Nachhaltigkeit in der „Buddelei“

Textilgeschäft an der Barkhausenstraße sattelt um
Betriebsamkeit in der „Buddelei“: Auf kleiner Fläche findet ein besonderer Schlussverkauf statt. Seit dem Sommer wird der vorhandene Warenbestand abverkauft. Derzeit ist die Grundfläche des Textilgeschäftes in der Barkhausenstraße auf ein Drittel, nämlich die Größe von 1970, geschrumpft.
Demnächst wird die „Buddelei“ den Kunden aber wieder in voller Größe zur Verfügung stehen – dann jedoch mit einem Sortiment, das ausschließlich aus nachhaltigen Produkten besteht. Dessen topmodisches Angebot reicht von Marken wie Armed angels über Ecoalf und Meyer-Hosen bis Recolution. Die übrige konventionelle Ware wandert zum Ausverkauf ins „Buddelinchen“ gegenüber, das dann vorübergehend zum Outlet-Store wird.
Kleine Chronik zur Nachhaltigkeitsumstellung
Was andere vielleicht als Wagnis ansehen, ist für Olaf Hube, Inhaber der beiden Läden, logische Konsequenz. Seit Jahren gab es im Hauptgeschäft eine Ecke mit nachhaltigen Textilien. 2015 wechselte das „Buddelinchen“-Sortiment von Kinder- auf Erwachsenenmode. Ab 2017 wurde hier nachhaltig produzierte Kleidung verkauft. Das Experiment gelang: „Seit 2020 können wir sagen: Es ergibt betriebswirtschaftlich Sinn.“
Nach Sondierungsgesprächen mit Händlern und Fachkollegen im Sommer 2021 reifte im selben Herbst der Entschluss: „Wir werden in der ‚Buddelei‘ alles konsequent auf Nachhaltigkeit umstellen.“ Als Beispiel nennt Olaf Hube den Hersteller Marc O’Polo, der sich vor drei Jahren zum Ziel gesetzt hatte, nachhaltig zu werden – und dieses jetzt erreicht hat. Weitere Gespräche mit Lieferanten folgten dann im Zuge der Sortimentsumstellung: Wer ist wirklich nachhaltig oder auf dem Weg dorthin, wer betreibt bloß „Greenwashing“, ist also nur scheinbar umweltbewusst? Eigene Standards für die „Buddelei“ wurden formuliert.
Auch das Team sollte in die Materie einbezogen werden; hierfür sorgten unter anderem Workshops im Frühjahr 2022. Intensive Messebesuche folgten, der Einkauf wurde gestartet – und eine Werbeagentur für die Zukunftsplanung eingeschaltet. Firmen kamen nach Langeoog, um die „Buddelei“ zu besuchen. „Wir suchen nach Nischenfüllung von Problemgebieten, etwa bei den Bademoden“, berichtet Olaf Hube. Im Sommer 2022 begann der eingangs erwähnte Ausverkauf, um 2023 „frisch und möglichst ohne konventionelle Ware arbeiten zu können – und es läuft großartig.“ Die Orderperiode für die Saison 2023 sei auch abgeschlossen, mit neuen Herausforderungen für nachhaltigen Einkauf.
Mit einem Vorurteil aufräumen
„Nachhaltigkeit bestimmt unseren Alltag“, weiß Olaf Hube. Für den Langeooger steht das Thema Umwelt zeitlebens im Mittelpunkt: „Natur war mir schon in jungen Jahren, etwa bei den Pfadfindern, wichtig – daher bot es sich an, in diese Richtung zu gehen.“ Es gebe, erklärt der Textilfachmann, der den Familienbetrieb in zweiter Generation führt, viele Gründe der Inspiration. Für ihn sei es das Weltnaturerbe Wattenmeer: „Wenn nicht hier, wo dann sollte man nachhaltig denken und handeln?“
Und: „Bei nachhaltiger Mode gibt es oft ein großes Missverständnis: Für viele ist sie immer noch mit dem Vorurteil ‚Sackleinen und Jesuslatschen‘ behaftet.“ Was aber längst überholt sei. Heutzutage laute die Botschaft der Firmen: „Wir machen topaktuelle und hochwertige Mode, die – nebenbei bemerkt – selbstverständlich nachhaltig ist.“ Ein Motto, das (man) trägt. Auch in der „Buddelei“. -köp-