Archiv der Kategorie: Inselgemeinde

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog
Wohngenossenschaft „Uns Oog“

Konkret wird bezahlbarer Mietwohnraum auf Langeoog im Rahmen genossenschaftlichen Wohnens: Auf dem früheren Internatsgelände an der Kirchstraße sollen insgesamt mindestens 31 Wohneinheiten entstehen. Im Oktober 2017 hatte der Gemeinderat die TING-Projekte GmbH & Co. KG aus Schleswig-Holstein beauftragt, die Möglichkeiten für genossenschaftliches Wohnen, auch mit Wohnberechtigungsschein, auszuloten und eine Planung für das Areal vorzulegen. Im März 2018 gründete sich die „Wohngenossenschaft Uns Oog eG“ (der „Utkieker“ berichtete). Gut ein Jahr später, am 30. März 2019, wurde zunächst das Bauschild aufgestellt. „Die Mehrzahl der Wohnungen ist bereits vergeben“, teilt Bürgermeister Uwe Garrels mit.
Am 11. August fand eine erste Generalversammlung der Wohngenossenschaft statt. Der Jahresabschluss 2018 wurde ohne Gegenstimmen verabschiedet, der Vorstand entsprechend entlastet. Eine Erhöhung der Einlagen ist nicht erforderlich. Allgemeine Zustimmung fand, dass Langeoogs angehende Bürgermeisterin Heike Horn ebenfalls Mitglied der Genossenschaft wurde. Das Bauvorhaben soll noch 2019 angegangen werden: „Mit den Baufirmen finden derzeit intensive Gespräche mit dem Ziel eines baldigen Vertragsabschlusses statt“, so Uwe Garrels.
Zudem habe der Gemeinderat einen Ausbau im Bereich der Kirchstraße beschlossen. Mit einbezogen sei die Erschließung des Neubaugeländes. So soll auf dem Genossenschaftsgrundstück eine u-förmige Straße entstehen, welche die Häuser miteinander verbindet.

Erneuerung der Brückenanlagen steht bevor

Die Brückenanlagen an den Anlegern von Bensersiel und Langeoog werden erneuert. Betroffen von der Maßnahme, die bis ins Jahr 2020 hineinläuft, sind sowohl die Fußgängerbrücken als auch die Verladebrücken für Gepäck und Fracht. „Die alten Brücken von 1979 sind in die Jahre gekommen“, erklärt Eisenbahnbetriebsleiter Jens Lühring, in dessen Aufgabenbereich auch die technischen Anlagen fallen. Bauherrin ist die Insel­gemeinde Langeoog, das Investitionsvolumen liegt bei 5,1 Millionen Euro. Am 5. Juli 2019 wurde der Auftrag an die Heuvelman Ibis GmbH aus Leer vergeben. Die Vorarbeiten wie Materialbestellungen laufen bereits. Die einzelnen Brückenteile werden überwiegend im niederländischen Delfzijl vorgefertigt, dann per Ponton nach Bensersiel und Langeoog gebracht und vor Ort mit einem Kran eingebaut. Anstelle der bisher eingesetzten Windentechnik werden die neuen Brücken mittels Elektrohubzylindern gehoben und gesenkt. Der Vorteil: weniger Verschleißteile, verbunden mit einem geringeren Wartungsaufwand. Während der Bauarbeiten kann es beim Ein- und Ausstieg der Personenfähren vorübergehend zu Änderungen kommen. So wird auf Langeoog zeitweilig der zweite Anlegeplatz am Hafen zum Einsatz kommen. In Bensersiel erfolgen Fahrkartenverkauf und Gepäckabfertigung wie gewohnt im Fährhaus. Die Fähren werden dann an der Ostseite des Binnenhafens an- und ablegen, gleich hinter den Frachtern. „Ein barrierearmer Zugang zu den Schiffen ist auf jeden Fall gewährleistet“, betont Jens Lühring. Punktuell werde dort auch ein Unterstand geschaffen, angedacht sei eine Containerlösung. In dieser Zeit befördern Frachtschiffe das Gepäck. Im Zuge der Baumaßnahme wird in Bensersiel der Sockel für die Brücken um 30 Zentimeter erhöht: „Das bedeutet mehr Spielraum und Sicherheit bei Sturmfluten.“

Rauchverbot und weitere Regeln auf Inselbahn-Perrons

Vor zehn Jahren, im September 2009, hat sich der Rat der Inselgemeinde Langeoog für ein Rauchverbot auf den Perrons der Inselbahn ausgesprochen. Seit- her sind auch die offenen Plattformen an den Waggon-enden, die sogenannten Bühnen, raucherfreie Zonen. Die Fahrgäste müssen sich an diese Regelung halten. Zu ihrer eigenen Sicherheit dürfen sich Kinder auf den Bühnen nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten aufhalten. Ebenfalls nicht erlaubt ist das Hinauslehnen während der Fahrt. Das Holzbord auf dem Perron ist übrigens als Ablage für Taschen gedacht, nicht als Sitzbank. Auch hier bittet die Inselgemeinde um die Einhaltung der Regeln.

Auf dem Bahnsteig …

unbedingt zu beachten ist auch die weiße Linie: Sie markiert ­eine Sicherheitszone an der Bahnsteigkante, die bei der Ein- und Ausfahrt der Züge nicht übertreten werden darf. Ebenso ­wenig ist es erlaubt, nach dem Signalpfiff noch auf den anfahrenden Zug zu springen. Denn dieses Verhalten ist nicht nur ­gefährlich, es kann auch ein Strafverfahren nach sich ziehen. Die Inselgemeinde bittet, den Anweisungen des Bahnhofspersonals zu folgen, denn: Sicherheit hat oberste Priorität.

Treffen „Ostfriesische Inseln GmbH“

 „Wir sind erfolgreich“, lautete das Resümee der Gesellschafterversammlung der „Ostfriesische Inseln GmbH“ (OFI) am 18. September auf Borkum. Ende 2017 hatte sich die OFI mit dem Ziel gegründet, als Dachorganisation ein gemeinsames Marketing der Inseln voranzutreiben. Insbesondere sei es gelungen, den internationalen Bekanntheitsgrad der Inseln zu erhöhen, speziell in Österreich und der Schweiz, sowie neue Zielgruppen zu erschließen. OFI-Gesellschafter sind vor allem die Tourismusorganisationen der Inseln, mit dem Marketing betraut ist derzeit die Agentur greenbox design gbr aus Bremen.
Zugleich appellierte die Versammlung an das Land Niedersachsen, den Tourismus in der Region seiner Bedeutung gemäß zu stärken. Hierzu werde man das Gespräch mit dem Wirtschaftsministerium suchen, etwa um Förderprogramme zu beantragen. Schließlich erklärte Langeoogs Bürgermeister Uwe Garrels, bislang stellvertretender Vorsitzender der Versammlung, seinen Rückzug aus dem Amt. Sein Nachfolger im Vorstand wurde Marcel Fangohr, Bürgermeister von Wangerooge. -köp/ut-

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog

 

Aufruf zur Blutspende

Große Hilfe durch einen kleinen Pieks: Am Donnerstag, 1. August lädt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) wieder zur Blutspendeaktion auf Langeoog ein. Von 14 bis 20 Uhr wird das neue Feuerwehrhaus am Süderdünenring 23 zum Spendenlokal. Unterstützung erhält das DRK-Entnahmeteam durch die freiwillige Feuerwehr. Die Blauröcke kümmern sich um die Spender von der Datenaufnahme bis zum stärkenden „Imbiss danach“. DRK und Feuerwehr hoffen erneut auf ein gutes Echo bei Insulanern wie Gästen. Weitere Infos und Termine sind über die kostenlose Service-Hotline 0800/1194911 abrufbar sowie auf www.blutspende-nstob.de im Internet.

 

Langeooger Dörpfest fällt aus!

Doch kein Dörpfest: Nach längerer Unklarheit über „Sein oder Nichtsein“ wurde das Traditionsfest zunächst als eintägige Veranstaltung am 27. Juli kurzfristig angesetzt, jetzt aber definitiv abgesagt. Dies verkündete Bürgermeister Uwe Garrels am 6. Juli in einer Pressenachricht. Er übernahm auch die Verantwortung für die Entscheidung. Anlass für den Entschluss seien die besonderen Umstände in diesem Jahr. Ehe man unter Zeitdruck ein schlechtes „Dörpfest light“ abliefere, sei es  besser, die Veranstaltung abzublasen. „Ich möchte, dass wir 2020 ein Dörpfest in gutem gemeinsamem Geist unter Beteiligung aller wichtigen Langeooger Akteure organisieren können“, betonte Uwe Garrels. Die Vorbereitungen dazu sollten spätestens im Herbst 2019 beginnen. Dafür wolle man auf Langeoog in diesem Jahr die „3. internationalen Straßenkunsttage“ am 23. und 24. August „etwas aufpeppen, um dieser sehr positiven Veranstaltung mit ihrer hohen Besucherzahl einen besseren Rahmen zu geben.“

Bürgermeisterwahl am 16. Juni 2019

Eine faustdicke Überraschung brachte am Sonntag, 16. Juni die Bürgermeister-Direktwahl auf Langeoog: Mit deutlicher Mehrheit entschied Heike Horn aus Wittmund das Rennen für sich. Neben der parteilosen Einzelbewerberin waren die Langeooger Dirk Bohlen (Einzelkandidat), Matthias Fischer (Einzelkandidat) und Gert Kämper (CDU) angetreten. Amtsinhaber Uwe Garrels hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet.
Die Zahlen im Einzelnen: Heike Horn vereinigte 605 Stimmen (57,4 Prozent) auf sich. 229 Stimmen (21,7 Prozent) erhielt Gert Kämper. Matthias Fischer kam auf 137 Stimmen (13 Prozent). 69 Stimmen (6,5 Prozent) gingen an Dirk Bohlen. 14 Stimmen waren ungültig. Von den 1.569 Wahlberechtigten gaben 1.054 ihre Stimmen ab, darunter 244 Briefwähler. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,18 Prozent.
Nach Schließung des Wahlraums um 18 Uhr machte sich das Team um Wahlleiter Ralf Heimes im Ratssaal an die Auszählung. Gut eine Stunde später stand das Resultat fest. Die Eindeutigkeit des Ergebnisses verblüffte die bei der Auszählung Anwesenden. Im Vorfeld hatten viele Langeooger mit einer Stichwahl zwischen Heike Horn und dem langjährigen Ratsherrn Gert Kämper gerechnet. Der gratulierte der Gewinnerin noch am selben Abend und hob den fairen Wahlkampf hervor. Er selbst gab seinen Rücktritt bekannt. Für ihn folgt Gerda Spies in den Rat nach. Heike Horn wird ihr Amt als hauptamtliche Bürgermeisterin zum 1. November 2019 antreten. -ut/köp-

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Neues von der Inselgemeinde Langeoog

Bürgermeisterwahl am 16. Juni

Am Sonntag, 16. Juni findet auf Langeoog die Direktwahl des Bürgermeisters statt. Der Wahlraum (Sitzungssaal im Rathaus) ist von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Zur Wahl stehen – in alphabetischer Reihenfolge – der frühere Ratsherr Dirk Bohlen (Einzelkandidat), Matthias Fischer (Einzel-kandidat), Heike Horn (Einzelkandidatin) und der langjährige Ratsherr Gert Kämper (CDU). Eine etwaige Stichwahl würde am 30. Juni erfolgen, Amtsantritt ist der 1. November 2019.
Der parteilose Amtsinhaber Uwe Garrels hatte im April seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur bekannt gegeben. Er appelliert an alle Wahlberechtigten: „Bitte gehen Sie zur Wahl, beweisen Sie den politisch Handelnden, dass Sie sich für Ihre Insel Langeoog interessieren.“


„bliev hier“ sucht freiwillige Helfer

Das Seniorenhus „bliev hier“ der Bürgerhilfe Langeoog e. V. sucht Menschen, die bereit sind, die Einrichtung an der Störtebekerstraße für eine oder zwei Stunden wöchentlich zu unter-stützen. Der Einsatzbereich der Frei-willigen ist vielfältig: Sie können sich mit den Bewohnern unterhalten, mit ihnen spazieren gehen oder anderweitig zu helfen. Eine regelmäßige Verpflichtung besteht nicht, das Engagement kann je nach Lust und Zeit erfolgen. Interessierte wenden sich an Leiter Tom Kempkes während der Öffnungszeiten am Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 12 Uhr oder nach Vereinbarung unter der Rufnummer 04972 / 99050.
Alle Pflegebedürftigen können die Möglichkeit der Tagespflege im „bliev hier“ nutzen. Das bedeutet für sie (oder einen pflegebedürftigen Angehörigen), dass sie tagsüber Betreuung und Verpflegung, auch Ruhezeiten in der Einrichtung in Anspruch nehmen können. Ein Großteil der Kosten kann erstattet werden. Leiter Tom Kempkes berät Interessierte gern.
Ein weiteres Angebot für Langeooger Senioren ist die Leistung „Essen auf Rädern“: Zuverlässig wird täglich ein schmackhaftes und qualitätsgeprüftes Essen ins Haus geliefert. Auch hierzu gibt Tom Kempkes (Tel. 04972 / 99050) gern ausführliche Auskun

Fahrradfahrverbot in der Fußgängerzone

Seit den Osterferien bis zum Ende der Herbstferien gilt in der Fußgängerzone täglich von 10 bis 20 Uhr ein Fahrradfahrverbot. Dies umfasst die Bereiche Hauptstraße westlich der Einmündung des Vormann-Otten-Weges und östlich der Einmündung des Rudolf-Eucken-Weges und Am Wasserturm sowie der Barkhausenstraße vom Beginn Hauptstraße bis südlich der Einmündung der Gartenstraße. In der übrigen Zeit haben Radler weiterhin Schritttempo zu fahren und Fußgängern absoluten Vortritt zu lassen. Auch außerhalb des zeitlich begrenzten Fahrradfahrverbotes gilt: Fußgänger haben in der Fußgängerzone immer Vorrang vor anderen Verkehrsteilnehmern.
Zudem geht Sicherheit vor Schnelligkeit – besonders in Bereichen, in denen sich Kinder aufhalten: „Kinder schätzen die Verkehrslage noch nicht richtig ein und haben noch keinen Überblick über die Gefahren im Straßenverkehr“, erklärt die Gemeinde. Und bittet alle Verkehrsteilnehmer um gegenseitige Rücksichtnahme: „Verhalten Sie sich bitte immer so, wie Sie es auch von anderen erwarten.“ -ut/köp-

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog

Die Sanierungsarbeiten …

232-1am Vormann-Otten-Weg streben dem Ende entgegen. Seit November 2018 werden die Straßendecke, die Gasleitung und der Schmutzwasserkanal erneuert, in Teilen auch der Regenwasserkanal und das Telekommunikationsnetz für den Breitbandausbau (der „Utkieker“ berichtete). Begonnen wurde mit dem Abschnitt zwischen den Straßen Am Wall und Lütje Pad, der Ausbau erfolgt schrittweise in Richtung Rathaus. Aktuell ist das erste Teilstück bis Lütje Pad fertig. Die Kanal­arbeiten sind bis Höhe Möwenweg abgeschlossen, der Straßenbau wird dort in den nächsten Tagen folgen. „Infolge der räumlich engen Baustelle und der im Grund liegenden alten Versorgungsleitungen sind Verzögerungen nicht auszuschlie­ßen“, ­berichtet Marc Sjuts; als Abteilungsleiter der Inselgemeinde für den Technikbereich ist er auch für die Baumaßnahme zuständig. Im Boden liege Infrastruktur aus 100 Jahren, längst nicht alle Leitungen seien kartiert. Geplant ist aber, die Bau­arbeiten im Großen und Ganzen bis Ende Mai abzuschließen. Eventuelle Restarbeiten werden im Herbst erledigt.

Bürgermeisterwahl
Auf Langeoog findet am Sonntag, 16. Juni die Direktwahl des Bürgermeisters statt. Wahlvorschläge konnten bis 18 Uhr am 29. April schriftlich bei der Inselgemeinde eingereicht werden. Nach Mitteilung des Gemeindewahlleiters Ralf Heimes sind im Rathaus per Stichtag vier Wahlvorschläge eingegangen. Zur Wahl stehen – in alphabetischer Reihenfolge – der frühere Ratsherr Dirk Bohlen (Einzelkandidat), Matthias Fischer (Einzelkandidat), Heike Horn (Einzelkandidatin) und der langjährige Ratsherr Gert Kämper (CDU). Eine etwaige Stichwahl würde am 30. Juni erfolgen. Politisch bislang noch nicht auf Langeoog aktiv sind Heike Horn, Geschäftsführerin der Volkshochschule und Musikschule Wittmund-Friesland, und der auf der Insel lebende Jurist Matthias Fischer. Heike Horn stellt sich der Wählerschaft auf einem Infoabend am 1. Mai um 20 Uhr im „Haus der Insel“ vor, Matthias Fischer folgt am 7. Mai (20 Uhr im HDI). Weitere Termine standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Der parteilose Amtsinhaber Uwe Garrels gab am Stichtag seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur bekannt. Die Erklärung des Bürgermeisters hierzu folgt im Wortlaut. -köp/ut-

Uwe Garrels verzichtet auf Bürgermeisterkandidatur –
Langeoog, 29.04.2019 Liebe Langeoogerinnen und Langeooger, ich habe mich entschieden, auf eine erneute Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters zu verzichten. Ich habe große Freude an diesem Amt für die Langeooger. Ich glaube jedoch, dass ich in der jetzigen Konstellation zwischen Rat und Bürgermeister dem Amt in der neuen Wahlperiode nicht den Schwung verleihen kann, der für Langeoog erforderlich wäre. Die Ursache der teilweise sehr persönlichen Konfrontation im Gemeinderat in der Vergangenheit ist nicht in erster Linie in persönlichen Rivalitäten zu finden, sondern liegt in unterschiedlichen Auffassungen über die erforderlichen Lösungen für die anstehenden Herausforderungen der Kommune begründet. Ich möchte, dass sich diese Diskussionen – frei von persönlichen Aspekten – sachlichen Argumenten zuwenden und möchte dem nicht im Wege stehen. Die vor der Kommune liegenden Herausforderungen müssen mit dem Blick nach vorn angegangen werden. Nicht Angst vor Veränderungen sollte unsere nächs­ten Schritte bestimmen, sondern kluge Überlegungen. Die jetzigen Stärken der Insel müssen mit den Herausforderungen der Demografie, der Nachhaltigkeit im ökologischen, ökonomischen und sozialen Sinn und der Selbstbestimmung und Zusammenarbeit in einer sich zunehmend globalisierenden Welt bedacht werden. Da die Art und Weise der touristischen Ausrichtung Langeoogs Kern der Politik für die Insulaner bleiben wird, ist es besonders wichtig, sich den Herausforderungen der modernen Dienstleistungsgesellschaft und dem Erhalt der natürlichen Werte unserer großartigen Landschaft und dem Reiz der einfachen Dinge, die das Wesentliche im Inselleben wie im Urlaubsleben sind, offen zu stellen. Die wichtigen Themen dieser Insel müssen zügig angegangen werden. Da ist in Anbetracht der sich weiter nach auswärts verändernden Besitzverhältnisse auf Langeoog der arbeitgeberunabhängige und bezahlbare Mietwohnungsbau zuallererst zu nennen, parallel die konsequente Fortsetzung der Konsolidierung der kommunalen Infrastruktur mit einer zügigen Verschlankung und Sanierung der touristischen Einrichtungen und die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Gemeinde, Schiffahrt und Tourismus-­Service. Dabei dürfen keine Denktabus gelten, die Möglichkeiten müssen konsequent durchdacht werden, die Bediensteten müssen Teil dieses Prozesses sein. In Anbetracht der seit Jahren verhärteten Positionen und der Tatsache, dass die Ratskonstellation auch nach der Wahl dieselbe bleibt, möchte ich Platz machen für eine freiere Sicht auf unsere dringend zu lösenden Aufgaben. Acht harte Jahre intensiver Arbeit für Langeoog und für meine, mir sehr ans Herz gewachsenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mich stets hervorragend unterstützten, haben allen viel abverlangt. Wir haben den ersten Teil des Weges der Entschuldung bewältigt, aber es bleibt viel zu tun. Unsere Betriebsteile arbeiten heute besser zusammen, aber wir sind auch hier nicht am Ziel. Der Wandel ist wesentlicher Teil der Demokratie. Die Zeit ist reif, den Langeooger Weg mit mutigem Blick nach vorn neu zu denken. Ich hoffe, die vier Bewerber um das Bürgermeisteramt führen einen fruchtbaren Streit um den besten Weg in die Zukunft. Bitte gehen Sie zur Wahl, beweisen Sie den politisch Handelnden, dass Sie sich für Ihre Insel Langeoog interessieren. Ich wünsche der zukünftig für Langeoog verantwortlichen Persönlichkeit jetzt schon eine glückliche Hand, die Unterstützung der Menschen im Ort wie auch der politisch auf der Insel ­Tätigen. Uwe Garrels

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog

Den Namen „Ulla“ …
247-1erhielt das neue Luftkissenfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Langeoog im Rahmen einer Feier am 16. September. Taufpatin und Namensgeberin war die von dieser Aktion überraschte Ulla Sommer; die Ehefrau von Gemeindebrandmeister Olaf Sommer ist selbst aktive Feuerwehrfrau. Bürgermeister Uwe Garrels dankte den Feuerwehrleuten für ihr Engagement und zeigte sich erfreut, dass das Fahrzeug großenteils aus Spenden finanziert werden konnte. Bereits im Januar wurde das feuerwehrrote Luftkissenboot vom Hersteller, der Elbe Bootscenter GmbH in Köthen, auf Langeoog ausgeliefert (der „Utkieker“ berichtete). Das 4,60 Meter lange und 2 Meter breite Amphibienfahrzeug vom Typ „Scout Hovercraft S460 TC-WL“ wurde speziell für die Wasserrettung entwickelt und kann auf dem Wasser bis zu 70 Stundenkilometer erreichen. Fünf Langeooger Feuerwehrmänner absolvierten eine Spezialausbildung, um als Piloten das Luftkissenboot bedienen zu können. Das musste vor der offiziellen ­Inbetriebnahme noch an die Gegebenheiten der Nordseeinsel angepasst werden. Seinen ersten offiziellen Einsatz hatte das noch ungetaufte Fahrzeug dann Ende Juli am Tag der Seenotretter bei einer Schauübung. Was darf man Hovercraft „Ulla“ nun wünschen? Immer eine Handbreit Luft unterm Kiel. l

„Fremd-Azubi“ im Rathaus
247-2Auszubildende im Rathaus sind keine Seltenheit. „Fremd-Azubis“ hingegen schon. Martin Winter ist ein solcher Fremdauszubildender. Der 22-Jährige aus Hessisch Oldendorf nahe Hameln absolviert derzeit ein duales Studium zum Stadtinspektor-­Anwärter. „Es ist ein dreijähriges Studium, aufgeteilt in neun Trimester, davon drei Praxisphasen. Die Theoriephasen werden beim Niedersächsischen Studieninstitut in Hannover absolviert. Zwei Praxisphasen laufen bei meinem eigentlichen Dienstherrn, der Stadt Ronnenberg, die dritte findet in einer anderen Kommune statt“, erklärt Martin Winter. In seinem dritten Studienjahr führte ihn besagte Praxisphase auf die Insel. Seit 14 Jahren Langeoo­g­urlauber, fragte er spontan im Rathaus an – und ­erhielt eine Zusage. Der Schwerpunkt der Langeooger Praxiszeit lag, nach einem Einblick in die Abteilungen, im Hauptamt und Ordnungsamt: „In konkreten Aufgaben ging es um rechtliche Fragestellungen und das Verfassen von Bescheiden. Dabei war eigenständiges Arbeiten gefordert“, berichtet Martin Winter. „Das Rathaus ist durch die Eigenbetriebe Schiffahrt und Tourismus-Service Langeoog anders gegliedert“, hat er erkannt und lobt das Arbeitsklima: „Das Team hier ist immer hilfsbereit.“ Vom 23. Juli bis 15. September dauerte das insulare Praktikum, inzwischen arbeitet Martin Winter wieder im Rathaus von Ronnenberg bei Hannover. Bis Ende November, dann beginnt die abschließende Theoriephase mit der Bachelorarbeit. Zum nächsten Sommer hofft er auf einen Einstieg als Stadtinspektor. Auf Langeoog könnte dann wieder ein „Fremd-Azubi“ im Rathaus arbeiten. Bewerbungen für 2019 liegen vor.

Sanierung Vormann-Otten-Weg
Ab dem 1. Oktober wird der Vormann-Otten-Weg neu gemacht, und zwar von der Höhe Rathaus bis zum Anschluss Am Wall. Erneuert werden die Straßendecke sowie Regen- und Schmutzwasserkanal. Die Arbeiten übernimmt das Unternehmen Kultur- und Tiefbau Jeschke GmbH aus Blomberg. Bis zur Fertigstellung des ersten Teilstücks wird eine Umleitung eingerichtet. Sie verläuft über Fährhusweg, Wiesenweg und Am Wall. Wind und Wetter vorbehalten, soll die Gesamtmaßnahme bis Ende Mai 2019 abgeschlossen sein.

IBV für HDI und KWC
Um wirtschaftlich arbeiten zu können, ist die Inselgemeinde bestrebt, sich von unrentablen Liegenschaften zu trennen. Für „Kur- und Wellness-Center“ (KWC) und „Haus der Insel“ (HDI) wurde daher Ende 2017 ein gemeinsames Interessenbekundungsverfahren (IBV) gestartet (der „Utkieker“ berichtete). Mehrere Bewerber reichten ihre Unterlagen ein, nach einem Auswahlverfahren durch ein Bewertungsgremium blieben zum Schluss vier übrig. In einer öffentlichen Ratssitzung am 26. Juli im HDI sollte eine Entscheidung über die Aufnahme von Verhandlungen mit dem favorisierten Bewerber fallen. Aufgrund von Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Nutzungsform wurde die Beschlussfassung auf den 12. September vertagt. Doch auch auf dieser Sitzung konnte keine Einigung erzielt werden. Nach lebhafter Diskussion wurde daher erneut eine Vertagung der Angelegenheit beschlossen. Ein neuer Ratstermin stand bei ­Redaktionsschluss noch nicht fest. -köp/ut-

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog

Die Erneuerung . . .
des Straßenzuges von der Hauptstraße bis Am Wasserturm (der „Utkieker“ berichtete) schreitet voran: So wurde zu Ostern die Kreuzung an der Barkhausenstraße fertiggestellt; sie präsentiert sich nun übersichtlicher als zuvor.
226-1„Im Sinne der angestrebten Barrierefreiheit liegen Bürgersteig und Fahrbahn auf einem Niveau“, berichtet Bürgermeister Uwe Garrels. „Auch die Versorgungsleitungen wurden erneuert, sie entsprechen jetzt modernem Standard.“ Während der Gehweg aus Bockhorner Klinker besteht, erhielt die Straßendecke eine Pflasterung aus rötlichem Betonstein der Farbe Montana. Der Großpflasterstein ist abriebfest und bildet eine Mikrofuge, die für eine hörbare Verminderung des Verkehrslärms sorgt, wie Radler und Rollkofferroller bereits bestätigten. In vollem Gange sind die Arbeiten am letzten Bauabschnitt zwischen Dwarslooper und Apotheke. Zum Abschluss der Maßnahme sollen am Straßenrand wieder Bäume gepflanzt werden. Erste Baumschutzgitter sind schon positioniert, einige Standorte werden aber noch ergänzt.
Bis Ende Mai soll die 2015 begonnene Straßenerneuerung abgeschlossen sein: „Wir gehen davon aus, dass der Zeitplan eingehalten wird.“

In den letzten Zügen . . .
226-2liegt auch die Gleisrenovierung: „Ende April, Anfang Mai werden noch letzte Arbeiten, etwa punktuelle Schweißungen ausgeführt“, teilt Eisenbahnbetriebsleiter Jens Lühring mit. Die Oberbauertüchtigung für den Gleiskörper der Inselbahn hatte im ­Januar 2018 begonnen, Auftraggeber ist die Schiffahrt der Inselgemeinde (der „Utkieker“ berichtete). Unter anderem wurden Gleise und Weichen an Bahnhof und Anleger teils erneuert, teils rückgebaut. Zudem wurde das Streckengleis auf 1.600 Metern Länge saniert. Zeitnah wird unter dem neuen Deichschart an der Hafenzufahrt noch ein Entwässerungsrohr verlegt, da zwischen Schart und Straße nach Niederschlägen das Wasser stehen bleibt. Der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) führt diese Nachbesserung aus.

Wohngenossenschaft „Uns Oog“
Einen guten Start nahm das Vorhaben, bezahlbaren Mietwohnraum auf Langeoog zu schaffen. Nachdem sich am 19. März die „Wohngenossenschaft Uns Oog eG“ gründete (siehe ausführlichen Artikel im „Utkieker“ 1/2018), geht das Projekt in die nächs­te Runde. Am 13. April trafen sich Vorstand und Aufsichtsrat, am Abend und am folgenden Vormittag gab es im „Haus der Insel“ die zweite Versammlung für Interessierte. Die Resonanz war beträchtlich: „Bislang haben sich 60 Bewerber als Mitglieder in der Genossenschaft beworben“, berichtet Bürgermeister Garrels. „Damit könnte die Finanzierung geschafft werden.“ Derzeit sind auf dem früheren Internatsgelände 30 Wohneinheiten geplant, die Anzahl könnte aber bei Bedarf möglicherweise auch noch erhöht werden.

Neujahrsempfang am 8. Januar 2017 im „Haus der Insel“


„Objektiv gesehen erfolgreich“

Bürgermeister Uwe Garrels gibt Rück- und Ausblick zur Gemeindelage – Zahlreiche Projekte für 2018

104-1Sonnig-kalt mit klarem Himmel zeigte sich das Wetter am Sonntag, 7. Januar zum Neujahrsempfang der Inselgemeinde. Klare Ansagen brachte auch die Neujahrsansprache von Bürgermeis­ter Uwe Garrels, der rund 260 Teilnehmer zu der Veranstaltung im HDI begrüßte. Unter den Anwesenden waren Ehrenbürger Frerich Göken, Altbürgermeister Ulf Lümkemann, die Spitzen aus Rat und Verwaltung sowie Vertreter der Langeooger Institutionen, Betriebe, Rettungsdienste und Vereine. In seiner gut einstündigen Rede gab Uwe Garrels detaillierten Einblick in die bearbeiteten und anstehenden Themen und Projekte der Inselgemeinde. Anschließend ehrte er zwei verdiente Mitbürger (siehe separaten Artikel im „Utkieker“).

Engagement auf Langeoog
104-2„Ich begrüße heute als erstes die helfenden Hände dieser Insel“, ging Uwe Garrels zum Auftakt seiner Ansprache auf die Bedeutung ehrenamtlichen Wirkens auf Langeoog ein. Ob Service-Clubs oder Sportverein, Kirchen oder Kindergarten, ob Institution oder Privatperson: „Viele Langeooger helfen anderen und sich gegenseitig.“ Ohne persönliches Engagement der Bürger sei das Gemeinwesen nicht denkbar. Die Gemeinde schaffe den Ordnungsrahmen, der Bürger mache den Feinschliff der humanen Gesellschaft aus. „Es sollte selbstverständlich sein, der ­Gemeinschaft in irgendeiner Weise zu dienen“, warb der Bürgermeister dafür, sich aktiv einzubringen. Das gelte auch für politisches Engagement: „Meinungsbildung und Meinungsschärfung für die Gemeinschaft braucht viele Teilnehmer am Meinungsbildungsprozess.“
Im Gegenzug betonte Garrels, dass die Gemeindeverwaltung mit ihren Eigenbetrieben Schiffahrt und Tourismus-Service „keine Gegner der Politik und des Bürgers“ seien. Nur in der Kommune gebe es im Vergleich zu privaten Unternehmen öffentliche Transparenz. Die äußere sich darin, dass „die Entscheidungsfindung der Verwaltung jederzeit nachprüfbar und damit transparent ist.“ Jeder Bürger könne Beratungsgang und Beschlussfassung in den Ausschuss- und Ratssitzungen verfolgen. Alle Jahresabschlüsse der Kommune würden unabhängig geprüft und bewertet. „Die Kommune Langeoog, und da kann sich jeder Langeooger sicher sein, ist kein Geheimbund.“
Immerhin könnten Politik und Verwaltung auf eine Reihe an Erfolgen der letzten Jahre blicken: „Die erfolgreiche Entschuldung und der Weg zur Neuordnung und Konsolidierung unserer Infrastruktur, wir machen wieder Straßenbau und Kanalisation, die neue Feuerwache kommt, die Schwimmbadsanierung ist auf dem Weg, die touristische Infrastruktur wird angepackt, die Schiffahrt investiert weiter, der Aufschlag für Wohnungsbau ist gemacht.“ Es gehe voran: „Wir sind, objektiv gesehen, erfolgreich.“

Der Tourismus-Service Langeoog . . .
104-6war für 2017 laut Uwe Garrels durch einen hohen, weiterhin anhaltenden Investitionsbedarf geprägt. Auf Kurs liegt der im Vorjahr begonnene Umbau des Erlebnisbades. Dessen technische und energetische Sanierung wird vorangetrieben, zudem soll es künftig den Anwendungsbereich des Kur- und Wellness-Centers aufnehmen. Dafür werden Räume angebaut und der Eingang verlegt. Finanziert wird der Umbau aus dem Erlös (3,5 Millionen Euro) für den „Spöölhus“-Verkauf. „Der Kostenrahmen von 2 Millionen Euro für die Umbauten muss eingehalten werden.“ Am ­alten Spielhaus-Standort wird derzeit das Hotelprojekt eines Privatinvestors realisiert. Der Sand aus der Baugrube wurde im Winter zur Ertüchtigung der Höhenpromenade zwischen Seekrug und Gerk-sin-Spoor verwandt. Weitere Themen waren die 2017 gestartete neue Website des Tourismus-Service mit Möglichkeit zur Onlinebuchung, die geplante Vernetzung von Gebäuden zur optimalen Nutzung neuer Energietechnik wie Solarstrom oder Blockheizkraftwerk sowie das Interessenbekundungsverfahren für KWC und HDI.

Wirtschaftskraft Tourismus
104-7Treibende Wirtschaftskraft auf Langeoog ist der Tourismus, wie Uwe Garrels darlegte. Eine Untersuchung der dwif Consulting GmbH zur Wertschöpfung aus dem Tourismus habe ergeben, dass „die Ostfriesischen Inseln eine touristische Wertschöpfung von etwa 1 Milliarde Euro im Jahr erzeugen, allein auf Langeoog 142 Millionen Euro.“ Davon gingen 30,8 Millionen Euro in Form von Aufträgen in den Dienstleistungssektor. Dazu gehörten auch Handel und Handwerk: Die seien gut aufgestellt, doch mache sich bei ihnen ein Fachkräftemangel bemerkbar. Drängend sei daher die Wohnungsfrage: „Nur wenn die gelöst wird, kann der Fachkräftemarkt bedient werden.“ Wenn es um das Dauerwohnen für hier lebende und arbeitende Menschen gehe, müsse die Kommune mit den Unternehmen gemeinsame Lösungen finden. Bereits 2017 fertiggestellt wurde ein Personalwohnhaus der Schiffahrt.

Wohnungsbau
Als einen Weg nannte Uwe Garrels den arbeitgeberunabhängigen genossenschaftlichen Wohnbau. Mit dem Auftrag an das Unternehmen TING-Projekte aus Schleswig-Holstein habe der Gemeinderat einen wichtigen Schritt gemacht: „Derzeit finden Gespräche statt, wie genossenschaftliches Wohnen für Langeoog arbeitgeberunabhängig, wirtschaftlich und zu bezahlbaren Mieten realisiert werden kann.“ Demnächst soll der Schritt in die Öffentlichkeit getan und das Projekt gestartet werden. Angedacht sind rund 30 Wohnungen auf dem früheren Internatsgelände. Darüber hinaus bestehe allein für die Kommune weiterer Wohnraumbedarf, so­ dass parallele Planungen erfolgen müssten. Garrels: „Wenn wir es schaffen, unseren Langeoogern und das sind für mich alle, die hier leben und arbeiten wollen, egal woher sie kommen, eine bezahlbare und lebenswerte Perspektive zu bieten – dann sind wir nah am Paradies auf Erden.“

Rettungswesen
Lob zollte der Bürgermeister den Akteuren im Rettungswesen, zu denen DLRG, DGzRS, das Marburger Krankenpflegeteam (MKT) und die Freiwillige Feuerwehr Langeoog zählen. Es sind vielfach Freiwillige, die neben ihrer Arbeit den teils gefährlichen Ehrendienst versehen. Die DGzRS stationierte 2017 auf Langeoog mit der „Secretarius“ ein neues Seenotrettungsboot, das mit Sven Klette zugleich einen neuen Vormann erhielt. Ein Dank ging an Vorgänger Gerriet Leiß, der als Vormann gut 16 Jahre auf über 1.000 Einsatzfahrten aktiv war.
Auch an Land wird investiert: Am Süderdünenring erhält das MKT eine neue Rettungswache. Direkt daneben entsteht ein neues Gebäude für die Feuerwehr. Im Frühjahr 2018 beginnt der mit 4 Millionen Euro veranschlagte Bau, den der Verkauf der alten Immobilie (1,111 Millionen Euro) zum Teil gegenfinanziert. Zudem wurde für die Feuerwehr ein neuer Mannschaftstransportwagen (43.000,– Euro) angeschafft. Außerdem für Rettungseinsätze am Strand ein Luftkissenfahrzeug (57.000,– Euro), das großteils aus Spenden (46.000,– Euro) finanziert wurde. Uwe Garrels: „Dafür mein höchster Respekt an die Feuerwehrkameraden und an die fleißigen Spender.“

Medizin und mehr
Die ärztliche Begleitung des Rettungswesens sei durch die Allgemeinmediziner Dr. Koller und Dr. Raddatz (vertreten durch Dr. Reimann) sowie Zahnärztin Dr. Hübener gewährleistet. Für Dr. Raddatz sei es gelungen, einen Nachfolger zu finden, der voraussichtlich im Sommer antritt. „Die Nachfolgefrage ließ sich klären, nachdem der Gemeinderat die Rahmenbedingungen für praktizierende Allgemeinmediziner auf Langeoog deutlich verbessert hat“, so Garrels. Kommunale Unterstützung für die Ansiedlung von Ärzten sei üblich in Zeiten des Ärzteschwunds in ländlichen Regionen: „Langeoog ohne Badearzt und ohne praktische ärztliche Versorgung wäre für viele Menschen ein Grund, nicht zur Insel zu reisen, für andere wäre es ein Grund, die Insel zu verlassen.“ In diesem Zusammenhang wies Uwe Garrels auf das „bliev hier“: Ohne die praktizierenden Ärzte seien die Senioren wohl nicht mehr auf Langeoog, da ihre Versorgung nicht gesichert wäre. Aktuell habe sich die Personalsituation im Seniorenhus weiter stabilisiert, seit September gebe es als neues Angebot die Tagespflege. Der Gemeinderat habe die Einrichtung 2017 mit insgesamt 150.000,– Euro unterstützt: „Eine freiwillige Leis­tung, die unseren Senioren direkt hilft.“ Das „bliev hier“ sei genauso unverzichtbar wie Einrichtungen für die jüngs­ten Langeooger, denn „nur wenn wir ein Leben in allen Alters­phasen auf Langeoog anbieten können, hat die Kommune Langeoog auf Dauer eine Zukunft.“

Baumaßnahmen
104-5Des Weiteren erläuterte der Bürgermeister anstehende Projekte für 2018. So ist am Klärwerk eine Solartrocknungsanlage für den Klärschlamm geplant: Derzeit fallen jährlich 600 Tonnen an, deren Beseitigung rund 90.000,– Euro kostet. Die neue Anlage würde die Menge auf etwa 150 Tonnen reduzieren, was die Transportkosten um knapp 70.000,– Euro verringern könnte. Der Bau der Anlage wird mit 1,1 Millionen Euro veranschlagt.
Fortgesetzt wird der im Winter begonnene zweite Bauabschnitt zum Ausbau der Hauptstraße: Die aus Mitteln der Dorferneuerung geförderte Maßnahme soll bis Ende Mai abgeschlossen sein. Neben verbesserter Oberflächenentwässerung wird die Straße nach dem Ausbau ein homogenes Erscheinungsbild bieten, mit neu gesetzten Bäumen und barrierefreiem Zugang zu allen Hauseingängen. Anschließend wird der Park neben dem Rathaus neu konzipiert und in das Straßenbild integriert. Ab Herbst 2018 sollen Kanalisation und Straßendecke im Vormann-Otten-Weg erneuert werden.

Schiffahrt
„Die Schiffahrt Langeoog als Verkehrsbetrieb ist das wirtschaftliche Rückgrat der Inselgemeinde Langeoog“, stellte Bürgermeis­ter Garrels klar. In enger Verzahnung von Gemeinde, Tourismus-Service, Schiffahrt und insularen Unternehmern werde ein bestmöglicher Service geboten. „Unsere Reederei für Langeoog zu stärken und zu unterstützen, ist fast eine Bürgerpflicht.“ Rat und Verwaltung wendeten jedes Jahr erhebliche finanzielle Mittel auf, um Schiffe und Landanlagen auf einem hohen Standard zu halten. Bei den jährlichen Werftaufenthalten wurden 2017 die Mannschaftslogis von Langeoog III und IV überholt (insges. 380.000,– Euro), der Frachter „Pionier“ erhielt neue Motoren (80.000,– Euro). Nach Maschinenschaden wurde ein Motor der Langeoog III ersetzt (123.000,– Euro).
Nachgedacht werde 2018 darüber, ob das Gesamtkonzept der Schiffahrtslogistik zukunftsfähig ist. Rat und Verwaltung werden sich intensiv mit den Schiffskonzepten beschäftigen. Aspekte seien unter anderem die mögliche Anschaffung eines Kombischiffes für Personen- und Güterverkehr sowie die Verbesserung der Frachtlogistik in Bensersiel. Zudem beginnt 2018 voraussichtlich der Austausch der ersten beiden von insgesamt vier Brückenanlagen für die Fahrgastschiffe, beginnend in Bensersiel. Verteilt über fünf Jahre sind dafür insgesamt 5 Millionen Euro eingeplant.

Gemeinde in Zahlen und Fakten
Per 31. Dezember 2017 lebten 1.785 Menschen mit Hauptwohnsitz auf Langeoog, 57 weniger als im Vorjahr. Dabei stehen 8 Geburten 30 Sterbefällen gegenüber. Das Standesamt meldete mit 201 Eheschließungen und 7 Lebenspartnerschaften einen Rekord.
2017 transportierte die Schiffahrt Langeoog 889.992 Personen – ein Rückgang von 2,7 Prozent. Dagegen gab es bei den Tagesgästen mit 152.155 Personen gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 5,4 Prozent. Bei den Ausflugsfahrten war 2017 mit 20.608 Personen gegenüber 2016 ein Rückgang von gut 25 Prozent zu verzeichnen – ein deutlicher Hinweis auf das feuchte und windige Wetter im zweiten Halbjahr. Das Jahresergebnis der Schiffahrt bewegt sich mit knapp 11 Millionen Euro (minus 400.000,– Euro) voll im Plan, wenn man den Aufwand für die außerplanmäßigen Reparaturen einbezieht. Der Tourismus-Service liegt mit knapp 5,9 Millionen Euro Umsatzerlös ebenfalls im Plan.

Strandungen
104-8Umrahmt wurde 2017 durch Strandungen zu Beginn und Ende des Jahres, die für mediale Aufmerksamkeit sorgten: Anfang Januar schwemmten zahllose Überraschungseier an den Strand. Allerdings auch anderes Strandgut, dessen Aufsammeln und Entsorgung große Probleme bereitete. Im Herbst kenterte vor Baltrum eine polnische Yacht, deren Wrackteile am Ostende strandeten. Das Land Niedersachsen, so Uwe Garrels, habe sich in beiden Fällen nicht in der Pflicht gesehen. Es sei „auch in gravierenden Fällen nicht bereit, für Schäden, deren Verursacher nicht bekannt ist, vor Ort die Beseitigung organisieren und finanzieren zu lassen, damit eine Schadensbegrenzung für Mensch und Umwelt des Weltnaturerbes Wattenmeer möglich ist.“ Das könne es nicht sein: „Hier muss das Land endlich finanzielle und organisatorische Verantwortung für seine Schutzgebiete übernehmen.“
Ende Oktober schließlich strandete der Massengutfrachter „Glory Amsterdam“ vor Langeoog. Man sei laut Uwe Garrels „einer Umweltkatastrophe und damit verbunden einer wirtschaftlichen Katastrophe vor der ostfriesischen Küste nur mit knappster Not entkommen.“ Das Sicherheitskonzept des deutschen Havariekommandos müsse daher dringend überprüft werden. Die Ostfriesischen Inseln hätten in dieser Hinsicht eine deutliche Resolution verfasst.

Auftritte
104-4Neu auf dem Neujahrsempfang war ein Auftritt der von Pastoralreferentin Susanne Wübker sowie Regina und Martin Willenberg betreuten Langeooger Sternsinger: „Gute Taten brauchen aktive Täter und aktive Spender und jeder kann sich auch unabhängig von den Spendenterminen einer guten Sache verschreiben oder sie unterstützen“, erklärte Uwe Garrels.
Den musikalischen Willkommensgruß zum Neujahrsempfang entboten traditionell „de Flinthörners“: Schwungvoll intonierte der Langeooger Shantychor unter Leitung von Elisabeth „Puppa“ Peters vier Lieder aus seinem Repertoire. Ein neues Stück war diesmal nicht dabei, hier musste man sich bis zur Premiere am 26. März gedulden. – Wie gewohnt bewirtete die „Steuerbord“-Crew um Udo Streitbörger und Olaf Wegener die Gäste mit Tee, Kaffee und Kuchen.

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog

Osterfahrplan
Um Ostergästen die An- und Abreise zu erleichtern, tritt vorübergehend, bis einschließlich Sonntag, 8. April, der Sommerfahrplan in Kraft. Ab Montag, 9. April bis zum 4. Mai gilt wieder der Zwischenfahrplan. Die genauen Fährzeiten stehen auf der Seite 216 des „Utkieker“-Veranstaltungskalenders. Zusätzliche Sonderfahrten können den aktuellen Aushängen entnommen werden, sie sind auch auf www.langeoog.de abrufbar.

„Wohngenossenschaft Uns Oog“ am Start
Bezahlbarer Mietwohnraum auf Langeoog ist ein Dauerthema, das Bürgermeister Uwe Garrels vor großem Forum auf dem Neujahrsempfang ansprach (siehe separaten Bericht im „Utkieker“). Danach hatte der Gemeinderat das Unternehmen TING-Projekte GmbH & Co.KG aus Schleswig-Holstein beauftragt, die Möglichkeiten für bezahlbares genossenschaftliches Wohnen auf dem früheren Internatsgelände auszuloten und eine 150-1Planung für das Areal vorzulegen. Mit positivem Ergebnis – so dass jetzt ein Durchbruch gelang: Am 19. März gründete sich die „Wohngenossenschaft Uns Oog eG“. Den Übergangsvorstand bis zur Übernahme des Projektes durch die Bewohner bilden Dr. Jasna Hamidović-Baumgarten von TING Projekte und Uwe Garrels, im Aufsichtsrat sind es die Langeooger Britta Kramp, Gabriele Rüffert und Jan Martin Janssen. In einer Auftaktveranstaltung am selben Abend wurde das Projekt im HDI öffentlich vorgestellt.
Architekt Oliver von der Lippe präsentierte erste Vorschläge für das Wohnprojekt, das auf rund 4.200 Quadratmetern Gestalt annehmen soll. Der Entwurf zeigt sechs Gebäude mit etwa 30 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe für ein bis fünf Personen, zudem Apartments für Saisonkräfte und Personalwohnungen sowie ein Ärztehaus. Die ein- und zweigeschossige Bauweise mit Giebeldach soll an inseltypische Bauformen wie die des Seemannshus angelehnt sein. Grünstreifen gliedern die Fläche, eine u-förmige Straße erschließt das Gelände.
TING Projekte wird das Vorhaben zeitnah und anforderungsgerecht umsetzen. Deren Geschäftsführer Dr. Jasna Hamidović-Baumgarten und Dipl.-Ing. Ferdinand Borchmann-Welle beleuchteten die einzelnen Schritte zur Realisation. Bedingung für die Teilhabe ist es, durch den Erwerb von mindestens zwei Anteilen zu je 500 Euro, Mitglied der Wohngenossenschaft zu werden. Dadurch wird eine hohe Mietsicherheit erreicht, die ein lebenslanges Verbleiben in der Genossenschaft ermöglicht. Zudem muss die Baufinanzierung über einen Eigenanteil an den Errichtungskosten realisiert werden. Die Kaltmiete wird gestaffelt: Geplant liegt sie bei 9,85 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, mit Wohnberechtigungsschein bei 5,60 bis 7,– Euro.
„Das Wohnprojekt wird von der Gemeinde unterstützt, um die Gesamtkosten gering zu halten und um die Sicherheit zu haben, dass die Wohnungen später nicht in Bruchteilseigentum umgewandelt, veräußert oder zweckentfremdet werden können“, bekräftigt Uwe Garrels. „Alle in Frage kommenden Fördermöglichkeiten für genossenschaftlichen Wohnungsbau sollen genutzt werden, um die Baukosten so gering wie möglich zu halten.“ Die Projektkosten sind mit 5,4 Millionen Euro veranschlagt. Eine 80-prozentige Belegung vorausgesetzt, könnte der Baubeginn zum Frühjahr 2019 erfolgen. Die Bauzeit ist mit zwölf Monaten angesetzt, ein Bezug wäre demnach Mitte 2020 möglich.

Klärschlammtrocknungsanlage
Ein zukunftsträchtiges Kapitel schlägt die Inselgemeinde auch beim Thema Entsorgung auf: In diesem Jahr entsteht auf dem Klärwerksgelände eine moderne Klärschlammtrocknungsanlage (KSTA) nach dem Prinzip der solaren Hallentrocknung. Die etwa 1.000 Quadratmeter große Halle ähnelt einem Gewächshaus. Sensoren und Lüfter regulieren die Luftfeuchtigkeit in der KSTA, die kontinuierlich befüllt wird.
150-3Solare Trocknung bedeutet, dass der zuvor mechanisch eingedickte Wasseranteil im Schlamm durch Sonneneinstrahlung verdunstet. Zur besseren Trocknung wendet ein selbsttätig arbeitender Roboter, das sogenannte „elektrische Schwein“, stetig das Material. Übrigens wird gerade ein griffiger Name für das Vehikel gesucht. So heißen die auf der Abwasserreinigungsanlage eingesetzten selbstfahrenden Rasenmäher „Uwe“ und „Ralf“. Bislang wird der Klärschlamm noch vererdet und dann zur landwirtschaftlichen Verwertung ans Festland verbracht, was erhebliche Transportkosten verursacht: „Derzeit fahren wir haupt­sächlich Wasser, das ist teuer“, vermerkt Bürgermeister Garrels. Die Reduktion soll nicht nur Kosten sparen, sondern auch die CO2-Emission verringern, da weniger Transporte anfallen.
Die Ausschreibung für den Bau der KSTA ist erfolgt, im Rahmen eines Ratsentscheids wurde der Auftrag für die Maschinentechnik für brutto 830.757,71 Euro an die Firma Thermo System aus Esslingen vergeben. Die Ausschreibung der Betonarbeiten hat die Firma Gebr. Neumann aus Emden zum Preis von brutto 662.970,91 Euro für sich entschieden. Der Baubeginn ist für den Monat April angesetzt, zum August soll die Anlage fertiggestellt sein.

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog

l7. Januar: Neujahrsempfang
Am Sonntag, 7. Januar 2018 findet im „Haus der Insel“ der Neujahrsempfang der Inselgemeinde Langeoog statt. Zu diesem Traditionsereignis lädt Bürgermeister Uwe Garrels alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, Jung und Alt, herzlich in den Großen Saal ein. Beginn der Veranstaltung ist um 15 Uhr. Im Mittelpunkt des Empfangs steht die Neujahrsansprache des Bürgermeisters. Darin gibt er einen Rückblick auf das abgelaufene Jahr und hält Vorschau auf Projekte und Termine der kommenden Saison. Weitere Programmpunkte gibt die Inselgemeinde kurzfristig ­bekannt. Musikalisch umrahmt wird der Nachmittag durch den Langeooger Shantychor „de Flinthörners“.

Traurekord auf Langeoog
Bekannt ist Langeoog als „Insel fürs Leben“. Zunehmend wird sie auch die „Insel für den Bund fürs Leben“. 2017 erreichte das Standesamt eine Rekordzahl an Trauungen, erstmals gab es ­dabei ausgebuchte Termine im November und Dezember: „Bis zum Jahresende haben wir 201 Eheschließungen und sieben eingetragene Lebenspartnerschaften vollzogen, das ist eine Steigerung von knapp zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr“, berichten Standesamtsleiter Holger Schön und sein Kollege ­Peter Wettstein. „Immer beliebter wird das Seemannshus: Hier finden 90 Prozent der Eheschließungen statt.“ Als Symbol ewiger Verbundenheit gilt der schon zur Tradition gewordene „Hochzeitsstein“: Mit eingravierten Initialen und Datum wird der Klinker in den „Hochzeitspfad“ rund um das Seemannshus eingelassen.
853-1Zugenommen hat der Trend, auf Langeoog internationale Ehen zu schließen, bei denen mindestens ein Partner nicht aus Deutschland stammt. So ließen sich Heiratswillige aus Frankreich, Norwegen, Polen, Ungarn, der Schweiz und den USA auf der Insel trauen. Auch Promi-Hochzeiten gab es: Im August gab die Schauspielerin Angelika Mann, im November die Schriftstellerin Moa Graven ihrem Lebenspartner das Jawort. Eine tiefgreifende Neuerung ist die seit dem 1. Oktober mögliche Ehe für alle: „Bisherige Lebenspartnerschaften können in Ehen umgewandelt werden. Die erste Umwandlung fand schon am 5. Oktober statt.“ Viele Paare wünschen sich dabei eine zweite Zeremonie: „Das versuchen wir kurzfristig zu ermöglichen.“
Hauptsächlich geben sich Gästepaare das Jawort, im Durchschnitt zehn Trauungen pro Jahr entfallen auf Insulaner. So ­sehen die Standesbeamten eine Heirat auf Langeoog durchaus als Wirtschaftsfaktor: „Neben Vermietern und Gastronomen sind etwa die Dienste von Friseuren, Kutschbetrieben, Floristen, ­Fotografen, Goldschmieden und weiteren Branchen gefragt“, weiß Peter Wettstein.
Paare, die Langeoog als „Insel für ihren Bund fürs Leben“ wählen wollen, mögen sich schnell ein Herz fassen. Denn die Nachfrage für 2018 hat schon eingesetzt, sie reicht weit ins Jahr hinein. Und: „Sie ist größer als in den Vorjahren: Wir haben schon über 90 Termine eingetragen“, blickt Holger Schön in den Kalender. Begehrt ist der August: „Markante Daten wie der 8.8. und 18.8. sind nahezu belegt.“ Möglicher Grund: Legt man die 8 auf die Seite, erhält man das Symbol für Unendlichkeit – vielleicht ein Zeichen für eine besonders haltbare Ehe?

Havarie: „Glory Amsterdam“
853-3Für Aufregung sorgte im Herbst die Strandung der „Glory Ams­terdam“. Am 29. Oktober war der 225 Meter lange Schüttgutfrachter im schweren Sturm vor Langeoog auf eine Sandbank aufgelaufen. Betankt mit 1.800 Tonnen Schweröl, die bei einem Auseinanderbrechen des Schiffes das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer verseucht hätten. Medien berichteten bundesweit über die Havarie, die zum Glück glimpflich verlief: Nachdem über 16.000 Tonnen Ballastwasser abgepumpt waren, bekamen zwei Hochseeschlepper den Frachter am 2. November frei und brachten ihn nach Wilhelmshaven.
Der Vorfall war auch Thema bei einem Erfahrungsaustausch der sieben Ostfriesischen Inseln auf Borkum, wie Uwe Garrels ­berichtet: „Inseln und Nationalpark waren in höchster Gefahr. Wir fordern mit Nachdruck eine Aufklärung der Havarie und ­erwarten, dass der Bund und das Land Niedersachsen ihre ­Rettungsstrategien sehr kritisch überdenken. Denn bei einem funktionierenden Notfallkonzept des Havariekommandos hätte die Strandung nicht geschehen dürfen.“

Wrackteile und anderes Strandgut
853-5Dabei ist die Havarie der „Glory Amsterdam“ kein Einzelfall. Erst kurz zuvor, am Abend des 13. Oktober, geriet eine polnische ­Segelyacht mit drei Männern an Bord vor Baltrum in Seenot. Rettungseinheiten der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger), darunter der auf Langeoog stationierte „Secretarius“, sowie Behördenschiffe waren gemeinsam im Einsatz. Ein Marinehubschrauber flog die glücklich Geretteten zum Festland. Und die Yacht? „Teile des Wracks wurden auf Langeoog angespült“, berichtet Uwe Garrels. Deckaufbauten und Kunststoffteile lagen am Strand, mussten entsorgt werden. Insgesamt werde im Nationalpark viel Plastikmüll angeschwemmt: „Für die Beseitigung ist jedoch nicht die Gemeinde zuständig.“ Auch hier bestehe Klärungsbedarf mit Bund und Land.

Interessenbekundungsverfahren angelaufen
Wie steht es um die Zukunft von „Haus der Insel“ (HDI) und Kur- und Wellness-Center (KWC)? Bei der Entscheidung helfen soll ein gemeinsames Interessenbekundungsverfahren (IBV) für beide Liegenschaften (der „Utkieker“ berichtete). Gemäß Ratsbeschluss startete unlängst das zweiphasige Verfahren in europaweiter Ausschreibung. Bis Anfang Februar 2018 können Anbieter ihre anhand eines Kriterienkatalogs ausgearbeiteten Unterlagen einreichen. „Das mit großem Interesse erwartete Gesamtkonzept der jeweiligen potenziellen Investoren muss zu Langeoog passen – es darf nicht austauschbar oder beliebig, sondern sollte maßgeschneidert und unverwechselbar sein. Die Insel­gemeinde Langeoog sieht daher im zukünftigen Investor einen gleichermaßen guten und sensiblen Entwicklungspartner wie ­einen soliden und seriösen Geldgeber“, heißt es im Ausschreibungstext auf der Website der Inselgemeinde.
„Die ersten Unterlagen sind bereits eingegangen“, teilt Bürgermeister Garrels mit. Nach Sichtung der Vorschläge beginnt die zweite Stufe des IBV: Bis Anfang Mai können die ausgewählten Bewerber signifikante Angebote abgeben, die der Entscheidungsgrundlage für Rat und Gemeinde dienen. Bei einem Interessenbekundungsverfahren geht es darum, ob eine Leistung der öffentlichen Hand auch durch einen privaten Anbieter erbracht werden kann. Es ist kein förmliches Vergabeverfahren, sondern ein Vorgang zur Marktanalyse. Zum IBV eingereichte Angebote sind daher für die Inselgemeinde nicht bindend; es besteht keine Verpflichtung, sie in Auftrag zu geben. Aus dem Vergleich resultiert vielmehr eine Empfehlung zur weiteren Vorgehensweise.

Klärschlammtrocknungsanlage
Eine Erneuerung steht bei der Entsorgung ins Haus: Nach Ratsbeschluss vom August wird die Inselgemeinde auf dem Areal des Klärwerks eine sogenannte Klärschlammtrocknungsanlage (KSTA) nach dem Prinzip der solaren Hallentrocknung errichten lassen. Bislang wird Klärschlamm vererdet und zur landwirtschaftlichen Verwertung ans Festland gebracht. Eine zunehmend unrentable Methode: „Wir fahren hauptsächlich Wasser, das ist teuer“, konstatiert Bürgermeister Uwe Garrels. Zudem hätten sich die Bedingungen für die Entsorgung verschärft.
853-6„Derzeit besteht der Klärschlamm zu 98 Prozent aus Wasser. In der KSTA wird das Verhältnis umgekehrt: Er besteht dann zu 80 Prozent aus Trockensubstanz, mit einer Konsistenz von Blumenerde“, berichtet Eilert Flessner‚ Abwassermeister des Klärwerks. „Die Reduktion spart nicht nur Transportkosten, sie verringert auch die CO2-Emission, da weniger Transporte anfallen.“
Klärschlammtrocknungsanlage mit solarer Hallentrocknung – das klingt hoch technisch, funktioniert aber nach einem einfachen Prinzip: „Die KSTA ähnelt einem großen Gewächshaus. Der Klärschlamm wird vorher mechanisch eingedickt, zum Beispiel durch eine Schneckenpresse, und dann in die etwa 1000 Quadratmeter große Halle gepumpt“, erklärt Eilert Flessner. Die Halle wird kontinuierlich befüllt. Solare Trocknung bedeutet, dass der Wasseranteil im Schlamm durch die Sonneneinstrahlung verdunstet. Sensoren und Lüfter regulieren die Luftfeuchtigkeit in der KSTA. Zur besseren Trocknung wird das Material stetig gewendet. Diese Aufgabe übernimmt das „Schwein“, ein selbsttätig arbeitender Roboter, der wie ein Seifenkistenauto aussieht.
Naturgemäß funktioniert das Solarprinzip besonders gut im Sommer. Was gut passt, denn dann fällt auch der meiste Klärschlamm an, bis zu 100 Kubikmeter pro Tag. Im Winter, wenn die Sonne kürzer und schwächer scheint, ist auch die Kläranlage weniger gefordert. Zurzeit läuft das Ausschreibungsverfahren für die KSTA, der Bau soll 2018 erfolgen.

Straßensanierung mit Weihnachtspause
Reger Baubetrieb zwischen Rathaus und Inselapotheke: Der obere Teil der Hauptstraße und der Straßenzug Am Wasserturm werden saniert. Zudem erneuern die Versorger Telekom, EWE (Strom und Gas) und OOWV (Wasser) in der Trasse zum Teil komplett ihr Netz. Nach Vorbereitungsarbeiten im Oktober ­begann Anfang November die eigentliche Maßnahme. Dabei ­arbeiten zwei Bautrupps von den Enden her aufeinander zu. Um Beeinträchtigungen für Anwohner und Passanten zu vermindern, gehen sie in mehreren Teilabschnitten von 50 bis 60 Metern Länge vor (der „Utkieker“ berichtete).
Seit Mitte November wird am Wasserturm in Höhe „Dwarslooper“ der Kanal gelegt. „Anders als ursprünglich gedacht, muss die Kanalisation doch in Teilen erneuert werden, das hatten ­aktuelle Untersuchungen ergeben“, berichtet Marc Sjuts; als ­Abteilungsleiter der Inselgemeinde für den Technikbereich ist er unter anderem für die Straßenbaumaßnahme zuständig. „Der ­erste Teil des Schmutzwasserkanals ist verlegt, die Pflaster­arbeiten sind ebenfalls angelaufen.“ Die G. Herfeld GmbH aus Rechtsupweg führt die Arbeiten aus. Bauherrin ist die Insel­gemeinde, die Projektplanung übernahm die HI Nord Planungsgesellschaft mbH Osnabrück. Da die Sanierung durch das Herz des Ortes verläuft, wird besondere Rücksicht auf die Bedürfnisse der Passanten und ansässigen Betriebe genommen. So ­wurden die Bauabschnitte so eingerichtet, dass die Anlieferung für den Supermarkt Kramp gewährleistet bleibt.
Beginnend am 23. Dezember, wird in den Weihnachtsferien eine Betriebspause eingelegt. „Die Straße soll dann einigermaßen begeh- und befahrbar sein“, sagt Marc Sjuts. Anfang Januar werden die Arbeiten wieder aufgenommen. Bis Ende Mai, inklusive einer weiteren Betriebspause über Ostern, soll die Maßnahme abgeschlossen sein – Wind und Wetter vorbehalten. Die Investition beläuft sich auf gut eine Million Euro brutto, sie wird im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms aus EU-Mitteln vom Amt für Regionale Landesentwicklung Weser-Ems gefördert.
Für die Bauarbeiten wurde der kleine Rathauspark gegenüber dem Supermarkt zur Lagerfläche umfunktioniert. Im Zuge der Maßnahme wird das tiefer liegende Areal anschließend aufgefüllt und neu gestaltet. „Das genaue Nutzungskonzept wird mit dem Rat gemeinsam erarbeitet“, erklärt Bürgermeister Uwe Garrels. Die zuvor im Park gefällten Bäume hätten aus Sicherheitsgründen weichen müssen, weil sie krank gewesen seien. Die Neugestaltung des Parks soll im Winter 2018/19 erfolgen.
Dann soll auch der Vormann-Otten-Weg neu gemacht werden, und zwar vom Rathaus bis zum Anschluss Am Wall, einschließlich der Stichstraßen. Auch hier werden Kanalisation und Straßendecke erneuert. Die Inselgemeinde bittet für die derzeitigen und künftigen Beeinträchtigungen um Verständnis: „Dat geiht nich anners – wat mutt, dat mutt.“

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog

Jugend forsch: Sechs neue Azubis
„Sechs Richtige“ im Rathaus und umzu: Gleich sechs junge Menschen haben zum 1. August 2017 ihre Ausbildung bei der Inselgemeinde Langeoog aufgenommen – so viele wie lange nicht.
728-1Lady first: Wiebke Schenk aus Burhafe absolviert im Rathaus eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. Die 19-Jährige pendelt täglich vom Festland auf die Insel. Pendler ist auch Michel Schütze: Der 18-jährige Wittmunder durchläuft bei der Schiffahrt Langeoog eine Ausbildung zum Schiffsmechaniker – wie auch der zwei Jahre jüngere Insulaner Marian Shala. Die beiden sind zunächst auf den Fährschiffen im Einsatz, ehe sie ihr theoretisches Rüstzeug an der Seeschifffahrtsschule Elsfleth erwerben. „Die Ausbildung zum Schiffsmechaniker bietet die Inselgemeinde zum ersten Mal an“, sagt Ausbildungsbeauftragter Wilko Hinrichs, der bei der Inselschiffahrt durch Daniel Dankert unterstützt wird.
Eine Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik hat Lasse Börgmann begonnen. Den ersten Schulblock hat der 17-jährige Insulaner schon hinter sich. Nun lernt er in der Kläranlage bei Marc Sjuts und Eilert Flessner die Praxis der Abwasserreinigung kennen. Fabio Neumann (17) und Niklas Wieland (16) schließlich machen eine Ausbildung zum Kaufmann für Tourismus und Freizeit. Als Insulaner sind sie mit den Aufgabenfeldern des Tourismus-Service Langeoog in Grundzügen vertraut. Mit Thelke Meyer-Hardieck (Kauffrau für Tourismus und Freizeit) im zweiten ­sowie Laura Heyen und Thilo Eschen (beide Verwaltungsfachangestellte) im dritten Jahr beschäftigt die Inselgemeinde insgesamt neun Auszubildende.
Dass vier der sechs neuen Azubis von der Insel kommen, freut Bürgermeister Uwe Garrels besonders: „Wir hatten jahrelang keine Langeooger Bewerber. Diesmal gab es gleich mehrere ­interessante Initiativbewerbungen.“ Die Inselgemeinde sei breit genug aufgestellt, um allen ein abwechslungsreiches Ausbildungsspektrum zu bieten. „Zudem wollen und müssen wir dem drohenden Fachkräftemangel auf der Insel entgegensteuern.“

Kulturfahrt: Noch Plätze frei
Lust auf Ostsee? Für die diesjährige Kulturfahrt der Inselgemeinde vom 30. November bis 4. Dezember 2017 sind noch Plätze frei. Die fünftägige Kurzreise führt zur Insel Usedom, mit Tagesausflug nach Stettin und möglichem Musicalbesuch (Aladdin, Tanz der Vampire) in Hamburg. Der Reisepreis (inklusive Hotel, Halbpension, Fahrt im Bistroliner, Ausflüge, Musical) beträgt 435,– Euro pro Person im Doppelzimmer und 510,– im Einzelzimmer. Interessierte melden sich im Rathaus, Zimmer 15, bei Susanne Wittenberg (Tel. 04972/693-115).

Erlebnisbad: neue Lüftung
Der Umbau des Freizeit- und Erlebnisbades geht planmäßig vonstatten: Im Nebengebäude entstehen im ersten Bauabschnitt der neue Badeingang, ein Kiosk für Badbesucher sowie Sozialräume für das Personal (der „Utkieker“ berichtete). Aktuell steht in diesem Zusammenhang die Installation einer neuen Lüftungsanlage an. Sie wird für „frischen Wind“ in Foyer, Umkleiden und Duschen sorgen. Die neuen Lüftungsaggregate werden aus Platzgründen auf dem Dach montiert. Der Auftrag, der auch die Demontage der alten Anlage beinhaltet, wurde für rund 122.000,– Euro an die LKT Luft-Klima-Technik GmbH aus Langenhagen vergeben. Das Worpsweder Büro john becker Ingenieure koordinierte die Vergabe. Beginn ist im Oktober, bis Ende Januar 2018 soll die Installation abgeschlossen sein.

Langeoog III zur Werft
Den Passagieren fehlt sie ebenso wie der Schiffahrt der Insel­gemeinde: die Langeoog III. Wochenlang lag das Fahrgastschiff am Westkai von Bensersiel. Im August wurde an einem der beiden Mitsubishi-Aggregaten ein Motorschaden festgestellt, verursacht durch eine gebrochene Kurbelwelle. Die Motoren waren erst 2003 eingebaut worden. Der Ausfall der Langeoog III bedeutet eine Herausforderung für den Fährverkehr, der aber möglichst fahrplangerecht eingehalten wird. So unterstützt die Crew der Langeoog III die Mannschaften der anderen Fähren.
728-2Abhilfe ist in Sicht: „Eine neue Maschine wurde bestellt. Sie wird voraussichtlich im November geliefert und dann umgehend auf dem alten Block installiert“, berichtet Jens Heyen, Leiter der Flotte und Fahrdienstleiter. Schon Ende September wurde die Langeoog III zur Fassmer-Werft in Berne / Wesermarsch verlegt. Bei diesem lang geplanten Aufenthalt werden die Mannschaftslogis der Fähre modernisiert. Die Quartiere aus dem Jahr 1978 entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand von Energie- und Klimatechnik. Die alten Unterkünfte werden daher komplett entkernt und neu gestaltet. „Im Zuge der Modernisierung erfolgt nun auch der Motoreinbau“, so Jens Heyen. Man hoffe, dass das Schiff zur Weihnachtszeit wieder im Einsatz sei.

Ministerpräsident an Bord
728-3Prominenz in Bensersiel: Niedersachsens Ministerpräsident ­Stephan Weil kam am 30. August zu Gesprächen ins Nordseeheilbad. Tagungsort war dabei die Langeoog III. Bürgermeister Uwe Garrels nutzte das Treffen, um die Herausforderungen zu erörtern, denen sich Langeoog und die anderen Inseln bezüglich der Schifffahrt stellten. So wies er darauf hin, dass die Fahrwasser ausreichend dimensioniert sein müssen. Die Verhältnisse dürften sich nicht verschlechtern, da dies sonst den Tourismus beeinträchtigen würde. Hier sei das Land gefordert, die entsprechende Infrastruktur bereitzustellen. Das gelte auch für den sozialen Wohnungsbau: Garrels betonte die Notwendigkeit, bezahlbaren Wohnraum vorzuhalten. Ein weiteres Thema war die Deichsicherheit: Der Generalplan Küste sieht vor, die Deiche um einen halben Meter zu erhöhen. Gemeinsam mit Esens’ Bürgermeisterin Karin Emken meinte Uwe Garrels in Anbetracht dieser moderaten Größe: „Die Erhöhung kann gut auf der bisherigen Deichlinie realisiert werden.“

Straßensanierung vom Rathaus bis Am Wasserturm
Es geht los: In diesem Winterhalbjahr werden die Hauptstraße und Am Wasserturm zwischen Rathaus und Inselapotheke erneuert. Ab Oktober finden vorbereitende Arbeiten wie Einmessungen und Baustelleneinrichtung statt. Zudem sind in diesem Monat hier die Versorgungsunternehmen tätig: Die Telekom ­saniert ihr Netz im Zuge des Breitbandausbaus, die Versorger EWE und OOWV verlegen Gas- und Wasserleitungen.
728-4Die großen Arbeiten beginnen Anfang November: Komplett erneuert wird die Straßendecke, in Teilen auch die Kanalisation. Dabei arbeiten zwei Bautrupps von den Enden her aufeinander zu. Um die Beeinträchtigungen für Anwohner und Passanten zu verringern, gehen sie in mehreren Teilabschnitten von 50 bis 60 Metern Länge vor. Die beiden ersten Abschnitte reichen in etwa vom Rathaus bis zum Supermarkt Kramp sowie von der Apotheke bis zum Nordseehotel Kröger. „Auch bei zeitweiligen Vollsperrungen bleiben die Betriebe fußläufig und für Lieferanten eingeschränkt erreichbar“, erklärt Marc Sjuts, der als Abteilungsleiter der Inselgemeinde für den Technikbetrieb unter anderem für die Straßenbaumaßnahme zuständig ist.
728-5Mit der Erneuerung des Straßenpflasters wird auch das Niveau von Straße und Bürgersteig angeglichen: Der Bordstein verschwindet, was nicht nur Nutzer von Kinderwagen und Rollstühlen freuen dürfte. Verlegt wird, wie zuvor in der Hauptstraße, Modena-Pflaster in der Farbe Montana: Der Betonstein ist abriebfest und bildet eine Mikrofuge, die Verkehrslärm mindert. Von Bahnhof bis Wasserturm bietet sich dann ein homogenes Straßenbild.
Über die Weihnachtsferien wird mit Rücksicht auf den touristischen Betrieb eine Arbeitspause eingelegt, Ziel ist eine Fertigstellung bis Ende Mai 2018 – Wind und Wetter vorbehalten. Bauherrin ist die Inselgemeinde, ausführendes Unternehmen die G. Herfeld GmbH aus Rechtsupweg. Die Projektplanung übernahm die HI Nord Planungsgesellschaft mbH Osnabrück. Die ­Investition beläuft sich auf gut eine Million Euro brutto, sie wird im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms mit maximal 264.382,30 Euro aus EU-Mitteln vom Amt für Regionale Landesentwicklung Weser-Ems gefördert.

Maschinenpark modernisieren
Der Maschinenpark der Inselgemeinde wird nach Ratsbeschluss aufgefrischt: So soll ein neuer Elektro-Frontgabelstapler für die Güterabfertigung im Bahnhof angeschafft werden. Bedarf hat zudem die Abfallentsorgung: Sie benötigt einen neuen LKW für den Transport der Müllcontainer, einen sogenannten Abroll­kipper. Das alte Fahrzeug ist technisch abgängig. Der neue LKW soll mehrachsig sein. Als Kosten sind für den Gabelstapler etwa 39.000,– Euro, für den LKW rund 135.000,– Euro veranschlagt. Die Mittel für die Fahrzeuge sind bereits im Gemeindehaushalt eingestellt.

Auf dem Weg: IBV für KWC und HDI
Ein Mammutprojekt ist die Zukunft vom „Haus der Insel“ (HDI) und dem Kur- und Wellness-Center (KWC). Dazu beschloss der Rat, durch ein gemeinsames Interessenbekundungsverfahren (IBV) die Perspektiven beider Liegenschaften abzustecken. Geplant ist in europaweiter Ausschreibung ein zweiphasiges Verfahren, das durch die VKU Consult GmbH aus Berlin begleitet werden soll. Dabei können Anbieter ihre anhand eines Kriterienkatalogs ausgearbeiteten Vorschläge präsentieren. Wesentlicher Punkt ist hier das städtebauliche Konzept.
Bei einem Interessenbekundungsverfahren geht es darum, ob eine Leistung der öffentlichen Hand auch durch einen privaten Anbieter erbracht werden kann – in diesem Fall die Verwendung der Liegenschaften KWC und HDI. Dabei handelt es sich nicht um ein förmliches Vergabeverfahren, sondern einen Vorgang zur Marktanalyse. Zum IBV eingereichte Angebote sind daher nicht bindend; es besteht keine Verpflichtung, sie in Auftrag zu geben. Aus dem Vergleich resultiert vielmehr eine Empfehlung zur weiteren Vorgehensweise.