„Es ist ein mystischer Ort“

Pater Hermann Breulmann ist wieder als Kurpastor in St. Nikolaus
Für Pater Hermann Breulmann SJ ist der Name „Langeoog“ mit vielen schönen Erinnerungen verbunden. Während seiner Zeiten als katholischer Kurpastor hat er in den vergangenen vier Jahren viele Kontakte geknüpft, interessante Begegnungen gehabt und eine Vielzahl von Eindrücken gewonnen. „Ob die Großeltern, die ihre Familie nach Langeoog eingeladen haben, um dort gemeinsam ihre Goldene Hochzeit zu feiern, ein Berliner Paar, mit dem ich mich über die Geschehnisse in der Bundeshauptstadt austauschen kann, in der ich als Rektor des Canisius Kollegs lebte, oder einer der Menschen, mit denen ich seelsorgerische oder erquickende Gespräche am Strand geführt habe – ich hoffe, einige meiner Inselbekanntschaften wiederzusehen“, so der 73-Jährige.
Mit einem bekannten Gesicht kann er in jedem Fall rechnen: Sein Stockholmer Mitbruder Pater Dominik Terstriep wird ihn während seiner Amtszeit vom 14. bis 27. Juni wieder unterstützen. „Wir wechseln uns bei der Leitung der Gottesdienste ab“, so der Jesuitenpater. So bleibt ihm Gelegenheit, die Insel in der freien Zeit zu genießen. „Ich freue mich auf die Entlastung von Plänen. Ich kann mich durch den Tag treiben und stille Momente wirken lassen, am Strand laufen oder lesen.“ Langeoog sei dafür ideal – nicht nur der entspannend wirkenden Landschaft wegen: „Das ist eine Insel ohne Chi-Chi, ein solider Ort mit geerdeten Menschen“, hat Pater Breulmann die Erfahrung gemacht.
Besonders schätzt er die Offenheit und Spontaneität der Langeoog-Besucher: „Da bringen Gottesdienstbesucher ihre Instrumente mit und bieten an, den musikalischen Rahmen eines Gottesdienstes zu übernehmen.“ Auch die unerwartet hohe Anzahl von Zuhörern, die seine Vorträge besuchten, haben den  katholischen Theologen verwundert. „Die Leute haben Zeit und sind ein dankbares Publikum“, erklärt er sich das große Interesse. Ob er während seiner aktuellen Amtszeit wieder einen Vortrag halten wird, ist noch nicht entschieden. Das möchte Pater Hermann Breulmann vor Ort mit Pastoralreferentin Susanne Wübker klären.
Besonders hat es dem Jesuitenpater die katholische Kirche St. Nikolaus angetan: „Wenn man sieht, wie viele Menschen dort auch außerhalb der Gottesdienste ein- und ausgehen, Kerzen anzünden und so ein Lichtermeer schaffen, das durch diese schweigenden Gesten verbindet, dann ist das sehr eindrücklich. Es ist ein mystischer Ort.“ -sbo-