Voller Klang in der Inselkirche
Mit den Kurkantoren ist auch in dieser Saison für musikalische Momente in der Inselkirche gesorgt
Keine Sorgen müssen sich Musikfans für die neue Saison in der ev.-luth. Inselkirche machen: Auch wenn mit der ehemaligen Kantorin Olga Persitz eine aktive, musikalische Kraft Langeoog verlassen hat, sorgen 2026 wieder eine Vielzahl von Kurkantoren für instrumentale Unterhaltung in der Kirche.
Ähnlich den Kurpastoren kommen Kirchenmusiker als Kurkantoren meist für ein paar Wochen auf die Nordseeinsel und widmen der Inselkirche ihr musikalisches Können. Ob an der Orgel, dem Klavier oder der Gitarre: Sie begleiten die Gottesdienste und bieten zudem auch selbst manchmal Singrunden oder kleine Konzerte an. An dem Amt interessierte Musiker können sich gerne bei Inselpastorin Jeannette Schurig melden unter: kg.langeoog@evlka.de.
Noch bis zum 7. April 2026 ist Klaus-Peter Jamin Kurkantor in der Inselkirche. Vom 8. April bis zum 3. Mai 2026 dient Konrad Suttmeyer als Kurkantor, vom 4. bis zum 30. Mai 2026 Franz Körfer.
Einblick in den Dienst als Kurkantor
Organist Rainald Runge, der vom 14. Februar bis zum 1. März 2026 auf der Insel war, gibt einen Einblick in seinen Dienst als Kurkantor: „Ich begleite die Gottesdienste in der Inselkirche an der Orgel und im „Beiboot“, dem Gemeindehaus, am Klavier“, erzählt der 57-Jährige von seinen Aufgaben.
Erst vor fünf Jahren hat der „schwäbische Chinese“ – der gebürtige Schwabe hat über zehn Jahre in China gelebt und gearbeitet – mit dem Orgelspielen angefangen. „Nach der Pandemie brauchte ich einen Neuanfang und habe dann einfach das gemacht, was ich schon immer einmal ausprobieren wollte.“ Und mit erfolgreich abgelegten D- und C-Prüfungen ist Rainald Runge inzwischen im ganzen Harz unterwegs, wo er viele romantische und barocke Orgeln in oftmals verwaisten Kirchen bespielt. „Wenn die nicht regelmäßig zum Pfeifen gebracht werden, gehen sie kaputt. Ich betreibe also gewissermaßen Denkmalschutz“, erklärt der Kurkantor.
Auch auf der Nordseeinsel warten mehrere Orgeln auf ihn: Denn neben der Orgel in der ev.-luth- Inselkirche lockt auch das Instrument in der kath. St.-Nikolaus-Kirche, das ein oder andere Stück erklingen zu lassen. „In der Karnevalswoche habe ich auch dort ein wenig ausgeholfen.“
Zwischen den beiden Orgeln hin- und herwechselnd kommt Rainald Runge gut und gerne einmal auf bis zu sechs Stunden Üben. „Ich hab’s eben nicht studiert – da muss ich das mit Übung wettmachen“, lacht der Organist. „Der Dienst als Kurpastor ist da perfekt geeignet.“
Auch von der Insel ist der Schwabe begeistert: „Es macht Spaß zu sehen, wie sich die Leute hier selbstlos für die Gemeinschaft einbringen. Die Kirchengemeinde ist einfach zum Gernhaben.“ Da wundert auch seine klare Empfehlung nicht: „Musiker, die Zeit und Lust haben, sollten sich definitiv einmal als Kurkantor auf Langeoog probieren!“ Dem ist dann wohl nichts mehr hinzuzufügen. -rsc-
