„Musik ist Leben!“

11. Bunter Inselabend zugunsten der Stiftung
„Musik auf Langeoog“

Der Bunte Inselabend zugunsten der Stiftung „Musik auf Langeoog“ erfreut sich alljährlich großer Beliebtheit. Zur elften Auflage am 9. Mai war der große Saal im Haus der Insel wieder ausverkauft. Vor Beginn des abwechslungsreichen Programms trugen Karl Winkler an der Drehorgel und Herbert Burmeister mit seinem Akkordeon zur Unterhaltung bei. Nachdem die Formation „Ocean Brass“ den von Torsten Meyer moderierten Abend mit der Eurovisionsmelodie eröffnet hatte, folgte die Begrüßung durch den Kuratoriumsvorsitzenden Raimund Buss. 308-1Danach übernahm Bürgermeister Uwe Garrels das Mikrofon: „Musik ist Leben! Musik zu machen bedeutet, sich zu öffnen – Musik ist göttlich“. Nach diesen Worten erläuterte der Verwaltungs-Chef die Notwendigkeit der Stiftung, die laut Satzung den Zweck der „Förderung der Kirchenmusik in der Inselkirche“ verfolgt. Hauptzweck sei die dauerhafte Sicherung einer hauptamtlichen Kirchenmusikerstelle, die seit März 2014 durch Noémi Rohloff besetzt wird. Im Anschluss übernahm die Kantorin das Zepter und stimmte mit dem Publikum den Kanon „Viva la musica“ an. Unterstützt wurde sie durch das Ensemble „Ocean Brass“, dessen musikalische Leitung sie innehat.
Nach dem musikalischen „opening“ durch die Blechbläser folgte der Auftritt des Shantychors „de Flinthörners“. 308-22Die Seebären um Chorleiterin Elisabeth „Puppa“ Peters hatten in kürzester Zeit die „Landratten“ im Saal fest im Griff, die begeistert mitsangen und -klatschten. Als Solisten gefielen Peer Agena, Klaus Kremer,   Siggi Maurischat und Ralf Preuss. Alsdann machten die „Flinthörners“ die Bühne frei für den Gospelchor Langeoog unter Leitung von Katja Both. Titel wie „No need to knock“, „Lord of the dance“, im Original von den Dubliners gesungen, „Alles nur geklaut“ von den „Prinzen“, „Rhythm of life“ und natürlich „Power“ von Peter Sandwall begeisterten die Zuhörer. 308-2Eine sportliche Demonstration gab es im Anschluss von den Judoka des TSV Langeoog und der Inselschule. Spartenleiter Heini Matzies und seine „Flying Judokas“ zeigten ein spektakuläres Programm bestehend aus Fallschule und einer Demonstration, wie sich ältere Personen leicht und effektiv gegen Angreifer wehren können. Unter den „Aktiven“ befand sich auch Uwe Garrels, der „im Besitz eines karierten Gürtels“ in Form einer um die Taille gebundenen Krawatte „spontan“ eine umjubelte Judorolle zeigte. Mit begeistertem Applaus wurden auch die Likedeeler bedacht, die sich erstmals in diesem Jahr der Öffentlichkeit präsentierten. „Wir waren in ein tiefes Loch gefallen und sind gerade dabei, wieder dort herauszukommen“, erläuterte der neue Chorleiter Michael Neuhaus den gelungenen Neustart mit Liedern wie „Über uns der blaue Himmel“, „Im kleinen Fischerhaus“ und „Die Krabbenfischer vom Nordseestrand“. Mit einem melodischen „Alohe he“ verabschiedeten sich die Sängerinnen und Sänger, versprachen jedoch in diesem Jahr einen Auftritt zu wagen.
Spannend wurde es, als die Auflösung der Schätzwette bevorstand. Zu erraten war die Anzahl der Predigten, die Inselpastor Torsten Both während seines Dienstes von April 2002 bis April 2014 gehalten hatte. Zu den Sonntagsgottesdiens­ten wurden auch Sommerandachten, Trauungen, Hochzeitsjubiläen und Beisetzungen gezählt. Die Schätzungen reichten von niedrigen 230 – „bei so wenigen wäre ich sicher auf Langeoog geblieben“, meinte Torsten Both schmunzelnd – bis hin zu sagenhaften 5.444 Predigten. Die richtige Antwort lautete 803. Klaus Abraham gewann mit seiner Schätzung 801 zwei Übernachtungen im Suiten-Hotel mare****. Den zweiten Platz belegte Uwe Hildebrand (800) und bekam dafür eine „Wunder-Tüte“ des Modehauses Buddelei. Dritte wurde Schwester Dora (799), die mit einer Insel-Kutschfahrt der Reithalle Kuper für bis zu acht Personen überrascht wurde. Bis zum 12. Platz gab es weitere attraktive Gewinne. Nach so viel Zahlenwerk begeisterte die Washhouse Company mit Shantys und Seasongs aus ihrem aktuellen Programm.
Bevor der Abend mit dem gemeinsamen Schlusslied „Die Insel ruht im Abendschein“ endete, bat Torsten Both um Gehör. Vor rund einem Jahr habe ihn ein Zweitwohnungsbesitzer aus dem Raum Frankfurt a.M. besucht und ihm eröffnet, dass er seinen Nachlass geregelt und die Stiftung mit einer Summe von 50.000,– Euro bedacht habe. Nach dem aufbrandenden App­laus bat Torsten Both um eine Schweigeminute für den im März dieses Jahres verstorbenen großherzigen Spender. Das Stiftungskapital beläuft sich jetzt auf über 800.000,– Euro.
308-4Beim Bunten Inselabend wurden verschiedene Ehrungen vorgenommen: Raimund Buss dankte im Namen der Stiftung Karl Winkler für dessen jahrelangen unermüdlichen Einsatz mit einem Präsent. Der Langeooger erfreut mit seiner Dreh­orgel am Inselbahnhof sowie auf verschiedenen Veranstaltungen und sammelte für die Stiftung. Derzeit spielt und sammelt Karl Winkler für die Seniorenwohnanlage „bliev hier“ (siehe Bericht in dieser Ausgabe). Dank und Präsente gingen auch an Andreas Mennen, Herbert Burmester und Ulrike Reinboth für ihre ehrenamtliche Arbeit zugunsten des Dünensingens. Ein besonderes Abschiedsgeschenk gab es für Torsten Both und seine Familie: „ein Stück Langeoog“ in Form von Fahrkarten. Der ehemalige Inselpastor, der die Stiftung 2003 ins Leben rief, hat im Mai dieses Jahres eine Pfarrstelle an der St.-Marien-Kirche in Osnabrück angetreten.