Von „Shantyman“ bis „Meerjungfrau“

Bombastische Shantychor-Premiere: „de Flinthörners“ rissen ihr Publikum mit

Foto: Doreen RichterDreimal 13 bringt Glück: In seiner 39. Saison brachte der Langeooger Shantychor „de Flinthörners“ wieder ein mitreißendes Programm auf die Bühne. Zur Premiere am Montag, 18. März 2024 um 20 Uhr war ein erwartungsfrohes Publikum ins „Haus der Insel“ (HDI) geströmt, um im großen Saal die Seewasserbarden um Chorleiterin Elisabeth „Puppa“ Peters zu erleben. Es sollte nicht enttäuscht werden.

Nach Begrüßung durch „Flinthörners“-Chef Raimund Buss öffnete sich der Vorhang und lenkte den Blick auf das von Inselmaler Anselm gestaltete Bühnenbild, das den Langeooger Wasserturm zeigte. Mit der deutschen Fassung des Walfängerliedes „Old Maui“ stieg der Chor ins Geschehen ein. Zuvor hatte Solist Ralf Preuß mit dem Whaler Song „Blow ye winds in the morning“ für Gänsehaut gesorgt. Als weitere Stücke präsentierte er „North West Passage“, das kernige Trinklied „Down among the Dead Men“ und zum Konzertschluss den unverzichtbaren „Last Shanty“.

Die letzte Fahrt von „The bonnie ship ‚The Diamond‘ “ besang Gerrit Agena, desgleichen seine zwiespältige Zuneigung zur „Dirty old Town“ Salford sowie, im Forebitter „Fiddlers Green“, den Seefahrerhimmel. Im „Pirate Song“ und dem neuen Stück „On the Sea of Thieves“ lobte Torsten Meyer in den treffendsten Tönen gleich zweimal das Leben der Seeräuber. Deren Getränkeversorgung thematisierte er in „Was wollen wir trinken sieben Tage lang“, einem ursprünglich bretonischen Volkslied.

Klaus Kremer setzte mit „The Wild Goose Shanty“ einen alten „Flinti“-Klassiker neu in Szene. Im Halyard Shanty „Sam’s gone away“ beschrieb er die Karrierewunschleiter eines Seemanns vom Kriegsschiffmatrosen zum Flotten-Kommodore, während er im neuen Stück „Shantyman“ die moderne Seefahrt mit ihren „schwimmenden Computern“ aufs Korn nahm.

Auf die Spur des „Flinthörners“-Mitbegründers Els Sanders begab sich Peer Agena, der dessen Klassiker „Cock Robin“ und „Jeder Hafen hat’n Kai“ neu und überzeugend darbrachte. Im ­beseelten „Adieu to Maimuna“ nahm er schweren Herzens ­Abschied von seiner großen Liebe.

Durch das Programm führte Stephan Bohlen als neuer Modera­tor so souverän, als hätte er nie etwas anderes getan. Als Solist war er schon 2023 – wie auch jetzt – mit der lustigen „Meerjungfrau Story“ zu hören; außerdem brillierte er mit dem ­pädagogisch wertvollen „Hafenunterricht“.

Ihr glanzvolles Debüt als Solisten gaben Martin Willenberg mit der Frage „Can’t you dance the Polka“ und Mo Agha, der in seinem „Sturmlied“ von Seemann Jimmys reiner Liebe berichtete. In der Pause wussten die „Washhouse Company“ mit einem Folksong und die Langeooger Sängerin Katja Agena mit Jazz und mehr zu begeistern. – Bürgermeisterin Heike Horn brachte es auf den Punkt, als sie in ihrem Grußwort „eine bombastische Premiere“ lobte und sich „stolz auf den besonderen Chor“ zeigte.

„De Flinthörners“ treten der Saison alle 14 Tage montagabends auf. Die nächsten Termine: 29. April in der ev.-luth. Inselkirche, 13. Mai in der kath. Kirche St. Nikolaus und ab 27. Mai wieder im HDI. Los geht‘s jeweils um 20 Uhr, Eintrittskarten (10,– Euro) gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen und der Abendkasse; Onlinebuchungen über www.langeoog.de sind ebenfalls möglich. Viel Spaß im Konzert!

-ut/köp-