Grachten, „Nijntje“, Kirchenkneipen

TSV-Knobelrunde „Der harte Kern“ weilte in Utrecht

„Grüße aus Utrecht“ sandte der TSV-Knobelclub an die Redaktion und an alle „Utkieker“-Fans.

Ins westliche Nachbarland führte vom 26. Februar bis 1. März 2026 die 36. Jahrestour der TSV-Knobelrunde „Der harte Kern“. Zweimal weilte der Würfelclub dort zuvor schon: 1990 in Amsterdam, der größten, und 1993 in Rotterdam, der zweitgrößten Metropole der Niederlande. Die dritte Reise nach 33 Jahren führte in die viertgrößte Stadt: das malerische Utrecht.
Donnerstagmorgen ging es früh los – mit Inselbahn und Fähre, dann mit dem Bus nach Norden, im vollen Zug nach Leer, weiter per Bus nach Groningen, von dort per Bahn über Zwolle nach Utrecht, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Vom Bahnsteig ging es direkt ins Einkaufszentrum „Hoog Catharijne“, das auch das Hotel der TSV-Knobler beherbergte. Schnell im „Hampton by Hilton“ eingecheckt, und schon hieß es am Nachmittag, die Stadt zu erkunden. Besichtigt wurde unter anderem der Utrechter Dom. Auf eine Besteigung des mit 112 Metern höchsten Kirchturms der Niederlande wurde nach demokratischer Abstimmung verzichtet, und zwar einstimmig. Ebenso einmütig wurde beschlossen, den Abend bei einem – Moment, im Wörterbuch nachgucken – „pilsje“ ausklingen zu lassen.

Anderntags …

In Utrecht obligat ist eine Grachtenrundfahrt. Foto: privat

setzten die sieben Würfelfreunde ihre Kultur-Tour mit einem Besuch des Eisenbahnmuseums fort. Nachmittags erlebten sie Utrechts Wasserstraßen auf einer Grachtenrundfahrt, die auch unter ihrem Hotel hindurchführte. Als die Knobler abends in guter Gewohnheit eine Kirche besuchten, erlebten sie eine Überraschung: Das sakrale Gebäude war entwidmet und in eine Kneipe verwandelt worden. Nur die Orgel stand noch verloren auf der Empore, gab aber keine Musik von sich. Dafür gab es – Wörterbuch her! – „lekker biertje“.

Am Samstag wurde erst der Wochenmarkt und gleich darauf das „Nijntje-Museum“ besichtigt. Ein bekannter Sohn der Stadt (neben Sänger Herman van Veen und dem niederländischen König Willem-Alexander) ist der Autor und Zeichner Dick Bruna, der die beliebte Bilderbuchfigur „Nijntje“ schuf, ein kleines ­weißes Kaninchen (deutsch: Miffy oder Nina). In Kindheitserinnerungen schwelgend, ließ es sich die Gruppe nicht nehmen, das Museum zu besuchen.

Oben Orgel, unten Bier: In Utrecht wurde eine zur Kneipe umgewidmete Kirche besucht. Foto: privat
Weckte Kindheitserinnerungen: das „Nijntje“-Museum. Foto: privat

Abends ging es – ohne kirchliche Umwege – zielbewusst in einen Gerstensaft-Fachausschank. Der bot auf seiner Tafel, von „Alvinne“ bis „Zeezuiper“, beachtliche 176 Biersorten feil. Darunter so klangvolle wie „Barbar Blond“, „Delirium Nocturnum“ und „Satan Gold“, aber auch Exoten wie „Viven Chocolate Stout“ und „Jever Fun“. Bis auf Letzteres seien alle Biersorten kritisch verkostet worden, versichern die TSV-ler glaubwürdig.

„Eine ganz tolle Fahrt, wir haben viele Eindrücke mitgenommen“, lautete das Fazit der Knobelrunde, als sie, am Sonntag zurück auf Langeoog, ihre Reise im „Steuerbord“ bei einem „pilsje“, Quatsch: Pils ausklingen ließ. -köp-

„Eet smakelijk – guten Appetit“: Die TSV-Knobler Rainer Hunger, Heinz Pree, Klaus Gümbel, Wolfram Wiedel, Heiko Recker, Thomas Pree und Karsten Luplow (v.l.) genießen holländische Hausmannskost mit einem „biertje“. Foto: privat