Archiv der Kategorie: Inselgeschichten

„Großer Philosoph“ am Bahnhof

Stammgast und Mäzen Bernd-Artin Wessels stiftet
Bronzeplastik – Enthüllung im Park am 2. Oktober
Um ein Kunstwerk reicher ist der öffentliche Raum von Langeoog. Am 2. Oktober 2020 wurde im Park vor dem Bahnhof die von Prof. Bernd Altenstein geschaffene Bronzeskulptur „Figur 1 – Großer Philosoph“ enthüllt. Dazu eingeladen hatten Prof. Dr. Bernd-Artin Wessels und seine Frau Elke aus Stuhr bei Bremen, die der Inselgemeinde die Skulptur im Rahmen einer nachmittäglichen Feierstunde als Schenkung übergaben.
„Gemeinsam nach vorne denken“
In seiner Begrüßung nannte Artin Wessels zwei Gründe für die Schenkung: Zum einen, so der Mäzen mit leichtem Augenzwinkern, gebe es auf Langeoog bislang noch zu wenig Kunst im ­öffentlichen Raum. Eine erste Abhilfe wolle man mit dem „Philosophen“ schaffen: Sein Schöpfer Bernd Altenstein zähle zu den führenden bildenden Künstlern im Bereich figürlicher Plastik. Zweiter Grund sei der Dank an Insulaner und Gemeinde, dass „meine Frau und ich
seit vielen Jahren mehrmals im Jahr hier Urlaub machen dürfen, um Erholung und Freude zu finden.“ Er sei vor 60 Jahren, seine Frau vor 65 Jahren das erste Mal nach Langeoog gekommen, inzwischen habe man hier viele Freunde gefunden.
Verbunden mit dem Wunsch, für Langeoog etwas Besonderes zu tun, war Artin Wessels’ Dank an die Beteiligten, die diese Aktion ermöglichten. Dazu zählten das Team um Bauunternehmer Onnen Schreiber und die Firma Eckhardt sowie Ralf Heimes und Martin Wirdemann von der Inselgemeinde. Dieses Projekt habe Menschen von der Insel und dem Festland zusammengeführt. In diesem Sinne sei auch die Aussage der Skulptur „Großer Philosoph“ zu verstehen: „Gemeinsam nach vorne blicken und denken.“
„Skulptur ein schöner Willkommensgruß“
„Ich freue mich, stellvertretend für die Inselgemeinde hier eine ‚neue alte Bekannte‘ in Empfang nehmen zu dürfen“, hob Bürgermeisterin Heike Horn in ihrem Grußwort die Beziehung des Kunstwerks zu Langeoog hervor. Neu sei die Skulptur an diesem Platz vor dem Bahnhof; eine alte Bekannte indes, da sie zuvor 15 Jahre lang auf dem Wesselsschen Anwesen auf der Insel gestanden habe. Man könne sie deshalb mit Fug und Recht als Langeoogerin bezeichnen, wie auch Elke und Artin Wessels gewissermaßen Langeooger seien: „Sie tragen die Insel in ihrem Herzen.“
Zudem würdigte Heike Horn die Rolle von Artin Wessels als Unternehmer, Senator, Reeder, Mäzen und Stiftungskurator, der „mit persönlichem und finanziellen Einsatz“ die Insel auf vielfältige Weise unterstützt habe, etwa als Mitbegründer des Langeooger Golfplatzes. Nun dürfe man die Bronze entgegennehmen: „Sie erscheint wie durch Wind und Sturm geglättet. Gleichzeitig spürt man Ruhe und Gelassenheit, die von ihr ausgeht. Für Langeoog ist die Skulptur ein schöner Willkommensgruß bei der Ankunft am Bahnhof“, unterstrich die Bürgermeisterin den herzlichen Dank der Inselgemeinde für die großzügige Schenkung.
„Aspekt der Gelassenheit“
Abschließend gab Prof. Bernd Altenstein aus Worpswede eine kurze Einführung in sein Werk, das, seine Werkreihen „Bürger im Block“ und „Auf schmalem Grat“ aufgreifend, im Jahr 2000 entstand. „Wir neigen dazu, uns abzuschirmen – mit zwei Konsequenzen: Einerseits fühlen wir uns sicher, andererseits binden wir uns. Dabei bewegen wir uns auf einem immer schmaleren Grat“, gab der Künstler einen Interpretationsansatz. Wichtig sei ihm auch der Aspekt der Gelassenheit gewesen: „Dieser Philosoph ist nicht hektisch, sondern überlegt und ruhig.“ Wesens­züge, über die nachzusinnen sich lohnt. Und das nicht nur am Bahnhof. -köp-
Auf schmalem Grat: „Figur 1 – Großer Philosoph“
Nein, es ist nicht Picasso. Auch nicht Charles de Gaulle, wie ein Besucher vermutete. Die neue Bronzeplastik im Park vor dem Bahnhof stellt niemand Bestimmtes dar. Sie heißt „Großer Philosoph“ und will dementsprechend, zur inneren Einkehr einladend, auch das Nachdenken anregen. Doch es liegt wohl in der Natur des Menschen, Vertrautes im Fremden zu suchen, Gesichtern einen Namen zu geben. 
„Der Kopf ist kein Porträt, er entsteht vielmehr aus der Struktur heraus“, betont Bernd Altenstein. Dabei entwickelt sich eine bildhauerische Idee wie „Großer Philosoph“ oft langsam: „Manche Ideen schmoren jahrelang im Hinterkopf, ehe sie Gestalt annehmen. Es dauert, bis die Idee ihre Form gefunden hat.“ Auch der Produktionsprozess braucht Zeit: Im Jahr 2000 ersonnen, wurde die Form der 348 Kilogramm schweren Skulptur zunächst in Gips aufgebaut und dann 2003 im Sandgussverfahren bei Harms in     Oldenburg gegossen. 2005 schließlich kam die Bronzeplastik nach Langeoog.
„Großer Philosoph“ ist eine fast scheibenhaft schmale Skulptur, die einen in einem blockartigen Sessel sitzenden Mann zeigt. Ob ihn der Sessel trägt oder einschließt? Jedenfalls scheint sich der „Philosoph“ mit seiner Situation arrangiert zu haben. Er strahlt Abgeklärtheit aus. Dass immer wieder Passanten vor ihm stehen und, kopfnickend oder -schüttelnd, über ihn diskutieren, stört ihn nicht. Im Gegenteil: Könnte er lächeln, er würde es tun. Vielleicht.
Bernd Altenstein …
kam 1943 in Schloßberg/Ostpreußen zur Welt. „Ich habe schon seit der Vorschulzeit gezeichnet, später auch gemalt und modelliert“, erzählt er am Rande der Skulpturenenthüllung. Das Inte-resse am Figürlichen blieb. Nach der Schule machte er ein bildnerisches Praktikum, studierte Bildhauerei in Stuttgart, war ab 1970 wissenschaftlicher Assistent an der TU Braunschweig. „Am Lehrstuhl für Architektur habe ich viel für meine Bildhauerei gelernt.“ Ab 1975 lehrte er als Professor an der HfK Bremen im Studiengang Freie Kunst, wo er die figürliche Bildhauerei prägte. 1983 begann er seine Werkreihe „Bürger im Block“. Deren Thema ist die bürgerliche Lebens- und Arbeitswelt und die damit einhergehende Fesselung des Menschen mit allen physischen und sozialen Auswirkungen. In jüngerer Zeit folgte die Werkgruppe „Auf schmalem Grat“. Seit seiner Emeritierung 2009 ist Bernd Altenstein als freischaffender Bildhauer in Worpswede tätig, in einem Gemeinschaftsatelier mit seiner Frau, der aus ­Carolinensiel stammenden Bildhauerin Gisela Eufe. -köp-

Familienfest für eine Jahrhundert-Frau

Insulanerin Alice Happek feierte ihren 100. Geburtstag 
Wenn Engel reisen, lacht der Himmel – wenn sie ihr Wiegenfest feiern, erst recht. Wie selbstverständlich schien daher am 11. August eine strahlende Geburtstagssonne für Alice Happek. Die Insulanerin beging an diesem sommerlich-warmen Dienstag ihren 100. Geburtstag. Die Feier erfolgte coronabedingt im engen Familienkreis, stattliche sechs Generationen hatten sich mit Abstand eingefunden. Den dafür geeigneten Rahmen bot das Veranstaltungshaus „Neei Bauhoff“. Und die ganze Familie packte bei dem gelungenen Fest tatkräftig mit an.
Aufmerksam verfolgte eine muntere Alice Happek das Geschehen, in dessen Mittelpunkt sie stand. „Ich freue mich, dass Ihr da seid und wünsche uns einen schönen Nachmittag!“ Kurz und treffend hieß das Geburtstagskind seine Gäste willkommen. Zu den Gratulanten zählte auch Bürgermeisterin Heike Horn, die kleine Streiflichter auf das Leben von Langeoogs ältester Einwohnerin warf: 1939 habe Alice Stolle den Bauingenieur Rudolf Happek geheiratet, nach langen Jahren am Festland sei das Ehepaar 1973 auf die Insel zurückgekehrt. Mit den Glückwünschen der Inselgemeinde überbrachte die Bürgermeisterin zudem die Würdigungen von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und dem Wittmunder Landrat Holger Heymann. Die Gratulationen seitens der Langeooger Kirchengemeinden sprachen Inselpastor Christian Neumann und Pastoralreferentin Susanne Wübker aus.
Für das Geburtstagsständchen begab sich ein Teil der Gäste auf die Terrasse. Von dort erscholl zu Ehren der Jubilarin fröhlich der Kanon „Viel Glück und viel Segen“ in den Festsaal hinein. Überhaupt zog sich Musik als Leitfaden durch die Feier. So hatte sich Alice Happek von den Gästen anstelle von Geschenken eine Spende für die Stiftung „Musik auf Langeoog“ gewünscht. Anspielend auf diesen Wunsch, setzte sich Pastor Neumann ans mitgebrachte Keyboard und intonierte gleich drei Stücke: Beethovens „Ode an die Freude“, den Choral „Nun danket alle Gott“ und den irischen Reisesegen „Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen“. Harro Schreiber und Gerrit Agena von der Langeooger Gruppe „Washhouse Company“ sangen für ihre Großtante das bekannte „Lili Marleen“, die Volkslieder „Dat du mien Leevsten büst“, „De Groffschmitt“ und den Seasong „Greenland Whale Fishery“.
Weiterer Höhepunkt der Geburtstagsfeier war die Präsentation von Alice Happek als „Fernsehstar im NDR“: Während des Corona-Lockdowns hatte Harro Schreibers Frau Friederike Depping-Schreiber die Vorabend-Talksendung DAS! mit Filmmaterial für mehrere Beiträge versorgt. Diese waren auf dem Fest noch einmal zu sehen. „Tante Alice“ kommentierte darin die Corona-­Krise lapidar: „Dor stah wie vör – dor mutt wie dör.“ Das kluge Lebensmotto einer Jahrhundert-Frau. -köp-

Yoga-Auszeit auf Langeoog

Workshops mit Karin Trittner im „Neei Bauhoff“

Auszeit für Dich! Unter dem Titel „Die zehn Energiekörper … heilen und stärken mit Kundalini Yoga“ bietet Katrin Trittner aus dem Wangerland an drei Terminen in diesem Jahr fünftägige Yoga-Workshops an. Die Kurse finden im Veranstaltungshaus „Neei Bauhoff“ statt, und zwar vom 21. bis 25. Oktober, 4. bis 8. November und 2. bis 6. Dezember. Das Veranstaltungshaus mit integriertem Yoga- und Klangzentrum direkt „An den Bauhöfen“ bietet für diese besondere Art der Auszeit die ideale Umgebung, um die speziellen Aufgaben sowie das Zusammenspiel der zehn Energiekörper kennenzulernen.
Die Teilnehmer erfahren, wie die eigene Gesundheit durch Stärkung und Ausgleich der eigenen zehn Energiekörper mit Kundalini Yoga und Meditation positiv beeinflusst werden kann. Katrin Trittner ist Kundalini-Yoga-Lehrerin und gab bereits im November 2019 einen Workshop im „Neei Bauhoff“. Sie begleitet seit 2010 Menschen dabei, ihren individuellen Weg zu finden in ein glückliches, gesundes, nachhaltiges und selbstbestimmtes      Leben.
Am ersten und am letzten Workshop-Tag wird jeweils eine ­Yoga-Einheit von zwei Stunden angeboten, an allen anderen Tagen jeweils zwei Yoga-Einheiten – am Vormittag und am späten Nachmittag. Das Angebot richtet sich an Einheimische, Urlauber und Zweitwohnungsbesitzer auf der Insel. Mitzubringen ist lediglich bequeme Kleidung, für alles andere ist gesorgt. Details finden die Teilnehmer auf der Website www.kundalini-yoga-wangerland.de/kundalini-yoga-reisen unter dem entsprechenden Terminwunsch. Rückfragen beantwortet Katrin Trittner auch gerne per Telefon (04425/9694813). -ut-

 

Im Notfall das Überleben sichern

„27. Woche der Notfallmedizin“ im September unter besonderen Bedingungen 
Vom 5. bis 12. September 2020 fand auf Langeoog die „27. Woche der Notfallmedizin“ statt. Veranstalter war die Ärztekammer Niedersachsen, Sachgebiet Ärztliche Fortbildung (SÄF). Die Seminare erfolgten in 13 Räumlichkeiten im und nahe dem „Haus der Insel“. Inhalt war die notfallmedizinische Erstversorgung von Patienten, um ihnen, etwa nach Unfällen, das Überleben zu sichern.
90 Teilnehmer aus ganz Deutschland besuchten die Fortbildung. Zehn Dozenten unterwiesen sie in Theorie und Praxis der Notfallmedizin. Die Organisation hatte SÄF-Leiter Barış Oral inne. Die wissenschaftliche Leitung trug Privatdozent Dr. med. Markus Roessler von der Universität Göttingen; als Autorität in der Notfallmedizin hielt er auch selber Seminare.
„Die Veranstaltungswoche ist eine zusätzliche Weiterbildung für Mediziner. Der Kurs umfasst 80 Stunden insgesamt“, erläutert Barış Oral. Das Besondere: Die 50 Theoriestunden werden durch 30 Praxisstunden ergänzt. „Dabei wird vor Ort auch der Umgang mit technischen Gerätschaften trainiert, wie sie in Notfällen zum Einsatz kommen.“
Ob die Veranstaltung überhaupt stattfinden konnte, war lange Zeit unklar. Zumal die Ärztekammer die für Mai geplanten Fortbildungen auf Langeoog hatte absagen müssen. „Ende Mai, Anfang Juni erst zeichnete sich eine positive Entwicklung ab, sodass wir uns entschlossen, die Fortbildung im September anzubieten“, berichtet Barış Oral. „Die Kurse waren dann frühzeitig ausgebucht. Leider konnten wir nicht alle Interessierten aufnehmen.“ Mit 90 Teilnehmern sei man an der Grenze des Machbaren gewesen: „Das war schon eine große organisatorische Herausforderung, bei der wir auch keine Kosten gescheut haben.“
Ausgetüfteltes Hygienekonzept
In diesem Jahr gab Corona die Bedingungen vor: „Wir haben zwar die Teilnehmerzahl, nicht aber die Qualität der Fortbildung heruntergeschraubt“, betont der SÄF-Leiter. „Um Hygiene- und Abstandsregeln in den Kursräumen wahren zu können, hatten wir uns im Vorfeld darauf verständigt, dass es maximal neun Personen pro Kurs geben sollte.“ So wurden letztlich zehn Gruppen mit je neun Personen gebildet.
„Für diese haben wir ein ausgetüfteltes Hygienekonzept aufgestellt, das unter anderem das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in jedem Raum, in jedem Seminar vorsah“, teilt Barış Oral mit. „Um die Emission von Aerosolen möglichst gering zu halten, stellten wir dafür eigens 2.000 hochwertige FFP-2-Masken bereit. Diese kurzfristig zusammenzubekommen, war allein schon ein logistischer Akt.“ Zudem wurden jeden Morgen der Gesundheitszustand der Teilnehmer per Meldebogen abgefragt und Temperaturmessungen vorgenommen, um „allen Eventualitäten vorzubeugen.“
Zur Auftaktveranstaltung am Samstagvormittag, 5. September begrüßten Barış Oral und Markus Roessler die Teilnehmer im großen Saal des HDI. Dabei übermittelten sie auch die Grüße von Kammerpräsidentin Dr. med. Martina Wenker und Bürgermeisterin Heike Horn, die der Tagung einen erfolgreichen Verlauf wünschten.
„Unser Dank gilt der Inselgemeinde, insbesondere Bürgermeis­terin Heike Horn, die uns die Räumlichkeiten im HDI zur Verfügung stellte, sowie den Hotels ‚Flörke‘ und ‚Bethanien‘ und dem Gemeindehaus ‚Beiboot‘“, freuen sich Barış Oral und Markus Roessler über die gewährte Unterstützung. Und die Stimmung unter den Teilnehmern? „Viele waren froh, dass endlich wieder eine Fortbildung stattfand, wenn auch unter solchen Umständen. ‚Wenn nicht jetzt, wann dann?‘, sagten sie. Insgesamt war die Resonanz sehr positiv.“
Im kommenden Jahr …
sollen nach Möglichkeit wieder alle Fortbildungen der Ärztekammer Niedersachsen stattfinden. Der Schwerpunkt liegt mit fünf Veranstaltungen im Mai, beginnend mit den Sonographiekursen vom 1. bis 9. Mai und endend mit der 68. Woche der Praktischen Medizin (17. bis 21. Mai). Dazwischen liegen die 18. Woche der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (10. bis 14. Mai) und die 49. Psychotherapiewoche (10. bis 15. Mai).
Die 28. Woche der Notfallmedizin ist für den 18. bis 25. September 2021 vorgesehen. Barış Oral: „Corona begleitet uns dann vermutlich immer noch, wird aber in den Fortbildungen nicht zum eigenständigen Thema erhoben.“ -köp/ut-

Das Original hat 111 Orte – Unnachahmlich: Langeoog

Sie sind bekannt als die etwas anderen Reiseführer, die optisch auffälligen Titel der „111 Orte“-Reihe aus dem Kölner Emons Verlag. Seit 2020 hat auch Langeoog seinen Band: „111 Orte auf Langeoog, die man gesehen haben muss“. Wie gewohnt bei der beliebten und oft kopierten Reihe gibt es pro Ort eine Seite spannenden Hintergrund links zu lesen und rechts dazu ein Bild im ganzseitigen Hochformat. Autorin Petra Wochnik führt unterhaltend und kenntnisreich über die von der Natur so reich beschenkte Insel, erzählt die Geschichten hinter den bekannten Attraktionen und führt an neu zu entdeckende, nicht so bekannte Orte. Selbst für Langeooger ist noch Überraschendes dabei.
Urlauber und Tagesgäste erfahren viel Erhellendes über Land und Leute und können sich ein Bild vom Leben und den Menschen auf dem 20 Quadratkilometer großen Eiland machen. Auf dem finden Naturliebhaber und Ruhesuchende ihr Glück. Doch es gibt noch viel mehr zu entdecken als Strand, Wattenmeer und eine einmalige Tier- und Pflanzenwelt. Sonnenklar wird: Langeoog ist zu jeder Zeit eine Reise wert. „Das Buch ist eine Hommage an Langeoog und macht deutlich, dass es sich um ein ganz besonderes Fleckchen Erde handelt“, schreibt der Verlag.
Petra Wochnik ist der Kopf hinter dem Online-Magazin „Ostfriesland Reloaded“ und Autorin vieler Artikel zur Region für Spiegel Online und andere Magazine. Die Publizis-tin und Halb­ostfriesin liebt  den wilden Westen im Norden: die Weite der Landschaft, den unendlichen Himmel und die Schönheit der Ostfriesischen Inseln. Die Bilder machte Andreas Klesse, vielfach ausgezeichnet für seine Fotografien. In seiner unverwechselbaren Handschrift findet der Jeveraner die Linien, die ungewohnten Perspektiven an einem Ort, der als Urlaubsparadies schon millionenfach abgelichtet wurde. -ut-
Das Lesebuch für Insel-Fans – jetzt zu gewinnen!
Das Buch „111 Orte auf Langeoog, die man gesehen haben muss“ ist schon von Weitem zu erkennen: Orange wie der Sanddorn strahlt das Cover. In der Mitte öffnet sich in kräftigem Pink die Blüte einer Rose. Wie keine andere Pflanze prägt sie das Erscheinungsbild von Langeoog. Obwohl sie hier ursprünglich gar nicht zu Hause ist, fühlt sich die Rosa rugosa ausgesprochen wohl auf der Insel. Sie ist definitiv das botanische Wahrzeichen von Langeoog. Ihre Hagebutten zieren nun im Herbst überall das Inseldorf. Genau um diese Rose auf dem Buchdeckel geht es in unserer Verlosungsaktion. Beantworten Sie einfach die folgende Frage: Die wilde Rose Langeoogs ist unter mehreren Namen bekannt. Einer erinnert an ein Knollengewächs. Welcher? a. Kohlrabi-Rose b. Radieschen-Rose c. Kartoffel-Rose d. Steckrüben-Rose Bitte schicken Sie das Lösungswort an: verlosung@soeker-druck.de oder per Post an: Söker-Druck & Verlag Redaktion „de Utkieker“ Marienkamper Straße 1 26427 Esens Zu gewinnen gibt es drei Bücher von „111 Orte auf Langeoog, die man gesehen haben muss“. Unter den Einsendern der richtigen Antwort werden die Gewinner per Los ermittelt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, Einsendeschluss der 10. Oktober 2020. Die „Utkieker“-Redaktion drückt allen die Daumen – viel Glück!

Strandaufspülung: NLWKN sichert Schutzdüne

Küstenschutzmaßnahme zur Sicherung des Pirolatals
700.000 Kubikmeter – so viel Sand fehlt derzeit vor dem Langeooger Pirolatal, um die Insel auch weiterhin zuverlässig vor den Kräften des Meeres zu schützen. Nach einer Kette von Sturm­tiden im Februar 2020, mit sichtbaren Folgen für den Strand und die vorhandenen Sanddepots, sah der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) noch für diesen Sommer konkreten Handlungsbedarf.
Ab Anfang Juni wurde die Baustelle für die erforderliche Strand­aufspülung eingerichtet. Dazu wurde vom West- zum Oststrand eine Spülleitung verlegt. Das Areal am Hauptbad ist unterdükert, sprich: untertunnelt, um den sommerlichen Betrieb am Bade- und Burgenstrand nicht zu stören. Die Küstenschützer werben für Verständnis bei Insulanern und Gästen. Ein Abschluss der Arbeiten ist bis September 2020 vorgesehen.
„Die erheblichen Sandverluste vom letzten Winter erfordern ein Handeln noch bis zum nächsten Winterhalbjahr. Wir können das gute Schutzniveau für Langeoog nur gewährleisten, wenn wir mit entsprechenden Maßnahmen in der sturmflutfreien Zeit des Sommers gezielt aktiv werden“, betont Professor Frank Thorenz, Leiter der für die Ostfriesischen Inseln zuständigen NLWKN-­Betriebsstelle Norden-Norderney. „Eine Überschneidung mit der Tourismussaison ist deshalb leider nicht zu vermeiden.“
Für Bauaktivitäten und Aufspülungsmaßnahmen steht den Küs­tenschützern nur ein schmales Zeitfenster von Mai bis September zur Verfügung. Dieses nutzt man jetzt beim NLWKN: Simulationen des Landesbetriebs haben ergeben, dass im Fall schwerer Sturmfluten angesichts der im letzten Winterhalbjahr eingetretenen Sanddefizite andernfalls erhebliche Dünenabbrüche am Pirolatal wahrscheinlich sind. Strand und Sanddepot vor der Schutzdüne waren zuletzt in den Jahren 2017 und 2018 aufgespült worden.
Mit der Strandaufspülung …
betraute der NLWKN die niederländischen Spezialunternehmen Baggerbedrijf De Boer / Dutch Dredging B.V. und Delta Coastal Services B.V. Anfang Juni wurde das Material für die Landleitung über den Strand im Westen der Insel eingeschifft. Im Anschluss begann die Montage und Verlegung der Rohre. ­Wegen eines Bruchs der Rohrleitung kam es zu Verzögerungen, die Pipeline wurde aber Ende Juni repariert.
„Spülbeginn ist voraussichtlich im Juli, wenn alle Leitungen verlegt sind“, erklärt NLWKN-Projektleiter Theo van Hoorn. Dann kreuzt der 72 Meter lange und 14 Meter breite Laderaumsaugbagger „Amazone“ von Baggerbedrijf De Boer B.V. vor der Insel. Der Sand für die Langeooger Strandaufspülung wird an der Ostseite des Seegatts „Accumer Ee“ entnommen. Hier stehen ausreichende Sandmengen zur Verfügung. „Die Entnahmestelle kann sich auf natürliche Weise schnell wieder regenerieren“, so van Hoorn.
Die „Amazone“ befüllt im Entnahmebereich den Laderaum mit Sand und fährt dann zur Koppelstation in der Accumer Ee. Dort wird das Sand-Wasser-Gemisch über eine gut zwei Kilometer lange Rohrleitung zum Strand gepumpt.  Mittels einer weiteren, etwa drei Kilometer langen Leitung gelangt das Material hier zur Einbaustelle vor dem Pirolatal, wo sich der Sand nach Austritt aus der Spülleitung ablagert. Am Strand wird er dann mit Planierraupen weiter verteilt und profiliert. „Vor dem Hauptbadestrand ist die Spülleitung mit Sand überdeckt, um den Badebetrieb nicht zu behindern“, schildert van Hoorn die Bemühungen des Landesbetriebs um eine Durchführung im Bewusstsein der touristischen Bedeutung der Sommersaison. Der Aufspülbereich selbst muss aufgrund möglicher Gefahren während des Spülbetriebs teilweise gesperrt werden.
Langeoog ist …
die einzige Ostfriesische Insel, auf der bisher keine massiven Küstenschutzanlagen erforderlich waren, um die Strände und Dünen gegen andauernde Erosionen zu sichern. „Unser Ziel ist es, Schutzmaßnahmen für Schutzdünen soweit wie möglich an den natürlich ablaufenden Prozessen zu orientieren. Mithilfe von Strand­aufspülungen kann eine nicht ausreichende natürliche Sandversorgung ausgeglichen werden“, erklärt Prof. Thorenz die Hintergründe der Maßnahme. – In ihrer Rolle als natürliche Wellenbrecher spielen die Inseln auch für das ostfriesische Festland eine wichtige Rolle. Inselschutzmaßnahmen kämen damit indirekt auch dem Schutz der Festlandsküste zugute, heißt es beim ­NLWKN. Die Finanzierung des knapp 5,4 Millionen Euro teuren Vorhabens auf Langeoog erfolgt aus Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes. -nlwkn/köp-

Ein versierter Gastgeber geht von Bord

Hans-Jürgen Haller gibt die Leitung des Hotels Bethanien auf Langeoog ab
Es ist eine ereignisreiche Zeit auf Langeoog, die nun für Hans-Jürgen Haller zu Ende geht. In fast 20 Jahren als Leiter des ­Hotels Bethanien Langeoog und Ferienhotels Schwedenhaus haben ihn die Besucher dort vorrangig als versierten und zugewandten Gastgeber kennengelernt, während der Pas-tor hinter den Kulissen den Umbruch der Einrichtung vorantrieb. Er schärfte das Profil des traditionsreichen Hauses mit seiner einhundertjährigen Geschichte, das heute für Nachhaltigkeit und christliche Verantwortung gegenüber der Schöpfung steht. Zum 1. Juli übergab Haller jetzt gemeinsam mit seiner Frau Birgit, seit 2006 als Assistentin der Geschäftsleitung, die gute Seele des Hauses, den Staffelstab offiziell an ihre Nachfolger.–
Diplomkaufmann Marc Deffland und Juristin Rebecca Schönheit aus Berlin können vorerst auf die Unterstützung von Hans-Jürgen Haller setzen. Er steht der neuen Leitung ein bis zwei Tage in der Woche mit Rat und Tat zur Seite, um ihnen den Einstieg zu erleichtern. Ihren Lebensmittelpunkt aber verlegen Hallers ans Festland in die Samtgemeinde Holtriem. Und das ganz still und leise: Eine große Abschiedsfeier gab es aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Auflagen für das Ehepaar nicht. Auch das 100-jährige Bethanien-Jubiläum im Mai fiel vorerst ins Wasser. Dennoch gehe er, so Haller, mit einem Koffer voll wunderbarer Erinnerungen: Allen voran wertschätze er die Begegnungen mit Gästen, und das Hand in Hand gemeinsam mit langjährigen Mitarbeitern oder Auszubildenden. „Ich habe jede Menge schöner Momente erlebt.“ Sogar die Beherbergung eines Trägers des „Alternativen Nobelpreises“ zählt dazu.
Im Dezember 2000 …
trat Haller an, um das Haus konzeptionell neu auszurichten und zukunftsfähig aufzustellen. „Es wurden neue Strategien entwickelt, denn es war ein großer Umbruch“, erinnert er sich. Bis 1996 war das Haus unter der Leitung von Diakonissen. „Ich habe im Grunde die ganze Einrichtung auf links gekrempelt.“ Nach und nach führte er den Hotelstandard und Barrierefreiheit ein. Den christlichen Hintergrund des Hauses betonte er weiterhin durch Morgenandachten und Gottesdienste, in denen der Pastor der freien Gemeinde teilweise auch selbst predigte. Er sieht sich als leidenschaftlicher Gastgeber für das bunt gemischte Publikum der Einrichtung, aber auch als erfahrener Seelsorger und Hotel­manager mit 24 Mitarbeitern.
Für Haller waren der Glaube und das Reisen schon früh untrennbar miteinander verbunden: Nach Abschluss des Theologischen Seminars 1979 und einer Zeit als Jugendpastor im Raum Stuttgart wechselte er 1989 in die Reiseabteilung eines christlich geprägten Reiseveranstalters in Süddeutschland und übernahm dort kurz darauf für zehn Jahre die Leitung. Er sammelte Erfahrungen im Management und qualifizierte sich weiter, machte seinen Touristikfachwirt und studierte berufsbegleitend Betriebswirtschaftslehre.
Aus ehemals 170 Betten in Mehrbettzimmern wurden im Verlauf der Jahre 127, verteilt auf 72 Einzel- und Doppelzimmer. Haller erkannte, dass Bethanien „mit einem Konferenzraum ein Alleinstellungsmerkmal auf der Insel“ hatte, dass er nutzen wollte. Die insgesamt sechs Tagungsräume sind gefragte Veranstaltungsorte für Seminare von Volkshochschulen und anderen Bildungsträgern, Vereinen und Verbänden. Auch Krimilesungen und Konzerte holte Haller nach Langeoog. Im Zuge der Umstrukturierung folgten zahlreiche Zertifizierungen, beispielsweise gab es „3 Sterne Superior“ vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Als einziges Haus repräsentiert Bethanien im Verband Christlicher Hoteliers den Nordwesten. Der Zusammenschluss besteht aus rund 80 Hotels in der Trägerschaft von Kirchen, Freikirchen und Klöstern.
Im Verlauf der Jahre …
wuchs bei Hans-Jürgen Haller die Überzeugung, dass auch ein nachhaltiges Handeln essenziell ist. Christlich zu handeln bedeute auch, den Blick für die Umwelt zu schärfen. „Als Nationalpark-Partner übernimmt Bethanien Verantwortung für die Schöpfung“, unterstreicht er. Das gehe nur „bio, regio, fair“ – also mit Produkten aus biologischem, fairem und möglichst regionalem Anbau. Trotz seines Schaffensdrangs ist Haller nicht ganz bis zum Ende der Umstrukturierung gekommen: „Den Restaurantbereich lasse ich für meinen Nachfolger.“ Doch auch dafür gebe es die fertigen Pläne bereits in der Schublade, verrät er.
Der heute 65-Jährige hat innerhalb seiner Zeit auf Langeoog auch sein privates Glück gefunden: 2006 heiratete er seine Frau Birgit und sie folgte ihm aus dem Oberbergischen Land auf die Insel. Sie machte sich unter anderem als Inselführerin einen Namen. Für den Neustart des aktiven Paares wird der Zweitwohnsitz am Festland zum neuen Lebensmittelpunkt. Beide sind naturverbunden, haben einen Hund und ein Pferd. „Wir sind viel draußen.“ Hans-Jürgen Haller hat sich überdies auch als Sport- und Fitnesstrainer zertifizieren lassen. Zum Ausgleich liest er, am liebsten Krimis oder Geschichtliches aus Ostfriesland.
Ein kompletter Rückzug aus dem Arbeitsleben komme für ihn vorerst nicht infrage: „Für den Ruhestand bin ich zu fit“, sagt er und lacht. Stattdessen widmet Hans-Jürgen Haller sich neuen Herausforderungen. Als Leiter der Außenstelle Holtriem der VHS Friesland-Wittmund organisiert und gibt er Kurse, Seminare und Workshops. Darüber hinaus steht er 15 Stunden pro Woche im Nationalpark-Haus Wattenhuus in Bensersiel den Besuchern Rede und Antwort zu Naturthemen, während seine Frau Birgit im Nationalpark-Haus Carolinensiel mitarbeitet. -su-

Die 21. Bridge-Saison auf Langeoog

Rückblick auf das Jubiläumsturnier – Ausblick auf 2020
Die Karten werden neu gemischt: Auch in diesem Sommer soll die beliebte Bridge-Serie nach Möglichkeit wieder stattfinden, und zwar vom 22. Juli bis 19. August 2020. Gründerin und ­Leiterin des Turniers, das im Jahr 2000 seine Premiere feierte, ist Isa Bruch. Die Stammurlauberin aus Berlin wirft im „Utkieker“ einen Blick auf das vorjährige Jubiläum und stellt die Planung für die 21. Saison im Jahr 2020 vor.
Coronabedingt finden zurzeit auf der ganzen Welt keine Bridge-Turniere im herkömmlichen Sinne statt. Man trifft sich statt dessen im Internet auf Bridge Base Online (BBO). Hier spielen Teilnehmer aus aller Welt, in allen Stärken (auch Computer spielen mit) – „ein Abenteuer mit neuen Herausforderungen. Viele Clubs bieten auf BBO eigene Turniere an, damit man nicht ganz so verloren ist in der Welt. Hier kann man mit vertrautem Partner gegen vertraute Gegner spielen, doch auch das eine Notlösung. Man bleibt zwar im Training, kann auch von Langeoog aus mit einer Partnerin aus Berlin spielen, hat aber nicht die persönliche Begegnung und die Gemeinschaft, die neben dem sportlichen Wettbewerb die besondere Bedeutung des Spiels ausmacht.
Noch ist unklar, wie lange die Beschränkungen für das Bridge-Spiel gelten. Susanne Wittenberg vom Tourismus-Service Langeoog und Isa Bruch sind jedenfalls optimistisch und hoffen, dass in diesem Sommer auf Langeoog in der „Spöölstuv“ wieder Bridge gespielt werden kann, sobald eine offizielle Bewilligung im Rahmen der Corona-Regeln vorliegt.
Die Planung für 2020 lautet: Bridge-Turniere (mit Preisvergabe) in der Zeit vom 22. Juli bis zum 19. August, und zwar jeden Mittwoch um 19 Uhr. Hinzu kommt ein Turnier mit Clubpunkte-Vergabe am Donnerstag, 30. Juli um 19 Uhr (ersatzweise am 6. August um 19 Uhr). Anmeldungen erfolgen bis spätestens 12 Uhr am Spieltag in der „Spöölstuv“. Listen werden ausgehängt, die Teilnahmegebühr beträgt 5,– Euro.
Das Jubiläumsturnier 2019 …
war der Höhepunkt der 20-jährigen Bridge-Turnier- und Unterrichtsaktivitäten auf Langeoog. Hier hat die Langeooger Bridge-Gemeinschaft, einschließlich Susanne Wittenberg, die den Event seit 20 Jahren unterstützt, das Fest zu einem einzigartigen Erlebnis gemacht – für Turnierteilnehmer sowie Gäste.
Das offizielle Programm begann mit einem Empfang. Zugegen waren unter anderem der damalige Bürgermeister Uwe Garrels, seine Nachfolgerin Heike Horn, die Bridge-Bundesspielerin Merle Schnee- weis, der ehemalige Kurdirektor Peter Wettstein und die frühere „Spöölstuv“-Leiterin Bettina Lau. Turnierteilnehmer und Gäste, insgesamt rund 60 Personen, erfreuten sich an einer im Hintergrund laufenden Diashow mit Bildern aus der Langeooger Bridge-Geschichte. Dazu lief Musik von Axel Benkner. Es wurden Getränke und Snacks gereicht.
In ihrer Jubiläumsrede hob Isa Bruch, Begründerin des Turniers und dessen Leiterin, die besondere Erfahrung hervor, die ein Urlaub auf Langeoog bedeutet: „Wunderbare Naturbegegnung und eine Gemeinschaft, in der man sich jedes Jahr wieder trifft, und in der man sich sehr wohlfühlt.“
Uwe Garrels lobte Bridge als geistessportliches Angebot für die Insel und dankte in seiner launigen Rede für die großzügigen Spenden. Teilnehmer Werner Isaak bedankte sich bei der Turnierleiterin für ihren Einsatz und zählte die beachtlichen Spenden für Spielgeräte im Spielhaus auf, die sich ständigen Gebrauchs erfreuen. Im Unterhaltungsteil sorgten Lieder von Axel Benkner, selbst komponiert und getextet, für Hochstimmung. Sein Ohrwurm „Bridge mit Isa…“ wurde von allen mitgesungen und das Schlusslied über den unbestritten    besten Bridge-Spieler von Langeoog, den Gitarrenspieler, erhielt großen Beifall.
Das anschließende Bridge-Turnier fand an sieben Tischen statt (28 Teilnehmer, vier Paare, je sieben auf Nord-Süd und Ost-West). Der Wettkampf war wie immer hart. Beim Ergebnis lagen die Prozentsätze der ersten Plätze dicht beieinander. Gewonnen haben auf Nord-Süd – wie erwartet – Merle Schneeweis mit ihrem Partner Wolfram Rach und auf Ost-West das Ehepaar Jürgen und Sabine Frank. Den Siegern und Zweitplatzierten wurden die traditionellen Langeoog-Pokale überreicht, die diesmal, von Susanne Wittenberg entworfen, die Aufschrift „20 Jahre Bridge auf Langeoog“ trugen.
Bei der Vorbereitung des Festes …
erfuhr die Organisatorin von allen Seiten viel Hilfsbereitschaft und Kreativität: Für die Bildershow hatten Bridge-Spielerin und „Hausfotografin“ Eltje Jonassen sowie Dr. Klaus Kremer von Langeoog- news schon im Winter ihre schönsten Bilder per E-Mail beigesteuert.
Installiert wurde die Show dann vor Ort von den Bridge-Spielern und „IT-Spezialisten“ Wilhelm Koch und Axel Benk-ner. Das reibungslose Manage- ment der Bewirtung übernahm in ihrer Freizeit und ehrenamtlich Astrid Peters vom „Spöölstuv“-Team, womit sie die Organisatorin in diesem Teil völlig entlastete. Zu erwähnen ist auch Heike Bruch, die nach kurzfristiger Absage des Caterers einsprang und mit ihren Kindern Ben und Oskar vielfältig bestückte Snack-Platten zauberte.
Teilnehmer sowie Familienangehörige und Langeooger zeigten ihre besten Fähigkeiten. So trugen Spaß, Empathie und Lebensfreude zum Erfolg der Bridge-Institution und ihres Jubiläums bei. Gute Gründe weiterzumachen – und auf einen schönen Sommer 2020 zu hoffen. -Isa Bruch-

Ein Drahtseilakt

Strandkorb-Interview mit Olaf Hube

Olaf Hube führt seit 1994 mit Ehefrau Karin erfolgreich in zweiter Generation das Modehaus Buddelei in der Barkhausenstraße. Der Insulaner ist Vorsitzender des örtlichen Einzelhandelsverbandes und des Gewerbe- rates. Im Gespräch mit dem Utkieker nimmt er Stellung zur Corona-Krise und erklärt seine ganz persönliche Sicht.

Herr Hube, wie ist der Einzelhandel auf Langeoog durch die Corona-Krise gekommen?

Es sind massive Verluste da, die nicht mehr aufholbar sind. Dadurch ist zu viel verloren gegangen. Der Anfang war für jeden Selbstständigen hart. Da war die zu Beginn einer Saison viel zu geringe Liquidität und die bange Frage um die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter. Es mussten Weichen für die Zukunft gestellt werden: Darlehen, Zuschüsse, Kurzarbeit, all das galt es in relativ kurzer Zeit zu beantragen. Das war eine Riesenherausforderung. Extrem gut war der Zusammenhalt innerhalb der Firmen. Alle haben überlegt: Wie stehen wir das gemeinsam durch? So kam es auf Langeoog kaum zu Entlassungen.

Wie hielten die Langeooger Einzelhändler den Kontakt zu ihren Kunden auch auf dem Festland aufrecht?

Das war für die Insulaner schwer machbar. Im Gegenzug hat uns der Zuspruch von außerhalb sehr geholfen. Jeder Anruf, jeder Brief, jede Email mit der Botschaft: „Wir sind da!“ hat auch mir persönlich viel Kraft gegeben. Das hatte ich so nicht erwartet, denn vielen Langeoog-Fans geht es coronabedingt ja selbst nicht so gut.

Liegt die sichere Zukunft des Handels im Online-Geschäft?

Sicher nicht, denn der Online-Handel steht in keinem Verhältnis zu den persönlichen Kundenbeziehungen. Wenn man ein Produkt auf Langeoog einkauft, ist der Mee(h)rwert enorm wichtig. Das ist die große Stärke des Gewerbes vor Ort. In der Corona-Situation appelliere ich an die Gäste, ihr Urlaubs-Budget um ein paar Euro anzuheben und auf Langeoog einzukaufen. Wir können uns kein Polster mehr anschaffen, das uns über den Winter bringt. Die reine Existenz ist das Ziel: Am Anfang standen wir am Abgrund, jetzt gehen wir über ein Drahtseil.

Auf welche Veränderungen muss sich der Kunde künftig einstellen?

Vertraute Firmen könnten pleite gehen und ihre Geschäfte schließen. Oder die Besitzer wechseln.

Durch die stufenweise erfolgten Lockerungen kommen jetzt immer mehr Menschen auf die Insel. Wie ist die momentane Situation auf Langeoog zu bewerten?

Um bei dem Drahtseil zu bleiben: Es wackelt momentan nicht zu sehr. Die Situation ist verhältnismäßig stabil. Dennoch ist ein Aufwärtstrend noch nicht in Sicht. Kunden und Gäste sind auf Langeoog sehr positiv gestimmt. Sie arrangieren sich mit der Situation, sehen die Notwendigkeit der Kontaktbeschränkungen und sind sehr diszipliniert. Eine gute Entscheidung ist, dass noch keine Tagesgäste auf die Insel kommen dürfen (Anm. d. Red.: Die Regelung galt zunächst bis zum 22. Juni). Das schafft Ruhe und Sicherheit. Wir haben damit den richtigen Rhythmus gefunden.

Noch sind Konsumenten zurückhaltend. Welche Anreize müssen jetzt getätigt werden – Stichwort: „Lange Einkaufsnacht“?

Die „Lange Einkaufsnacht“ ist in Coronazeiten nicht das, was sie bisher war. Es fehlen Gruppendynamik, Freude und Begeisterung. Das können wir aufgrund der strengen Auflagen momentan nicht liefern. Wir wären keine guten Gastgeber.

Sind weitere Termine oder ähnliche Aktionen in diesem Sommer geplant?

Im Sommer sind zwar keine klassischen Feste geplant, so wie wir sie gewohnt sind. Aber wir versuchen und überlegen, wie wir bestimmte Aktionen in der momentanen Corona-Situation irgendwie anders gestalten können. Wir als Gewerbetreibende schielen in jedem Fall schon mal auf den Herbst, um im November/Dezember doch noch Dynamik zu erzeugen.

Ist die befristete Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 Prozent und die Umsatzsteuersenkung von sieben auf fünf Prozent zum 1. Juli das richtige Instrument?

Das ist ein gutes Instrument, das uns in jedem Fall helfen wird. Es ist aber auch ein Monsteraufwand. Die finanzielle Entlastung wird wohl nur teilweise beim Endverbraucher ankommen. Doch dem Händler hilfts.

Wie haben Sie ganz persönlich die Corona-Krise erlebt?

Ich persönlich habe sehr viel Positives während des Shutdowns erlebt. Es war eine fantastische Zeit, wenn man das Geschäftliche ausblendet. Die Ruhe hat vor allem der Natur gut getan. Ich habe die Insel mit allen Sinnen erkundet, wie ich es bisher noch nie getan habe, und unendlich viele Tiere dabei entdeckt. Die waren enorm zutraulich. Und ich habe noch nie so viele braungebrannte Langeooger gesehen (lacht).

Was bedeutet Langeoog für Sie?

Meine Heimat – meine Wurzeln.

Was bedeutet soziales und ehrenamtliches Engagement für Sie?

Diese Aufgabe ist für eine funktionierende Gesellschaft enorm wichtig. Sie stärkt die Demokratie und das Miteinander im Dorf.

Wo engagieren Sie sich?

Überall dort, wo ich helfen kann. Umweltschutz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit spielen bei Ihnen eine große Rolle

.Wie setzen Sie das im Alltag um?

Diese drei Komponenten lasse ich überall dort, wo es geht, einfließen. Das geht nur langsam und in kleinen Schritten. So werden in der Buddelei ab 2021 keine Einkaufstüten mehr vergeben, sondern als „Leihtaschen“ gegen einen Obolus verliehen: Bei Rückgabe Geld zurück.

Was ist Ihr Lebensmotto?

Teamgeist, Familie, Höflichkeit, Freundschaften pflegen und konsequent zu Werten stehen.

Wo würden Sie in diesem Jahr gerne Urlaub machen und welche Erwartungen müssten erfüllt sein?

Paddeln in Schweden und das völlig im Einklang mit der Natur. -reh-

Vielen Dank für das Gespräch!

„Fairer Rosenmontag“ ist Auftakt

Aktionen 2020 der AG Fairtrade-Insel Langeoog
Sind an Rosenmontag in den Karnevalshochburgen bekanntlich die Jecken los, hat der „heimliche Feiertag der Rheinländer“ auf  Langeoog in diesem Jahr eine völlig neue Bedeutung bekommen. Die Mitglieder der AG Fairtrade Insel Langeoog nahmen  den Rosenmontag wörtlich und verteilten hier im Rahmen der Fairtrade Deutschland-Aktion „Flower Power – Frauenrechte stärken“ auf der Insel 150 fair produzierte und gehandelte Rosen, um auf die weltweite Situation von Frauen in der Blumenproduktion aufmerksam zu machen. „In zwei Stunden hatten wir alle Rosen locker verteilt“, sagt AG-Sprecher Frank Niemeier. Der „Faire Rosenmontag“ soll nun zur guten Tradition werden. Die Aktion wurde durch das Blumenhaus Peters und Fairtrade Deutschland unterstützt.
„Wir haben uns dieses Jahr bewusst für eine andere Aktion als in den Vorjahren entschieden“, betont Frank Niemeier. Bisher seien in erster Linie Langeoogs Fairtrade Partnerbetriebe, Institutionen und Einrichtungen mit Rosen bedacht worden. Anlässe waren schon der Weltfrauentag, Muttertag oder das alljährliche Insulanertreffen „Insulaner unner sück“. „Wir sehen die Aktion in erster Linie als Aufklärung und Werbung für fairen Handel an“, weist Frank Niemeier auf die Arbeiterinnen hin, die auf den Blumenplantagen für einen miserablen Lohn ausgebeutet werden und durch Pestizideinsatz zudem noch ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.
Jahresprogramm
Zu den weiteren Aktivitäten der AG zählt die „Fashion Revolution Week“. Die Aktion, die bessere Arbeitsbedingungen für Frauen in der Textilbranche fordert, wurde nach dem schweren Unglück in der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch am 24. April 2013 ins Leben gerufen. Bei dem Fabrikeinsturz starben mehr als 1.100 Menschen, 2.500 wurden verletzt. Auf Langeoog ist eine besondere Plakataktion mit dem Slogan: „Mein Lieblingsstück – Ich will’s fair“ in Vorbereitung. „AG-Mitglieder und Partner lichten sich mit ihrer Lieblingsklamotte aus der Fairtrade-Produktion ab“, erläutert Niemeier. Wann die Plakate druckfertig sein werden, ist jedoch ungewiss, da das Foto-Shooting wegen des Coronavirus bisher nicht stattfinden konnte.
Vom 1. bis 3. Mai findet laut Plan die jährliche „Mango-Aktion“ der evangelisch-lutherischen Inselkirche statt, die Partner der  AG Fairtrade Insel Langeoog ist. „Auch dieser Termin hängt vom Verlauf der Coronavirus-Epidemie ab“, sagt Frank Niemeier. Von einer kleinen Verkaufs-Aktion mit „vielen hundert Mangos“ nur für Inselbewohner bis hin zur Absage der Aktion sei alles möglich. Mit dem Erlös wird die Handwerkerschule CPET in Kondougou, Burkina Faso unterstützt.
Am 6. Juni plant die AG das „Faire Frühstück“. Die „Faire Woche“ findet vom 11. bis 25. September statt.
Zurzeit wird der „Fairtrade-Führer“ aktualisiert. Darüber hinaus kreieren die Mitglieder gemeinsam mit der bayerischen Schokoladenmanufaktur „Biehler-Schokoladen“ eine neue Variante für die Langeooger „Bio-Fairtrade-Schokolade“. Die Initiatoren möchten das Meersalz des Nordens mit fair gehandelter Schokolade vereinen und zu einem neuen Geschmackserlebnis machen. -reh-