Zehn Jahre Langeooger Zunftbaum

Am 1. Juni 2010 wurde eine alte Handwerker-Tradition
auf der Insel lebendig – Initiator war Hans-Jörg Numrich 
Zunftbäume haben eine lange Tradition. Erstmals wurden sie um 1585 in Westfalen errichtet. Symbolisch bringen sie die Vielseitigkeit, Kraft und Geschlossenheit des regionalen Handwerks zum Ausdruck und dienen auf diese Weise auch der Imagepflege des jeweils vorhandenen Handwerks.
Auch die Langeooger Ortshandwerkerschaft präsentiert sich mit einem eigenen Zunftbaum, der in diesem Jahr sogar seinen zehnten Geburtstag feiert. Für Einheimische und Gäste gut sichtbar, ragt der Metallmast am Fährhusweg – direkt gegenüber des Inselbahnhofs – viereinhalb Meter in die Höhe. Immer wieder zieht das Monument die neugierigen Blicke der Passanten auf sich.
Der Handwerkerbaum macht deutlich, welche Gewerke auf der Insel ausgeübt werden. Sechs sternenförmig angeordnete Metallarme tragen insgesamt 13 verschiedene Zunftzeichen, die auf kreisrunden Kunststoffplatten gedruckt wurden. Sie weisen vom Bootsbauer über Fliesenleger, Tischler, Maurer oder Goldschmied auf die jeweiligen Handwerksbetriebe hin. Über allem thront das Langeooger Wappen und direkt darunter das deutsche Handwerkszeichen.
Nicht alle Gewerke konnten historisch korrekt dargestellt werden, da es zur Zeit der mittelalterlichen Zünfte ja noch keine Elektriker, Fernsehtechniker oder Floristen gab. In einer Legende, die in Augenhöhe am Metallmast angebracht ist, sind alle Zunftzeichen aufgelistet und dem jeweiligen Handwerk zugeordnet.
Ideengeber und Initiator war seinerzeit Handwerksmeister Hans-Jörg (Atze) Numrich in seiner Funktion als langjähriger Vorsitzender der Ortshandwerkerschaft. Dank seiner guten Verbindung zur Kreishandwerkerschaft Wittmund und zur Inselgemeinde fand das historisch begründete Projekt schnell Zustimmung. Gefertigt wurde der Handwerkerbaum in den Räumen der Wittmunder Handwerks GmbH.
Demnächst soll der Handwerkerbaum noch um zwei weitere Zunftzeichen erweitert werden: Es sind das Abbruchunternehmen mt einem Bagger als Symbol und der Eismacher mit bunter Eistüte. Laut „Atze“ Numrich wurde die Fertigung der Schilder bereits in Auftrag gegeben. -reh-