„Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich“

Tischlerei Schwede: Sonderanfertigungen und mehr

„Langeoog scheint mich wohl anzuziehen“, schmunzelt Manfred Wochnik. Während seiner Ausbildung zum Möbeltischler in einem Esenser Unternehmen war er erstmals 1977 auf der Insel tätig. Damals baute der Handwerker Pantrys in ein Hotel am Kurviertel ein. Vierzig Jahre später arbeitet der heute 58-Jährige bei der Tischlerei Schwede. Seit Oktober dieses Jahres kümmert sich der Neuzugang vornehmlich um den Möbelbau. Oftmals werden von den Kunden Sonderanfertigungen für Ferienwohnungen oder -appartements verlangt. „Das sind beispielsweise Schränke unter Dachschrägen oder nach Maß gefertigte Küchen“, beschreibt Manfred Wochnik die Aufträge. Vor Kurzem war er damit beschäftigt, eine Küchenzeile rund einen Zentimeter höher zu setzen, damit das vom Eigentümer verlegte 814Laminat auch unter der Küche weiterlaufen kann. Eine kniffelige Angelegenheit, da hierzu die rückseitigen Aussparungen für Spülmaschinenanschluss und Spülenabfluss vergrößert werden muss­ten. Zudem war darauf zu achten, dass sich die Arbeitsplatte nicht durchbog oder gar brach. Doch am Ende meisterte Manfred Wochnik auch diese Herausforderung. „Im Vergleich zum Festland fallen auf der Insel mehr Reparaturen an“, hat der Möbeltischler festgestellt. „Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich, denn jeden Tag gibt es andere Aufgaben auszuführen“. Werktäglich pendelt der Holtgaster von seinem Wohnort nach Langeoog. Während etliche seiner Handwerkskollegen dies eher nachteilig beurteilen, sieht es Manfred Wochnik positiv: „Der Anfahrtsweg ist gar nicht so lang. Im Sommer kann man während der Überfahrt die Seeluft genießen und im Winter hat man es auf den Straßen nicht mit Schnee und Eis zu tun.“
In den Wintermonaten gibt es für die Tischlerei Schwede und die anderen Ortshandwerksbetriebe am meisten zu tun. „Die Bautätigkeit ist dann in vollem Gange. Außerdem lassen Ferienwohnungsbesitzer während der Nebensaison einiges renovieren“, erläutert Tischlermeister Holger Schwede. Allerdings ist die Nachsaison im Vergleich zu früheren Jahren deutlich kürzer geworden, seit die Urlauber die Nordseeinseln als ganzjährige   Feriendestination für sich entdeckt haben.