Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog
Neujahrsempfang am 8. Januar
Zum Neujahrsempfang am Sonntag, 8. Januar 2023 lädt die ­Inselgemeinde um 15 Uhr ins „Haus der Insel“ ein. Bei Brezeln und Sekt erleben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Neujahrsansprache von Heike Horn. Darin gibt die Bürgermeisterin eine Rückschau auf das abgelaufene Jahr und blickt auf die ­anstehenden Projekte für 2023. Musikalisch begleitet der Langeooger Shantychor „de Flinthörners“ den Empfang, erwartet werden zudem die Sternsinger der katholischen Kirche. Auf dem Programm steht zudem die Ehrung verdienter Ratsmitglieder. Die Inselgemeinde bittet um zahlreiches Erscheinen zur Würdigung der ehemaligen Ratsmitglieder.
Delegation aus Südkorea
Besuch aus Südkorea, wenn auch nur für einen Tag: Am Montag, 7. November war auf Langeoog eine elfköpfige Delegation aus Suncheon zu Gast. Die Stadt an der Südküste des asiatischen Staates ist bekannt für ihre Wattenmeer-Bucht, die ­Suncheon-Bay. Deren riesige, oft kreisrunde Schilffelder sind einzigartig auf der Welt. Grund des Besuchs sind Bestrebungen, in Suncheon ein Schutzgebiet einzurichten. Und da das UNESCO-Weltnaturerbe Niedersächsisches Wattenmeer international Vorbildcharakter besitzt, lag es nahe, sich hier zu informieren.
So unternahm Insel- und Wattführer Uwe Garrels mit den Gästen eine Exkursion durch den Ort und ins Weltnaturerbe. ­Anschließend bestand für die Delegation im Rathaus noch ­Gelegenheit, Fragen an die Inselgemeinde zu stellen. Rede und Antwort standen Bürgermeisterin Heike Horn, Ratsvorsitzender Gerrit Agena und Tourismusmanager Nils Jenssen.
„Es ging darum, was zu beachten ist, um einen Nationalpark einzurichten“, berichtet Heike Horn. Grundlegend sei es, die ­Bevölkerung mitzunehmen und etwaige Skepsis auszuräumen, gerade wenn mit Einschnitten zu rechnen sei. Zu beachten sei auch die Verbindung von Tourismus und Naturerleben und die entsprechende Öffentlichkeitsarbeit. Das angestrebte Ziel, die Natur zu schützen, sei in der Regel nicht freiwillig, sondern als staatliche Aufgabe zu erreichen.
Schon vor gut zehn Jahren, im Juli 2012, weilte eine südkoreanische Delegation im Weltnaturerbe Wattenmeer von Dänemark bis in die Niederlande. Sie lotete die Möglichkeiten aus, ein Gebiet an der Südspitze Südkoreas als Schutzgebiet zu ­nominieren. Dort galt es, Hafenprojekte in Einklang mit dem Naturschutzgedanken zu bringen.
„Dorfentwickler*in gesucht“
Diese Stellenausschreibung stand unlängst auf der Website der Inselgemeinde. Was hat es damit auf sich? „Wir suchen jemand in Vollzeit, der als Insellotse oder -lotsin die Entwicklung des Gemeinwesens begleitet“, erklärt Bürgermeisterin Horn. Aufgabenfelder seien unter anderem die Koordination von Projekten, die Förderung des Ehrenamtes und der Aufbau von Kommunikationsstätten. Die gesuchte Person solle die Kommune unterstützen, wenn es um insulare Belange gehe, etwa das Schaffen von Räumen für Insulaner. „Der Schwerpunkt liegt auf der insularen Identität.“ Auf die Ausschreibung seien mehrere Bewerbungen eingegangen: „Wir sind in der Endabstimmung“, teilt Heike Horn mit.
Zukunftskonzept: Zwischenbericht im Januar
„Zukunftskonzept Langeoog“ – das ist die Richtschnur, unter der die Insel seit diesem Jahr an der Ausgestaltung ihrer touristischen ­Zukunft arbeitet. „Langeoog muss sein Profil als ­Urlaubsdestination schärfen und ein touristisches Gesamtkonzept entwickeln“, erklären Bürgermeisterin Heike Horn und Nils Jenssen, Leitung Tourismusmanagement. So fanden im Sommer zwei Zukunfts-Workshops unter Einbeziehung der Bevölkerung statt (der „Utkieker“ berichtete). Begleitet wird die Entwicklung des Zukunftskonzepts durch das Hamburger ­Beratungsunternehmen Project M GmbH.
Derzeit stellt Project M einen Zwischenbericht zusammen, der voraussichtlich am 16. Januar 2023 im Rahmen eines Bürger-Infoabends vorgestellt werden soll. „Da Rat und Verwaltung ­anwesend sein werden, hat jede Bürgerin und jeder Bürger    Gelegenheit zum Fragenstellen und zur Diskussion“, so die Bürgermeisterin. Einzelheiten zum Termin gibt die Inselgemeinde zeitig bekannt.
l Anbau am Erlebnisbad
Der Anbau am Freizeit- und Erlebnisbad geht in großen Schritten voran. Bauherrin des Projekts ist die Inselgemeinde, ­Auftraggeber der Tourismus-Service Langeoog. In den bogenförmigen zweigeschossigen Vorbau wird demnächst der Anwendungsbereich des Kur- und Wellness-Centers (KWC) verlegt. Neben einer Kur- und Anwendungsabteilung ist auch ein Wellnessbereich vorgehen, der eine Verbindung zum Sauna- und Badebereich erhält. „Das ermöglicht uns neue ­Angebote – aus einer Hand, in einem Haus“, erklären Bürgermeisterin Heike Horn und Tourismusmanager Nils Jenssen. ­Angedacht ist zudem ein separater Fitnessbereich für Gäste und Insulaner. Geplant ist ferner, die Tourist-Information dauerhaft in dem Neubau unterzubringen.
Fähranleger
Erleichterung im Fährverkehr: Derzeit erfolgt der Passagiereinstieg zügig über die Frachtbrücke, über die auch das Gepäck geladen wird. So kann auf den Einsatz einer zusätzlichen Frachtfähre verzichtet werden. Bei hohem Aufkommen, etwa zu den anstehenden Feiertagen, wird das Gepäck wieder mit einer separaten Frachtfähre befördert. In den Weihnachtsferien ist das Fährwesen für die Passagiere gesichert, auch durch entsprechende Zusatzfahrten. „Niemand wird zurückgelassen“, betont die Inselgemeinde. Ihr besonderer Dank geht an die Besatzungen für deren Einsatz und an die Passagiere für deren Geduld. Ein regulärer Betrieb der neuen Brückenanlagen in den Häfen von Langeoog und Bensersiel sei in Sicht, hofft die ­Inselgemeinde. – Ursprünglich war die Inbetriebnahme der Brückenanlagen für 2020 geplant (der „Utkieker“ berichtete mehrfach). Gravierende Planungsfehler des Ingenieurbüros hatten dies bislang verhindert.
Neuer Podcast zur Weihnachtszeit
In ihrem Podcast „Moin Langeoog – Neues aus dem Rathaus“ informiert die Bürgermeisterin „zu allen Verwaltungsangelegenheiten und Infos rund ums Rathaus“, wie es im Vorspann heißt.
Mitte Dezember erschien der nunmehr 14. Podcast mit dem Titel „Unser Wohn- und Lebensraum“: Darin zeigt Heike Horn unter anderem die Bedeutung einer Erhaltungssatzung für den Schutz des vorhandenen Dauerwohnraums auf. Als Orientierung könnten vorhandene Regelwerke benachbarter Inseln dienen. Sie erläutert die Aufgaben von Rat und Verwaltung, aber auch der Mitbürger, den Erhalt des Wohnraums und damit des Lebensraums, zu gewährleisten. – Das neue „Moin Langeoog“ ist auf der Startseite von www.gemeinde.langeoog.de über die Rubrik „Bürgerinfo“ abrufbar. Dort kann der Podcast (wie seine archivierten Vorgänger) angehört, heruntergeladen und abonniert werden.
 Insularer Erfahrungsaustausch auf Baltrum
Am Montag, 21. November trafen sich auf Baltrum die Verwaltungsspitzen aller sieben Ostfriesischen Inseln zum traditionellen Erfahrungsaustausch. Versammlungsort war der Veranstaltungsraum des Kinderspielhauses. Von Langeooger Seite nahmen Bürgermeisterin Heike Horn und Ratsvorsitzender Gerrit Agena teil.
Als Themen wurden unter anderem der Fachkräftemangel und die Wohnraumproblematik auf den Inseln ausführlich besprochen. Dabei zeigte sich wieder einmal deutlich, dass die Probleme auf allen sieben Inseln präsent sind. Besonders der Fachkräftemangel sei nicht ohne gezielte Strategien zu beheben. In diesem Zusammenhang wurden auch Möglichkeiten aufgezeigt, bestimmte Tätigkeiten auszulagern.
Weitere Themen waren die Energiekrise und die damit zusammenhängenden Folgen. Um etwa auf einen Blackout vorbereitet zu sein, ist der Katastrophenschutz gefragt, damit im Ernstfall die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden können.
Ein weiterer Diskussionspunkt war der zunehmende Müll auf den Inseln: „Gefragt ist ein Umdenken der Menschen“, erläutert Heike Horn. Das Aufstellen von Abfalltonnen reduziere keinen Müll: „Es geht um Müllvermeidung.“ Der Umgang mit wiederverwertbaren Verpackungen, die in der Gastronomie ab dem 1. Januar 2023 als Alternative zu Wegwerfverpackungen angeboten werden müssen, war ebenfalls ein viel diskutierter Punkt.
Die Teilnehmer waren froh, dass das Treffen nach den Jahren der Pandemie wieder in Präsenz stattfinden konnte. „Wir hatten einen guten Austausch“, resümiert Heike Horn. Insgesamt sei eine gemeinsame Strategie für alle sieben Inseln notwendig: „Unsere geografische Lage setzt uns enge Grenzen. Umso wichtiger ist es, diesen Lebensraum auch für Insulaner lebenswert zu gestalten.“
OFI GmbH wird fünf
Neben der Lage im UNESCO-Weltnaturerbe verbindet die Inseln auch ein gemeinsames Marketing: Im Dezember 2017 wurde die „Ostfriesische Inseln GmbH“ (OFI) gegründet. „Wir freuen uns, dass die OFI sich als gesundes Projekt entwickelt hat“, erklärt Bürgermeisterin Heike Horn. Die Marketing-Dachorganisation hat ihren Sitz auf Borkum. Gesellschafter sind die Tourismusorganisationen der Inseln, außerdem die Reedereien und weitere Einrichtungen. Zu den Aufgaben der OFI gehört es, die Bekanntheit der Inseln deutschlandweit wie international zu stärken und neue Zielgruppen zu gewinnen.
Am 20. Dezember nun wird auf Borkum das fünfjährige Bestehen der OFI begangen. Erwartet werden die Gesellschafter und zahlreiche Weggefährten. Dem Festakt voran geht ein Arbeitstreffen, auf dem auch die neu engagierte Werbeagentur Saint Elmo’s ihre Konzepte vorstellen wird.
Seniorenfeier
Am Mittwoch, 14. Dezember fand die Senioren-Weihnachtsfeier der Inselgemeinde statt. Das gemütliche Beisammensein mit Kaffee und Kuchen begann um 15 Uhr im Haus Meedland. Zahlreiche Seniorinnen und Senioren waren der Einladung gefolgt. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch den Langeoog-Chor „de Likedeeler“ und Sängerin Katja Agena mit Andreas Czipka. -köp/ut-