Wattwurm – Kiez – Computer-Babys

Vom Whiteboard notiert: Aktuelles aus der Inselschule
Watt erleben! 
Am Donnerstag, 1. September 2022 machten sich die Klassen 3 und 4, begleitet von ihren Klassenlehrern Petra Ahrenholz und Karsten Kugelberg, auf den Weg ins Watt. Nach zwei ­Wochen intensiver Vorbereitung wurde das zuvor Gelernte jetzt „in echt“ angesehen. Die Wanderung wurde von der ­staatlich geprüften Wattführerin Fiona Wettstein angeboten, die den Inselkindern dieses besondere Erlebnis gerne möglich machte.
Los ging es durch die Ruhezone, die nur mit einem Wattführer oder einer Wattführerin betreten werden darf, quer durch die Salzwiesen hinein bis ins Watt. Dabei wurde auch der oft weite Weg der Zugvögel ins Auge genommen und die Leistung ­dieser kleinen gefiederten Freunde staunend anerkannt.
Im Watt schließlich wurden alle Hemmungen gegen Schmutz schnell abgelegt: Mit den Fingern wurde nach Herzmuscheln gegraben, Dwarslooper wurden mutig auf die Hand genommen sowie Watt- und Gummibandwürmer angeschaut. Sogar eine Grundel, ein kleines Fischchen, und eine Garnele gab es zu bestaunen. Zurück ging es durch das neben dem Weg ­gelegene, zweifellos hautfreundliche „Tiefwattbecken“, das ­anschließend alle elter-   lichen Waschmaschinen auf eine harte Probe stellte.
Zum Abschluss wurde auf dem Spielplatz der Schulvormittag beendet – nicht ohne den festen Plan, bald wieder einen Ausflug in Langeoogs wunderschöne Natur zu unternehmen! Für mehr Infos schauen Interessierte gern auf der Schulwebsite www.inselschule-langeoog.de vorbei. Viel Vergnügen!
Klasse 10 auf Abschlussfahrt
Zwei Jahre lang war die Klassenfahrt der jetzigen 10. Klasse verschoben worden. Doch Anfang September, zu Beginn des Schuljahres, fand die lang ersehnte Fahrt endlich statt. Nach Hamburg ging es: Begleitet wurden die Zehntklässler von ihrer Klassenlehrerin Petra Ahrenholz und der Langeooger Buchhändlerin Suntje Krebs, die mit ihrer Hamburg-Erfahrung die geeignetste Begleitung für diese Unternehmung war.
Das Programm, das im Vorfeld mit der gesamten Klasse demokratisch geplant und abgestimmt worden war, war abwechslungsreich und bot für jeden Geschmack die richtigen Aktivitäten. So wurde erstmal mit einer Hafenrundfahrt mit Blick auf die Elbphilharmonie gestartet.
Im „Dialog im Dunkeln“ tauchte man für eine Stunde in die Welt der Blinden ab: In absoluter Finsternis galt es, den (nachgebauten) Straßenverkehr, die Natur und eine Hütte zu erleben, ehe man in der „Blinden-Bar“ ein Getränk kaufen konnte. Nach dem Bezahlen in absoluter Finsternis und der Platzsuche waren dann doch alle froh, wieder bei Tageslicht die bekannten Gesichter zu sehen.
Ganz andere Sinne waren dann im Escape-Room gefragt. In zwei Teams mussten Rätsel gelöst und sogar der Teufel heraufbeschworen werden, bis die beiden Gruppen ein Happy End herbeiführen konnten.
Am nächsten Tag wurde der Hamburger Kiez mal von einer anderen Perspektive erkundet: Nach einem geschichtlichen Überblick, in dem die „Torschlusspanik“ erklärt wurde, bekam die Klasse Einblicke in die Lebenswelt der Kiezbewohner, sah einschlägige Kneipen und erfuhr, wo ein Serienmörder gern seine Freizeit verbrachte. Abends ging es ins Theaterstück „Die heiße Ecke“. Auch hier wurde das Leben auf der Reeperbahn durchaus kritisch, aber auch sehr derbe präsentiert.
Fahrten mit der Elbfähre standen ebenso auf dem Programm wie ein Gang durch den alten Elbtunnel und ein Besuch der Kunsthalle im Jenischpark mit Bummel über das weitläufige Gelände.
Den krönenden Abschluss dieser Fahrt machte ein gemeinsamer Restaurantbesuch mit anschließendem Gang durch die Parkanlage „Planten un Blomen“, wo die Wasserspiele mit musikalischer Untermalung alle begeisterten. Einhellige Meinung: „Hamburg ist eine Klassenfahrt wert!“
Projekt „Babybedenkzeit“
Vor den Sommerferien hatten einige Schülerinnen der Klassen 9 und 10 noch eine anstrengende Woche: Sie nahmen unter der Leitung von Schulsozialpädagogin Dini Bents an dem ­Projekt „Babybedenkzeit“ teil. Dieses gibt Jugendlichen die Möglichkeit, sich als „Eltern im Praktikum“ auszuprobieren.
Ein geeignetes Medium hierfür sind die eigens eingesetzten, computergesteuerten Babysimulatoren, da sie Bedürfnisse und Reaktionen wie echte Babys zeigen. Per Computersteuerung können verschieden anstrengende Tagesabläufe (Aufzeichnungen von Eltern waren die Grundlage) und Stufen der Schwierigkeit eingestellt werden. Durch einen Chip am Handgelenk können nur die Jugendlichen selbst das Baby versorgen. Eine Weitergabe – etwa an die eigenen Eltern – ist nicht möglich.
Am Ende des Projektes werden die Daten des Simulators ausgewertet, die Jugendlichen bekommen eine Rückmeldung, ob sie ihr „Baby“ gut versorgt haben oder ob zum Beispiel eine Vernachlässigung oder grobe Behandlung vorlag.
Das seit Oktober 2007 im Landkreis Wittmund / Präventionsrat durchgeführte Projekt zeigt den Schülerinnen und Schülern, dass ein Baby eine Menge Verantwortung mit sich bringt, soll aber in keiner Weise abschreckend wirken. Ziel ist es, Elternschaft realistisch zu erleben und romantische Vorstellungen aus dem Fernsehen, gepaart mit der Sehnsucht nach einer heilen Familie, besser einschätzen zu können.
Die Mitarbeiterinnen des Präventionsrates versehen in der ­Projektwoche eine „Rund-um-die-Uhr-Rufbereitschaft“, falls es zu Problemen in den Familien kommen sollte – denn das Baby schreit auch nachts und will gefüttert werden. Flankierend ­werden die Jugendlichen zudem über Kosten eines Säuglings, zum Beispiel für Nahrung und Kleidung aufgeklärt. -ut-