Archiv der Kategorie: Allgemeines

Ein Drahtseilakt

Strandkorb-Interview mit Olaf Hube

Olaf Hube führt seit 1994 mit Ehefrau Karin erfolgreich in zweiter Generation das Modehaus Buddelei in der Barkhausenstraße. Der Insulaner ist Vorsitzender des örtlichen Einzelhandelsverbandes und des Gewerbe- rates. Im Gespräch mit dem Utkieker nimmt er Stellung zur Corona-Krise und erklärt seine ganz persönliche Sicht.

Herr Hube, wie ist der Einzelhandel auf Langeoog durch die Corona-Krise gekommen?

Es sind massive Verluste da, die nicht mehr aufholbar sind. Dadurch ist zu viel verloren gegangen. Der Anfang war für jeden Selbstständigen hart. Da war die zu Beginn einer Saison viel zu geringe Liquidität und die bange Frage um die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter. Es mussten Weichen für die Zukunft gestellt werden: Darlehen, Zuschüsse, Kurzarbeit, all das galt es in relativ kurzer Zeit zu beantragen. Das war eine Riesenherausforderung. Extrem gut war der Zusammenhalt innerhalb der Firmen. Alle haben überlegt: Wie stehen wir das gemeinsam durch? So kam es auf Langeoog kaum zu Entlassungen.

Wie hielten die Langeooger Einzelhändler den Kontakt zu ihren Kunden auch auf dem Festland aufrecht?

Das war für die Insulaner schwer machbar. Im Gegenzug hat uns der Zuspruch von außerhalb sehr geholfen. Jeder Anruf, jeder Brief, jede Email mit der Botschaft: „Wir sind da!“ hat auch mir persönlich viel Kraft gegeben. Das hatte ich so nicht erwartet, denn vielen Langeoog-Fans geht es coronabedingt ja selbst nicht so gut.

Liegt die sichere Zukunft des Handels im Online-Geschäft?

Sicher nicht, denn der Online-Handel steht in keinem Verhältnis zu den persönlichen Kundenbeziehungen. Wenn man ein Produkt auf Langeoog einkauft, ist der Mee(h)rwert enorm wichtig. Das ist die große Stärke des Gewerbes vor Ort. In der Corona-Situation appelliere ich an die Gäste, ihr Urlaubs-Budget um ein paar Euro anzuheben und auf Langeoog einzukaufen. Wir können uns kein Polster mehr anschaffen, das uns über den Winter bringt. Die reine Existenz ist das Ziel: Am Anfang standen wir am Abgrund, jetzt gehen wir über ein Drahtseil.

Auf welche Veränderungen muss sich der Kunde künftig einstellen?

Vertraute Firmen könnten pleite gehen und ihre Geschäfte schließen. Oder die Besitzer wechseln.

Durch die stufenweise erfolgten Lockerungen kommen jetzt immer mehr Menschen auf die Insel. Wie ist die momentane Situation auf Langeoog zu bewerten?

Um bei dem Drahtseil zu bleiben: Es wackelt momentan nicht zu sehr. Die Situation ist verhältnismäßig stabil. Dennoch ist ein Aufwärtstrend noch nicht in Sicht. Kunden und Gäste sind auf Langeoog sehr positiv gestimmt. Sie arrangieren sich mit der Situation, sehen die Notwendigkeit der Kontaktbeschränkungen und sind sehr diszipliniert. Eine gute Entscheidung ist, dass noch keine Tagesgäste auf die Insel kommen dürfen (Anm. d. Red.: Die Regelung galt zunächst bis zum 22. Juni). Das schafft Ruhe und Sicherheit. Wir haben damit den richtigen Rhythmus gefunden.

Noch sind Konsumenten zurückhaltend. Welche Anreize müssen jetzt getätigt werden – Stichwort: „Lange Einkaufsnacht“?

Die „Lange Einkaufsnacht“ ist in Coronazeiten nicht das, was sie bisher war. Es fehlen Gruppendynamik, Freude und Begeisterung. Das können wir aufgrund der strengen Auflagen momentan nicht liefern. Wir wären keine guten Gastgeber.

Sind weitere Termine oder ähnliche Aktionen in diesem Sommer geplant?

Im Sommer sind zwar keine klassischen Feste geplant, so wie wir sie gewohnt sind. Aber wir versuchen und überlegen, wie wir bestimmte Aktionen in der momentanen Corona-Situation irgendwie anders gestalten können. Wir als Gewerbetreibende schielen in jedem Fall schon mal auf den Herbst, um im November/Dezember doch noch Dynamik zu erzeugen.

Ist die befristete Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 Prozent und die Umsatzsteuersenkung von sieben auf fünf Prozent zum 1. Juli das richtige Instrument?

Das ist ein gutes Instrument, das uns in jedem Fall helfen wird. Es ist aber auch ein Monsteraufwand. Die finanzielle Entlastung wird wohl nur teilweise beim Endverbraucher ankommen. Doch dem Händler hilfts.

Wie haben Sie ganz persönlich die Corona-Krise erlebt?

Ich persönlich habe sehr viel Positives während des Shutdowns erlebt. Es war eine fantastische Zeit, wenn man das Geschäftliche ausblendet. Die Ruhe hat vor allem der Natur gut getan. Ich habe die Insel mit allen Sinnen erkundet, wie ich es bisher noch nie getan habe, und unendlich viele Tiere dabei entdeckt. Die waren enorm zutraulich. Und ich habe noch nie so viele braungebrannte Langeooger gesehen (lacht).

Was bedeutet Langeoog für Sie?

Meine Heimat – meine Wurzeln.

Was bedeutet soziales und ehrenamtliches Engagement für Sie?

Diese Aufgabe ist für eine funktionierende Gesellschaft enorm wichtig. Sie stärkt die Demokratie und das Miteinander im Dorf.

Wo engagieren Sie sich?

Überall dort, wo ich helfen kann. Umweltschutz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit spielen bei Ihnen eine große Rolle

.Wie setzen Sie das im Alltag um?

Diese drei Komponenten lasse ich überall dort, wo es geht, einfließen. Das geht nur langsam und in kleinen Schritten. So werden in der Buddelei ab 2021 keine Einkaufstüten mehr vergeben, sondern als „Leihtaschen“ gegen einen Obolus verliehen: Bei Rückgabe Geld zurück.

Was ist Ihr Lebensmotto?

Teamgeist, Familie, Höflichkeit, Freundschaften pflegen und konsequent zu Werten stehen.

Wo würden Sie in diesem Jahr gerne Urlaub machen und welche Erwartungen müssten erfüllt sein?

Paddeln in Schweden und das völlig im Einklang mit der Natur. -reh-

Vielen Dank für das Gespräch!

„Fairer Rosenmontag“ ist Auftakt

Aktionen 2020 der AG Fairtrade-Insel Langeoog
Sind an Rosenmontag in den Karnevalshochburgen bekanntlich die Jecken los, hat der „heimliche Feiertag der Rheinländer“ auf  Langeoog in diesem Jahr eine völlig neue Bedeutung bekommen. Die Mitglieder der AG Fairtrade Insel Langeoog nahmen  den Rosenmontag wörtlich und verteilten hier im Rahmen der Fairtrade Deutschland-Aktion „Flower Power – Frauenrechte stärken“ auf der Insel 150 fair produzierte und gehandelte Rosen, um auf die weltweite Situation von Frauen in der Blumenproduktion aufmerksam zu machen. „In zwei Stunden hatten wir alle Rosen locker verteilt“, sagt AG-Sprecher Frank Niemeier. Der „Faire Rosenmontag“ soll nun zur guten Tradition werden. Die Aktion wurde durch das Blumenhaus Peters und Fairtrade Deutschland unterstützt.
„Wir haben uns dieses Jahr bewusst für eine andere Aktion als in den Vorjahren entschieden“, betont Frank Niemeier. Bisher seien in erster Linie Langeoogs Fairtrade Partnerbetriebe, Institutionen und Einrichtungen mit Rosen bedacht worden. Anlässe waren schon der Weltfrauentag, Muttertag oder das alljährliche Insulanertreffen „Insulaner unner sück“. „Wir sehen die Aktion in erster Linie als Aufklärung und Werbung für fairen Handel an“, weist Frank Niemeier auf die Arbeiterinnen hin, die auf den Blumenplantagen für einen miserablen Lohn ausgebeutet werden und durch Pestizideinsatz zudem noch ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.
Jahresprogramm
Zu den weiteren Aktivitäten der AG zählt die „Fashion Revolution Week“. Die Aktion, die bessere Arbeitsbedingungen für Frauen in der Textilbranche fordert, wurde nach dem schweren Unglück in der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch am 24. April 2013 ins Leben gerufen. Bei dem Fabrikeinsturz starben mehr als 1.100 Menschen, 2.500 wurden verletzt. Auf Langeoog ist eine besondere Plakataktion mit dem Slogan: „Mein Lieblingsstück – Ich will’s fair“ in Vorbereitung. „AG-Mitglieder und Partner lichten sich mit ihrer Lieblingsklamotte aus der Fairtrade-Produktion ab“, erläutert Niemeier. Wann die Plakate druckfertig sein werden, ist jedoch ungewiss, da das Foto-Shooting wegen des Coronavirus bisher nicht stattfinden konnte.
Vom 1. bis 3. Mai findet laut Plan die jährliche „Mango-Aktion“ der evangelisch-lutherischen Inselkirche statt, die Partner der  AG Fairtrade Insel Langeoog ist. „Auch dieser Termin hängt vom Verlauf der Coronavirus-Epidemie ab“, sagt Frank Niemeier. Von einer kleinen Verkaufs-Aktion mit „vielen hundert Mangos“ nur für Inselbewohner bis hin zur Absage der Aktion sei alles möglich. Mit dem Erlös wird die Handwerkerschule CPET in Kondougou, Burkina Faso unterstützt.
Am 6. Juni plant die AG das „Faire Frühstück“. Die „Faire Woche“ findet vom 11. bis 25. September statt.
Zurzeit wird der „Fairtrade-Führer“ aktualisiert. Darüber hinaus kreieren die Mitglieder gemeinsam mit der bayerischen Schokoladenmanufaktur „Biehler-Schokoladen“ eine neue Variante für die Langeooger „Bio-Fairtrade-Schokolade“. Die Initiatoren möchten das Meersalz des Nordens mit fair gehandelter Schokolade vereinen und zu einem neuen Geschmackserlebnis machen. -reh-

„de Flinthörners“liegen (noch) vor Anker

Premiere des Langeooger Shantychors verschoben –
Shantyfestival auf Langeoog geplant
Noch immer liegen „de Flinthörners“ auf ihrer Dreimastbark „Hoffnung“ im Hafen fest. Dabei wollte der Langeooger Shantychor längst schon Kurs auf sein Publikum nehmen. Doch die für den 30. März angesetzte Premiere musste ebenso ausfallen wie das geplante Osterkonzert am 13. April.
„Zum Ausgleich hatten wir schon ein Konzert vor leerem Saal geplant, das live im Internet übertragen werden sollte“, berichtet Gerrit Agena, Vizevorsitzender der „Flinthörners“. Doch das ­wegen der Corona-Pandemie ausgesprochene Versammlungsverbot machte den Plan zunichte. Auch gemeinsame Proben können vorläufig nicht stattfinden. „Unsere Chorleiterin ‚Puppa‘ Peters hat uns angehalten, einzeln daheim zu üben.“
Da ist Disziplin gefragt. Doch die bringen die „Flintis“ gerne auf. Wissen sie doch: Das beste Mittel gegen Ansteckung ist die NPI (Nicht-Pharmazeutische Intervention), sprich: vorerst zu Hause bleiben. Denn eines steht fest, auch wenn der Termin noch nicht feststeht: „Eine Premiere soll es auf jeden Fall geben.“
Ihren ersten Auftritt 2020 …
hatten „de Flinthörners“ übrigens schon am 5. Januar, auf dem Neujahrsempfang der Inselgemeinde. Hier erfreuten sie Langeoogs neue Bürgermeisterin Heike Horn mit einer spontanen Umdichtung des Evergreens „Kap Horn“, als sie im Refrain „und dann sailen wir so langsam mit Frau Horn …“ sangen. Kurz darauf unternahmen die singenden Seebären ihre obligate Jahresfahrt, die sie am 17. und 18. Januar in das westfälische Münster führte.
Viel zu besprechen gab es auf der Generalversammlung am 20. Januar: Für den Sommer ist ein Besuch beim befreundeten Shantychor von Langesund in Norwegen geplant, außerdem soll Ende Oktober das 1. Langeooger Shanty-Festival stattfinden. Zu dem hat sich ein rundes Dutzend Chöre und Gruppen angesagt, darunter auch einige aus den Niederlanden. „Zu Gehör kommen nur echte Shantys“, erklärt Chorleiterin „Puppa“ Peters, „also weder ‚La Paloma‘ noch ‚Auf der Reeperbahn‘.“ Vorbereitet wird das Shanty-Großereignis vom Flinthörners-Vorstand mit dem 1. Vorsitzenden Raimund Buss, Vizevorsitzenden Gerrit Agena, Kassenwart Torsten Meyer und Schriftführer Klaus Kremer. Man darf sich schon auf den Herbst freuen. -ut-

eyer und Schriftführer Klaus Kremer. Man darf sich schon auf den Herbst freuen. -ut-

Alpakas: Delfine der Weide

Urlauber und Einheimische lernen bei einer Führung 
die kuscheligen Anden-Tiere kennen und lieben

Sie haben ein Wesen zum Verlieben und längst die Herzen der Langeooger und Gäste erobert: Die Rede ist von den sieben  drolligen Alpakas, die es sich seit Mai auf der Weide zwischen Schniederdamm und Willrath-Dreesen-Straße mit saftigem Gras und frischer Nordseeluft so richtig gut gehen lassen. Wie im vergangenen Jahr, steht den Tieren ein vier Hektar großes Gelände und ein Unterstand zur Verfügung. Die kleinen Hügel passen ebenfalls perfekt zu den Lebensbedingungen der Alpakas, stammen sie doch aus den südamerikanischen Anden. Voraussichtlich bis zum Spätherbst wird die Hengst-herde auf Langeoog verweilen, bevor es wieder zurück auf die Zuchtfarm der Familie Näsemann ins Münsterland geht.

Mit den Alpakas auf Tuchfühlung

Am 11. und 18. Oktober, jeweils ab 10 Uhr, haben Einheimische und Urlauber noch Gelegenheit, sich von Urte Sjuts in die Welt der „Alpis“ entführen zu lassen. Den ganzen Sommer über bietet die gebürtige Langeoogerin vom „Ponyhof T’on Peerstall“ Wanderungen mit den Alpakas über die Weide an. Unterstützung erhält sie dabei von Claudia Frech, die nicht nur fachkundig den „Abolengo de Alpaca“-Laden auf der
Insel führt, sondern jeden Morgen Capitol, Jesus, Domino, Two Face sowie Haas, Federer und Becker mit nährstoffreichem Zusatzfutter verwöhnt und die Tiere liebevoll betreut (wir berichteten).

Im Paddock…

Wer schon einmal eine solche Führung erlebt hat, ist endgültig infiziert von den possierlichen Paarhufern, die zur Familie der Kamele zählen. Für den Umgang mit den oft scheuen und schreckhaften Tieren gibt es jedoch ein paar Regeln zu beachten, die Urte Sjuts vor Beginn jeder Führung in ihrer lockeren und unterhaltsamen Art erläutert. Über allem steht dabei der wertschätzende und respektvolle Umgang mit den Tieren. Und so sind für die nächsten eineinhalb Stunden im Paddock Entspannung, Ruhe und Achtsamkeit oberstes Gebot.
„Die Alpakas sind euer Spiegelbild. Seid ihr hektisch, sind sie es auch“, betont die 35-Jährige vor zehn Erwachsenen, die sich an einem Morgen im September zu einer Führung am Gatter getroffen haben. Alle hören ihr gebannt zu und erfahren, dass Alpakas längst als Therapietiere bei Depressionen, Demenz oder in der Ergotherapie eingesetzt werden. „Sie sind gewissermaßen die Delfine der Weide.“
Tatsächlich ist man sofort gewillt, den niedlichen Vierbeinern durch ihr kuscheliges Fell, das Vlies, zu streichen. „Doch Vorsicht“, sagt Urte Sjuts, „Alpakas sind Distanztiere und keine Kuscheltiere.“ Stattdessen schließen die Teilnehmer auf der Weide mit ein wenig Mineralfutter auf der Handfläche Freundschaft mit der Herde. Was für ein Erlebnis!
Bevor die eigentliche Wanderung beginnt, legt Urte Sjuts den sieben Hengsten jeweils ein Halfter mit Leine um. Dabei wird klar, dass jedes Tier auch seinen eigenen Kopf hat: von sanftmütig bis stolz, neugierig bis lebensfroh. Mit ihren nach oben geschwungenen Mundwinkeln verleihen sie ohnehin den Eindruck, als würden sie ständig lächeln.
Nach und nach bekommt fast jeder Teilnehmer eine Leine in die Hand gedrückt und los gehts gemächlichen Schrittes einmal um die Weide herum. Wer gerade kein Tier führt, nutzt die Gelegenheit für Fotos und Selfies mit den geduldigen „Alpis“.
Auch während der Führung erfährt die Gruppe viel Wissenswertes zu den Alpakas und zur Zucht. Besonders bekannt sind die Tiere für ihre warme und sehr weiche Wolle, die neben Seide und Kaschmir zu den kostbarsten Geweben der Welt zählt. Alpakas produzieren im Jahr zirka dreieinhalb bis fünf Kilogramm feinstes Vlies.
Ein ausgewachsenes Alpaka bringt zwischen 45 und 80 Kilogramm auf die Waage. Da Alpakas sehr gesellige Tiere sind und gern in Herden leben, sollten sie niemals allein gehalten werden. Die Zucht der Familie Näsemann umfasst knapp 100 Tiere. Sie können 20 bis 25 Jahre alt werden.

Alpaka-Laden

Der Alpaka-Laden am Schniederdamm 8 lädt mit seiner großen Bandbreite an Naturtextilien aus Alpakawolle zum ausgiebigen Stöbern ein. Begehrte Produkte sind Mützen, Schals, Stirnbänder und Babykleidung, die zum Teil im Lüdinghausener Familienbetrieb von Hand gestrickt werden – neben vielen Produkten aus Peru, die allesamt aus sozialen Projekten stammen. Strickgarne in vielen Farben komplettieren das Angebot.
Hauptprodukt sind die exklusiven Bettwaren aus eigener Herstellung. Dazu zählen Matratzen, Steppbett- und Tagesdecken sowie Nackenstützkissen. „Ihre Füllungen bestehen aus 100 Prozent feinster Alpaka-Faser“, nennt Claudia Frech die drei verschie-denen Fallstärken: Sommermodell, Ganzjahresdecke und das Winterbett.

Der Laden ist bis Ende Oktober täglich außer sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet, ab November immer mittwochs und nach Vereinbarung. Anmeldungen zu den Führungen sind per Mail möglich:
info@abolengo-alpaka.de. In dem Preis von 39 Euro ist ein Paar feinste Abolengo-Alpakasocken im Wert von 24,50 Euro enthalten. Die Alpaka-Wanderung ist für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren geeignet.

-reh-

Hoch-Zeit für Hochzeiten

„Insel fürs Leben“ attraktiv für Brautpaare 
aus nah und fern – Langeooger Standesamt: neuer Trau-Rekord in Sicht?

„Traufrisch“ zum Standesamt ziehen immer mehr Paare – auch auf Langeoog. In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Eheschließungen auf der „Insel fürs Leben“ kontinuierlich an: „2017 wurde erstmals die 200er-Marke eingestellt, und 2018 ­haben wir mit 230 Eheschließungen die bislang höchste Zahl ­erreicht“, berichtet Standesamtsleiter Holger Schön, der mit ­seinem Kollegen Peter Wettstein die Trauungen vollzieht.
Mit in die Rekordzahl hinein spielt die seit Oktober 2017 mögliche „Ehe für alle“ anstelle der eingetragenen Lebenspartnerschaften. „Viele Paare wandeln ihre Partnerschaft in eine Ehe um.“ Der Langeooger Boom liegt übrigens im Bundestrend: 2018 ließen sich in Deutschland 449.466 Paare trauen – die höchste Zahl seit 1999. Das letzte Jahr im alten Jahrtausend hatte auch Langeoog einen Rekord beschert: Vor 20 Jahren schaffte es das Standesamt mit 107 Trauungen erstmals den Sprung in die Dreistelligkeit.

Langeoog internationales Heiratsziel

Ob auch 2019 rekordverdächtig wird? Die Chancen stehen nicht schlecht: „Inklusive Voranmeldungen haben wir“, so die Standesbeamten, „bislang schon über 200 Trauungen im Kalender.“ Die Nachfrage ist ungebremst: „Bis Ende Oktober sind wir ausgebucht.“ Freie Termine gibt es ab November, der allerdings der neue Mai geworden ist: „Es bestehen bereits etliche Anfragen.“ Wer weiter plant: Seit Mitte September ist es möglich, Termine für 2020 zu vereinbaren. Paare, die ein markantes Datum bevorzugen, sollten den 20. oder 22. Februar frühzeitig ins Visier nehmen. Aber Obacht: Da ist auch Karnevalswochenende. Geheiratet wird in fast allen Altersklassen: Das Gros ist zwischen 30 und 50 Jahre alt, Paare unter 25 Jahren sind eher    selten. Eine leichte Zunahme erleben internationale Ehen: Die Heiratswilligen stammten jüngst nicht nur aus Österreich, Frankreich, Belgien, der Schweiz und dem weiteren Europa, sondern auch aus Russland – und sogar Australien: „Das junge Pärchen aus ‚Down Under‘ war zuvor noch nie auf Langeoog, es hatte sich seine Hochzeitsinsel im Internet ausgeguckt“, berichtet Holger Schön. „Auch die Online-Generation heiratet noch ­live.“ Und gern auf Langeoog.
Mit jährlich um die zehn bleibt die Zahl der Insulaner-Ehen nahezu unverändert. Auch hier steigt – von Polen bis Spanien – die internationale Beteiligung. „Die sogenannte Prüfung der Ehefähigkeit nimmt bei internationalen Ehen mehr Zeit in Anspruch, da auch ausländisches Recht zu berücksichtigen ist“, erklären die Standesbeamten, die sich durch Fortbildungen auf dem Laufenden halten – und gelegentlich schon Übersetzer eingeschaltet haben.

Alles Wichtige vor Ort

Variabel ist die Größe der Hochzeitsgesellschaften: Sie reicht von trauter Zweisamkeit bis zu 100 Gästen und mehr. Im Durchschnitt nimmt ein gutes Dutzend Gäste an einer Trauung teil. „Das macht rund 3.000 Gäste pro Jahr, die Langeoog für sich neu oder wieder entdecken und dabei auch spendabel sind“, sagt Peter Wettstein. Und rund um die Feier zum schönsten Tag des Lebens werde auch ein erheblicher touristischer Begleitumsatz erzeugt. So sehen die Standesbeamten eine Heirat auf Langeoog durchaus als Wirtschaftsfaktor: Neben Vermietern und Gastronomen sind etwa die Dienste von Friseuren, Kutschbetrieben, Floristen, Fotografen, Goldschmieden und weiteren Branchen gefragt.
Was angenehm und praktisch ist: Man hat alles Wichtige vor Ort und dabei kurze Wege. Ob Hotel oder Restaurant, Hochzeitskutsche oder Brautstrauß, Trauringe, die man sogar selber schmieden kann (macht die Ehe besonders haltbar), oder versierte ­Fotografen, die den schönsten Tag des Lebens in makellosen Motiven festhalten. Über Telefon und Internet lässt sich das Meis­te vorab von zu Hause aus arrangieren.

Seemannshus und Hochzeitsstein

Außer im Trauzimmer des Rathauses wird vor allem im beliebten „Seemannshus“ geheiratet: Über 90 Prozent der Trauungen finden in den gemütlichen Räumen des Heimatmuseums statt. Hier gilt es, Hochzeitstermine und Öffnungszeiten zu koordinieren. „Die Zusammenarbeit mit dem Museumsverein funktioniert gut“, betonen die Standesbeamten. Wer das romantische Haus über die Trauung hinaus eingehend besichtigen möchte, nutzt dazu die offiziellen Öffnungszeiten des von Rosemarie Tilmann betreuten Museums.
Unvergänglich wird der Ehebund durch den „Hochzeitsstein“: Mit eingravierten Initialen und Datum wird der Klinker in den „Hochzeitspfad“ des Seemannshus-Gartens eingelassen. „Manche heiraten wegen des Steins auf Langeoog“, erklären die Standesbeamten. Da der Pfad pro Jahr um etwa vier Quadratmeter wächst, wurden 2017/18 weitere Wege angelegt. Doch: „Auf lange Sicht müssen wir uns etwas Neues einfallen lassen, sonst ist der Garten zugepflastert.“
Ein Muss für Brautpaare sind die Familienstammbücher, in ­denen sie ihre Dokumente daheim aufbewahren. In Samt oder Leder gebunden, etwa mit (teils handkoloriertem) Seemannshus- oder Wasserturm-Motiv sowie Gold- oder Silberprägung, sind die Langeooger Exemplare ein dekorativer Schutz für die wichtigen Dokumente – und eine lebenslange Erinnerung an den „schönsten Tag im Leben“ auf der „Insel fürs Leben“.

Alles möglich – bis auf eines

Doch die Langeooger Standesbeamten erfüllen noch mehr Aufgaben. Die Eheschließung ist für sie nur der Auftakt: „Durch die Hochzeit wird Langeoog das registerführende Standesamt. Hier werden die Familiendaten fortgeschrieben.“ Das betrifft Bereiche wie Geburten, Kirchenaustritte, Scheidungen oder Sterbefälle. Im Lauf der Jahre kommt einiges zusammen: „Wir verwalten rund 4.000 Eheeinträge in unserem Eheregister. Das ist vergleichbar mit dem einer Mittelstadt von 50.000 Einwohnern, wie etwa Emden, Ravensburg oder Gummersbach.“ Für die 1.800-Seelen-Gemeinde Langeoog durchaus eine Herausforderung. Auch wenn Holger Schön und Peter Wettstein alles Mögliche gern möglich machen, eines geht nicht: die schnelle Urlaubshochzeit aus dem Überschwang heraus. Denn, so Holger Schön: „Die Anmeldung der Trauung, früher Aufgebot genannt, ist immer am Standesamt des Hauptwohnsitzes durchzuführen.“ Eine Spontanheirat im Las-Vegas-Stil sei daher nicht machbar: „Wir benötigen die kompletten Unterlagen vom Heimat-Standesamt.“ Dann aber steht dem trauten Glück zu zweit nichts im Weg. Kontakt für Anfragen: telefonisch unter 04972/693-123 oder per E-Mail an standesamt@ langeoog.de. -köp-

Mit Erfolg für guten Zweck „gefuttert“

„Treffpunkt“ spendete für Langeooger Einrichtungen 

„Futtern für den guten Zweck“ hieß es das neunte Jahr in Folge beim SB-Restaurant „Treffpunkt“ an der Barkhausenstraße. Von „O bis P“, Ostern bis Pfingsten, lief die Benefiz-Aktion von Inhaber Damir Jelic und seinem eingespielten Gastro-Team. Das „wohltätige Futtern“ umfasste unterschiedliche Gerichte zum Sonderpreis: Wer hausgemachte Fischfrikadellen, Eintöpfe oder weiteres Leckeres orderte, tat damit Gutes. Denn der Verkauf der eigens kreierten Gerichte kam zu 100 Prozent gleich mehreren Langeooger Institutionen zugute. Viele Gäste, und auch einige Insulaner, hatten Appetit auf die buchstäblich wohltuenden Gerichte, sodass erfreuliche 1.889,– Euro zusammenkamen. Die übergab „Treffpunkt“-Inhaber Damir Jelic am 9. Juli insbesondere an Langeooger Jugendeinrichtungen. 500,– Euro nahm die Jugendfeuerwehr in Empfang, die das Geld für Lehrmaterialien und als Zuschuss für eine geplante Zeltlagerfahrt einsetzt. Der gleiche Betrag ging an den Förderverein der Kindertagesstätte „Wichtelnüst“, die davon Brettspiele und Bücher anschaffen will. Ebenfalls 500,– Euro erhielt das „Jugendhaus am Meer“. Die Ferienpass-Aktion der Inselgemeinde wurde mit 200,– Euro bedacht; auch sie kommen dem insularen Nachwuchs zugute. Mit 50,– Euro wurde die Arbeit der Langeooger Puppenkiste unterstützt, über 139,– Euro freute sich der überregional agierende Förderverein Schutzengel. „Wie schön – ganz herzlichen Dank!“, lobten alle Spenden­empfänger die Aktion. Damir Jelic gab den Dank an seine Gäste weiter, die durch ihr „Futtern“ wesentlich zum Erfolg beigetragen haben. Bislang brachte die jährliche Benefiz-Aktion gut 23.400,– Euro ein. Und für Damir Jelic steht fest: „Ostern 2020 geht ‚Futtern für den guten Zweck‘ in die zehnte Runde.“ -köp-

Sommerfest am Süderdünenring

Feuerwehr feiert „Tag der offenen Tür“ im neuen Haus 

Das erste öffentliche Fest in neuen Räumen: Kein Wunder, dass am Samstag, 20. Juli der Andrang zum diesjährigen Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr Langeoog besonders groß war. Die Floriansjünger um Gemeindebrandmeister Olaf Sommer hatten ab 11 Uhr zum Tag der offenen Tür eingeladen – und alle, alle kamen.
Aberhunderte von Besuchern, Urlauber wie Langeooger, wollten die kürzlich erst eingeweihte Station (der „Utkieker“ ­berichtete) nebst Fahrzeugen und Gerätschaften ausführlich in Augenschein nehmen. Reichlich Gelegenheit dazu boten die Führungen durch das neue Gebäude. Draußen war, vom Tanklöschfahrzeug bis zur Drehleiter, der Fuhrpark der Feuerwehr zu besichtigen. Den Schwerpunkt legten die Gastgeber auf Informationen rund um Brandschutz und -vorbeugung. Umlagert waren die Vorführungen von Kim David Ihnen und seiner Firma FARS (Fire And Rescue System). Der Brandschutz-Experte aus Esens informierte über die unterschiedlichen Typen von Feuerlöschern und demonstrierte die korrekte Handhabung eines solchen Geräts. Anschließend durften Besucher unter seiner Anleitung einen kleinen Brand löschen.
Brandschutzerziehung hatten sich auch Daniela Peters, Melanie Wißbrock und Dirk Rochow von der Langeooger Feuerwehr auf die Fahnen geschrieben. Bei ihnen konnte man unter anderem in einem Zelt mit ungiftigem Nebel erleben, welche Sicht bei einem Wohnungsbrand herrscht: nämlich gar keine. Hier kam der Aufkleber „Kinderfinder“ ins Spiel: Unten auf die Kinderzimmertür geklebt, zeigt er im Brandfall der Feuerwehr, wo sie besonders intensiv suchen muss. – Zudem bot die Jugendabteilung einen „Kompaktkurs“ für den interessierten Feuerwehrnachwuchs an, inklusive kleiner „Löschübung“. Die Nachfrage war groß. Was auch für die bereitgestellte Stärkung galt: Bei Kaffee und hausgemachten Kuchen, Löschmeister-Steaks, Brat- und Curry­wurst mit Pommes sowie kühlen Getränken kam niemand zu kurz.
Das Wetter war so abwechslungsreich wie das Programm des Sommerfestes. Auch ein kleiner Schauer konnte den Feuereifer der Besucher nicht dämpfen: Sie stellten sich einfach in der geräumigen Fahrzeughalle unter. Die wurde nach und nach zur Disco: Zunächst lieferte DJ Stefan Miener den passenden      Sound zum Sommerfest, abends ließ DJane Vanessa Schmidt mit heißen Rhythmen den Hallenboden brennen. Gelöscht wurde mit den Tanzbeinen. – Mit ihrem gelungenen Einstandsfest konnte die Langeooger Feuerwehr rundum zufrieden sein. Ihr herzlicher Dank gilt daher allen Helfern und Sponsoren für deren Unterstützung. -ut-

„Bestes Turnier ever“

Neueinsteiger Team „Spiekeroog“ sichert sich Pokal
vor Langeooger „Strandhasen“

Am letzten Wochenende im Juni passte auf Langeoog wirklich alles zusammen: Sonne satt, stahlblauer Himmel und ideale Strandbedingungen: Inmitten dieser Idylle tummelten sich 600 Volleyballer aus ganz Deutschland. In 64 Mixed-Teams eingeteilt, pritschten und baggerten sie am Hauptstrand um den begehrten Wanderpokal, den sich das Team „Spiekeroog“ als Neueinsteiger in einem äußerst spannenden Finale gegen den viermaligen Sieger „Langeooger Strandhasen“ sicherte.
Auf Platz drei landeten die „Greifen“ aus Greifswald, die das Turnier 2009 und 2015 gewonnen hatten. Das Team „Grottenschlecht“ wurde Turniervierter. Es folgten auf den Rängen fünf bis zehn die „Quallenquetscher“, „Spreevolleys, „Aubachbiber“, „Kampfkekse“, „VBC Beckum“ und „Oldies but Goldies II“. Gespielt wurde jedoch nicht Beachvolleyball, sondern klassisch sechs gegen sechs.
16 Spielfelder standen zur Verfügung. Die Turnierleitung mitten im Zentrum sorgte, sehr zur Freude der Sportler, für „kurze Wege“. Die Stimmung unter den Teilnehmern war außergewöhnlich gut, die Atmosphäre locker und entspannt. Und so standen der Spaß und die Gemeinschaft bei den Begegnungen im Vordergrund. In der Spitze wurde aber dennoch hochklassiger Volleyball geboten. Vor allem am Sonntag, als der Wind im Gegensatz zum Vortag kräftig auffrischte, konnten die erprobten Nordseekenner unter den Spielern zeigen, was in ihnen steckt.
Dementsprechend positiv fiel das Fazit der Veranstalter aus. „Bestes Turnier ever“, rief TSV-Vorsitzender Paddy Recker voller Begeisterung den Volleyballern während der Siegerehrung am Inselbahnhof zu und bedankte sich bei allen, die zu dem Erfolg der Kultveranstaltung beigetragen hatten, wozu er natürlich auch die Sportler zählte sowie namentlich das Orga-Team um Klaus Kremer, Thomas Pree und Martin Willenberg. „Es war das mit Abstand schönste Strandvolleyball-Turnier, seit wir 2002 am Ruder sind“, konnte Klaus Kremer dem Vorsitzenden nur beipflichten.
Eröffnet wurde die 35. Auflage am 29. Juni durch Bürgermeister Uwe Garrels. Ebenso begrüßten Paddy Recker und Klaus Kremer die Teilnehmer. Ausrichter der vor 35 Jahren von Hans-Jörg „Atze“ Numrich ins Leben gerufenen Veranstaltung ist der Tourismus-Service Langeoog zusammen mit dem TSV, auf dessen Sportplatz auch diesmal wieder viele Volleyballer ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Im kommenden Jahr findet der Wettkampf am 20. und 21. Juni statt. -reh-

„Ein Freitag für eure Zukunft!“

Neun Inselschüler am 28. Juni feierlich verabschiedet

Am 28. Juni schritten neun, festlich gekleidete Inselschüler in die bis auf den letzten Platz gefüllte Aula. Getragen vom Applaus der Eltern, Geschwister, Mitschüler und Lehrer standen an diesem Vormittag die Absolventen Mareikje Matzies, Ronja Richter, Silas Agena, Noah Agena, Theo Bieniasch, Adrian Dirks, Fabian Jung, Marvin Jürgens und Felix Peters verdient im Rampenlicht: Sie alle haben ihr Abschlussziel erreicht. Einer von ihnen wird in den USA ein Auslandsjahr verbringen, drei wechseln auf das Niedersächsische Internatsgymnasium Esens (Nige), weitere drei Schüler besuchen künftig die BBS Wittmund und zwei starten eine Ausbildung.
Mit den Worten: „Mut steht am Anfang einer Tat, Erfolg am Ende“, ermunterte Schulleiterin Christine Deuter ihre Schützlinge nun „loszufliegen“. In ihrer Rede bezog sich die Pädagogin auf das irische Sprichwort: „Wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln – wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel!“ Allen neun Absolventen bescheinigte sie, nun „flügge“ geworden zu sein.
In Anlehnung an die gleichnamige Klimaschutzbewegung machte Bürgermeister Uwe Garrels aus der Abschlussfeier, die auf einen Freitag fiel, kurzerhand einen „Friday for Future“. In seinem Grußwort bezog er sich denn auch auf die Zukunft der Jugendlichen und ermutigte sie, Verantwortung zu übernehmen und sich „den Unsicherheiten in der Welt“ zu stellen. „Ihr habt den verdammten Job, diese neue Welt zu eurer zu machen und zu lernen, wie das geht, eine gute und lebenswerte Welt zu gestalten“, rief Garrels den jungen Leuten zu. Nur wer lerne, sich auf Veränderungen einzustellen, werde das Leben zu seinem machen, hieß es weiter. „Dieser Freitag ist ein guter Tag für eure Zukunft“, betonte der Bürgermeister.
Elternsprecher Matthias Fischer fokussierte unterhaltsam auf seine eigene Schulabschlusszeit, damals noch mit Interrail, Telefonzelle, Postkarten und unterschiedlichen Währungen statt Facebook, Whatsapp, Euro und Co. In diesem Zusammenhang dankte Fischer der Inselschule, aufgeklärte Schüler mit fundierter schulischer Ausbildung zu entlassen, die dem stetigen Wandel von Technik, Fortschritt und Wirtschaft gewachsen sind.
Nach der feierlichen Zeugnisvergabe durch die Klassenlehrer Karsten Kugelberg und Uwe Fiebig, überreichte die Fördervereinsvorsitzende Jördis Recker den Absolventen nicht nur traditionell „Schreibgeräte“ mit Namensgravur, sondern erstmals auch ihre Sportabzeichen. Mit 68,7 Prozent habe die Abschluss-klasse als drittstärkster Jahrgang beim Ablegen des „Fitness-Ordens“ abgeschnitten. Mit 77 Prozent erfolgreichster Jahrgang war die Klasse 4, gefolgt von Klasse 5 mit 70,8 Prozent. Insgesamt legten 77 von 110 Schülern ihr Sportabzeichen ab.
Durch das kurzweilige Programm, zu dem auch ein „Kahoot“-Klassenquiz zählte, führten Pia Haase und Kai Wettstein. Musikalisch für Abwechslung sorgten der Grundschulchor sowie die Klassen 3 und 4 unter Leitung von Noémi Rohloff, der Jugendchor mit Susanne Agena und die Schulband. Auch das Lehrerkollegium präsentierte ein auf die Schüler abgestimmtes Lied.  Mit dem Song „Tief im Herzen bleib ich Inselkind“, sprachen Band und Jugendchor den Absolventen zum Abschluss noch einmal aus der Seele. Der Refrain wurde von allen mitgesungen.
Im Rahmen der Abschlussfeier verabschiedet wurden zudem Frank Bieniasch als Mitglied des Schulvorstandes und Joana Kuper, die lange Jahre die „Reitschul AG“ im Ganztags-Schulprogramm angeboten hat. -reh-

20. Bridge-Saison auf Langeoog

Zwei Jahrzehnte Turnierleben: ein Rück- und Ausblick –
großes Jubiläumsturnier am 24. Juli

Karten auf den Tisch: In diesem Jahr läuft die Bridge-Saison besonders rund, nämlich zum 20. Mal – ein Erfolg für das Team um Gründerin und Leiterin Isa Bruch. Auch 2019 ­finden die attraktiven Turniere (mit Preisvergabe!) wieder in der „Spöölstuv“ statt, und zwar vom 17. Juli bis zum 21. August – darin am 25. Juli ein Turnier mit Clubpunktevergabe. Das große Festturnier mit Empfang und Grußwort des Bürgermeisters ­erfolgt am 24. Juli, und zwar bereits um 18 Uhr. Alle anderen Turniere beginnen um 19 Uhr. Anmeldung bis spätestens 12 Uhr am Spieltag in der „Spöölstuv“. Listen hängen aus, die Teilnahmegebühr beträgt 5,– Euro. Die Teilnahmegebühren spendet Isa Bruch jedes Jahr an Einrichtungen für Kinder oder Jugendliche auf Langeoog. So verdankt sich die Lokomotive auf dem Spielplatz am Sportzentrum ihrer Initiative. Die „Spöölstuv“ konnte sich schon über Puppenwagen, Bücher und Tischkicker freuen. Auch zur Anschaffung des Piratenschiffs vor dem Spielhaus trug die Bridgegruppe ­erheblich bei. Im vergangenen Jahr erst spendete sie 320,–    Euro für Bausteine und eine Schaukel. Die Bridge-Institution wurde im Jahr 2000 von Isa Bruch und Ilo Haupt gegründet und erfreut sich seither großer Beliebtheit. Sie wuchs im Laufe der Zeit heran – bis auf zehn Tische (40 Personen) beim zehnjährigen Jubiläum. Der Zuwachs war nicht zuletzt auf den Unterricht zurückzuführen, den Isa Bruch auf der Insel abhielt. Freunde und Verwandte der Spieler – sogar aus den USA –, fanden den Weg zum Bridge; auch Segler, die im Hafen festmachten. „Leider nahmen die Teilnehmerzahlen in den letzten Jahren ab, was in ganz Deutschland zu beobachten ist. ­Offenbar hat die junge Generation keine Zeit mehr für das ­anspruchsvolle Spiel“, bedauert Isa Bruch. Dabei sei Bridge seit vielen Jahren eine wichtige Attraktion auf der Insel, nicht nur wegen des spannenden Spiels, sondern auch wegen „der tollen Typen, die man hier trifft“, wie Bridge-Mitspieler Hanns-Gerd Fischer sagt. So könne man bei den langjährigen Teilnehmern sehen, dass sie alles fänden, was zur Gesundheit und Erholung beitrage: Geistiges und körperliches Training, dazu die Gemeinschaft und die Natur. „Kein Wunder, dass sie immer wiederkommen!“

Der Blick in die Langeooger Bridge-Annalen …

zeigt, dass von den Teilnehmern des ersten Turniers am 26. Juli 2000 neben der Leiterin heute noch fünf weitere aktiv dabei sind: Eta Schmidt, Wilhelm Koch, Ulrike Middelschulte, Ingrid Härter und Brigitte Tiggemann. Sie kommen seit mehr als 20 Jahren mit ihren Familien auf die Insel, schätzen Bridge und den damit verbundenen Freundeskreis. An ihren Beispielen soll hier gezeigt werden, wie sie die Vielfalt der Insel für sich und ihre ­Familien nutzen.

 

Isa Bruch …

war zum ersten Mal 1952 als Schülerin mit ihrer Klasse auf Langeoog: „Wir wohnten damals im Haus Meeresrauschen, einem alten Bunker im Südwesten der Insel“, erinnert sie sich. Seit 1958 kommt die Berlinerin mit ihrem Mann Wolfgang hierhin, der schon als Kind mit den Langeooger Jungen Fußball gespielt hat. Heute sind beide vorwiegend ihrer Familie zugewandt: Sie nehmen Anteil an den Aktivitäten der Tochter beim Segeln oder Golf, radeln mit den Enkeln über die Insel und genießen mit ihnen die Natur. Für sie alle ist Langeoog das ersehnte Urlaubs­paradies.

 

Eta Schmidt …

kommt seit den 70er-Jahren mit Ehemann Nils und ihrer Familie auf die Insel. Sie liebte die Leichtathletik, trainierte morgens am Strand und machte jedes Jahr das Sportabzeichen. Auch Tennis war ihre Leidenschaft. Jetzt kümmert sie sich intensiv um ihre große Familie und ist glücklich, wenn sich alle 18 Personen jedes Jahr auf Langeoog treffen. „Eta Schmidt ist eine tragende Säule bei der Organisation der Bridge-Turniere“, lobt Isa Bruch. „Ihre charmante und soziale Art trägt viel zur Integration und ­Offenheit der Institution bei.“ Heute spielt Eta Schmidt sehr erfolg­reich Bridge mit ihrem Mann Nils. Die beiden haben schon manchen Pokal gewonnen.

Wilhelm Koch …

kommt mit Ehefrau Mechthild und Familie seit über 20 Jahren nach Langeoog. Er hält sich mit den mittlerweile erwachsenen Kindern und den Enkeln gerne am Strand auf. Hier spielt er bei allen Ballsportlern mit, besonders bei den Volleyballern. Erst 2018 konnte er mit seiner Mannschaft wieder Inselmeister werden. In der „Spöölstuv“ spielt Wilhelm Koch seit 20 Jahren häufig Bridge mit Isa Bruch, zudem hilft er bei der Turnierauswertung. Eine weitere Passion von Wilhelm Koch ist das Schachspiel. Mit Gleichgesinnten trifft man sich auf Langeoog, um gemeinsam Bridge oder Schach zu spielen, und schwierige Reizungen oder Ausspiele zu diskutieren. Für die Nachurlaubszeit verabredet man sich zu internationalen Bridge-Turnieren in Berlin oder auf Föhr.

Ulrike Middelschulte …

hat meistens sehr erfolgreich mit Astrid Großkopf gespielt. Die beiden konnten so manchen Pokal gewinnen. Beim zehnjährigen Jubiläum hat sie als Beitrag zum Rahmenprogramm den Bridge-Spieler-Chor geleitet. In letzter Zeit kümmert sie sich viel um ihre Enkelkinder.

 

 

Für Ingrid Härter und Brigitte Tiggemann …

nebst Familien war das Tennis-Turnier im Juli stets der Höhepunkt des Urlaubs. Intensiv wurde auf dieses Ziel hin trainiert. Außerdem spielte man Bridge. Seit dem Umbau des alten Tenniscenters zum Sportzentrum stehen nur noch zwei Tennisplätze zur Verfügung. Trotzdem trifft sich die stabile Tennis-Clique regelmäßig, hofft auf eine Wiederbelebung der Tennisplätze und träumt von alten Zeiten. Beim Bridge sind beide immer gern gesehene Mitspielerinnen.

Ausblick 2020

Leider konnte Isa Bruch trotz großer Bemühungen keine Langeooger für das interessante und spannende Spiel gewinnen. Dabei braucht sie dringend eine/n Nachfolger/in. Auf Anregung von Mitspielerin Lo Köker hat nun die Bundesligaspielerin Bridge­club-Leiterin Merle Schneeweis nun einen ihrer Anfängerkurse nach Langeoog verlegt. Er findet in der Zeit vom 9. bis 15. Februar 2020 im VCH Bethanien statt. „Dieser Lehrgang auf Langeoog ist ein Gewinn für die Insel. Außerdem bietet er den Langeoogern im ruhigen Winter die Möglichkeit, am Unterricht teilzunehmen. So können sie das Spiel lernen – für sich privat oder zum Mitmachen bei den Sommerturnieren“, wirbt Isa Bruch um rege Teilnahme. „Um die Insel kennenzulernen, kommt Merle Schneeweis mit ihrem Partner zu den Turnieren am 24. und 25. Juli nach Langeoog.“ An diesen Tagen könne sie von Interessierten gern angesprochen werden. „Ich wünsche der Aktion viel Erfolg!“ -IB/ut-