die Bürgermeisterin, stelle sich etwa die Frage eines elektrischen Antriebs für die Inselbahn, oder mit welcher Art Kraftstoff langfristig die Fähren betrieben würden. Hier stehe man im Spannungsfeld von Umweltverträglichkeit und technischer sowie finanzieller Machbarkeit. Als Essenz aus der Konferenz ergebe sich für Langeoog laut Heike Horn, „dass ein Paradigmenwechsel notwendig wird. Denn die Hauptorientierung an der quantitativen Gästezahl ist nicht zukunftsfähig.“ Unter anderen beim Thema Nachhaltigkeit, kommunaler Haushaltsführung im marktwirtschaftlichen Kontext und Berücksichtigung der Insellage sei aber auch ­Unterstützung durch Bund und EU gefordert. „Wir müssen achtsam sein und prüfen, was die Kommune leisten, aber auch, was der Einzelne privat tun kann. Hier ist jeder gefordert.“ Die vollständige Inselresolution kann als PDF-Datei auf https://gemeinde.langeoog.de heruntergeladen werden, und zwar unter Bürgerinfo / Rundschreiben.

Brückenanlagen
Gute Neuigkeit vom Bau der neuen Brückenanlagen in den Häfen von Langeoog und Bensersiel (der „Utkieker“ berichtete wiederholt): Seit Ende Mai kann die Passagierbrücke in Bensersiel genutzt werden, „als erster Schritt der noch folgenden Maßnahmen“, berichtet Bürgermeisterin Horn. Damit wird das Boarding für die Fahrgäste erheblich erleichtert: „Hier gab es schon viele positive Rückmeldungen von Gästen wie Insulanern.“ Das Gepäck wird immer noch separat transportiert, da die Frachtbrücken auf Langeoog und in Bensersiel noch nicht ­einsatzbereit sind. „Das Sanierungskonzept befindet sich im Vollzug: an den Dalben wird gearbeitet, und sobald ein Spezialschiff sie eingerammt hat, kann die Funktionsfähigkeit der Frachtbrücken geprüft werden“, so Heike Horn. Die Inselgemeinde hoffe, dass die Brücken bald zur Verfügung stünden und der Fährbetrieb dann wieder vollumfänglich laufen könne. – Gravierende Planungsfehler des Ingenieurbüros hatten die für 2020 geplante Inbetriebnahme der Brückenanlagen bislang verhindert.

Verabschiedung von „Türmer“ Jonny am 17. Juni
In diesem Frühjahr musste sich Jan-Gerd „Jonny“ Vestering von „seinem“ Wasserturm verabschieden, den er fast 28 Jahre ­betreut hat. Mit Leib und Seele hatte der „Türmer“, wie der 85-jährige Insulaner gern genannt wird, seinen Dienst versehen. Daher soll er auch nicht „einfach so“ gehen, wie die Inselgemeinde bekanntgibt: Am Freitag, 17. Juni findet um 11 Uhr die offizielle Verabschiedung von Jonny Vestering statt. Sie ­erfolgt im Rahmen einer Feierlichkeit mit kleinem Rahmen­programm am Wasserturm. Im Anschluss daran gibt es auch für Gäste noch Gelegenheit, sich persönlich von „Türmer“ Jonny zu verabschieden.

Anbau am Erlebnisbad
Nach über dreijährigem Stillstand nahm der Anbau am Freizeit- und Erlebnisbad in diesem Winter wieder Fahrt auf. In den bogenförmigen zweigeschossigen Vorbau wird zukünftig der Anwendungsbereich des Kur- und Wellness-Centers (KWC) verlegt. Bauherrin des Projekts ist die Inselgemeinde, Auftraggeber der Tourismus-Service Langeoog. Baumanagement und Baubetreuung übernahm die Projektsteuerungsgesellschaft-OL mbH. „Der Ausbau ist auf einem guten Weg“, teilt Bürgermeisterin Horn mit. „Der Innenausbau samt Elektroinstallationen und Lüftungstechnik läuft, die Gewerke stehen zur Verfügung.“ Eine Herausforderung indes seien die Materialengpässe und die damit verbundenen Wartezeiten, die zu zeitlichen Verzögerungen führten. Angestrebt sei eine Eröffnung des „neuen KWC“ zum Sommer 2023.

Bauarbeiten bis Mitte Juni möglich
Das Problem der zeitlichen Verzögerungen betrifft alle Bau­vorhaben auf der Insel. Um Ungerechtigkeiten zu vermeiden, hat der Langeooger Verwaltungsausschuss entschieden, dass Bauarbeiten bis einschließlich Mittwoch, 15. Juni 2022 möglich sind (statt wie sonst bis 31. Mai). Der diesjährige „Baustopp“ gemäß LanLVO beginnt, aufgrund der weiter anhaltenden Auswirkungen der Coronapandemie und verzögerten Material- lieferungen, am Donnerstag, 16. Juni 2022. Bis dahin sind störende Bau- und Baunebenarbeiten außerhalb der Ruhezeiten möglich. Hierfür bittet die Inselgemeinde um Verständnis.

Vorsicht vor der Goldafter-Raupe
Auf den Ostfriesischen Inseln treten zurzeit, wie auch in weiten Teilen Europas, wieder Goldafter-Raupen auf. Diese sollten nicht berührt werden, da sie Brennhaare besitzen, die bei Kontakt zu allergischen Reaktionen führen können. Die Raupen des Nachtfalters kommen hauptsächlich in Sanddornbüschen und im Dünen- gras vor. Die Inselgemeinde erinnert daran, dass die Dünen ohnehin aus Gründen des Küstenschutzes und des Schutzes der darin lebenden Vögel nicht betreten werden dürfen. Die Haare der Schmetterlingsraupe sind an der Spitze in eine drei- bis fünfstrahlige Krone aufgespalten, am unteren Teil zeigt der Haarschaft eine spaltförmige Öffnung.
Das Gift wird beim Abbrechen der Brennhaare frei. Die Brennhaare führen auf der Haut zu stärkerem Juckreiz, der mehrere Tage anhalten kann. Die Haare sind nicht nur auf die Raupen beschränkt, sondern finden sich auch in den Gespinstnestern und auf den Gelegen der Eier. -köp/ut-

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog
Öffnungszeiten Rathaus
Seit Montag, 21. März 2022 ist das Rathaus wieder für Publikumsbetrieb geöffnet, und zwar zu folgenden Zeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 14 bis 16 Uhr. Auch außerhalb dieser Öffnungszeiten können Termine jederzeit telefonisch vorab vereinbart werden: „Das hat sich sehr bewährt“, so die Inselgemeinde. Im Rathaus herrscht unverändert Maskenpflicht für alle Besucher: „Wir bitten um Ihr Verständnis.“

Bürgersprechstunde und Neubürgerbegrüßung
Bürgernähe zeigt die Inselgemeinde auch durch die Sprechstunden, zu denen Heike Horn regelmäßig einlädt. Langeoogerinnen und Langeooger können ihre Anliegen vertraulich mit der Bürgermeisterin besprechen. Die Sprechzeiten sind unterschiedlich gelegt, so dass sie sowohl vormittags als auch nachmittags vereinbart werden können. Die nächsten Termine: Donnerstag, 21. April von 15 bis 16 Uhr sowie am 26. Mai von 10 bis 11 Uhr und 16 bis 17 Uhr.
Dreimal im Jahr findet darüber hinaus eine Begrüßung neuer Bürger*innen statt. „In gemütlicher Runde bei einem Getränk erfahren die Teilnehmer alles Wissenswerte für ihr Leben auf Langeoog“, erklärt die Bürgermeisterin. „Außerdem haben sie die Möglichkeit, erste Kontakte untereinander zu knüpfen.“ Die nächste Begrüßung findet am Dienstag, 3. Mai von 11 bis 12.30 Uhr im Rathaus statt.
Alle Termine für die genannten Angebote für 2022 stehen auf gemeinde.langeoog.de/buergerservice, der Website der Inselgemeinde. Um vorherige Anmeldung wird gebeten (Tel. 04972/693-220, E-Mail: gemeinde@langeoog.de).

Brückenanlagen
Die neuen Brückenanlagen in den Häfen von Langeoog und Bensersiel sind noch immer nicht einsatzbereit. Messfehler mit ungeahnter Tragweite in der Planung verzögerten die für 2020 erhoffte Inbetriebnahme (der „Utkieker“ berichtete wiederholt). Problem ist aktuell die Materialbeschaffung: Die zur Ausbesserung benötigten Anlegedalben aus Spezialstahl fehlen. „Die ausführende Firma wartet auf die Dalben, doch es existiert noch kein Liefertermin“, bedauert Bürgermeisterin Heike Horn; die Inselgemeinde ist Bauherrin des Projektes. Passagiere müssen sich noch auf unbestimmte Zeit in Geduld üben: „Wir bitten um Nachsicht und danken allen Fahrgästen und unserem ­Personal für das bislang erwiesene Verständnis.“

Straßenbau: Erneuerung an der Hafenstraße
Voll im Zeitplan liegt der Straßenbau: Auf rund 300 Metern Länge erhält die Hafenstraße zwischen Süderdünenring und Um Süd eine Fahrbahnerneuerung. Die Arbeiten begannen Anfang Februar und sollen Anfang April vollendet sein. Während der Bauzeit ist eine Umleitung ausgeschildert. Neben einer fünf Meter breiten Fahrbahn bekommt die Straße einen Bürgersteig und neue Laternen. Die Straßendecke wird mit grauem, der Gehweg mit rotem Betonstein gepflastert; auf Bordsteinkanten wird aus Gründen der Barrierefreiheit verzichtet. Die Kosten belaufen sich auf rund 300.000 Euro; gemäß der Straßenausbaubeitragssatzung tragen auch die Anlieger einen Anteil. – Terminlich gehalten werden laut Auskunft der Gemeinde auch die Arbeiten an der Kirchstraße zwischen Mittelstraße und Rathaus. -köp/ut-

Küstenschutzaufgaben werden erfüllt
Ministerpräsident Stephan Weil und Umweltminister Olaf Lies informierten sich auf Langeoog 
Hochrangiger Besuch aus Hannover schwebte am Mittwochmittag, 16. März mit dem Flugzeug auf Langeoog ein: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Umweltminister Olaf Lies wollten sich vor Ort über die im Winter 2021/22 entstandenen Sturmflutschäden informieren.
Begleitet wurden sie von Staatssekretärin Anke Pörksen, Anne Rickmeyer, Direktorin des NLWKN (Nieder- sächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz), Nationalpark-Chef Peter Südbeck, Prof. Frank Thorenz, Leiter der NLWKN-Betriebsstelle Norden und Karsten Specht, Geschäftsführer des Wasserverbandes OOWV. Am Vormittag hatte sich die Delegation über die Situation auf der östlichsten Insel Wangerooge unterrichten lassen.
Bürgermeisterin Horn, Ratsvorsitzender Gerrit Agena und der Langeooger NLWKN-Betriebshofleiter Meik Julius begrüßten die Ankömmlinge auf dem Langeooger Flugplatz. Die E-Bikes für die Fahrt zum Strand, dessen Schäden begutachtet werden sollten, standen schon bereit.
An den Dünen vor dem Pirolatal erläuterte Frank Thorenz den Gästen das System von Maßnahmen, das sich, von Sandfangzaun bis Strandaufspülung, zum Erhalt der Insel bewährt hat. Für diesen Sommer sei eine Strandvorspülung bereits in Planung. Eine Dünenbepflanzung mit Strandhafer nahmen Stephan Weil und Olaf Lies nicht nur in Augenschein: Sie ließen sich die anstrengende Handarbeit erklären und pflanzten tatkräftig mit. Weiter ging es dann zum Großen Schloppsee und dessen Siel.
Zur Sprache kam auch das Thema Trinkwasser und der damit verbundene Schutz der Süßwasserlinse im Pirolatal. Hier arbeiten NLWKN, Nationalpark und Wasserverband OOWV zusammen, um gemeinsam mit der Inselgemeinde die Chancen langfristiger Trinkwasserversorgung auszuloten, etwa durch die Erschließung neuer Süßwasserlinsen. Zurück im Rathaus rundete ein Gespräch mit Ratsvertretern den Nachmittag ab, ehe die Gäste mit der Fähre abreisten.
Fazit für Langeoog: „Es war ein intensiver, erkenntnisreicher Tag“, berichtet Heike Horn. „Er brachte die Gewissheit, dass alle gemeinsam an dem Ziel arbeiten, eine langfristige Versorgung Langeoogs mit eigenem Trinkwasser zu gewährleisten.“ Stephan Weil und Olaf Lies hätten bekräftigt, an der Seite der Ostfriesischen Inseln zu stehen und diese nicht hängen zu lassen. So habe der Umweltminister gleich nach den Sturmfluten im Rathaus angerufen und sich nach dem Zustand der Insel erkundigt. Und dabei betont, dass man selbstverständlich die Aufgaben für den Küstenschutz erfüllen werde. – Ein ausführlicher Artikel zum Sturmflutwinter 2021/22 steht (ab Seite 38) in diesem Heft. -ut/köp-

„Alle in einem Boot“

Konstituierende Ratssitzung am 5. November 2021
Am 5. November um 19.30 Uhr trat der im September gewählte neue Gemeinderat zu seiner konstituierenden Sitzung im „Haus der Insel“ zusammen. Zu den Tagesordnungspunkten zählten die Verpflichtung der Ratsmitglieder durch Bürgermeis­terin Heike Horn, die Bekanntgabe der Fraktionen und Gruppen, die Wahl des Ratsvorsitzes und der stellvertretenden Bürgermeis­ter sowie die Bestimmung und Besetzung der Ausschüsse.
Der Gemeinderat besteht zum Großteil aus neuen Mitgliedern. Mit Gerda Spies und Jan Martin Janssen sind noch zwei der bisherigen dabei. Gerda Spies ist mit Daniela Peters für die CDU im Rat, Jan Martin Janssen mit Till Martin Peters für die „Union für Langeoog“ (UfL). Die Interessen von Bündnis 90/Die Grünen vertritt Bärbel Kraus. Als neue Gruppierung bildet die Bürgerliste Langeoogers mit Ines Mühlinghaus, Gerrit Agena und Rüdiger Schmidt die stärkste Fraktion. Den Rat komplettieren die beiden Einzelbewerber Uwe Garrels und Michael Recktenwald. Jeweils eine Gruppe bilden CDU und UfL sowie Grüne und Michael Recktenwald.

Verpflichtung und Wahlen
Bis zur Wahl des Ratsvorsitzes leitete Altersvorsitzende Bärbel Kraus die Sitzung. Bürgermeisterin Horn wies die Mitglieder des Rates auf ihre obliegenden Pflichten (wie Amtsverschwiegenheit und Mitwirkungsverbot bei Interessenwiderstreit) hin und verpflichtete sie coronagemäß mit Maske – und „Ellenbogengruß“ statt Handschlag. Per Unterschrift wurde die Verpflichtung aktenkundig. Einstimmig wurden Gerrit Agena zum Ratsvorsitzenden und Michael Recktenwald zu seinem Vertreter gewählt.
In einer kurzen Ansprache dankte der neue Vorsitzende für das entgegengebrachte Vertrauen. Die Langeooger Bevölkerung habe dem Rat den Auftrag erteilt, sich zum Wohle der Insel einzusetzen: „Es erwartet uns eine Fülle komplexer Herausforderungen.“ Agena betonte das „symbiotische Verhältnis“ des Rates zur Verwaltung im Bestreben, „das Eiland gemeinsam auf Kurs“ zu halten. „Wir sitzen alle in einem Boot. Gemeinsam heißt es: Leinen los und an den Wind.“
Als Beigeordnete im Verwaltungsausschuss wurden Ines Mühlinghaus und Gerda Spies bestimmt, Jan Martin Janssen und Rüdiger Schmidt zu ihren Vertretern. Bärbel Kraus übt ein Grundmandat aus. Aus dem Verwaltungsausschuss wurden Ines Mühlinghaus und Gerda Spies einstimmig als stellvertretende Bürgermeisterinnen gewählt.

Ausschüsse
Folgende sechs Ausschüsse wurden gebildet: Bauausschuss (Vorsitz: Rüdiger Schmidt), Betriebsausschuss (Jan Martin Janssen), Finanz- und Wirtschaftsausschuss (Bärbel Kraus), Tourismusausschuss (Michael Recktenwald), Nachhaltigkeits-, Umwelt- und Landschaftsausschuss (Bärbel Kraus). Der Schulausschuss und der Jugend- und Sozialausschuss wurden zusammengelegt (Vorsitz: Daniela Peters). Uwe Garrels nimmt als beratendes Mitglied im Betriebsausschuss teil.
Zuvor war einstimmig beschlossen worden, auf das übliche Losverfahren zu verzichten und stattdessen die Ausschussvorsitzenden und ihre Vertreter zu benennen. Michael Recktenwald erklärte hierzu, man sei in Beratungen übereingekommen, dass die kompetentesten Personen die Ausschüsse leiten sollten. Einzelheiten und genaue Zusammensetzung der Gremien sind der Gemeinde-Website langeoog.gemeinde.de zu entnehmen. Hier wird auch das vollständige Sitzungsprotokoll veröffentlicht.
Bürgermeisterin Heike Horn gratulierte den frisch vereidigten Ratsmitgliedern und hob positiv hervor, dass auch junge Menschen im Rat vertreten seien. Sie freue sich auf eine gute Zusammenarbeit. -köp-

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog
Adventlichen Glanz …
zaubern die lichterbekränzten Tannenbäume, die die Inselgemeinde zum ersten Advent aufstellen ließ. Zwei Bäume, jeweils fünf Meter hoch, glitzern am Bahnhofsplatz und im Kurzentrum, noch zwei Meter höher ist das Prachtexemplar in der Ortsmitte im neuen Rathauspark. Weitere fünf Tannen verbreiten in verschiedenen öffentlichen Gebäuden – von Bahnhof bis Kindertagesstätte – ihren heimeligen Weihnachtsglanz. Lichterketten tun ein Übriges. Darüber hinaus sorgen viele Geschäfte und Res-taurants, aber auch Langeooger Privatleute für adventliches Leuchten in ihren Fenstern und vor ihren Häusern.
„Die Themen Lichtemission und Nachhaltigkeit beschäftigen uns auch“, sagt Bürgermeisterin Heike Horn. In diesem Sinne werde die Inselgemeinde zwar die Weihnachtsbeleuchtung reduzieren, aber nicht abschaffen.
 Neujahrsempfang?
In diesem Januar musste er ausfallen, ob er Anfang nächsten Jahres stattfinden kann, ist noch ungewiss. Immerhin gibt es einen Termin für den Neujahrsempfang der Inselgemeinde. Vorgesehen ist der 9. Januar 2022, wie gewohnt im „Haus der Insel“. Allerdings wird der Empfang am Sonntag bereits um 11 Uhr beginnen. Er findet aus organisatorischen Gründen in einem anderen Rahmen statt: Geplant ist ein Sektempfang unter 2Gplus. Am Samstag 8. Januar besteht zuvor die Möglichkeit, sich von 14 bis 17 Uhr im KWC testen zu lassen. Inwieweit das Deutsche Rote Kreuz sein Testcenter geöffnet hat, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden. Alle geboosterten Personen benötigen keinen Test.
„Der Sonntag ist ein Wunschtermin: Wir wünschen uns, dass der Empfang stattfinden kann, und zwar nach Möglichkeit mit einem coronagerechten Rahmenprogramm“, hofft die Bürgermeisterin. Man müsse aber das weitere Infektionsgeschehen – und die daraus folgenden Modalitäten – noch abwarten.
Podcast der Bürgermeisterin: zehnte Ausgabe
„Moin Langeoog – Neues aus dem Rathaus“ heißt der vor einem Jahr erstmals erschienene Internet-Podcast von Heike Horn. Die Bürgermeisterin bezieht darin Stellung „zu allen Verwaltungsangelegenheiten und Infos rund ums Rathaus, frisch und unverpackt, so ehrlich wie die See“, wie es im Vorspann heißt. Unter dem Titel „Neues und Altes aus dem Rathaus“ erschien am 12. Dezember die nunmehr zehnte Ausgabe.
Themen sind unter anderem der „Dauerbrenner“ Anlegebrücken, der Tourismus-Service Langeoog, eine verlängerte Nebensaison und die Umsetzung von Corona-Verordnungen. Hier dankte Heike Horn dem DRK-Team der Teststation im Hansa-Café. Wichtiger Punkt ist auch der neu gewählte Gemeinderat, der seit November im Amt ist und „jetzt schon eine arbeitsintensive Phase hinter sich hat“, so die Bürgermeisterin. Für seinen „hohen Einsatz in so kurzer Zeit“ spricht sie ihm den Dank der Gemeinde und aller Langeooger*innen aus.
Aufgerufen wird das aktuelle „Moin Langeoog“ auf der Startseite von gemeinde.langeoog.de über die Rubrik „Bürgerinfo“. Dort kann der Podcast (wie seine archivierten Vorgänger) angehört, heruntergeladen und abonniert werden.
Klausurtagung
Thema im Podcast war auch die Klausurtagung von Rat und Verwaltung am 6. und 7. Dezember. Der erfahrene Moderator Roman Mölling begleitete die zweitägige Zusammenkunft. Ein besonderes Ergebnis war die Verabschiedung der „Langeooger Präambel“ von Rat und Verwaltung. Sie hat das Miteinander beider Institutionen zum Inhalt und lautet: „Wir wünschen uns untereinander einen respektvollen, vertrauensvollen, offenen und problemorientierten Umgang. Wir treffen Entscheidungen und vertreten diese auch. Die Sachlösung muss immer im Vordergrund stehen – zum Wohle der Insel.“
Anlegerbrücken
Vor gut zwei Jahren begann ein Bauvorhaben, das zum teuren Drama wurde und bis heute für Verdruss bei Passagieren und Inselgemeinde sorgt. Am Horizont zeichnet sich eine Lösung ab; sie liegt in Sicht-, aber noch nicht in Griffweite. Die Rede ist vom Bau der neuen Brückenanlagen in den Häfen von Langeoog und Bensersiel. Und von den ungeplanten Verzögerungen.
Im Herbst 2018 begann die Erneuerung sowohl der Fußgängerbrücken als auch der Verladebrücken für die Fracht (der „Utkieker“ berichtete mehrfach). Bauherrin ist die Inselgemeinde. Sie beauftragte die Heuvelman Ibis GmbH, ein deutsch-niederländisches Konsortium aus Leer, mit den Arbeiten. Planer war das Büro SEE-Ingenieure aus Emden.
Erste Verzögerungen gab es im Frühjahr 2020: Baustopp wegen Corona, da die Mitarbeiter der niederländischen Firma Heuvelman phasenweise nicht einreisen durften. Im Sommer 2020 wurden die Brücken angeliefert und eingesetzt. Am 28. Juli kam der Schock: Eine Überlänge der Containerbrücke von 40 Zentimetern wurde festgestellt, ein Messfehler des Planungsbüros. Mitte September wurde der nächste Messfehler offenbar: Eine Testfahrt ergab, dass die Anlegelinie in Bensersiel nicht stimmte. Zwischen Andock-Dalben und Fähre fehlten 18 Zentimeter.
Die Konsequenz: In Bensersiel läuft der Passagiertransport umständlich über den Kai am Binnenhafen, außerdem muss das Gepäck separat mit einem Frachter befördert werden. Das ist auf Dauer eine belastende Situation für Fahrgäste wie Schiffsbesatzungen. Und es kostet. „Wir reden über Summen im hohen sechsstelligen, vielleicht sogar siebenstelligen Bereich“, so die Bürgermeisterin Heike Horn.
Das Planungsbüro legte Lösungsvorschläge vor, die Kommune sollte eine Entscheidung fällen. Mangels eigener Expertise wurde das Planungsbüro Inros Lackner beauftragt, die Vorschläge zu bewerten. Entscheidungssicherheit für die Gemeinde – aber keine schnelle Lösung. Die Arbeit zwischen dem Planungsbüro und dem für die Abnahme verantwortlichen Prüfer dauerte viele Monate.
Die Lösung ist das Aufdoppeln der Dalben, was heißt: Die bestehenden Dalben werden verstärkt, um die Lücke auszugleichen. Das ist einfacher, als die alten Dalben herauszureißen und durch neue zu ersetzen. Problem ist nun die Materialbeschaffung. Heuvelman sucht derzeit eine Firma, die diese speziell benötigten Stahldalben liefern kann. „Wir warten jetzt auf die Lieferung, damit die Anlegelinie stimmt“, umreißt Bürgermeisterin Heike Horn den aktuellen Sachstand.
Sind die Dalben erst aufgedoppelt, werden die Passagiere zwischenzeitlich über die Containerbrücke gehen, da auch die Fußgängerbrücke wieder an die Anlegelinie angepasst werden muss. „Damit würde aber die Gepäckfrage gelöst, die doppelten Fahrten mit Fahrgast- und Frachtschiff wären vorbei“, so Heike Horn. Aber: „Wir können noch immer kein Datum nennen, da wir nicht wissen, wann die Dalben kommen. Unsere Hoffnung: so schnell wie möglich.“ -köp/ut-

Ahoi und gute Fahrt!

21 Mitarbeiter sorgen im Fährhaus in Bensersiel dafür,
dass Gäste und Einheimische eine entspannte Reise haben

Mit Reisefieber ist das so eine Sache. Auch bei einer autofreien Insel wie Langeoog. Aufregung und Vorfreude wechseln sich ab. Fragen und Verwunderungen ploppen auf: Wo kann geparkt werden? Wo wird das Gepäck aufgegeben? Und wo geht es überhaupt zum Schiff? Für das Team im Fährhaus der Schiffahrt Langeoog nicht ungewohnt, helfen sie doch an 365 Tagen im Jahr rund 900.000 Fahrgästen weiter.

Logistische Herausforderung
„Wir möchten alle Kunden zufriedenstellen“, sagt Jendrik Opphard. Seit 2012 arbeitet der gebürtige Oldenburger bei der Schiffahrt Langeoog, dem kommunalen Eigenbetrieb der Inselgemeinde Langeoog. 2018 hat der Touristiker die Dienststellenleitung am Anleger in Bensersiel gemeinsam mit seinem Stellvertreter Friedhelm Baumfalk-Egberts übernommen. Er und seine 20 Kollegen organisieren den Fahrkartenverkauf, die Gepäckaufgabe und sind für die Frachtabwicklung zuständig. „Wir sind der prägende erste und letzte Eindruck für Urlaubsgäste“, betont Jendrik Opphard. Da sei es wichtig, dass alle Fahrgäste, zu denen Insulaner, Berufstätige und Urlaubsgäste gehören, eine entspannte Atmosphäre vorfinden – gerade dann, wenn es hinter den Kulissen zuweilen hoch hergeht. Keiner der Reisenden soll zu lange an den insgesamt drei Fahrkartenschaltern, an denen seit diesem Jahr auch der Gästebeitrag für die Insel bezahlt werden kann, anstehen. Oder an den zwei Gepäckschaltern. Dort wird das Gepäck in die bereitstehenden Koffercontainer eingeladen, um es sicher mit dem Schiff nach Langeoog und anschließend mit der Inselbahn bis zum Bahnhof zu transportieren – auf Wunsch sogar bis in die Ferienunterkunft. Bollerwagen, Kinderfahrradanhänger, Fahrräder und Pedelecs bis 25km/h müssen ebenfalls aufgegeben werden. Kostenfrei mit auf die Fähre können Kinderwagen und Buggys. Bei all den Vorgängen muss immer gleichzeitig die Abfahrtszeit im Auge behalten und eingehalten werden. Und dann ist da noch die Sache mit der Grundversorgung für die Insel: „Alles wird von uns befördert und wir sind zeitweise ganz schön gefordert, alles realisiert zu bekommen“, bringt es der 34-Jährige auf den Punkt. Lebensmittel, Baumaterialien, Abfall von der Insel zurück aufs Festland – bei einer autofreien Insel eine logistische Herausforderung, die im Vorfeld gut geplant werden muss. So wurden beispielsweise 2019 insgesamt 38.000 Tonnen Fracht zur Insel befördert. Und 2020 wurden neben dem Transport von leeren Müllcontainern über 6.000 Tonnen Stückgut und circa 4.000 beladene Anhänger nach Langeoog gebracht.

Frühzeitige Planung wichtig
Bis zu 900.000 Passagiere werden jährlich zur Insel und zurückgebracht. „Wichtig ist es, frühzeitig in der Planung zu erkennen, was es braucht – zusätzliche Schiffe, Abfahrten. Da greifen wir auf Referenzdaten zurück, die uns anzeigen, was zu erwarten ist“, erklärt Jendrik Opphard. Für die Hauptreisezeit im Sommer werde einen Monat, teils auch mehrere im Vorfeld geplant. Spitzentag des Jahres 2020 war in den Herbstferien der 16. Oktober mit 3.100 Fahrgästen, die nach Langeoog reisten. Im Laufe der Jahre habe sich eine deutliche Verbreitung in den September, Oktober gezeigt. Die Sommerferien seien nicht mehr die alleinige Hauptreisezeit. „Die Saison geht inzwischen von Ende März bis Ende Oktober“, stellt Jendrik Opphard fest. Vier Fahrgastschiffe stehen zur Verfügung. Das Jahr wird aufgeteilt in einen Saisonfahrplan, der durch die zwei großen Schiffe Langeoog III und Langeoog IV gefahren und bei Bedarf durch die Langeoog I und II ergänzt wird. Der Nebensaisonfahrplan sei mit einer Fähre zu realisieren, erklärt Jendrik Opphard.

Eingespieltes Team

Wenn in der kalten Jahreszeit weniger Gäste auf die Insel fahren, kommen die Frachtschiffe „Onkel Otto“ und „Pionier“: „Von Anfang November bis Ostern sind auf der Insel Bauarbeiten erlaubt“, sagt Jendrik Opphard, für ihn und seine Kollegen sei dies eine „sehr sportliche“ Zeit. Denn damit beim Bau auf der autofreien Insel keine Verzögerungen entstehen, muss alles sehr gut koordiniert werden. Sondergenehmigungen müssen beantragt werden, wenn Bagger oder Kran auf Langeoog zum Einsatz kommen. „Unheimlich viele Interessen“ gebe es da auszugleichen, schließlich wolle man mit der Lieferung allen gerecht werden, erklärt er. Das eingespielte Team sorgt dafür, dass all die verschiedenen Aufgaben reibungslos umgesetzt werden. „Bei uns im Team ist eine geringe Fluktuation. Wir haben viele gute Mitarbeiter mit jahrzehntelanger Berufserfahrung“, erklärt Jendrik Opphard. So ist etwa sein Stellvertreter, Friedhelm Baumfalk-Egberts, seit 21 Jahren bei der Schiffahrt Langeoog. Karl-Heinz Teschner, Vorarbeiter in der Abteilung Güter- und Gepäckumschlag, sogar seit mehr als 30 Jahren. In bleibender Erinnerung ist ihnen allen die ungewöhnlichste Fracht: ein Pool für das Dach eines Hotels. „Er nahm das ganze Deck ein und der Tieflader musste auch noch mit drauf“, erinnert sich Karl-Heinz Teschner. Liegend wurde der 18 Meter lange Pool transportiert, ergänzt Jendrik Opphard. Es sei sehr herausfordernd gewesen, aber als Team hätten sie die gesamte Abwicklung gut geschafft.