Mit Pastaschüssel zum Inselglück

Anja und Frank Hermerath betreiben seit Anfang des Jahres den Biomaris Shop auf Langeoog

Verwirklichen gemeinsam ihren Traum vom Leben und Arbeiten auf Langeoog: Anja und Frank Hermerath.Als ihr jüngster Sohn ein Jahr alt war, sind sie zum ersten Mal nach Langeoog gekommen. 22 Jahre ist das nun her. Die Kinder sind inzwischen aus dem Haus. Und deren Eltern? Die zogen auf die Insel. Anja und Frank Hermerath haben die Leitung des Langeooger Biomaris Shops übernommen, der nach der Winterpause seit März wieder geöffnet hat. Vergangenen September waren sie vor Ort und schauten sich das Geschäft an. Alles ganz spontan. Seine Frau sei vom Shop ganz begeistert gewesen, von den Farben, der Helligkeit, erzählt Frank Hermerath. Von der damaligen Leiterin erfuhren sie, dass sie es nur vorübergehend mache und jemand Neues gesucht werde. „Warum nicht? Sei mal flexibel“, dachte sich Frank Hermerath. „Auf der Fähre fiel die Entscheidung.“

Der 70-jährige Rentner bewarb sich bei dem Bremer Unternehmen um die Position als freier Handelsvertreter. Am 4. Januar 2024 war die Übergabe. Drei Tage wurden er und seine Frau, die im Geschäft als Angestellte arbeitet, in alles eingewiesen, besuchten sie Informationsveranstaltungen und Schulungen. Das Ehepaar hat schon einmal zusammengearbeitet. In den 1980er- und 1990er-Jahren waren sie Kollegen. Sie arbeiteten für ein großes internationales Versicherungsunternehmen. Ein Paar wurden sie erst 1997.

Der Traum des Insellebens
Frank Hermerath hat im Außendienst gearbeitet, war für Kundenberatung und -betreuung zuständig, machte Verkauf und Marketing. In einem Fortbildungsseminar wurde er einst vom Seminarleiter gefragt, was sein Traum sei. „Eine Inselkneipe zu führen. Ich möchte gerne eine Strandkneipe aufmachen. Vielleicht auf Fuerteventura. Und einmal die Woche Musik machen.“ Darauf habe der Seminarleiter geantwortet: „Toll! Bleiben Sie an der Idee dran.“

Es ist zwar ein wenig anders gekommen, aber Getränke schenkt er auch auf der Nordseeinsel aus. In den Biomaris Shops werden Gläschen mit Meerestiefwasser, das zum Beispiel mit Tomaten- oder Sanddornsaft gemischt wird, angeboten. Das richtige Mischungsverhältnis sei dabei wichtig, erklärt Frank Hermerath. „10, 20 Prozent Meerestiefwasser mit Limo, Frucht- oder Tomatensaft auffüllen.“ So schmecke es am besten. „Die Produkte sind einfach gut, sie überzeugen mich. Wir können alles guten Gewissens verkaufen.“ Frank Hermerath probiert – genauso wie seine Ehefrau – alle Biomaris-Produkte selbst aus.

Seit 25 Jahren leben die Hermeraths in Hude, in der Nähe von Oldenburg. In all den Jahren haben sie immer wieder eine andere Insel besucht. Mit Vorliebe in den Wintermonaten. „Ich wollte sehr gerne auf einer Insel leben und arbeiten“, sagt Anja Hermerath. Am Inselleben gefällt ihr die Ruhe und Gelassenheit, an den Strand gehen zu können. Die 59-Jährige war mehr als zwei Jahrzehnte als Versicherungswirtin tätig. Dann ließ sie sich zur Heilpraktikerin für Psychotherapie ausbilden. Und sie arbeitet seit 15 Jahren als Yogalehrerin. „Jetzt noch mal was Neues zu machen, war mir wichtig“, sagt sie.

Gebürtig stammt sie aus Bremen. Und als Bremerin ein Bremer Produkt zu bewerben, gefällt ihr. „Ich kam in den Shop rein und habe mich sofort verliebt – ja, das ist meins“, erinnert sie sich an den ersten Moment im Langeooger Biomaris Geschäft. Kleine Veränderungen haben sie vorgenommen. Etwa das Spenden-Schiffchen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) für den Verkaufstresen aufgestellt. „Sie kommen auch aus Bremen“, merkt Anja Hermerath an und freut sich, dass sie damit etwas Gutes tun kann.

Freude hat sie auch am Kontakt mit den Kunden, an der Beratung und der Naturkosmetik. „Wir probieren selbst alles aus“, sagt sie. Auch ihre Kundinnen und Kunden lassen sie so manches testen. Etwa ein Handpeeling direkt vor Ort. Dafür haben sie weißes Keramikgeschirr umfunktioniert: Ein Krug und eine ehemalige Pastaschüssel. In den neueren Läden gebe es Waschbecken, erzählt Anja Hermerath. Sie bringen auf diesem nostalgisch anmutenden Weg das Produkt näher. Eine kleine Zeremonie mit warmem Wasser und dem nach Orange duftenden Body Cream Scrub. Verreiben, einmassieren, abwaschen. Danach müsse man sich nicht mehr eincremen, sagt die Bremerin und empfiehlt, das Peeling einmal die Woche zu machen. „So nimmt man ein bisschen Urlaub mit nach Hause“, sagt sie begeistert.

Hergeholt haben sie und ihr Mann hingegen ihre Fahrräder. „Das war die erste Lektion, die wir auf Langeoog gelernt haben“, erzählt Frank Hermerath begeistert. „Ohne Fahrrad geht es nicht.“

-jeg-