Von der Inselschule aufs Internat

Die Insulaner Malte Palutke und Kajetan Sendil berichten über ihr Leben als Internatsschüler

Insulaner am Festland: Der Langeooger Malte Palutke (re.) und der Juister ­Kajetan Sendil besuchen das NIGE. Fotos: Jelle SökerAuf Langeoog und Juist können Schülerinnen und Schüler ihren Realschulabschluss machen – für das Abitur gehen sie ans Festland. So wie der Langeooger Malte Palutke und der Juister Kajetan Sendil. Sie besuchen die 11. Klasse des Niedersächsischen Internatsgymnasium Esens (NIGE).

Malte hat sich für das NIGE entschieden, weil er eines Tages Psychologe werden will. Außerdem gefalle ihm das Leben mit neuen Menschen, die noch kein vorgefertigtes Bild von ihm hätten, erzählt er. Kajetan hingegen strebt in erster Linie sein Abitur an, welches ihm das Internat deutlich erleichtere, da er immer wann er möchte vor Ort sein könne.

Geregelter Schulalltag
Ob er nach dem Abitur wieder auf einer ostfriesischen Insel leben möchte, darüber ist sich Malte noch nicht klar. Nach 16 Jahren sei ihm die Insel einfach zu langweilig geworden. Ähnlich ist es bei Kajetan. Er halte sich lieber in Großstädten auf und könne sich gut vorstellen, in einer zu leben: „Wo alles was man braucht, vor Ort ist“, erklärt der 16-Jährige.

Ihr Internatsalltag ist durchorganisiert: „Zwischen 6.30 Uhr und 7 Uhr werden wir von unseren Betreuern geweckt. Duschen. Gemeinsames Frühstück in der Mensa. Danach startet unser normaler Schulalltag. Mittags können wir Internatler in der Mensa essen, woraufhin wir eine zweistündige Pause bekommen. Abends gibt es dann noch die Möglichkeit, ab 18 Uhr in der Mensa Abendbrot zu essen“, beschreibt Malte den Internatsalltag.

Nach den zwei Stunden Pause am Nachmittag steht die Hausaufgabenzeit an, in der eine halbe Stunde bei offener Tür und eine Stunde bei geschlossener Tür gearbeitet wird. Das heißt, Malte und sein Zimmerpartner stehen eine halbe Stunde unter Aufsicht und können dann frei ohne Aufsicht durch Lehrer weiterarbeiten. So ist es auch bei Kajetan, der allerdings allein auf seinem Zimmer wohnt.

Freizeit am Festland
Sport ist für beide in ihrem Internatsalltag wichtig. „Ich habe schon mein ganzes Leben Fußball gespielt, daher bin ich heute aktiv beim TuS Esens in der A-Jugend. Falls ich dafür mal früher aus der Hausaufgabenzeit raus muss, sind die Betreuer da ganz locker drauf und lassen mich gehen“, so Kajetan.

Für Malte hingegen ist der Rest des Tages oft von vielen Nachmittagsangeboten geprägt, die ihm nicht viele Hobbys ermöglichen, wie Fußball zu spielen oder auch Musikräume am NIGE zu nutzen. Eines ist ihm jedoch besonders wichtig: „Ich spiele leidenschaftlich Volleyball beim MTV Aurich an zwei Tagen die Woche“, sagt der Internatler. Sein Hobby lebt er jetzt mit einem externen Schüler-Kollegen außerschulisch aus; auf Langeoog hat er Volleyball bereits im TSV gespielt. „Jeder Internatler hat aber um 22 Uhr zurück zu sein, am Wochenende erst um 23 Uhr. Die Betreuer haben da ein gutes Auge drauf, dass auch jeder pünktlich zurück ist“, erzählt Kajetan.

Um den beiden weitere Aktivitäten zu ermöglichen, erhalten sie von ihren Eltern Taschengeld. Anderweitige Kosten bezüglich des Internats und der Schule tragen ebenfalls die Eltern. An Wochenenden verlässt Malte das Festland und geht zurück nach Langeoog, falls kein Geburtstag oder ein anderes wichtiges Event für ihn in Esens und Umgebung ansteht. Für Kajetan heißt es in der Regel, in Esens zu bleiben, da die Rückrunde mit dem TuS begonnen hat und er zu den Spielen am Wochenende im Internat bleibt. In den Schulferien kehren beide zurück auf ihre Insel, zu Familie und Freunden. Außer es stehen Ereignisse am Festland an.

-Jelle Söker/ut-
(Der Beitrag entstand im Rahmen eines Schulpraktikums der 11. Klasse des NIGE)