Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog

Inselkonferenz im Mai auf Rügen
Zur 2. deutschen Inselkonferenz am 12. und 13. Mai 2022 kamen in Binz auf Rügen 30 Vertreter*innen von 26 Inseln und Halligen der Nord- und Ostsee zusammen. In der am 12. Mai gemeinsam unterzeichneten Deutschen Inselresolution bekennen sich die Inseln zu gemeinsamen Zielen und Forderungen für eine zukunftsfähige Entwicklung (siehe separaten Artikel zum Thema auf Seite 80). An der Versammlung nahm auch Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn teil. „Die Konferenz war sehr inhaltsreich. Sie machte deutlich, dass ein Umdenken nötig ist“, berichtet sie. Die Inseln machten sich auf einen Weg zu mehr Nachhaltigkeit. So sei eine beliebige Steigerung der Übernachtungszahlen nicht das Ziel: „Das können die Inseln und ihre Bewohner nicht verkraften und wird auch von den Gästen nicht gewünscht.“ Stattdessen solle mehr Wert auf Qualität gelegt werden. Mit der Verwendung regionaler Produkte wolle man ebenso zur Klimaneutralität beitragen wie durch die Nutzung umweltfreundlicher Energie. Angestrebt werde eine dekarbonisierte Mobilität zu Wasser und zu Land. Für die autofreie Insel Langeoog, so die Bürgermeisterin, stelle sich etwa die Frage eines elektrischen Antriebs für die Inselbahn, oder mit welcher Art Kraftstoff langfristig die Fähren betrieben würden. Hier stehe man im Spannungsfeld von Umweltverträglichkeit und technischer sowie finanzieller Machbarkeit. Als Essenz aus der Konferenz ergebe sich für Langeoog laut Heike Horn, „dass ein Paradigmenwechsel notwendig wird. Denn die Hauptorientierung an der quantitativen Gästezahl ist nicht zukunftsfähig.“ Unter anderen beim Thema Nachhaltigkeit, kommunaler Haushaltsführung im marktwirtschaftlichen Kontext und Berücksichtigung der Insellage sei aber auch ­Unterstützung durch Bund und EU gefordert. „Wir müssen achtsam sein und prüfen, was die Kommune leisten, aber auch, was der Einzelne privat tun kann. Hier ist jeder gefordert.“ Die vollständige Inselresolution kann als PDF-Datei auf https://gemeinde.langeoog.de heruntergeladen werden, und zwar unter Bürgerinfo / Rundschreiben.

Brückenanlagen
Gute Neuigkeit vom Bau der neuen Brückenanlagen in den Häfen von Langeoog und Bensersiel (der „Utkieker“ berichtete wiederholt): Seit Ende Mai kann die Passagierbrücke in Bensersiel genutzt werden, „als erster Schritt der noch folgenden Maßnahmen“, berichtet Bürgermeisterin Horn. Damit wird das Boarding für die Fahrgäste erheblich erleichtert: „Hier gab es schon viele positive Rückmeldungen von Gästen wie Insulanern.“ Das Gepäck wird immer noch separat transportiert, da die Frachtbrücken auf Langeoog und in Bensersiel noch nicht ­einsatzbereit sind. „Das Sanierungskonzept befindet sich im Vollzug: an den Dalben wird gearbeitet, und sobald ein Spezialschiff sie eingerammt hat, kann die Funktionsfähigkeit der Frachtbrücken geprüft werden“, so Heike Horn. Die Inselgemeinde hoffe, dass die Brücken bald zur Verfügung stünden und der Fährbetrieb dann wieder vollumfänglich laufen könne. – Gravierende Planungsfehler des Ingenieurbüros hatten die für 2020 geplante Inbetriebnahme der Brückenanlagen bislang verhindert.

Verabschiedung von „Türmer“ Jonny am 17. Juni
In diesem Frühjahr musste sich Jan-Gerd „Jonny“ Vestering von „seinem“ Wasserturm verabschieden, den er fast 28 Jahre ­betreut hat. Mit Leib und Seele hatte der „Türmer“, wie der 85-jährige Insulaner gern genannt wird, seinen Dienst versehen. Daher soll er auch nicht „einfach so“ gehen, wie die Inselgemeinde bekanntgibt: Am Freitag, 17. Juni findet um 11 Uhr die offizielle Verabschiedung von Jonny Vestering statt. Sie ­erfolgt im Rahmen einer Feierlichkeit mit kleinem Rahmen­programm am Wasserturm. Im Anschluss daran gibt es auch für Gäste noch Gelegenheit, sich persönlich von „Türmer“ Jonny zu verabschieden.

Anbau am Erlebnisbad
Nach über dreijährigem Stillstand nahm der Anbau am Freizeit- und Erlebnisbad in diesem Winter wieder Fahrt auf. In den bogenförmigen zweigeschossigen Vorbau wird zukünftig der Anwendungsbereich des Kur- und Wellness-Centers (KWC) verlegt. Bauherrin des Projekts ist die Inselgemeinde, Auftraggeber der Tourismus-Service Langeoog. Baumanagement und Baubetreuung übernahm die Projektsteuerungsgesellschaft-OL mbH. „Der Ausbau ist auf einem guten Weg“, teilt Bürgermeisterin Horn mit. „Der Innenausbau samt Elektroinstallationen und Lüftungstechnik läuft, die Gewerke stehen zur Verfügung.“ Eine Herausforderung indes seien die Materialengpässe und die damit verbundenen Wartezeiten, die zu zeitlichen Verzögerungen führten. Angestrebt sei eine Eröffnung des „neuen KWC“ zum Sommer 2023.

Bauarbeiten bis Mitte Juni möglich
Das Problem der zeitlichen Verzögerungen betrifft alle Bau­vorhaben auf der Insel. Um Ungerechtigkeiten zu vermeiden, hat der Langeooger Verwaltungsausschuss entschieden, dass Bauarbeiten bis einschließlich Mittwoch, 15. Juni 2022 möglich sind (statt wie sonst bis 31. Mai). Der diesjährige „Baustopp“ gemäß LanLVO beginnt, aufgrund der weiter anhaltenden Auswirkungen der Coronapandemie und verzögerten Material- lieferungen, am Donnerstag, 16. Juni 2022. Bis dahin sind störende Bau- und Baunebenarbeiten außerhalb der Ruhezeiten möglich. Hierfür bittet die Inselgemeinde um Verständnis.

Vorsicht vor der Goldafter-Raupe
Auf den Ostfriesischen Inseln treten zurzeit, wie auch in weiten Teilen Europas, wieder Goldafter-Raupen auf. Diese sollten nicht berührt werden, da sie Brennhaare besitzen, die bei Kontakt zu allergischen Reaktionen führen können. Die Raupen des Nachtfalters kommen hauptsächlich in Sanddornbüschen und im Dünen- gras vor. Die Inselgemeinde erinnert daran, dass die Dünen ohnehin aus Gründen des Küstenschutzes und des Schutzes der darin lebenden Vögel nicht betreten werden dürfen. Die Haare der Schmetterlingsraupe sind an der Spitze in eine drei- bis fünfstrahlige Krone aufgespalten, am unteren Teil zeigt der Haarschaft eine spaltförmige Öffnung.
Das Gift wird beim Abbrechen der Brennhaare frei. Die Brennhaare führen auf der Haut zu stärkerem Juckreiz, der mehrere Tage anhalten kann. Die Haare sind nicht nur auf die Raupen beschränkt, sondern finden sich auch in den Gespinstnestern und auf den Gelegen der Eier. -köp/ut-