Neues aus dem Kur- und Wellness-Center

(Urlaubs)Land in Sicht …!? Die Bewohner Niedersachsens können ab dem 10. Mai wieder Urlaub im eigenen Bundesland machen, bundesweit sind Lockerungen für Geimpfte und Genesene im Gespräch. Die Aussicht ist verheißungsvoll, aber auch fragil. Sie beruht auf der Einsicht und Disziplin der Gäste, die aufgestellten Regeln zu befolgen. Dann aber sollte nach der dritten Pandemie- endlich die erste Urlaubswelle rollen dürfen.
Das Kur- und Wellness-Center ist für den erwarteten Ansturm gerüstet, das qualifizierte Team um den therapeutischen Leiter Michael Thannberger zeigt Zuversicht: „Wir freuen uns darauf, dass es wieder in nahezu vollem Umfang losgehen kann – herzlich willkommen!“ In diesem Sinne wünscht die Crew des KWC allen Gästen und Langeoogern frohe Pfingst- und Feiertage.
Neue Gesichter – freundlicher Empfang
Freundliche Begrüßung und kompetente Beratung sind am Empfang des Kur- und Wellness-Centers selbstverständlich. Dass hier zwei neue Mitarbeiterinnen sitzen, fällt allerhöchstens aufmerksamen KWC-Stammgästen auf – wenn überhaupt. Denn Etta Brötje und Vanessa Schmidt agieren, als seien sie schon immer hier gewesen.
Seit Anfang Januar 2021 zählt Vanessa Schmidt zum Team. Die Langeoogerin mit westfälischen Wurzeln kennt sich bestens auf der Insel aus: Für die gelernte Hotelkauffrau, die seit 1992 in der Gastronomie und Hotellerie aktiv war, gehörte das verbindliche Pflegen von Kundenkontakten, etwa an einer Hotelrezeption, von jeher zum Beruf.
Mit Frühlingsbeginn, genauer: am 22. März, stieß Etta Brötje hinzu. Die Vielseitigkeit der gebürtigen Oldenburgerin – die gelernte Friseurin und Bürokauffrau war in ihrer Heimatstadt etwa in einem Projekt zur Sprachförderung tätig – kommt jetzt dem KWC zugute. Die Verbindung zu Langeoog ist intensiv: „Mein Mann und ich haben hier geheiratet.“
Eine umfassende Einarbeitung erhielten beide durch die KWC-Mitarbeiterin Claudia Jänecke, die nun in Elternzeit ist. Das Aufgabenspektrum des Duos reicht von Auskünften am Telefon und Beratung von A bis Z am Empfangstresen über die Terminvergabe und Rezeptabrechnung bis zur Vorbereitung von therapeutischen Anwendungen.
„Etta und Vanessa sind nicht nur versiert im Kundenumgang – sie wirken schon nach wenigen Wochen wie ein eingeschworenes Team“, lobt Michael Thannberger. „Das ist perfekt für unsere Gäste.“
50 Jahre KWC im Mai: Feier folgt später
„Gratuliere, altes Haus!“, ist man zu rufen versucht, wenn das Kur- und Wellness-Center im Mai Geburtstag hat – einen runden obendrein. Vor 50 Jahren, genauer: am 19. Mai 1971, wurde das jetzige Gebäude offiziell eingeweiht (siehe Bericht im „Utkieker“ 1/2021). In einer kleinen Feierstunde an jenem Mittwoch hatte Architekt Rodewald den Hausschlüssel an die damalige Bürgermeisterin Dr. Heli Leiß überreicht.
Ursprünglich für den Mai 2021 angedacht, findet das 50-jährige Jubiläum nun doch noch nicht statt. Pandemiegemäß ist die Feier zunächst in den Sommer verschoben, als möglicher Termin der 23. Juli ins Auge gefasst. „Wir hoffen, dass dann eine angemessene Feier mit geladenen Gästen möglich sein wird“, erklärt die amtierende Bürgermeisterin Heike Horn. „Rat und Verwaltung freuen sich schon, den Ehrentag – selbstverständlich coronagemäß – mit Besuchern und Bewohnern der Insel begehen zu können.“ Auf fünf erfolgreiche Jahrzehnte dürfe man durchaus stolz sein: „Das KWC nahm im therapeutischen Bereich oft eine Vorreiterrolle an der Küste ein.“
Kurmittel, KWC und Co: Bäderbetrieb und mehr auf Langeoog (Teil 2: 1978 bis heute)
Der erste Teil des Utkieker-Rückblicks (Heft 1/2021) reichte von den Anfängen des Badebetriebs 1890 über den Nachkriegsaufschwung ab 1949 durch Kinderkuren bis zur Einweihung des neuen Kurmittelhauses 1971. Am 30. September 1978 ging Leiterin Wiltrude Lau, die, unterstützt von ihrem Mann Werner, die Einrichtung 32 Jahre lang geführt hatte, in den verdienten Ruhestand. Auf das Haus warteten neue Herausforderungen.
Die 80er- und frühen 90er-Jahre waren noch die Zeit der Kuren. Medizinische Kuren, offene Badekuren oder die neuen Mutter-Kind-Kuren: der Boom war küstenweit. Um dem Bedarf an Bädern, Massagen, Packungen und Inhalationen gerecht zu werden, beschäftigte das Kurmittelhaus bis zu 42 Angestellte. Diese betreuten zeitweilig auch noch Kurheime mit. 1995 wurde das Haus daher erweitert und aufgestockt.
Dann kam mit der Gesundheitsreform von 1996 der Einbruch. Die Zahl der Kuren ging stark zurück, die Kassenleistungen sanken um 80 Prozent. Auf Langeoog erkannte man zeitig die Zeichen und stellte sich breiter auf: 1995 wurde der Bereich Krankengymnastik ins Kurmittelhaus geholt, 1997 das Thema Fitness eingeführt. Mit seinen Aqua-Fit­ness- und Aqua-Power-Kursen gehörte das Haus zu den Pionieren des Aquatrainings in Deutschland. Weitere Privatleistungen kamen ins Programm, etwa Fußreflexzonenmassage, autogenes Training und progressive Muskelrelaxation. Und als Fitness und Wellbeing (Wohlbefinden) zum neuen Trend Wellness verschmolzen, war man wieder ganz vorn dabei: 2003 erfolgte der Umbau zur „Nordsee SPA & Wellness“-Abteilung und damit die Umbenennung von Kurmittelhaus in Kur- und Wellness-Center. Oder kurz: KWC.
Die neue Richtung war eingeschlagen, die weitere Entwicklung konsequent. So entstand seit 2006 – von Pflegecreme bis Sanddorn-Shampoo – die hauseigene Produktserie „Langeooger Naturkosmetik“ aus hochwertigen Substanzen. Enger Kooperationspartner ist der Hersteller „Grüne Mühle“ aus St. Goarshausen. Zum Erfolgsschlager wurde auch das 2008 eingeführte Aqua-Cycling, das gelenkschonende „Wasserradeln“ auf einem speziellen Ergometer – bis heute ein Alleinstellungsmerkmal auf den Ostfriesischen Inseln.
Mit den ersten Thalasso-Wanderungen konnte das Haus 2010 erneut einen Trend setzen. 2014 wurde Langeoog, gemeinsam mit Norderney, erster zertifizierter Thalasso-Standort in Deutschland – und das KWC zur geprüften Thalasso-Einrichtung. Ein weiteres Gütesiegel ist das erstmalig 2010 verliehene Prädikat ServiceQualität Deutschland. 2015 kamen die ersten Yoga-Kurse, 2017 wurde nach mehrjähriger Abwesenheit wieder ein Kosmetikangebot aufgenommen, seit 2018 wird exklusiv mit Dr. Spiller Kosmetik gearbeitet. „Wir waren und sind stets auf der Höhe der Zeit und haben oft als Erste aufs richtige Pferd gesetzt“, zieht Michael Thannberger seine Bilanz. „Erfolgreich Ideen umsetzen kann man aber nur mit gutem Personal. Daher ein Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – die ehemaligen und die aktuellen.“
Die Geschichte des KWC wäre nicht vollständig, würde man nicht seine Leitungskräfte nennen. Auf Wiltrude Lau folgte von 1978 bis 1997 Klaus Heimes, danach bis 2003 Klaus Frey. Ein kurzes Gastspiel gab im selben Jahr Dr. Mark Heinzel, dessen Amt von Ende 2003 bis Anfang 2005 Angelika Janssen übernahm. Zu den konstanten und prägenden Kräften gehört, und das seit nunmehr 40 Jahren, Michael Thannberger. 1981 erstmals als Saisonkraft im damaligen Kurmittelhaus tätig, ist er seit 1984 fest angestellt. Am 14. Dezember 1995 erhielt er die kommissarische therapeutische Leitung, ab 1997 die stellvertretende Leitung im Haus. Seit Februar 1997 ist er der therapeutische Leiter des KWC. -köp-