Gemeinde-Rat und Tat: Neues von der Inselgemeinde Langeoog

Kinder- und Jugendbeirat: Wahl Anfang 2024
Stimmauszählung am 2. Februar: Im Beisein der Bürgermeisterin wurden die Wahlurnen geleert. Foto: Inselgemeinde Langeoog Auf Langeoog wurde ein Kinder- und Jugendbeirat gebildet. Schon 2022 hatte Bürgermeisterin Heike Horn einen entsprechenden Antrag gestellt, da es ihr wichtig war, junge Menschen auf Langeoog in die Arbeit der Kommunalpolitik einzubeziehen. Die Beiratswahl fand vom 22. Januar bis 2. Februar 2024 im Rathaus statt, Briefwahl war ebenfalls möglich. Wahlberechtigt waren alle jungen Menschen von acht bis 20 Jahren mit Hauptwohnsitz auf Langeoog. Aufstellen lassen konnten sich alle Neun- bis 20-Jährigen mit Erstwohnsitz auf Langeoog.
Die Auszählung erfolgte am Freitag, 2. Februar nach Schließung des Wahllokals. Als Wahlhelfer tätig waren die Rathaus-Auszubildenden Arlen Krasniqi, Frauke Penning und Julius Schmidt. Von den 150 Stimmberechtigten hatten 68 ihre Stimme abgegeben, was einer Wahlbeteiligung von 45,3 Prozent entspricht. Mit Berenike B., Tamme D., Fenna F., Mareikje M., Raphael L. und Neele P. wurden sechs Kandidierende in den Beirat gewählt.
Der ehrenamtliche Kinder- und Jugendbeirat ist an allen Sitzungen beteiligt, wo er die Wahrung und Vertretung der Interessen von Jugendlichen wahrnimmt. In diesem Sinne ist er auch Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche der Insel. Zur Unterstützung seiner Arbeit erhält der Beirat ein Verfügungsbudget über 1.000 Euro. Detaillierte Informationen, darunter die Satzung, stehen auf www.gemeinde.langeeog.de unter „Bürgerinfo / Kinder- & Jugendbeirat“.

Kinder- und Jugendbeirat nimmt Arbeit auf
Bürgermeisterin Heike Horn (3.v.r.) mit den Beiratsmitgliedern (v.l.) Neele, Berenike, Fenna, Tamme und Raphael. Foto: W. Schreiber / Inselgemeinde LangeoogHerzlichen Glückwunsch – der erste Kinder- und Jugendbeirat der Insel Langeoog hat am Mittwoch, 28. Februar 2024 seine konstituierende Sitzung absolviert. Folgende Ausschussmitglieder waren anwesend: Berenike B., Fenna F., Neele P., Raphael L. und Tamme D.; Mareikje M. war verhindert. Zum Vorsitzenden wurde Tamme D. einstimmig gewählt, Fenna F. einstimmig zur stellvertretenden Vorsitzenden; ebenfalls einstimmig wurde Berenike B. zur Kassenwartin bestimmt.
Der frisch gewählte Vorsitzende übernahm sofort die Beiratsleitung und führte souverän durch die Sitzung. Unter dem Tagesordnungspunkt „Anfragen und Anträge“ beschloss der Ausschuss, dass der Kinder- und Jugendbeirat mindestens vier Mal jährlich tagen sollte.
„Als Bürgermeisterin bedanke ich mich herzlich bei allen Jugendlichen, die kandidiert haben, und über den Kinder- und Jugendbeirat die Wünsche der Inselkinder und Jugendlichen in der Politik professionell platzieren“, erklärte Heike Horn auf Facebook und ergänzte: „Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit.“

Familienticket 2024?
2022 eingeführt, war es auch 2023 ein Erfolg: das Familienticket für Tagesgäste. Dabei konnten zwei Erwachsene mit bis zu drei Kindern (6 bis 15 Jahre) preisgünstig eine Tagesfahrt auf die „Insel fürs Leben“ unternehmen. Das Angebot galt jeweils vom Sommer bis Ende Oktober. „Gerade im Vorjahr wurde das Ticket von Tausenden Familien begeistert angenommen“, berichtet Bürgermeisterin Horn. Angedacht sei daher, das Angebot zum Sommer 2024 mit angepassten Konditionen fortzusetzen.

„Haus der Insel“
Was passiert langfristig mit dem „Haus der Insel“ (HDI)? Klärung soll zum wiederholten Mal ein geplantes Interessenbekundungsverfahren (IBV) bringen. Dieses wird vorbereitet durch das Hamburger Beratungsunternehmen Project M GmbH, das auch die Entwicklung eines Tourismuskonzeptes für Langeoog begleitet hat. Die Ausschreibung für das IBV soll europaweit erfolgen. Einleitende Gespräche mit der Verwaltung und dem Tourismus-Service Langeoog fand Anfang März statt.

Müllumschlagstation?
Die Inselgemeinde hat entschieden, einer Erweiterung der Anlage auf dem bestehenden Gelände nahe dem Hafen zuzustimmen. Voraussetzung dafür ist, dass der Landkreis das entsprechende Grundstück vom Domänenamt Niedersachsen erwirbt. „Das wäre die einzig akzeptable Lösung nicht nur für die Inselgemeinde, sondern auch für die Insulaner und Gäste“, so die Bürgermeisterin.

Bewerberlage und Wohnraum
Freie Stellen bei der Inselgemeinde: An Bewerbungen mangelt es nicht. „Gesucht wird …“ An freien Stellen herrscht bei der Inselgemeinde kein Mangel – ebenso wenig an Interessenten. „Wir haben aktuell eine erstaunlich gute Bewerberlage in der Verwaltung“, teilt Bürgermeisterin Heike Horn mit, bedauert aber zugleich: „Aufgrund des fehlenden Wohnraums können viele Stellen nicht besetzt werden. Das Dilemma: Wenn das Personal fehle, könnten bestimmte Leistungen nicht oder nur verzögert erbracht werden. „Daher sind Rat und Verwaltung umso dankbarer, dass nach dem Ratsentscheid, der am 20. Dezember 2023 gefällt wurde, 45 Wohnungen auf dem ehemaligen Internatsgelände gegenüber der Inselschule entstehen sollen“. Voraussetzung für den geplanten Dauerwohnraum sei eine Förderbewilligung durch die NBank: „Wenn das Projekt zustande kommt, wird es ein Vorzeigeobjekt mit sehr guten Wohnungen.“

Straßenbau
Straßenbauarbeiten an der Kirchstraße.Noch bis voraussichtlich zum 31. Mai 2024 finden Straßenbauarbeiten zwischen der Hauptstraße und der Mittelstraße statt. Dies führt zur Vollsperrung eines Teilstückes der Kirchstraße, eine Umleitung ist ausgeschildert.
Passanten steht während des ersten Bauabschnittes das Teilstück zur Verfügung der Kirchstraße zwischen Mittelstraße und Branddünenweg. Im zweiten Bauabschnitt können Fußgänger das Teilstück der Kirchstraße zwischen Hauptstraße und Branddünenweg nutzen.

„Bürgermobil“ rollt auf gutem Kurs
Seit gut 100 Tagen, genauer: seit dem 1. Dezember 2023 rollt das weiße „Bürgermobil“ der Inselgemeinde über die Straßen (der „Utkieker“ berichtete). In dieser Zeit fand der Fahrdienst für mobilitätseingeschränkte Menschen mit Erstwohnsitz auf Langeoog steigenden Zuspruch. Waren es im Dezember 47 Fahrten und im Januar deren 50, stieg ihre Zahl im Februar schon auf 80 an – „eine positive Entwicklung“, befindet Insellotsin Cornelia Bittner, Ansprechpartnerin für das Projekt bei der Inselgemeinde.
Die tägliche (!) Kernfahrzeit läuft von 8 bis 18 Uhr. Eine Anmeldung ist unter der Mobilnummer 0174-1596 801 möglich. Da das „Bürgermobil“ eine ehrenamtliche soziale Leistung der Inselgemeinde ist, kostet die Beförderung 5,– Euro pro Fahrt pro Person.
Die Fahrten führen meist zum Bahnhof oder zum Arzt, werden aber auch für soziale Teilhabe genutzt, etwa um zum Friseur zu gehen, die Kirche oder den Friedhof aufzusuchen oder an Veranstaltungen teilzunehmen. Letzteres kann ein Konzert sein, aber etwa auch die Teilnahme an Jahreshauptversammlungen der Vereine.
Im winterlichen Betrieb machte das Fahrzeug auch bei Schnee und Eisglätte keine Probleme. Der Praxiseinsatz führte zu schnellen Verbesserungen wie einer Trittstufe zum Ein- und Aussteigen, dem Anbringen von Haltegriffen oder dem Bereithalten von wärmenden Decken im (ungeheizten) Fahrzeug. „Der Transport soll für die beförderten Personen so angenehm wie möglich sein“, so das Team.
Das Fahrzeug ist zunächst auf sechs Monate angemietet, danach ist eine mögliche Anschaffung des Gefährts geplant. Hierfür wurden bereits Fördermittel beantragt. Mehr Infos zum Bürgermobil inklusive Beförderungsbedingungen sind auf www.gemeinde.langeeog.de unter „Bürgerservice / Soziales“ zu finden.

Das „Bürgermobil“-Team
Das Fahrteam des Bürgermobils (v.l.): Martin Willenberg, Peter Hansmann, Frank Düll, Christine Dirks, Katja Prester und Regina Willenberg. Im Bild fehlt das Helferteam mit Birgit Heiser, Peter Funke und Tina Pasqualicchio. Foto: C. BittnerDen ehrenamtlichen Fahrdienst leistet eine Gruppe von sechs Fahrerinnen und Fahrern sowie drei Helferinnen und Helfern. „Schnittstelle“ zwischen Verwaltung und Fahrdienst ist Cornelia Bittner, als Insellotsin zuständig für Gemeinwesenarbeit und Quartiersmanagement.
Auf den monatlichen Teamsitzungen werden Erfahrungen ausgetauscht und Dienstpläne besprochen, die tägliche Kommunikation läuft über eine eigene Handy-Gruppe. „Die Inselgemeinde ist sehr dankbar für das hohe Engagement von Insellotsin und ‚Mobilteam‘“, so Bürgermeisterin Heike Horn.
Was die Freiwilligen, die sich übrigens über Verstärkung freuen, besonders freut, ist die positive Resonanz aus der Bevölkerung. Viele Fahrten haben einen bewegenden Hintergrund, wie Frank Düll, Sprecher des Fahrteams, berichtet: „Da ist zum Beispiel die Großmutter, die am Heiligabend mit Hund, Rollator und Geschenken zu ihren Kindern und Enkeln gebracht werden wollte.“ Oder der ältere Herr, dem auf seiner Radtour die Luft ausgegangen war, und den er weit außerhalb des Dorfes abgeholt und bis in seine Wohnung begleitet hat.
Oder „das alte Ehepaar, das seinen Geburtstag in einem Restaurant im Dorf feiern wollte und dort trockenen Fußes hin und wieder zurück gebracht wurde“ – nach erfolgter Absprache weit nach eigentlichem Dienstschluss. „Es sind diese Erlebnisse, die einen motivieren, weiter in dem Projekt zu arbeiten und sich ehrenamtlich zu betätigen“, so Frank Düll.
Und Fahrerin Christine Dirks trifft den Kern: „Das Bürgermobil bringt die Insulaner wieder zusammen. So können Besuche, die aus gesundheitlichen Gründen ausfielen, wieder aufleben. Besuche, die Gemeinschaft und Nähe schaffen – und die Perspektive, dass das Leben auch im Alter schöne Zeiten bereithält.“

-ut/köp-