Archiv der Kategorie: Ortshandwerk

Als Azubi die Welt entdecken

Praktikum im Ausland 
Während oder nach der Ausbildung eine Weile ins Ausland gehen? Dies ist bis zu einem Viertel der Ausbildungszeit möglich, wenn es dem Ausbildungsziel dient. Gleichzeitig muss der Ausbildungsbetrieb zustimmen, da das Praktikum ein im Ausland absolvierter Ausbildungsabschnitt ist und das Gehalt weiterhin vom heimischen Betrieb gezahlt wird.
Die Handwerkskammer Oldenburg berät zu den Möglichkeiten eines Auslandsaufenthaltes während und nach der Ausbildung und hilft bei der Organisation, Durchführung und bei der Suche nach passenden Fördermitteln zur finanziellen Unterstützung.
Der Auslandsaufenthalt kann individuell gestaltet werden. Weitere Möglichkeiten bieten das Programm „Sindbad“, mit Aufenthalten in Italien, Schweden, Spanien, Irland, UK oder Malta; das Austauschprojekt Feldkirch/Österreich für Azubis aus dem Lebensmittelhandwerk und der deutsch-französische Lehrlingsaustausch La Rochelle. Näheres unter: https://www. hwk-oldenburg.de/ausbildung/infos-fuer-auszubildende.
Handwerks-Urgestein nahm den Hut
Reinhold Daniels ging nach fast 40-jähriger Dienstzeit in der Handwerkskammer in den Ruhestand
Reinhold Daniels ist die Ruhe in Person – eine Eigenschaft, die ihm bei seiner täglichen Arbeit zugutekam. Fast 40 Jahre war er für die Eintragungen der Betriebe in der Handwerksrolle der Handwerkskammer für Ostfriesland und die Beitragsveranlagung verantwortlich. Seine Abteilung bestimmt, wer sich im ostfriesischen Raum mit einem Handwerksunternehmen selbstständig machen darf und wer nicht.
Ende März verabschiedete sich der 65-Jährige in den verdienten Ruhestand. Der ausgebildete Verwaltungsfachangestellte aus Aurich trat am 1. September 1982 in den Dienst des Handwerks. Nach neunmonatiger Einarbeitungszeit übernahm er im Mai 1983 von seinem Vorgänger Alfred Pflug die Leitung der Abteilung Handwerksrolle.
Seitdem hat sich einiges im ostfriesischen Handwerk getan. Angefangen bei der Zahl der Mitgliedsbetriebe, die von 3.000 auf inzwischen 5.600 gestiegen ist, über die rasante Umstellung der manuellen Registerführung und Beitragsveranlagung auf eine elektronische Datenverarbeitung bis hin zu einer zunehmenden Gesetzesflut und einer immer größer werdenden Bürokratisierung. „Das stellt nicht nur unsere Mitgliedsbetriebe, sondern auch uns vor Herausforderungen“, sagt Daniels.
Auch wenn die zahlreichen Neuregelungen und Gesetzesänderungen gelegentlich Fragen aufwarfen, so konnte Reinhold Daniels bei der Umsetzung stets auf die Hilfe seiner Kolleginnen und Kollegen der 53 anderen Handwerkskammern in Deutschland zählen. Neben einem regelmäßigen        Erfahrungsaustausch wurden in Arbeitskreisen gemeinsam neue Regelungen für das Handwerk erarbeitet. Doch ohne     die ­Unterstützung seines Teams, so Daniels, wäre es ihm      nicht möglich gewesen, sich mit vollem Engagement in die verschiedenen Arbeitskreise einzubringen. Dafür wolle er ausdrücklich Dank sagen.
Am 1. April 2022 übernahm sein Nachfolger Simon Alex offiziell die Leitung der Handwerksrolle. Der 41-jährige Auricher ist in den vergangenen Monaten von Reinhold Daniels bereits in seine anstehenden Aufgaben eingearbeitet worden. Ihm rät er zum Abschied mit einem Augenzwinkern: „Immer schön sachlich bleiben – und nie aus der Ruhe bringen lassen.“ -ut-

Im Handwerk durchstarten

Infos zur Ausbildung Die Handwerkskammer Ostfriesland will bei der Ausbildungsplatzvermittlung unterstützen und Jugendliche dazu animieren, sich über Aus- und Aufstiegsmöglichkeiten zu informieren. Auf www.handwerk.de können sich Interessierte einen ersten Überblick verschaffen. Bei der Berufsorientierung hilft auch der WhatsApp-Berufe-Checker www.handwerk.de/Whatsapp – er zeigt, welcher Ausbildungsberuf im Handwerk am besten zu den eigenen Fähigkeiten und Vorlieben passt. Bei der Suche nach passenden Ausbildungsstellen hilft die Lehrstellenbörse unter www.hwk-aurich.de/lehrstellenboerse. Ostfriesische Betriebe können diese Börse auch nutzen, um ihre freien Lehrstellen zu melden. Ansprechpartner hierfür ist Vanessa Heynen-Bilski – sie ist telefonisch unter der 04941 1797-28 oder per E-Mail (v.heynenbilski@hwk-aurich.de) erreichbar.

Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“
Verlängert bis 15. Mai 2022
Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ wurde verlängert. Noch bis zum 15. Mai 2022 können Anträge bei der Bundesagentur für Arbeit (Falls auf Website = Verlinkung siehe unten) gestellt werden. Mit dem Programm unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung ausbildende Betriebe, die aufgrund der Coronakrise wirtschaftliche Schwierigkeiten haben. Ziel ist es, dass Auszubildende ihre Ausbildung fortsetzen und erfolgreich ab- schließen können. Weitere Informationen unter:

https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern

Unternehmerfrau im Handwerk
Wettbewerb vom „handwerk magazin“ Unter dem Motto #powerfrauimhandwerk schreibt das „handwerk magazin“ zum 28. Mal die Unternehmerfrau im Handwerk aus. Der Preis ist mit jeweils 2.500 Euro dotiert und wird an zwei Unternehmerfrauen in den Kategorien mitarbeitende Unternehmerfrau und selbständige Unternehmerfrau vergeben. Kandidatinnen können sich selbst bewerben oder vorgeschlagen werden. Anmeldungen sind bis zum 01. Juli 2022 möglich. Weitere Informationen unter:

https://unternehmerfrau.handwerk-magazin.de/bewerbung/

 

32 Karten erst wieder 2023 
Skat-Turniere auch dieses Jahr ausgefallen 
Seit mehr als 30 Jahren veranstaltet die Ortshandwerkerschaft die von Hans-Jörg „Atze“ Numrich organisierten Preisskat-Turniere. Bei den Turnieren wird an drei Winterabenden gegen- und miteinander gespielt. Im vergangenen Jahr und auch diesen Januar und Februar konnte die traditionelle Veranstaltungsreihe coronabedingt nicht stattfinden. Zuletzt hätten zwölf, teils auch 15 Personen gespielt, sagt „Atze“ Numrich.
Ursprünglich war das Turnier dazu gedacht, den Gaststätten auch im Winter Gäste zu bringen. Die Vorbereitungen für die Planung beginnen nach Weihnachten, denn auch für 2023, so „Atze“ Numrich, seien die Spiele wieder angedacht. -jeg-

Handwerk geht Zukunftsaufgaben an

Vollversammlung verabschiedet Positionspapier zu den Landtagswahlen 2022
Die Vollversammlung der Handwerkskammer für Ostfriesland hat ihren Blick auf zukünftige politische Entwicklungen auf Landesebene gerichtet. Mit seinem Treffen Mitte November in Aurich sprach sich das Gremium einstimmig für ein gemeinsames Positionspapier des Niedersächsischen Handwerkstages (NHT) zur Landtagswahl 2022 aus. Es dient als Grundlage für die handwerkspolitische Arbeit auf Landesebene für die kommende Legislaturperiode. Zu den Forderungen gehören unter anderem die Stärkung der beruflichen Bildung, der unmittelbare Abbau von landesspezifischer Förderbürokratie sowie das Vorantreiben der Digitalisierung.
In seinem Grußwort erklärte Kammerpräsident Albert Lienemann, dass sich die Stimmung im Handwerk nach den wirtschaftlichen Beschränkungen durch die Pandemie wieder verbessere. Trotz Lieferproblemen, Preissteigerungen und Materialengpässen blickten die Betriebsinhaberinnen und -inhaber weitestgehend optimistisch in die Zukunft. „Die mit dem Ende des letzten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2021 begonnene Konjunkturerholung hält auch weiter an“, sagte er.
Zwar sei der Fachkräftebedarf immer noch hoch, die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe aber nach wie vor ungebrochen. Das zeigten laut Lienemann die aktuellen Zahlen der Lehrlingsrolle: 1.043 neue Ausbildungsverhältnisse konnten Ende Oktober registriert werden. Das bedeute ein Plus von fast 100 Verträgen im Vergleich zum Vorjahr (945). „Das hiesige Handwerk ist in der Nachwuchsförderung hoch engagiert“, machte der Präsident deutlich. -ut-

„Reizende“ Aussichten – oder nicht?

Skat-Turniere der Ortshandwerkerschaft noch ungewiss
Grand mit Vieren, Null ouvert … Die Ortshandwerkerschaft hofft, auch diesen Winter wieder zu ihren von Hans-Jörg „Atze“ Numrich organisierten Preisskat-Turnieren einladen zu können. Immerhin wäre ein halbrunder Geburtstag zu feiern: Vor 35 Jahren, im Winter 1986, wurden die mittlerweile traditionellen Skat-Turniere für jedermann zum ersten Mal von „Atze“ auf die Beine gestellt.
Allerdings: Noch ist es coronabedingt unklar, ob die beliebte Veranstaltungsreihe der Ortshandwerkerschaft im Januar und Februar 2022 im „In’t Dörp“ stattfinden kann. Daher bitte auf die aktuellen Aushänge achten. – Wenn es klappt, gilt Folgendes: Mitmachen dürfen alle Interessierten, gespielt wird mit dreimaligem Tischwechsel. Auf die gewitztesten Skatfüchse warten attraktive Sachpreise. Hoffen darf man …
-ut-

50 Jahre „Inselgoldschmiede“ (2)

Goldschmiedin Eva Recker eröffnete im Juli 1971 ihren
Betrieb in der Barkhausenstraße
Ein Jubiläum in Gold: Vor 50 Jahren eröffnete Eva Recker im Juli 1971 ihre „Inselgoldschmiede“ auf Langeoog. Das Geschäft lag damals in der Barkhausenstraße. Heute befindet es sich, gemeinsam mit der „Schmuggelkiste“, unterhalb vom Wasserturm. Dass die junge Goldschmiedin nur wenige Tage nach der Eröffnung 1971 auch ihr privates Glück fand – das war ein glücklicher Zufall.
Denn während seiner Semes­terferien arbeitete der Insulaner Heiko Recker in einem örtlichen Getränkehandel, wo er die Ware mittels Pferdekutsche auslieferte. Nicht nur die Stute „Isabella“ machte mit ihrem schicken Strohhut auf sich aufmerksam – auch der Kutscher mit seinem markanten Bart wusste (unbewusst) zu gefallen. Derweil Heiko das Gespann mit den auszuliefernden Getränken gekonnt durch die Barkhausenstraße lenkte, riskierte Eva – während sie ihre Schaufenster mit apartem Schmuck ­dekorierte – einen Blick. Ein kurzer Augen-Blick nur, den der schmucke Fuhrmann erwiderte, und der beider Leben eine gemeinsame Wendung geben sollte …
So folgte schließlich nach Heikos erfolgreichem Abschluss des Diploms als Maschinenbauingenieur an der Universität Hannover 1976 die Hochzeit. Danach baute das Paar in der Straße Um Süd sein Haus „bi hüm un hör“, mit der Vermietung von Ferienwohnungen an Gäste.
Das Angebot der „Inselgoldschmiede“ hatte sich im Laufe der Jahre ausgeweitet. Neben klassischen Kreationen aus Silber oder Gold mit Diamanten, Perlen oder Edelsteinen bot Eva Recker auch verschiedene Kollektionen mit Bernstein an. 1977 entschieden sich Eva und Heiko Recker, ein weiteres Ladenlokal anzumieten. In der Barkhausenstraße entstand die „Schmuggelkiste“ mit maritimen Geschenken – als erstes Fachgeschäft an der Nordseeküste mit solch einem umfangreichen Sortiment. 1984 folgte der Umzug der „Schmuggelkiste“ an den Wasserturm, sechs Jahre darauf folgte die „Inselgoldschmiede“ ebenfalls dorthin.
Bereits 1980 kam Tochter Jördis zur Welt. In jungen Jahren begleitete sie ihre Mutter aufmerksam am Werktisch bei der Arbeit. Ob Jördis nun ebenfalls den Beruf der Goldschmiedin erlernte? Davon berichten wir im nächsten „Utkieker“. -köp/ut-