Archiv der Kategorie: Ortshandwerk

50 Jahre „Inselgoldschmiede“ (2)

Goldschmiedin Eva Recker eröffnete im Juli 1971 ihren
Betrieb in der Barkhausenstraße
Ein Jubiläum in Gold: Vor 50 Jahren eröffnete Eva Recker im Juli 1971 ihre „Inselgoldschmiede“ auf Langeoog. Das Geschäft lag damals in der Barkhausenstraße. Heute befindet es sich, gemeinsam mit der „Schmuggelkiste“, unterhalb vom Wasserturm. Dass die junge Goldschmiedin nur wenige Tage nach der Eröffnung 1971 auch ihr privates Glück fand – das war ein glücklicher Zufall.
Denn während seiner Semes­terferien arbeitete der Insulaner Heiko Recker in einem örtlichen Getränkehandel, wo er die Ware mittels Pferdekutsche auslieferte. Nicht nur die Stute „Isabella“ machte mit ihrem schicken Strohhut auf sich aufmerksam – auch der Kutscher mit seinem markanten Bart wusste (unbewusst) zu gefallen. Derweil Heiko das Gespann mit den auszuliefernden Getränken gekonnt durch die Barkhausenstraße lenkte, riskierte Eva – während sie ihre Schaufenster mit apartem Schmuck ­dekorierte – einen Blick. Ein kurzer Augen-Blick nur, den der schmucke Fuhrmann erwiderte, und der beider Leben eine gemeinsame Wendung geben sollte …
So folgte schließlich nach Heikos erfolgreichem Abschluss des Diploms als Maschinenbauingenieur an der Universität Hannover 1976 die Hochzeit. Danach baute das Paar in der Straße Um Süd sein Haus „bi hüm un hör“, mit der Vermietung von Ferienwohnungen an Gäste.
Das Angebot der „Inselgoldschmiede“ hatte sich im Laufe der Jahre ausgeweitet. Neben klassischen Kreationen aus Silber oder Gold mit Diamanten, Perlen oder Edelsteinen bot Eva Recker auch verschiedene Kollektionen mit Bernstein an. 1977 entschieden sich Eva und Heiko Recker, ein weiteres Ladenlokal anzumieten. In der Barkhausenstraße entstand die „Schmuggelkiste“ mit maritimen Geschenken – als erstes Fachgeschäft an der Nordseeküste mit solch einem umfangreichen Sortiment. 1984 folgte der Umzug der „Schmuggelkiste“ an den Wasserturm, sechs Jahre darauf folgte die „Inselgoldschmiede“ ebenfalls dorthin.
Bereits 1980 kam Tochter Jördis zur Welt. In jungen Jahren begleitete sie ihre Mutter aufmerksam am Werktisch bei der Arbeit. Ob Jördis nun ebenfalls den Beruf der Goldschmiedin erlernte? Davon berichten wir im nächsten „Utkieker“. -köp/ut-

Gibt es Diamant-Meister

Els Sanders: 60 Jahre Kürschnermeister im Januar 2018

Wenn ein Ehepaar 60 Jahre zusammen ist, feiert es diamantene Hochzeit. Doch was ist mit einem Kürschner, der vor 60 Jahren seinen Meister machte – nennt er sich jetzt Diamant-Meister?
106-1Eine Frage, die sich Els Sanders stellen kann. Am 22. Januar 1958 legte der gewitzte Langeooger vor der Handwerkskammer Lüneburg-Stade die Meisterprüfung ab. Waschbärmantel und Nerzstola fertigte der damals 27-Jährige als Meisterstücke. ­Anders als heute waren Pelze damals absolut „en vogue“. ­Ursprünglich hatte Els Sanders in Aurich Putzmacher gelernt – eine Notlösung: „Lieber wäre ich ja zur See gefahren, aber das klappte damals nicht“, erinnert sich der gebürtige Esenser, der in Norden sogleich die Ausbildung zum Kürschner anschloss. Vor seiner Meisterprüfung arbeitete er einige Jahre als Geselle in Luxemburg.
Der frischgebackene Kürschnermeister leitete zunächst ein Pelzgeschäft in Leer, dann bereiste er acht Jahre lang als Einkäufer einer Amsterdamer Firma die Auktionen der Pelzbörsen von Frankfurt und London über Kopenhagen und Helsinki bis Leningrad (heute St. Petersburg). Die Zeit des Handels war der Winter. Im Sommer blieb Zeit zum Segeln. So machte Els die Seefahrt immerhin zum intensiven Hobby. 106-2Beim Segeln lernte er seine Frau Hilke kennen, eine Insulanerin. 1969 machte man sich auf Langeoog selbstständig. In seiner „Pelzboutique“, wie sie ursprünglich hieß, bot Sanders vorwiegend Lederwaren, Pelze und Damenkonfektion an. Mit dem Umbau des Hauses in den 70er-Jahren änderte sich das Sortiment: Die Pelze verschwanden, Hosen und maritime Kleidung von Elbsegler bis Fischerhemd bildeten einen neuen Schwerpunkt.
Nebenher gehörte Els Sanders dem Ensemble der Langeooger Inselbühne an. Aktiv war er auch im Shantychor, dem er zudem fünf Jahre im Vorstand vorstand; bis heute unterstützt er die – „reifen Sängerknaben“ als passives Mitglied. Fernsehruhm als Humorist erwarb das 106-3Insel-Original in der Sendung „Gaudimax“ mit seinen „wahren Geschichten von Willm Willms ut Willmsfeld“. Anschließend entflossen seiner Feder sieben Büchlein mit ulkigen Döntjes um seinen Helden Willm Willms.
2003 schloss Els mit 72 Jahren sein Geschäft und widmete sich dem Unruhestand. Gelegentlich führte er noch kleine Flickarbeiten an Segeln und Textilien aus. Seine Aufmerksamkeit aber galt und gilt, neben der Familie, weiterhin dem Shantychor und dem Segeln. Noch immer fährt er mit seiner Zeeschouw „Mien Problem“ aus, einem alten niederländischen Plattbodenschiff aus den 30er-Jahren. Geplant hat Els Sanders auch für 2018 einen Törn; voraussichtlich im Mai, nach seinem 87. Geburtstag. Fährt er allein? „Büst du mall?“, entgegnet er. Crew muss sein. Sie ist vom Feinsten – und von der Familie: An Bord dabei sind Sohn Hajo und Enkel Jelle. Gute Fahrt!

Neues aus der Ortshandwerkerschaft

Ortshandwerksmeister Hans-Jörg Numrich informiert
Am Donnerstag, den 8. März 2018 lädt Hans-Jörg Numrich die Mitglieder der Langeooger Ortshandwerkerschaft zur 49. Jahreshauptversammlung ein. Nach der Begrüßung um 18.30 Uhr im Panoramarestaurant „Seekrug“ lässt der Ortshandwerksmeis­wter das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 Revue passieren. Zudem wird Kassenwart Jan Donner über den aktuellen Stand der Finanzen berichten. „Neuwahlen finden dieses Mal nicht statt“, so Hans-Jörg Numrich, der um zahlreiches Erscheinen bittet. In Kürze werden den Mitgliedern der Ortshandwerkerschaft die Einladungen zugestellt.

Weihnachtspäckchen
Traditionell werden die Senioren der Langeooger Ortshandwerkerschaft sowie die Witwen von Ortshandwerksmeistern zu Weihnachten mit Aufmerksamkeiten bedacht. „Auch in diesem Jahr ist dieser schöne Brauch geplant“, sagt Hans-Jörg Numrich. Neben Stollen, Obst und Nüssen befindet sich auch ein Jahreskalender der Ortshandwerkerschaft LeerWittmund.

Skatturnier für Jedermann
Alle Jahre wieder treffen sich Skatfreunde zum Kartenspiel. Das Skatturnier für Jedermann findet bereits zum 15. Mal statt und wird in bewährter Form von Hans-Jörg Numrich organisiert. An drei Abenden werden die jeweiligen Sieger ermittelt, zum Schluss wird der Gesamtgewinner gekrönt. Wie in den Vorjahren gibt es wieder Preise zu gewinnen, die von dem zu entrichtenden Startgeld von 10,– Euro eingekauft werden. Die Spielrunden finden jeweils freitags ab 19.00 Uhr statt. Termine: 19. Januar (Restaurant „In’t Dörp“), 2. Februar (Restaurant „Alte Post“), 16. Februar („In’t Dörp“).

Die Handwerkskammer für Ostfriesland informiert:

Handwerk ist gefragt wie nie
Aber: Fachkräftemangel in allen Berufen spürbar –

Positive Erwartungen für die kommenden Monate
„Das ostfriesische Handwerk läuft auf Hochtouren“, zu dieser Einschätzung kommt Hauptgeschäftsführer Peter-Ulrich Kromminga nach der Auswertung der aktuellen Konjunkturumfrage. An der Herbstumfrage 2017 beteiligten sich 94 Betriebe aus allen Handwerkssparten. 87 Prozent der befragten Handwerksbetriebe beurteilen ihre derzeitige Geschäftslage als gut oder befriedigend. Die zukünftigen Erwartungen werden ebenfalls mit 57 Punkten (Vorjahr 55) bewertet. Zwei Drittel der Unternehmen glaubt, dass die Geschäftslage in den kommenden drei Monaten so bleibt. Ein Viertel der Betriebe ist optimistisch gestimmt und erwartet positive geschäftliche Entwicklungen mit weiter steigenden Umsätzen und Auftragseingängen. „So positiv hat sich das Handwerk lange nicht mehr eingeschätzt“, sagte Kromminga.
Die beste Konjunktur verzeichneten die Gesundheitshandwerke: So legten die Augenoptiker, Zahntechniker, Hörgeräteakustiker, Orthopädieschuhmacher und -techniker gegenüber dem Vorjahr um 15 Punkte zu. Trotz des Fachkräftemangels konnten die Betriebe Personal einstellen, um den hohen Auftragsbestand abzuarbeiten. Drei Viertel der Befragten erwarten künftig mehr Aufträge und Umsatzsteigerungen.
Das Lebensmittelhandwerk folgte mit 71 Punkten (Vorjahr 63) und erreichte damit einen neuen Spitzenwert der Branche der letzten sechs Jahre. Dabei verzeichneten die Bäcker, Konditoren und Fleischer eine gute Umsatzentwicklung und die meisten Investitionen. Um der Auftragslage weiterhin gerecht zu werden, werden jedoch dringend Fachkräfte benötigt. Das Bauhaupt­gewerbe profitiert vom schwungvollen Wohnungsneubau. Neun von zehn Unternehmen beurteilen die Geschäftslage als gut oder befriedigend. Auch hier sind fehlende Fachkräfte ein Sorgenthema. Die Ausbauhandwerke melden durchweg positive Ergebnisse. Ein Ende der ausgesprochen guten Stimmung ist nicht in Sicht.
Der Optimismus des ostfriesischen Kfz-Handwerks ist getrübt. Erfreulich ist jedoch, dass jeder vierte Betrieb höhere Verkaufspreise durchsetzen konnte; vor allem wurden Benziner mehr nachgefragt – eine Folge der Dieselkrise. Von gedämpfter Konjunkturlage wird in den Dienstleistungshandwerken gesprochen. Das Friseurhandwerk ist unmittelbar vom Fachkräftemangel betroffen. „Der Fachkräftemangel ist ein Dauerthema in allen Handwerksberufen. Deshalb arbeitet die Handwerkskammer intensiv daran, junge Menschen für eine Karriere im Handwerk zu interessieren“, versicherte Kammerchef Kromminga.
Der Arbeitsmarkt entwickelt sich im Gesamthandwerk per Saldo 6,4 Prozent im Plus. Fast ein Fünftel der Betriebe stellte zusätzliches Personal ein; rund 12 Prozent haben ihr Team verkleinert. Über Umsatzsteigerungen und Auftragszuwächse mit einer Auftragsweite von rund sechs Wochen freut sich das Handwerk. Das Investitionsvolumen konnte branchenübergreifend im Vergleich zu den Vormonaten leicht um 8,5 Prozent angehoben werden. Jeder fünfte Betrieb hat Investitionen getätigt.
Mehr Informationen unter: www.hwk-aurich.de/uber-uns/zahlen-daten-fakten

Fördersummen für junge Talente aufgestockt
Bewerber erhalten ab diesem Jahr die Chance auf eine Begabtenförderung in Höhe von 7.200,– Euro.
Wer sich beruflich weiterbilden will, muss je nach Gewerk viel Geld in die Hand nehmen. Umso positiver sind die Neuigkeiten, die es in diesem Jahr von der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung, kurz sbb, gibt. Sie hat die Fördertöpfe für Berufs­einsteiger erhöht. Seit diesem Jahr erhalten Stipendiaten einen Zuschuss von bis zu 7.200,– Euro in maximal drei Jahren bei einem Eigenanteil der Kosten von 10 Prozent. Zuvor waren es 6.000,– Euro. Das Weiterbildungsstipendium unterstützt junge Menschen nach dem besonders erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung bei der weiteren beruflichen Qualifizierung.
Aus der Region können sich frischgebackene Handwerksgesellen bei der Handwerkskammer für Ostfriesland bewerben. Gefördert werden fachliche Lehrgänge, zum Beispiel die Fortbildung zum Techniker, zum Handwerksmeister oder zum Fachwirt, aber auch fachübergreifende Weiterbildungen wie EDV-Seminare oder Intensivsprachkurse. Unter bestimmten Bedingungen kann auch ein berufsbegleitendes Studium unterstützt werden. Vorausgesetzt: Der Bewerber muss jünger als 25 Jahre alt sein und hat seine Ausbildung mit mindestens 87 Punkten oder besser als die Note „gut“ bestanden.
Das Weiterbildungsstipendium kann darüber hinaus künftig nicht nur für Lehrgangskosten, sondern auch für Prüfungskosten verwendet werden. Zudem gibt es einen IT-Bonus: die Stipendiaten erhalten einen Zuschuss von 250,– Euro, wenn sie sich einen Computer anschaffen wollen. Das Programm wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.
Ansprechpartnerin in der Handwerkskammer ist Anita Friedrichs, erreichbar unter Tel. 04941/1797-78 oder E-Mail a.friedrichs@ ­hwk-aurich.de. Nähere Infos auf www.sbb-stipendien.de.

„Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich“

Tischlerei Schwede: Sonderanfertigungen und mehr

„Langeoog scheint mich wohl anzuziehen“, schmunzelt Manfred Wochnik. Während seiner Ausbildung zum Möbeltischler in einem Esenser Unternehmen war er erstmals 1977 auf der Insel tätig. Damals baute der Handwerker Pantrys in ein Hotel am Kurviertel ein. Vierzig Jahre später arbeitet der heute 58-Jährige bei der Tischlerei Schwede. Seit Oktober dieses Jahres kümmert sich der Neuzugang vornehmlich um den Möbelbau. Oftmals werden von den Kunden Sonderanfertigungen für Ferienwohnungen oder -appartements verlangt. „Das sind beispielsweise Schränke unter Dachschrägen oder nach Maß gefertigte Küchen“, beschreibt Manfred Wochnik die Aufträge. Vor Kurzem war er damit beschäftigt, eine Küchenzeile rund einen Zentimeter höher zu setzen, damit das vom Eigentümer verlegte 814Laminat auch unter der Küche weiterlaufen kann. Eine kniffelige Angelegenheit, da hierzu die rückseitigen Aussparungen für Spülmaschinenanschluss und Spülenabfluss vergrößert werden muss­ten. Zudem war darauf zu achten, dass sich die Arbeitsplatte nicht durchbog oder gar brach. Doch am Ende meisterte Manfred Wochnik auch diese Herausforderung. „Im Vergleich zum Festland fallen auf der Insel mehr Reparaturen an“, hat der Möbeltischler festgestellt. „Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich, denn jeden Tag gibt es andere Aufgaben auszuführen“. Werktäglich pendelt der Holtgaster von seinem Wohnort nach Langeoog. Während etliche seiner Handwerkskollegen dies eher nachteilig beurteilen, sieht es Manfred Wochnik positiv: „Der Anfahrtsweg ist gar nicht so lang. Im Sommer kann man während der Überfahrt die Seeluft genießen und im Winter hat man es auf den Straßen nicht mit Schnee und Eis zu tun.“
In den Wintermonaten gibt es für die Tischlerei Schwede und die anderen Ortshandwerksbetriebe am meisten zu tun. „Die Bautätigkeit ist dann in vollem Gange. Außerdem lassen Ferienwohnungsbesitzer während der Nebensaison einiges renovieren“, erläutert Tischlermeister Holger Schwede. Allerdings ist die Nachsaison im Vergleich zu früheren Jahren deutlich kürzer geworden, seit die Urlauber die Nordseeinseln als ganzjährige   Feriendestination für sich entdeckt haben.

Um das Handwerk verdient gem

Hans-Jörg Numrich ist seit 50 Jahren Handwerksmeister

Gerade hatte Hans-Jörg Numrich seine Ausbildung zum Flie-sen-, Platten- und Mosaikleger absolviert, da zog es ihn in die Ferne. Weg von Berlin-Lichterfelde, wo er aufwuchs, nach Wilhelmshaven. Dort hatte man ihm eine Arbeitsstelle zugesagt. Doch als der junge Handwerker bei der Firma ankam, konnte man sich an nichts erinnern. Kurzerhand hielt sich „Atze“, wie er von Bekannten und Freunden genannt wird, als Aushilfsfahrer über Wasser. Als schließlich das Angebot eines Fliesenlegerbetriebes aus Norden kam, griff er zu und war für das Unternehmen auch auf den nahen ostfriesischen Inseln tätig. Zwischenzeitlich besuchte Hans-Jörg Numrich die Meisterschule in Oldenburg und konnte am 14. November 1967 den begehrten Meisterbrief in Empfang nehmen. Ein Jahr später machte er sich auf Langeoog mit eigenem Fachbetrieb selbstständig.
804-1Anlässlich seines 50-jährigen Meisterjubiläums hatte der Jubilar zu einem kleinen Umtrunk mit Imbiss in die Hafenstraße 8 eingeladen. Zu den Gästen zählte der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft LeerWittmund, der eigens zu diesem Anlass vom Festland auf die Insel gereist war. „Du hast viel für das Ortshandwerk getan und bist das Gesicht des Langeooger Handwerks“, so Detlef Greek, der wie Numrich ebenfalls aus Berlin stammt. Leider musste Kreishandwerksmeister Jan Denkena berufsbedingt passen, ließ jedoch seine Glückwünsche ausrichten. Von der Ortshandwerkerschaft waren Numrichs Stellvertreter Holger Schwede, Helge Bents sowie Ehrenmitglied Heinz Schwede anwesend. Freudestrahlend nahm Hans-Jörg Numrich aus den Händen von Detlef Greek einen Ehrenmeisterbrief der Handwerkskammer für 804-2Ostfriesland und eine Ehrenurkunde der Kreishandwerkerschaft LeerWittmund entgegen. Außerdem überreichte der Geschäftsführer noch einen Metallwürfel. „Als Knobelclub-Mitglied passt das hervorragend“, freute sich Numrich und verblüffte Greek mit dieser Aussage, der von dieser Passion nichts wusste. Die Metallskulptur sitzt auf einem mit einer Plakette versehenen Holzsockel und wurde von Teilnehmern der „Akademie der Innnungen“, einem Ausbildungs- und Qualifizierungsbetrieb der Kreishandwerkerschaft LeerWittmund, angefertigt.
Hans-Jörg Numrich steht der Ortshandwerkerschaft Langeoog seit der Gründung im Jahr 1983 ununterbrochen vor. Seinen Betrieb gab der Ortshandwerksmeister nach vierzig Jahren auf. Während dieser Zeit wurden bis zu 19 Mitarbeiter beschäftigt und insgesamt 19 Nachwuchskräfte ausgebildet.

Wohnraumgestaltung durch Fliesen

Fliesenfachbetrieb von Tim Winston informiert

Das Angebot an Accessoires der Wohnraumgestaltung scheint unbegrenzt. Alles soll sorgsam aufeinander abgestimmt sein und miteinander harmonieren. Das beginnt schon bei der Wahl der Boden- und Wandfliesen in den verschiedenen Räumen. „Die Auswahl ist hier schier unbegrenzt“, sagt Tim Winston. 710-1Der Fliesenleger mit seinem Betrieb am Langeooger Melkerpad 10 war erst kürzlich auf einer Fachmesse des Herstellers Linnenbecker in Rheda-Wiedenbrück, um sich über Neuigkeiten zu informieren. „Für Langeoog eignen sich nach wie vor die kleineren Fliesenformate hervorragend, da sie Räume optisch größer erscheinen lassen“, so der Handwerksmeister. Zudem eröffnen sie Freiräume, Muster an Wänden und in Böden nach eigenen Vorstellungen zu kreieren. Nach wie vor liegen Fliesen in Natur- und Grautönen im Trend. Farbige Mosaikfliesen oder Bordüren sorgen darüber hinaus für tolle Akzente. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt, um die Wohnräume so individuell wie möglich zu gestalten. Ein Hingucker in Badezimmern sind Fliesenboards für Kosmetika oder Duschutensilien. „Die Boards werden entweder in Ecken oder an der Wand fest verschraubt. Wenn alles fertig ist, sieht man nicht, wie die Abstellmöglichkeiten angebracht wurden“ betont Tim Winston.
710-3Parallel zum Ausstellungsraum im Inneren des Betriebes können sich Kunden ab sofort auch im Außenbereich in der neu geschaffenen Ausstellung umschauen. Diese ist rund um die Uhr zugängig. Mit dem Baustopp-Ende am 30. September hat für Tim Winston wieder die Handwerks-Saison begonnen. Selbstverständlich ist der Langeooger auch voher nicht untätig gewesen. Etliche Umbau- oder Sanierungsarbeiten sind geplant und mit den Auftraggebern besprochen worden. „Die Komplett­leistungen beinhalten Planung, Bauleitung und Ausführung durch meinen Betrieb“, so Tim Winston. Derzeit werden Schäden abgearbeitet, die durch den Starkregen am Dörpfest-Wochenende verursacht worden sind. „Viele vollgelaufene Keller wurden beschädigt und müssen renoviert werden“, sagt Tim Winston. Darüber hinaus stehen weitere Arbeiten an wie Verfliesungen von Terrassen, die aufgrund ihres Alters abgängig sind und einfach nicht mehr gut aussehen. Neben Fliesen verlegt der Langeooger auch hochwertige Vinylböden. Allerdings wird hierfür kein sogenanntes Click-Laminat verwendet, sondern der Belag wird fest mit dem Untergrund verklebt. Das hat den Vorteil, dass keine Feuchtigkeit unter den Boden gelangen kann und diesen beschädigt.

Langeoog –„messerscharf“

Neu in der „Inselgoldschmiede & Schmuggelkiste“:
Taschenmesser und Küchenmesser mit Inselmotiven

Eine buchstäblich messerscharfe Edition hält die „Inselgoldschmiede & Schmuggelkiste“ seit Neuestem bereit: Taschenmesser und Küchenmesser mit exklusiven Langeoog-Motiven. „Wir haben beide Messer ausgiebig getestet und sind von der Qualität überzeugt“, erklärt Familie Recker / Sieger, die das Geschäft am Wasserturm seit vielen Jahren führt.
708-1Das Taschenmesser ist ein Produkt der Schweizer Firma Victorinox; das Familienunternehmen ist seit Generationen berühmt für seine Schweizer Offiziersmesser. Gerade neun Zentimeter lang, ist das schwarze Taschenmesser reichhaltig ausgestattet: zwei Klingen, Schraubendreher, Drahtabisolierer, Dosenöffner, Korkenzieher, Pinzette, Flaschenöffner, Nähahle und weitere Extras machen es zu einem vielseitigen Werkzeug für unterwegs. Unverwechselbar wird das Multi-Messer durch den Silberdruck auf seinem Griff: Der Schriftzug „Insel Langeoog“ und zehn inseltypische Abbildungen, von Wasserturm über Möwe und Inselbahn bis zum Lale-Andersen-Denkmal, verraten den Herkunftsort. „Das voll funktionsfähige Taschenmesser ist gewissermaßen ein ‚Schmuck‘ für den Mann“, meint Jördis Recker schmunzelnd.
Praktisch für die ganze Familie ist das ebenfalls von Victorinox gefertigte Küchenmesser. Es besitzt einen ergonomisch geformten, rutschfesten Griff und ist spülmaschinengeeignet. Die elf Zentimeter lange Klinge mit scharfem Wellenschliff besteht aus rostfreiem Edelstahl. Außerdem trägt sie die insularen Schmuckbilder: „Der haltbare Aufdruck auf der Klinge entsteht in einem speziellen Ätzverfahren“, erklärt Bernhard Sieger.
708-2Wem übrigens die Motive auf den Messern bekannt vorkommen, der irrt sich nicht: Sie entstammen einer Schmuckreihe, gestaltet von der Langeooger Goldschmiedin und Künstlerin Eva Recker. Der ansprechende Miniatur-Bilderbogen ziert sowohl einen massiven Silberring als auch den dazu passenden Kettenanhänger in „Tube“-Form. Beide Schmuckstücke – und viele weitere in langeoogtypischem Design – gibt es in der „Inselgoldschmiede & Schmuggelkiste“. Zudem gehören Taschenmesser verschiedener Anbieter seit vielen Jahren zum Programm. Schnitzmesser, Zierdolche und -schwerter runden das Sortiment ab.

Allrounder in Sachen Holz

Tischlerei Schwede Spezialist für Sonderanfertigungen

Nur noch ein wenig nachjustieren, dann schließt das Fenster perfekt. Tischlergeselle Florian Uphoff ist zufrieden mit dem Ergebnis. Zusammen mit Kollegen der Tischlerei Schwede wechselte er in einem Reihenhaus mehrere abgängige Holzfenster aus und ersetzte sie durch schicke Kunststoff-Fenster. Auf den ers­ten Blick wirken sie durch eine aufgebrachte Dekorfolie wie aus Holz gefertigt. Dabei handelt es sich um moderne Kunststoffprofile namens Synego, die vom Hersteller Rehau gefertigt werden. „Im Vergleich zu aktuellen Standardfenstern überzeugen die neuen durch eine bis zu 50% höhere Wärmedämmung“, so Tischlermeister Holger Schwede. Damit einhergehend ist eine Heizkostenersparnis und ein neues Wohngefühl, da durch verbesserten Schallschutz weniger Störgeräusche ins Innere gelangen. 726-1Durch mehr als 220 Farben und individuell herstellbare Formen sind die Synego-Profile nahezu überall einsetzbar. Eine einzigartige High-Definition-Finishing-Formel ergibt deutlich glattere Oberflächen der Kunststoffprofile, die wesentlich einfacher zu reinigen sind. Zudem wird schon bei der Herstellung ein ressourcenschonender Beitrag für die Umwelt geleistet.
Die Langeooger Tischlerei mit Sitz am Schniederdamm ist ein leistungsfähiger Allrounder in Sachen Holz. Der Handwerksbetrieb erledigt einfache Reparaturarbeiten genauso wie aufwändige Aufträge. Derzeit wirken die Mitarbeiter an einem Haus „Am Teich“, wo es einige Umbauten auszuführen gilt. „Die Wände der Kellerräume wurden mit Holzwolle gedämmt und mit einer Unterkonstruktion versehen“, erläuterte Jens Eden, Möbeltischler für Schiffsinnenausbau. 726-2Zudem erweiterte man den Flurbereich und schuf einen zusätzlichen Kellerzugang. Außerdem soll später eine vorhandene Terrassentür zum zweiten Wohnungseingang werden. Mit einbezogen ist auch der Außenbereich des Wohnhauses. Auf die Terrasse wird eine Unterkonstruktion für ein Gerätehaus aus Metall aufgebracht. Weiterhin ist geplant, den ums Grundstück verlaufenden Zaun zu ersetzen. Als Holzart wird Kiefernholz eingesetzt, das durch ein technisches Verfahren witterungsbeständig gemacht wurde und unter dem Begriff Dauerholz bekannt ist.

„Omi Anni’s Roggenbrot“

Bäckerei Seekrug mit vielfältigem Sortiment

Brot ist nicht nur Lebensmittel, sondern ein Teil der deutschen Kultur. Nirgendwo anders gibt es mehr bekannte Brotsorten als hierzulande. Daher wurde die Deutsche Brotkultur durch die nationale UNESCO-Kommission vor drei Jahren mit 3.200 Sorten in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Noch heute arbeiten viele Bäckereien auf traditionelle Weise. Überlieferte Rezepte werden lediglich leicht überarbeitet und der modernen Produktion angepasst. Auch Hubert Recktenwald hat sich dieser Vorgehensweise verschrieben. „Es ist zwar wesentlich mehr Arbeit, aber der Geschmack des Endproduktes macht alle Mühen wieder wett“, so der 622-1Konditormeister von der Bäckerei Seekrug. Regelmäßig aktualisiert der Langeoger sein Angebot, um eine breite Sortimentsvielfalt zu gewären. Natürlich kann er seinen Kunden nicht alles gleichzeitig anbieten, dafür ist die Vielfalt einfach zu reichhaltig. Sehr gerne nachgefragt wird „Omi Anni’s Roggenbrot“ nach einer Rezeptur seiner Großmutter Anni Stachelscheidt. Diese führte bis in die 1950er Jahre mit ihrem Mann, dem Bäcker- und Konditormeister Hubert Stachelscheidt, in Viersen eine Bäckerei. Für das nach der Großmutter benannte Brot verwendet Hubert Reckenwald einen Sauerteig mit 70% Rogggenanteil und 30% Dinkelmehl. Seit Ostern kann man bei der Bäckere Seekrug mit Geschäften in der Gartenstraße und Barkhausenstraße außerdem das „Lieblingsbrot“ kaufen. 622-2„Ich befragte alle Mitarbeiter der Bäckerei und des Restaurants Seekrug nach deren Lieblingsbrot und notierte mir die Antworten“, erklärt Hubert Recktenwald. Anschließend suche ich mir etwa alle zwei Wochen ein Brot aus dieser Liste aus, um es zu backen. Im September wird mit dem „Dinkel-Quark-Stuten“, das Lieblingsbrot der zehnjährigen Tochter Reka angeboten. Den Stuten gibt es in zwei Versionen mit und ohne Rosinen.
Rechtzeitig zur Pflaumenzeit wird es im September verschiedene Variationen an Pflaumenkuchen geben. Außerdem beginnt noch vor Oktober die Produktion an Küstenstollen mit Ostfriesentee, Sanddornstollen und Sherry-Apfelstollen. „Äpfel und in Sherry eingelegte Rosinen sorgen für einen besonders feinen Geschmack“, verspricht der Konditormeister, der stets neue Rezepturen ausprobiert. Die Bäckerei Seekrug wurde zu Jahresbeginn übrigens in die Sonderbeilage des monatlich erscheinenden Magazins „Der Feinschmecker“ aufgenommen. Im Taschenbuch „Die besten Bäcker in Deutschland – 500 Adressen für Genießer“ findet man einen kurzen Bericht über den Langeooger Handwerksbetrieb.