Wo Abenteuer auf Sicherheit trifft

Inselglück mit Brief und Siegel im LSB-Erlebniscamp auf Langeoog

Jedes Zelt hat einen Namen – Zelt 1 etwa heißt „Silbermöwe“. Der Lehrpfad entlang der 30 Zelte stellt Tiere und Pflanzen der Küstenregion vor.

Die Zelte stehen, die Meeresbrise lockt und die Vorfreude ist greifbar: Das Erlebniscamp des Landessportbundes Niedersachsen (LSB) auf Langeoog startet mit einer ganz besonderen Auszeichnung in die neue Saison. Die frisch erworbene QMJ-Zertifizierung setzt im Camp neue Maßstäbe für Jugendreisen und verspricht unbeschwerte Tage, in denen Qualität, Sicherheit und pädagogischer Anspruch Hand in Hand gehen.
Wenn der Wind durch die Dünen streift und das Lachen der Kinder über das Campgelände schallt, dann hat die Saison auf Langeoog offiziell begonnen. Doch in diesem Jahr ist die Aufbruchstimmung noch ein Stück intensiver als sonst.

Camp mit zertifizierter Qualität

Das Erlebniscamp hat schon vielerlei Unterstützung und Auszeichnungen ­erhalten, darunter 2025 das QMJ-Zertifikat des Bundesforums für Kinder- und Jugendreisen (unten links).

Das Erlebniscamp des Landessportbunds (LSB) Niedersachsen darf sich pünktlich zum Start über ein besonderes Qualitäts­siegel freuen: Das QMJ-Zertifikat für „Qualitätsmanagement ­Jugend“. Betriebsleiter Karsten Pümpel konnte die Auszeichnung bereits Ende 2025 entgegennehmen und blickt nun voller Stolz auf das, was sein Team erreicht hat. Hinter den drei Buchstaben verbirgt sich ein anerkanntes System, das speziell darauf ausgerichtet ist, die Qualität in Einrichtungen der Jugendbildung und der Ferienbetreuung nicht nur zu sichern, sondern stetig weiterzuentwickeln.
Für Eltern, Lehrkräfte und Partner ist diese Zertifizierung weit mehr als nur ein dekoratives Schild am Eingang. Sie ist ein verlässlicher Nachweis für Professionalität und Sicherheit. Im Rahmen einer strengen externen Prüfung wurden alle relevanten Bereiche des Camp-Alltags genauestens unter die Lupe genommen. Von der Aufsichtspflicht über das detaillierte Kinderschutzkonzept bis hin zur Hygiene, der Verpflegung und dem Notfallmanagement wurde nichts dem Zufall überlassen.
QMJ steht hier für das tägliche Versprechen, Verantwortung zu übernehmen, Qualität zu sichern und gleichzeitig unvergessliche Erlebnisse zu ermöglichen. Es wurde ein Umfeld geschaffen, in dem sich Kinder, Jugendliche und Eltern gleichermaßen sicher fühlen können.

Barrierefreiheit im Blick

Auch infrastrukturell rüstet das Erlebniscamp weiter auf, um den Komfort und die Inklusion vor Ort zu stärken. So konnten zwei Holzhütten von der Jugendherberge übernommen werden, die nach umfassender Renovierung nun für zunächst drei Jahre als moderne Unterkünfte für die ehrenamtlichen Helfer dienen. Jede Hütte verfügt über vier Betten sowie einen gemeinsamen Aufenthaltsbereich mit Tisch, Stühlen und einem eigenen Badezimmer.
Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Barrierefreiheit: Die Anzahl der rollstuhlgerechten Zelte wurde von drei auf insgesamt sieben erhöht. Diese bieten dank eines befestigten Untergrunds einen stabilen Stand; vier Zelte sind für bis zu zwölf Personen ausgelegt, während drei weitere mit doppelter Fläche Platz für bis zu 24 Personen bieten – wobei eine maximale Belegung gar nicht das primäre Ziel ist, sondern vielmehr der gewonnene Freiraum.
Auch der im Vorjahr vorgestellte Lehrpfad wurde erweitert: Jedes der 30 Zelte ist nun mit einem Schild versehen, das eine küstentypische Tier- oder Pflanzenart inklusive deutschem und lateinischem Namen sowie wissenswerten Informationen zu Natur und Umwelt präsentiert.

Gegenüber den einfachen Zelten wurde im April das Fundament für die neuen rollstuhlgerechten Zelte gelegt. Diese bieten jeweils genügend Raum für bis zu zwölf Personen.

Modernes Verpflegungskonzept

Personell ist das Camp für die kommenden Herausforderungen bestens aufgestellt. Neben Karsten Pümpel sorgt ein verstärktes Team für frische Impulse. Ein neuer Ansprechpartner für Programme und Bildungsmaßnahmen bringt kreativen Wind in die pädagogische Arbeit, während die bewährte Küchenleitung, bestehend aus Christel Klose und Dirk Fink, weiterhin für das leibliche Wohl der Gäste sorgt.
Denn zur Qualität im Erlebniscamp gehört untrennbar ein modernes Verpflegungskonzept, das Genuss mit Gesundheit und Nachhaltigkeit verbindet. Hierauf wird im Camp enorm viel Wert gelegt. Die Ernährung ist ausgewogen, gesund und zu großen Teilen Bio. Neben klassischer Kuhmilch finden sich Hafer- und Sojadrinks im Angebot, und zuckerhaltige Produkte werden bewusst reduziert. Fleisch dient oft nur noch als optionale Beilage zu ansonsten vegetarischen oder sogar veganen Speisen.
„Wir legen großen Wert auf Gesundheit und entsprechende Ernährung“, erklärt Christel Klose mit Leidenschaft. „Wir wollen bunt und gesund essen. Das ist ganz wichtig, denn es schafft Vertrauen. Unsere Gäste finden bei uns das Vertrauen zu guten Lebensmitteln wieder.“

Noch mehr Fundamente: Statt einiger Rundzelte entstehen auch drei große Zelte für bis zu 24 Personen.
Das Erlebniscamp konnte zwei Holzhütten von der Jugendherberge übernehmen und für die ehrenamtlichen Helfer aufbereiten.

Ein besonderes Highlight ist das tägliche „Erlebnisfrühstück“. Hier probieren Kinder oft Neues oder Unbekanntes, das zu Hause vielleicht nicht auf dem Tisch steht – von verschiedenen Müslis mit Quark und Joghurt bis hin zu einer riesigen Auswahl an frischem Obst. Das Prinzip „Fünf am Tag“ ist gelebte Realität: Gemüse und Obst sind für alle frei zugänglich, und frisches Wasser steht den ganzen Tag über kostenlos zur Verfügung.
Passend dazu wird in Kürze ein eigenes Hochbeet fertiggestellt, um Kräuter direkt vor Ort anzubauen. Nachhaltigkeit bedeutet auf der Insel aber auch, Abfälle und Emissionen konsequent zu vermeiden. So ersetzt Wasser aus dem modernen Wasserspender mühsam transportierte Pfandflaschen, die sonst erst per Schiff auf die Insel und später als Leergut wieder zurück aufs Festland gebracht werden müssten.
Dass dieser Weg zur Bio-Zertifizierung so konsequent verfolgt werden kann, ist auch der Unterstützung durch den Lieferanten Transgourmet und einer Förderung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zu verdanken. Letztere ermöglichte durch Fördermittel in Höhe von 12.000 Euro den aufwendigen Zertifizierungsprozess überhaupt erst. Wer seinen Urlaub oder eine Klassenfahrt im Erlebniscamp des LSB Niedersachsen bucht, entscheidet sich also für ein Gesamtpaket aus Sport, Natur und höchstem Qualitätsanspruch.