Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog

An der Kirchstraße werden die letzten Wohneinheiten bezugsfertig gemacht.

• Mietwohnungsbau vor Vollendung

Das Projekt Mietwohnraum auf Langeoog steht vor der Vollendung: „Wir sind im letzten Vergabeverfahren für Bewerber mit Wohnberechtigungsschein“, teilt Bürgermeister Onno Brüling mit. Aktuell werde an den letzten Wohneinheiten gearbeitet. Außen entstehe zudem noch ein kleiner Spielplatz im Zentrum der Wohnanlage. „Wenn der Innenausbau zügig erfolgt, wonach es aussieht, können die Mieter, je nach Baufortschritt, voraussichtlich im Juli einziehen.“ Bis jetzt liege das Projekt sowohl im Kosten- als auch im Zeitplan.

Zwischen den Häusern wird ein Spielplatz errichtet.

Auf dem früheren Internatsgelände an der Kirchstraße entstehen 45 Wohneinheiten für ein bis fünf Personen. Ein Großteil davon wurde an Personen mit gültigem Wohnberechtigungsschein vergeben. Bauherrin ist die Inselgemeinde Langeoog, die das Unternehmen Hofschröer GmbH & Co. KG aus Lingen/ Ems mit der Ausführung beauftragt hat.
Die Häuser entstanden in moderner Holz-Raummodul-Bauweise: Im Sommerhalbjahr wurden die Module vorgefertigt und im Winterhalbjahr verbaut. Auf diese Weise gab es keinen Zeitverlust durch den sogenannten „Baustopp“ gemäß der Langeooger Lärmschutzverordnung.

• Nächste Bürgersprechstunde im Juni

Die mit großem Erfolg von Bürgermeister Onno Brüling eingeführte regelmäßige Bürgersprechstunde findet 2026 alle zwei Monate statt. Nach der ersten Fragestunde am 20. April folgt die nächste im Juni, der Termin wird noch bekannt gegeben. Die Veranstaltung im Ratssaal versteht sich als offene Dialog- und Diskussionsplattform. Vertrauliche Einzelgespräche mit dem Bürgermeister sind nach Vereinbarung im Rathaus möglich.

• Neu: Webcam auf dem Wasserturm

Wer in den vergangenen Monaten auf www.langeoog.de die Webcams aufrief, blickte nur auf den – wenn auch sehenswerten – Inselhafen. Andere Ansichten waren inaktiv. Grund: Der Standort an der leerstehenden „Strandhalle“ musste aufgegeben und ein neuer gefunden und eingerichtet werden. Am 16. April war es soweit: „Wir freuen uns sehr, Ihnen heute unsere neue Webcam vorstellen zu dürfen!“, teilte Bürgermeister Onno Brüling in einer Pressenotiz mit.
Die neue Kamera auf dem Wasserturm zeige nicht nur die Nordsee, sondern „ein deutlich erweitertes Panorama unserer schönen Insel.“ Eine Perspektive, die bestimmt Urlaubsgefühle aufkommen lasse: „Schauen Sie gerne einmal vorbei.“ Und zwar auf www.langeoog.de/aktuelles/insel-kamera.
Die Aussicht vom Wasserturm birgt Suchtpotenzial, wenn das 180-Grad-Panorama über den seeseitigen Horizont streift: Vom Kurviertel mit Erlebnisbad über das Hauptbad mit den „Bunten Buden“ bis zum Weststrand samt Kiosk, Kurheim und Baltrum-Blick reicht die Fernsicht. Mehr noch: Im Panorama-Modus lässt sich ins Bild rein- und rauszoomen. Und der „Zeitraffer“ bietet gleich vier Modi: Morgenstimmung, Tagesverlauf, Abendstimmung und Nacht (besonders eindrucksvoll). Das ultimative Nord-Seh-Erlebnis wird jeweils durch stimmige Musik untermalt. Es gibt auch ein Archiv, das sich seit Mitte April füllt – und von Monat zu Monat interessanter werden dürfte.
Damit nicht genug: „Wir prüfen, ob noch ein weiterer Standort für eine Webcam infrage kommt“, verrät Interims-Tourismusmanager Thomas Döbber-Rüther.

• Streuobstwiese

Engagieren sich für die Streuobstwiese: Onno Brüling und Marko Schurig (v.l.). Foto: Inselgemeinde

Die Baumpflanz-Challenge 2025 (der „Utkieker“ berichtete) hat eine wunderbare Streuobstwiese im Park in der Mittelstraße entstehen lassen, die schon jetzt zeigt, was gemeinschaftliches Engagement bewirken kann. Doch wie so oft gilt: Nach der Challenge ist vor der Challenge – denn das Pflanzen ist nur der Anfang. Jetzt beginnt die Phase, in der Pflege, Aufmerksamkeit und Ausdauer darüber entscheiden, ob die jungen Bäume kräftig wachsen und eines Tages reiche Früchte tragen.
Damit dies gelingt, fanden sich bereits mehrere Unterstützer: Marko Schurig hat sich bereiterklärt, die Bäume fachgerecht zu düngen und notwendige Pflegeschnitte durchzuführen. Die evangelische Kirche stellt das Wasser für die Bewässerung vom Friedhof aus zur Verfügung. Onno Brüling hat Gartenschlauch und Dünger gespendet und damit einen wichtigen praktischen Beitrag geleistet. Direkt nach dem Aufruf im Natur- und Landschaftsausschuss hat sich zudem Desi-Maren Kottmeier gemeldet, die künftig das regelmäßige Wässern übernimmt.
Alle, die im Rahmen der Baumpflanz-Challenge im Park in der Mittelstraße einen Baum gepflanzt haben, bittet die Inselgemeinde, sich bei Marko Schurig oder Onno Brüling zu melden. Hintergrund ist, dass der Standort der Streuobstwiese noch mit einem Lageplan versehen werden soll, in dem die Art, gern auch die Sorte, die Spender und der genaue Standort eingetragen werden.
Zusätzlich ist geplant, die Videos der Challenge über einen QR-Code vor Ort sichtbar zu machen. Man freue sich deshalb über die Zusendung der Namen der Spender und der Videoclips. „Wir hoffen, dass alle ihre Bäume aus der Challenge 2025 im Herzen behalten“, erklären die Initiatoren, „und dass wir bald nicht nur im Park an der Mittelstraße, sondern überall auf Langeoog die Früchte dieser besonderen Aktion ernten können.“

• Schiffahrt Langeoog: Dieselzuschlag

Die aktuelle Energiekrise zieht nun auch Langeoog-Fähren und Inselbahn in Mitleidenschaft. Die Einkaufspreise für Schiffsdiesel sind laut Inselgemeinde um gut 50 Prozent gestiegen; dies könne die Schiffahrt finanziell nicht auffangen, heißt es. Daher hat der Rat beschlossen, dem Beispiel anderer Fährunternehmen an der Küste zu folgen und vom 1. Mai 2026 an einen ­Dieselzuschlag zu erheben.
Der Zuschlag beträgt im Mai pro Fahrt 70 Cent, Kinder und ­Familien zahlen keinen Aufpreis. Die Preisentwicklung wird jeden Monat überprüft und der Zuschlag dem Einkaufspreis angepasst. Das heißt: Wird der Diesel billiger, sinkt der Zuschlag oder entfällt im besten Fall ganz. Im schlechten Fall könnte er allerdings auch steigen. Die jeweilige Höhe ist einsehbar auf langeoog.de/beitraege/preise-fur-die-fahre-nach-langeoog. Im Voraus gekaufte Tickets bleiben zum gekauften Preis gültig. – Die Gemeinde bittet für die Maßnahme um Verständnis: Der Dieselzuschlag helfe, die Belastungen abzufedern und die dringend notwendigen Investitionen in diesem Jahr umzusetzen.

• Förderabsage für Turnhallensanierung

Die Inselgemeinde Langeoog zeigt sich enttäuscht von der Ablehnung ihres Förderantrags im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS). „Das Projekt zur dringend erforderlichen Sanierung der Turnhalle konnte trotz nachgewiesenem Bedarf keine Berücksichtigung finden“, bedauert die Inselgemeinde in einer Pressemitteilung vom 27. April 2026.
Für die Insel hat die Turnhalle eine zentrale Bedeutung: Als einzige vollwertige Sporthalle vor Ort gibt es keine Ausweichmöglichkeiten. Aufgrund ihres hohen Alters und der zunehmenden Sanierungsbedürftigkeit kommt es jedoch immer wieder zu Einschränkungen und Ausfällen, im Schul- wie im Vereinssport. „Diese Situation ist für unsere Kinder, unsere Vereine und das gesamte Gemeindeleben nicht hinnehmbar“, betont Bürgermeister Onno Brüling. „Eine grundlegende Sanierung ist zudem wirtschaftlich sinnvoller, als dauerhaft nur auf Verschleiß zu reagieren und immer wieder Reparaturen vorzunehmen.“
Der Bürgermeister kritisiert die Entscheidung des Bundes deutlich: „Die enorme Überzeichnung des Programms – mit mehr als 3.600 eingereichten Projekten bei lediglich 314 bewilligten Vorhaben – macht sehr klar, wo der tatsächliche Bedarf in den Kommunen liegt. Gleichzeitig zeigt sie aber auch, dass die bereitgestellten Mittel bei weitem nicht ausreichen, um die bestehenden Herausforderungen vor Ort anzugehen.“ Vor diesem Hintergrund setzt die Inselgemeinde Langeoog große Hoffnung in die angekündigte nächste Förderrunde im Herbst 2026. „Ich erwarte, dass das Programm dann mit einem deutlich höheren Finanzrahmen ausgestattet wird. Alles andere würde der Realität in den Kommunen nicht gerecht“, so Brüling weiter.
Zugleich fordert der Bürgermeister ein grundlegendes Umdenken in der Förderpolitik: „Die aktuelle Förderstruktur ist komplex, aufwendig und für kleinere Kommunen oft kaum zu bewältigen. Eine direkte Zuweisung von Mitteln an die Kommunen wäre deutlich zielgerichteter, würde Bürokratie abbauen und sicherstellen, dass notwendige Maßnahmen schneller umgesetzt werden können.“
Gerade kleinere Gemeinden wie Langeoog stünden regelmäßig vor der Herausforderung, umfangreiche Förderverfahren mit begrenzten personellen Ressourcen bewältigen zu müssen. Dies führe dazu, dass dringend notwendige Projekte verzögert oder gar nicht realisiert werden könnten.
Die Inselgemeinde Langeoog wird weiterhin alle Möglichkeiten prüfen, um die Sanierung der Turnhalle voranzubringen und sich auch künftig um Fördermittel bemühen. -ut/köp-