„Kino war schon immer mein Baby“

Nach zwei Jahren coronabedingter Schließung 
hat das „Windlicht“ Kino wieder geöffnet 

Casablanca, Fluch der Karibik, Pippi Langstrumpf – Kinoplakate und Fotos von Schauspielern in allen Größen hängen an den Wänden im Bistro des „Windlicht“, dem Kino-Restaurant Langeoogs. Früher diente der Raum als Kinosaal. Früher, das war 1972. Damals erwarben Stephanie Meeskes Eltern das Haus von der Tante ihrer Mutter. Sie hatten zuvor das Kino in der Barkhausstraße geleitet. „Hier machten sie dann ihr eigenes Kino und Restaurant auf“, sagt Stephanie Meeske, die zusammen mit ihrem Mann Olaf das „Windlicht“ betreibt.

Kino-Leidenschaft vom Vater 
Im Laufe der Jahre wurde immer wieder an- und umgebaut. Eine überdachte Terrasse kam hinzu, das Restaurant im Wintergarten. Jahrzehntelang gab es einen großen und einen kleinen Kinosaal. „In den letzten zwei Jahren hatten wir das Kino komplett zu gehabt“, blickt Stephanie Meeske auf die coronabedingte Schließung zurück. Jetzt haben sie wieder auf. „Wir haben uns entschieden, den kleinen Kinosaal nicht mehr zu nutzen, aber im großen Saal können wir endlich wieder Filme zeigen“, so die gelernte Hotelfachfrau.
„Kino war schon immer mein Baby“, sagt sie. Die Leidenschaft hat sie von ihrem Vater. „Er hat mir das Kino in die Schuhe geschoben. Ich bin im Haus groß geworden. Als Kind habe ich mit meinem Vater am 35-mm-Film gespielt. Hier sind Erinnerungen an meine Eltern und Großeltern.“
Ihr Vater habe immer zu ihr gesagt: „Du musst dir einen Ehemann suchen, der Koch ist und auf der Insel leben mag.“ Dass es dann so kam, damit hätte sie nicht gerechnet. 1991 lernten sie sich kennen. Ihr Mann, der als Koch eine Weile in der Schweiz gearbeitet hat, habe damals gar nicht gewusst, dass es eine autofreie Insel in Deutschland gibt. „Du nimmst mich doch auf den Arm, hatte er gesagt“, erinnert sie sich. 2021 feierten sie ihre Silberne Hochzeit.
Sechs Tage die Woche haben Restaurant und Kino geöffnet. Die Kinovorführungen macht Stephanie Meeske. „Wir zeigen Mainstreamfilme gemixt mit Arthouse. Alle zwei Tage ist Programmwechsel. Ein Kinderfilm ist immer dabei“, sagt sie. 90 Plätze hat der Kinosaal. „Wir zeigen den Film aber auch, wenn nur eine Person im Saal wäre.“ 2011 sind sie weg von der Filmrolle auf die digitale Technik umgestiegen. „Das ist deutlich einfacher“, so Meeske. In naher Zukunft wollen sie auf Download umsteigen. An die Zeit der Filmprojektoren erinnert das Kinofoyer: mehrere alte Projektoren sind in diesem ausgestellt.

Popcorn, Nachos und Reibekuchen
Im Bistro steht die Popcornmaschine, Nachos, Eis und Getränke werden für die Filmvorführungen ebenfalls angeboten. Im Restaurant haben sie neben der Abendkarte eine feste Karte fürs Mittagessen – jeden Tag ein anderes Gericht. „Schon immer gibt es donnerstagmittags Reibekuchen“, sagt Stephanie Meeske. Mittwochs ist ihr Ruhetag, da schälen sie und ihr Mann dann Kartoffeln. „30 bis 40 Kilo Kartoffeln sind es.“ Zum Schälen brauchen sie etwa eineinhalb Stunden.
Welchen Film Stephanie Meeske am liebsten schaut, wenn sie mal Zeit hat? „Club der toten Dichter“, sagt sie. „Den kann ich mir immer wieder angucken!“

-jeg-

Kino-Restaurant „Windlicht“
Am Hospizplatz 7 | 26465 Langeoog
Telefon: 049 72 – 92 250
E-Mail: info@windlicht-langeoog.de