Bio-Mangos für den guten Zweck

Verkaufsaktion der Inselkirche startet am 28. April 
Die frischen Bio-Mangos würden einem die Socken ausziehen, so lecker seien sie, schwärmt Christian Neumann, Pastor der Inselkirche auf Langeoog. Die Gemeinde verkauft seit mehr als 30 Jahren Mangos aus Burkina Faso auf der Insel, um christliche Schulen im westafrikanischen Land zu unterstützen. Die Inselgemeinde hatte sich mit Tikato aus Wetzlar, einer Basisgruppe, die mehrere Projekte in Burkina Faso betreibt, und dem Evangelischen Kirchenbezirk Böblingen, die die Mangotage organisieren, vernetzt, um die Mangoaktion auch auf die Insel zu bringen.
Als vor einigen Jahren die Kooperation ausgelaufen sei – Transport und europäische Lebensmittelrichtlinien hätten für die Langeooger Kirchengemeinde zusätzliche Kosten in Höhe von 2.000 Euro bedeutet – habe die Gemeinde begonnen, die Mangoaktion in kompletter Eigenregie zu organisieren, erklärt der Pastor. Inzwischen machen sie es seit fünf Jahren und verkaufen seitdem ausschließlich Bio-Mangos, die sie von einem Großhändler für Bioware beziehen. Das sei der neue Vorteil, denn vorher sei dem nicht so gewesen, erklärt der Pastor.
Reinerlös für Berufsschule in Koudougou 
„Per Schiff werden die in der Regel aus Burkina Faso stammenden Mangos nach Rotterdam gebracht. Vier Wochen sind sie unterwegs, anschließend reifen sie in einer speziell dafür vorgesehenen Anlage nach“, erklärt Christian Neumann. Der Kirchenvorstand und Ehrenamtliche sorgen für den Verkauf auf der Insel. Zwischen 1.500 und 2.000 Mangos werden für 3,50 Euro pro Stück verkauft. Der Reinerlös wird direkt an die Technikschule CPET (Collège Privé d’Enseignement Technique), eine Berufsschule in Koudougou/Burkina Faso, weitergegeben, die die Gemeinde seit vielen Jahren unterstützt. „Der Erlös ist immer höher, als durch den eigentlichen Verkauf zusammenkommt, weil viele zusätzlich spenden“, so der Pastor. Neben dem vertraglich zugesicherten Anteil sei dadurch eine Aufstockung von 25 Prozent möglich geworden.
Zurzeit sei die Lage im westafrikanischen Land „ganz dramatisch“, sagt Christian Neumann. „In Burkina Faso gibt es terroristische Anschläge von Islamisten aus dem Nachbarland Mali.“ Auch Corona habe die Menschen des Landes in große Not gebracht. „Die medizinische Versorgung war schlecht. Es gab zu Beginn der Pandemie ein einziges Beatmungsgerät in der Hauptstadt Burkina Faso.“ Zusätzlich hätten Familien das Schulgeld nicht mehr aufbringen können. „Es gibt wieder Kinderarbeit. Mitarbeiter von ‚Brot für die Welt‘ sagen, dass Corona die Entwicklungsarbeit in Afrika um 30 Jahre zurückgeworfen habe“, ist der Pastor erschüttert.
In ihrer Schule in Koudougou sei durch die Klimakrise ein Brunnen trockengefallen. „Es kommt eins zum anderen. Menschen, die es wirklich nötig haben, geraten aus dem Blick. Als Kirche müssen wir den Blick darauf werfen, dass sie gesehen werden“, betont er.
Drei Projekte in Koudougou 
Die Kirchengemeinde unterstützt die Berufsschule mit einem Grundbeitrag für den allgemeinen Haushalt. Der Erlös der Mangoaktion könnte in diesem Jahr drei Projekten zugutekommen. Das erste Projekt sind Tische und Stühle für zwei neue Schulräume. Die Finanzierung des Brunnens, die sich auf bis zu 10.000 Euro belaufe, ist das zweite Projekt, das zusammen mit Tikato finanziert werden könnte. Das dritte Projekt liege der Schule besonders am Herzen, erzählt Christian Neumann: „Sie haben angefangen, eine Kapelle zu bauen und möchten ihren Andachtsraum neu einrichten. Spiritualität, Lehre und Schule, das gehört zusammen. Das Geistliche ist so wichtig wie Brot.“ -jeg-
Verkauf der frischen Bio-Mangos Donnerstag, 28.04.2022 von 15:00 – 17:00 Uhr Freitag, 29.04.2022 von 11:00 – 17:00 Uhr Samstag, 30.04.2022 von 11:00 – 15:00 Uhr Solange der Vorrat reicht. Ort: Verkaufszelt vor der Sparkasse Langeoog und im Eine-Welt-Laden zu dessen Öffnungszeiten (Donnerstag und Sonntag von 10.30 – 12.30 Uhr) Die Einnahmen kommen der Berufsschule in Koudougou/Burkina Faso zugute.