Archiv der Kategorie: Ortshandwerk

„Ausbildung macht Spaß“

Langeooger Leon Bitter absolviert Tischlerlehre bei Holger Schwede
Von Akkuschrauber bis Wasserwaage – seit einem Dreivierteljahr hantiert Leon-Dieter Bitter mit vielfältigem Handwerksgerät. Am 1. August 2020 begann der nun 18-jährige Langeooger ­seine Ausbildung zum Tischler. „Es ist lange her, dass wir einen Insulaner in der Ausbildung hatten“, sagt Tischlermeister Holger Schwede, Inhaber des gleichnamigen Betriebs am Schniederdamm, und Lehrherr von Leon Bitter.
Die Arbeit mit dem Werkstoff Holz macht dem jungen Azubi, der zuvor bereits ein Praktikum bei Schwede absolviert hatte und dabei auf den Geschmack gekommen war, offenkundig Spaß. Dass er auch vor- und nachbereitende Routineaufgaben wie den Abbau alter Küchen oder die fachgerechte Entsorgung von Verpackungsmaterial übernimmt, stört Leon Bitter nicht: „Das gehört eben dazu.“ Und: „Die Ausbildung macht Spaß, die Kollegen sind sehr nett und hilfsbereit.“ Das theoretische Rüstzeug stellt der Unterricht in der Berufsschule Wittmund bereit, soweit er coronabedingt stattfinden kann.
Sonst aber gibt es für Leon Bitter auf Langeoog viel zu tun: „Wir sind ein flexibler Betrieb mit vielseitigen Anforderungen“, berichtet Holger Schwede. Und so erhält sein Azubi eine Allround-Ausbildung: Egal, ob es darum geht, Rollläden zu reparieren, Türen anzufertigen, Küchen auf- oder Fenster einzubauen, der junge Langeooger ist – als Assistent – stets dabei, in der Werkstatt wie bei Kundenbesuchen. In diesem Frühjahr rückte der Einbau von Fenstern in den Fokus. Ob bei der Wohngenossenschaft „Uns Oog“, dem „Inselhotel Langeoog“ oder der „AWO Kajüte“: Hier und in anderen Gebäuden wurden und werden hochwertige Fenster mit Mehrfachverglasung eingebaut.
Als Spezialisten rund um das Thema Holz verfügen die Mitarbeiter über die handwerkliche Kompetenz und notwendige Technologie, um Kundenwünsche bis ins kleinste Detail umzusetzen. So werden selbst Sonderaufträge passgenau ausgeführt. Quali­tät, Pünktlichkeit und Termintreue sind stets das oberste Gebot für Holger Schwede und sein zehnköpfiges Team – zu dem auch Leon Bitter gehört. -köp/ut-

Zehn Jahre Langeooger Zunftbaum

Am 1. Juni 2010 wurde eine alte Handwerker-Tradition
auf der Insel lebendig – Initiator war Hans-Jörg Numrich 
Zunftbäume haben eine lange Tradition. Erstmals wurden sie um 1585 in Westfalen errichtet. Symbolisch bringen sie die Vielseitigkeit, Kraft und Geschlossenheit des regionalen Handwerks zum Ausdruck und dienen auf diese Weise auch der Imagepflege des jeweils vorhandenen Handwerks.
Auch die Langeooger Ortshandwerkerschaft präsentiert sich mit einem eigenen Zunftbaum, der in diesem Jahr sogar seinen zehnten Geburtstag feiert. Für Einheimische und Gäste gut sichtbar, ragt der Metallmast am Fährhusweg – direkt gegenüber des Inselbahnhofs – viereinhalb Meter in die Höhe. Immer wieder zieht das Monument die neugierigen Blicke der Passanten auf sich.
Der Handwerkerbaum macht deutlich, welche Gewerke auf der Insel ausgeübt werden. Sechs sternenförmig angeordnete Metallarme tragen insgesamt 13 verschiedene Zunftzeichen, die auf kreisrunden Kunststoffplatten gedruckt wurden. Sie weisen vom Bootsbauer über Fliesenleger, Tischler, Maurer oder Goldschmied auf die jeweiligen Handwerksbetriebe hin. Über allem thront das Langeooger Wappen und direkt darunter das deutsche Handwerkszeichen.
Nicht alle Gewerke konnten historisch korrekt dargestellt werden, da es zur Zeit der mittelalterlichen Zünfte ja noch keine Elektriker, Fernsehtechniker oder Floristen gab. In einer Legende, die in Augenhöhe am Metallmast angebracht ist, sind alle Zunftzeichen aufgelistet und dem jeweiligen Handwerk zugeordnet.
Ideengeber und Initiator war seinerzeit Handwerksmeister Hans-Jörg (Atze) Numrich in seiner Funktion als langjähriger Vorsitzender der Ortshandwerkerschaft. Dank seiner guten Verbindung zur Kreishandwerkerschaft Wittmund und zur Inselgemeinde fand das historisch begründete Projekt schnell Zustimmung. Gefertigt wurde der Handwerkerbaum in den Räumen der Wittmunder Handwerks GmbH.
Demnächst soll der Handwerkerbaum noch um zwei weitere Zunftzeichen erweitert werden: Es sind das Abbruchunternehmen mt einem Bagger als Symbol und der Eismacher mit bunter Eistüte. Laut „Atze“ Numrich wurde die Fertigung der Schilder bereits in Auftrag gegeben. -reh-

Handwerk macht glücklich!

Neue Studie im Forschungsprojekt „Handwerksstolz“ 
belegt die Zufriedenheit von Handwerkern
Was bedeutet Handwerkerinnen und Handwerkern ihr Beruf? Macht ein Handwerksberuf glücklich? Wie wichtig ist die Arbeit für unsere Lebenszufriedenheit? Macht Arbeiten im Handwerk glücklicher als in anderen Berufen? Und: Wie sehen Handwerker sich selbst? Diesen und weiteren Fragen sind Dr. Ann-Kathrin Blankenberg und Dr. Dorothee Hemmen in ihrem Forschungsprojekt „Handwerksstolz“ des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk (ifh) an der Universität Göttingen systematisch nachgegangen. Sie haben die Ergebnisse kürzlich in der Broschüre „Warum ein Handwerksberuf glücklich macht“ ,veröffentlicht (www.handwerksstolz.de).
Die Studie war Teil des Projektes „Handwerksstolz“ und darauf angelegt, einen Einblick in das berufliche Selbstbild und die Arbeitszufriedenheit der im deutschen Handwerk Beschäftigten zu erhalten. Im Zeitraum von Dezember 2017 bis März 2018 war die Befragung über die Website frei zugänglich. Insgesamt haben sich knapp 2.000 im Handwerk Beschäftigte daran beteiligt. Mehr als 80 Prozent der Befragten sind demnach stolz auf ihren Beruf.
Das Fazit: Für alle befragten Handwerkerinnen und Handwerker ist klar umrissen, warum sie ihr Handwerk ausüben. Sie tun es, weil sie es gerne tun. Weil sie Spaß daran haben und weil daraus Zufriedenheit erwächst. Und sie nennen drei wesentliche Gründe, warum Handwerk glücklich macht. Zum einen ist das Handwerk ein Feld lebenslangen Lernens. Mit dem Wachsen der eigenen Fähigkeiten wächst auch die Zufriedenheit.
Zudem ist das, was mit Handwerkskönnen hergestellt wird, nützlich. Man sieht am Ende des Tages, was man geschafft hat. Sinnvolle Arbeit zu verrichten und täglich Erfolgserlebnisse zu sehen, macht zufrieden. Handwerker schätzen ebenso das hohe Maß an Eigeninitiative, das sie in ihrem Beruf ausleben können. Und drittens ist Handwerk ein Tätigkeitsfeld, bei dem man in    direktem, spürbaren Austausch steht – zu Kollegen, Kunden und dem Material. Der direkte Widerhall, den die handwerkliche Arbeit in der Welt produziert, macht zufrieden.
Die höchste Zufriedenheit besitzen übrigens Handwerksmeister und Selbstständige, gefolgt von Altgesellen und Azubis, hat die Studie ergeben.
Bei der Frage nach dem beruflichen Selbstbild im Handwerk überwiegen in der Studie klar Stolz und Leidenschaft. So wird der Beruf bei 79 Prozent der Befragten als Teil der eigenen Persönlichkeit wahrgenommen. „Mein Beruf ist meine Leidenschaft“ gaben 66 Prozent der Umfrageteilnehmer an und knapp 65 Prozent nehmen ihren Beruf auch als ihre Berufung wahr.
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt und zu seinen Ergebnissen unter www.handwerksstolz.de. -ut/hwk-

Fenster geben dem Haus ein Gesicht

Tischlerei Schwede übernimmt den kompletten Einbau
von Fenstern und Haustüren im Projekt „Uns Oog“
Fenster und Haustüren geben jedem Gebäude sein individuelles Gesicht und verleihen ihm Charakter. Holger Schwede, Tischlermeister und Inhaber der gleichnamigen Tischlerei am Schniederdamm und seine Mitarbeiter sind Experten, wenn es um den maßgeschneiderten Einbau von Türen und Fensterelementen geht.
Aktuell ist das Unternehmen im Wohnungsbauprojekt der Wohngenossenschaft „Uns Oog eG“ involviert. Auf dem früheren Internatsgelände an der Kirchstraße entstehen zurzeit sechs freistehende Häuser mit 31 Wohneinheiten im Rahmen genossenschaftlichen Wohnens für Langeooger mit Erstwohnsitz. Drei Gebäude sind bereits hochgezogen. Die vierte Bodenplatte ist gegossen.
Die Tischlerei Schwede baut in allen sechs Gebäuden im Erd- und Obergeschoss nach Energieeinsparverordnung anthrazitfarbene Kunststoffrahmen mit Dreifachverglasung ein. Von innen sind die Rahmen weiß. Dabei handelt es sich überwiegend um bodentiefe Terrassen- beziehungsweise Balkonfenster mit 40 Millimeter Wärmeschutzglas sowie teilweise Sonnenschutzglas. Die hochwertigen Rahmen besitzen ein 8,2 Zentimer dickes Mehrkammerprofil, um eine möglichst hohe Wärmedämmung zu erzeugen. Auf die Fensterelemente farblich abgestimmt sind die Haustüren, ebenfalls in Anthrazit/Grau.
Der Meisterbetrieb hat bereits Erfahrung mit derlei Großprojekten. So baute die Tischlerei 2018 alle Fenster und Türen in der neuen Rettungswache am Süderdünenring ein. Auch das Logierhus in der Mittelstraße war eine Herausforderung.
Spezialisiert hat sich der Innungsbetrieb zudem auf die Montage von schattenspendenden Markisen und Plissees in unterschiedlichen Ausführungen. Auch hier unterbreitet die Tischlerei Schwede gerne individuelle Lösungen.
Als Spezialisten rund um das Thema Holz verfügen die Mitarbeiter über die handwerkliche Kompetenz und notwendigen Technologien, um Kundenwünsche bis ins kleinste Detail umzusetzen. Qualität, Pünktlichkeit und Termintreue sind stets oberstes Gebot. -reh-

Der verlängerte Arm der Justiz

Zehn Jahre Verband Ostfriesischer Sachverständiger 
Wenn Zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Wenn also Handwerker und Bauherr uneins sind, ob die ausgeführten Arbeiten ordnungsgemäß erledigt und korrekt abgerechnet wurden, dann ist der neutrale und objektive Rat von Fachleuten gefragt. Dazu gehören auch die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen der Handwerkskammer für Ostfriesland und Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg (IHK). Vor zehn Jahren, am 1. September 2010, haben Frieder Prell (Bau/Krummhörn), Udo Rieken (Maler/Stedesdorf), Friedrich Lüpkes (Schornsteinfeger/Leer), Tinus Kruse (Metall/Rechtsupweg) und Horst Amstätter (Tischler/Emden) den Verband Ostfriesischer Sachverständiger e.V. (VOS) mit 18 Mitgliedern gegründet. Heute stehen rund 40 Sachverständige in 19 Gewerken Gerichten, Behörden oder Privatpersonen bei der Beantwortung strittiger Fragen zur Seite.
„Eigentlich wollten wir unser zehnjähriges Bestehen mit unseren Mitgliedern und Vertretern von Politik, Wirtschaft und Justiz feiern. Aufgrund der Corona-Pandemie haben wir die Feierlichkeiten jedoch abgesagt“, erklärt VOS-Vorsitzender Horst Amstätter. Mit der Gründung habe man das Ziel verfolgt, die besondere Sachkunde zu fördern und ein gewerkübergreifendes Netzwerk zu betreiben. Dadurch sollte die Zusammenarbeit der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen der Region Ostfriesland gestärkt werden. Einmalig ist dabei der Zusammenschluss von Handwerkskammer und IHK.
Ein großes Problem seien zu der Zeit auch die fehlenden Weiterbildungsmöglichkeiten vor Ort gewesen. „Mit der Vereinsarbeit konnten wir Referenten nach Ostfriesland holen“, so Udo Rieken, Vizevorsitzender.
„Wir sind der verlängerte Arm der Justiz. Ein Richter kann juris-tisch urteilen, aber nicht fachlich. Deshalb muss unser Fachwissen immer auf dem neuesten Stand sein“, sagt Rieken. Darüber hinaus bietet der Verband auch Schiedsgutachten an. Dabei werden die streitigen Parteien an einen Tisch geholt. Gemeinsam wird nach einer Lösung gesucht, ohne dass es zu einem Gerichtsverfahren kommt. Das erspart viel Zeit und Geld.
Insgesamt blickt der Verband auf eine gute Entwicklung. Einen besonderen Dank richtet der VOS an Hauptgeschäftsführer Jörg Frerichs und Michael Tischner, Referent für Sachverständigenwesen der IHK. „Jörg Frerichs steht uns seit der Gründung immer mit Rat und Tat zur Seite. Und auch die Zusammenarbeit mit Herrn Tischner verläuft reibungslos“, resümiert Amstätter. Neue Mitglieder sind stets willkommen. Ansprechpartner ist der VOS-Vorstand. Kontaktdaten auf www.sachverstaendigenverband.de. -HWK-

Das Handwerk im digitalen Zeitalter

Chancen von neuen Technologien erkennen und nutzen
Auf Baustellen, im Büro oder direkten Kundengespräch: Smartphones und Tablets gehören längst zum Arbeitsalltag im Handwerk. Kerstin Muggeridge, Beauftragte für Innovation und Technologie mit dem Schwerpunkt Digitalisierung bei der Handwerkskammer für Ostfriesland, gibt im Interview einen Einblick über den derzeitigen Stand des Handwerks 4.0.
Mittlerweile können Rechnungen und Aufträge über ein Dokumentenmanagementsystem digital erfasst und gespeichert werden. Wird dies auch schon im Handwerk genutzt?
Den Weg zum papierlosen Büro haben inzwischen viele Handwerksbetriebe beschritten. Branchensoftware und Dokumentenmanagementsysteme sorgen dafür, dass die Papierflut deutlich weniger wird. Viele Betriebe nutzen bereits eine mobile Zeiterfassung, die entweder separat genutzt wird oder im Idealfall mit der Branchensoftware verknüpft ist. Dadurch wird die Zettelwirtschaft reduziert und die Gefahr, dass etwas abhandenkommt, verringert.
Was sind dabei die Vorteile?
Die Berechnung der Löhne kann tagesaktuell und effizienter erfolgen. Das schafft Transparenz im Hinblick auf die geleistete Arbeitszeit sowie die daraus resultierenden Abschlagszahlungen für größere Projekte. Auch die Suche nach Informationen wird so erleichtert.
Welche Ausrüstung wird dafür benötigt?
Für die reine mobile Zeiterfassung reicht ein einfaches Smartphone. Wenn der Betrieb auch Auftragsdaten und Formulare nutzen möchte, ist ein Tablet von Vorteil. Auf dem Markt gibt es spezielle Baustellen-Tablets mit Schutzhüllen, die sich perfekt dafür eignen. Heißt, im Optimalfall stellt der Arbeitgeber seinen Angestellten diese zur Verfügung. Allein aus datenschutzrechtlichen Gründen sollten private Geräte vermieden werden.
Wie sollten sich die Betriebe für die Zukunft aufstellen? Welche technischen Entwicklungen wird es geben?
Die 3D-Planung und die damit verbundene Möglichkeit, ein Projekt mittels virtueller Realität (VR) vor der eigentlichen Umsetzung zu prüfen, ist derzeit stark im Kommen. Im Bereich der Bauplanung und vor allem im Sanitärsektor ist diese Technik erfolgreich im Einsatz. Sie erleichtert die Planung, da mögliche Probleme schon im Vorfeld erkannt werden können. Zudem wird die VR-Technologie immer günstiger, sodass es zukünftig auch für kleinere Handwerksbetriebe interessant wird, diesen Service anzubieten.
Im Bereich der Großbauvorhaben geht es sogar noch einen Schritt weiter. Hier befindet sich die Bauwerksdatenmodellierung (BIM) auf dem Vormarsch. Dabei wird die 3D-Planung um vier Dimensionen mit Informationen wie Kosten, Materialien und Terminplanung erweitert. So lassen sich komplexe Projekte kostengünstiger und nachhaltiger planen.
Wie können sich Unternehmen darauf vorbereiten?
Bei der Handwerkskammer finden stets Fortbildungen statt. Momentan bieten wir Online-Sprechtage und Webinare in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk an.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
Erwähnenswert ist der Digitalbonus Niedersachsen, der sich an Klein- und Mittelständler richtet. Die Fördersumme liegt bei mindestens 2.500 Euro und maximal 10.000 Euro.
Für welche Anschaffungen kann der Bonus genutzt werden?
Gefördert werden Investitionen in Hard- und Software, sofern sie zur Digitalisierung der Arbeitsabläufe führen. Die Anschaffung von Tablets ist eine klassische Möglichkeit. Aber auch branchenspezifische Software und Erweiterungen sowie vieles, was in den Bereich der IT-Sicherheit fällt, kann bezuschusst werden. Die Handwerkskammer berät die Betriebe hier gerne.
Wer stellt den Antrag?
Der Betriebsinhaber stellt den Antrag selbstständig auf der Internetseite der NBank. Die Handwerkskammer kann lediglich Tipps geben, was es dabei zu beachten gilt.
Für kostenfreie Beratungen rund um das Thema Digitalisierung ist Kerstin Muggeridge unter 04941 1797-29 oder per E-Mail k.muggeridge@hwk-aurich.de erreichbar. -HWK-

Neue Meisterpflicht betrifft auch IHK-Betriebe

Handwerkskammer rät: Bestandsschutz im Blick behalten

In zwölf Berufen ist die Meisterpflicht mit Wirkung zum 14. Februar 2020 wieder eingeführt worden (siehe Infokasten). Darunter Fliesenleger, Raumausstatter, Parkettleger oder Schilder- und Lichtreklamehersteller. „Von der Rückvermeisterung sind neben Handwerkskammer-Mitgliedern auch Unternehmen betroffen, die ausschließlich der IHK angehören“, berichtet Hauptgeschäftsführer Jörg Frerichs. Also Firmen, die ihren Umsatzschwerpunkt im fachlich verbundenen Handel haben und daneben handwerkliche Leistungen erbringen. Wer beispielsweise einen Fliesenhandel betreibt und Fliesenverlegerarbeiten ausführt, war bisher in vielen Fällen nicht bei der Handwerkskammer im Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke eingetragen, weil der Handel die umsatzstärkere Tätigkeit darstellte. Gleiches gilt für Werbeagenturen, die Werbeschilder als Lichtreklame selbst herstellen. Generell sieht das neue Gesetz vor, dass auch weiterhin das entsprechende Handwerk nebenher ausgeübt werden kann und darf. Allerdings müssen die Firmen bis zum 14. Februar 2021 einen Antrag auf Eintragung in die Handwerksrolle stellen. Jörg Frerichs ruft Betroffene dazu auf, den Bestandsschutz im Blick zu behalten. „Innerhalb eines Jahres können sich Betriebe ohne Nachweis der handwerksrechtlichen Voraussetzungen wie den Titel des Meisters, Technikers oder Diplomingenieurs in unsere Handwerksrolle eintragen lassen. Der Aufwand ist noch gering.“ Betriebsinhaber müssen durch die Vorlage von Rechnungen oder Gewerbemeldungen nachweisen, dass sie in der Vergangenheit entsprechende Arbeiten ausgeführt haben. Die Handwerkskammer bietet kostenfreie Beratungsleistungen an. Ansprechpartner ist Reinhold Daniels, Leiter der Handwerksrolle. Er ist erreichbar unter (04941) 1797-53 oder per E-Mail r.daniels@hwk-aurich.de. Nähere Informationen gibt es auch unter www.hwk-aurich.de.

Neue Meisterpflicht Durch die am 14. Februar 2020 in Kraft getretene Geset-zes­änderung sind folgende Berufe ab diesem Jahr wieder meisterpflichtig:

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
Betonstein- und Terrazzo-Hersteller
Estrichleger
Behälter- und Apparatebauer
Parkettleger
Rollladen- und Sonnenschutztechniker
Drechsler und Holzspielzeugmacher
Böttcher
Glasveredler
Schilder- und Lichtreklamehersteller
Raumausstatter
Orgel- und Harmoniumbauer

 

Bund schnürt Maßnahmenpaket

Finanzielle Unterstützung für Firmen und Betriebe
Die Bundesregierung tritt entschlossen und mit aller Kraft den wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus entgegen. Ein weitreichendes Maßnahmenbündel soll Arbeitsplätze sichern und Unternehmen unterstützen. Firmen und Betriebe werden mit ausreichend Liquidität ausgestattet, damit sie gut durch die Krise kommen. „Wir haben die finanzielle Kraft, die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie zu bewältigen“, betont Bundesfinanz-    minister Olaf Scholz.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Handwerksbetriebe können ab sofort finanzielle Unterstützung erhalten, wenn sie kurzfristig Homeoffice-Arbeitsplätze schaffen. Erstattet werden bis zu 50 Prozent der Kosten einer unterstützenden Beratung durch ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) autorisiertes Beratungsunternehmen. Das Förderprogramm „go-digital“ des BMWi sieht hierfür ein spezielles, schnelles und unbürokratisches Verfahren vor.
Darüber hinaus gelten folgende weitere Maßnahmen:
Das Kurzarbeitergeld wird flexibler. Unternehmen können es künftig unter erleichterten Voraussetzungen erhalten. So kann Kurzarbeitergeld unter anderem bereits dann beantragt werden, wenn zehn Prozent der Beschäftigten vom Ausfall betroffen sind. Fragen dazu beantwortet die zuständige Agentur für Arbeit.
Die Liquidität von Unternehmen wird durch steuerliche Maßnahmen verbessert. Zu diesem Zweck wird die Stundung von Steuerzahlungen erleichtert, Vorauszahlungen können leichter abgesenkt werden. Auf Vollstreckungen und Säumniszuschläge wird im Zusammenhang mit den Corona-Auswirkungen verzichtet. Beratend zur Seite stehen Finanzämter oder Steuerberater.
Die Liquidität von Unternehmen wird durch neue, im Volumen unbegrenzte Maßnahmen geschützt. Dazu werden die bestehenden Programme für Liquiditätshilfen ausgeweitet und für mehr Unternehmen verfügbar gemacht, etwa die KfW- und ERP-Kredite. In diesem Falle ist die jeweilige Hausbank erster Ansprechpartner.
Das Land Niedersachsen wird zusätzlich Förderprogramme sowie Zuschüsse auf den Weg bringen. Bei der NBank wird daher gegenwärtig ein Kredit-Programm für kleine und mittlere Unternehmen als schnelle Liquiditätshilfe vorbereitet. Die Hilfen sollen über die landeseigene Förderbank NBank abgewickelt werden, wie das Wirtschaftsministerium am 12. März in Hannover mit-teilte.
„Der Wirtschaft muss schnell und unkompliziert geholfen       werden“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann. Er begrüßte die am selben Tag von der Bundesregierung zugesagten unbegrenzten Kreditprogramme zur Unterstützung von Unternehmen während der Coronakrise (siehe www.kfw.de). -ut-
Hotlines für Unternehmen:
Infotelefon des Bundesgesundheitsministeriums zum Coronavirus (Quarantänemaßnahmen, Umgang mit Verdachtsfällen, etc.):
Telefon: 0 30 / 3 46 46 51 00
Montag bis Donnerstag (8 bis 18 Uhr), Freitag (8 bis 16 Uhr);
Bürgertelefon des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes
Telefonnummer: 05 11 / 4 50 55 55
Montag bis Donnerstag (8 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr),
Freitag (8 bis 12 Uhr).
Hotline für allgemeine wirtschaftsbezogene Fragen zum Coronavirus:
Telefon: 0 30 / 1 86 15 15 15
Montag bis  Freitag (9 bis 17 Uhr);
Hotline zu Fördermaßnahmen:
Förderhotline: 0 30 / 1 86 15 80 00
Montag bis Donnerstag (9 Uhr bis 16 Uhr);
Beantragung von Kurzarbeitergeld:
Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur.
Unternehmerhotline der Bundesagentur:
Telefon: 08 00 / 4 55 55 20
Hotline für Fragen zu Ausnahmegenehmigungen:
BAFA-Hotline: 0 6196 / 9 08 14 44
E-Mail: schutzausruestung@bafa.bund.de
Infotelefon des Bundeswirtschaftsministeriums zum Coronavirus (nur wirtschaftsbezogene Fragen):
Telefon: 0 30 / 18 61 50

Skatfreunde erkunden Danzig

Langeooger Trio besucht Polens Hansestadt
„Das war eine runde Sache.“ Zufrieden blickt Hans-Jörg „Atze“ Numrich auf die jüngste Städtetour der Langeooger Skatfreunde. Waren schon europäische Städte wie Riga, die Römerstadt Trier, Amsterdam, Berlin, Brüssel, Budapest oder Luxemburg Ziele der reisefreudigen Skatspieler, führte die diesjährige Tour „Atze“ Numrich, Dieter Schmidt und Heinz Schwede nach Danzig. Die Stadt in Polen gehört wie Bremen oder Hamburg seit 1361 dem mittelalterlichen Bund der Hanse an.
Los ging es am 4. März zunächst nach Bremen, wo die kleine Reisegruppe in den Flieger der Airline „Wizz Air“ stieg, der sie in  nur eineinhalb Stunden in die „goldene Stadt an der polnischen Ostsee“ flog. Domizil für fünf Tage war das Aparthotel „Neptun“ mitten in der bunten Altstadt von Danzig. Von dort aus konnten die Sehenswürdigkeiten und prächtige Architektur von Gdansk, wie die Stadt im Polnischen heißt, bequem zu Fuß erkundet werden. Dazu zählten das Krantor als historisches Wahrzeichen der Stadt am Ufer der Mottlau ebenso wie die mittelalterliche Marienkirche als eine der größten Backsteinkathedralen der Welt und der Neptunbrunnen in Danzigs Prachtstraße.
Aber auch gute Restaurants und Cafés wurden nicht außer Acht gelassen, in denen die drei Langeooger in fröhlicher Runde gerne ihrem Kartenspiel frönten. Selbstverständlich durfte auch das imposante Danziger Hafenviertel mit seinen Werften, riesigen Passagierfähren und Umschlagplätzen von Kohle und anderen Gütern bei der Erkundung nicht fehlen. Mit einer alten Kogge ging es rauf bis zur Ostsee. Das Trio war sich einig: Danzig ist eine Reise wert.   -reh-

Günter Suttner gewinnt Preisskat

Skatturnier für Jedermann wieder erfolgreich
Der Preisskat für jedermann, veranstaltet von der Ortshandwerkerschaft, hat seit mehr als zwei Jahrzehnten Tradition auf Langeoog. Gesamtsieger des dreitägigen Turniers wurde Günter Suttner, der damit am letzten Abend einen gut gefüllten Präsentkorb mit nach Hause nehmen konnte. Auf Platz zwei behauptete sich Bernhard Mennen vor Dieter Schmidt.
Wie in den Vorjahren organisierte Hans-Jörg „Atze“ Numrich das kleine, aber feine Turnier, das an drei Winterabenden jeweils freitags in verschiedenen Lokalitäten auf der Insel stattfand. Wie der Name schon sagt, kann jedermann und      -frau teilnehmen, der oder die Spaß am gepflegten Reizen und Stechen in angenehmer Atmosphäre hat.
Erstes Treffen fand am Freitag, 7. Februar im Restaurant „Alte Post“ statt. Dort fanden sich 13 Skatfreunde ein, unter ihnen auch zwei Frauen, alle in der Erwartung, ein gutes Blatt in der Hand halten zu können. Sieger wurde Günter Suttner. Am 14. Februar setzte sich Heinz Pree gegen 15 Mitspieler im Restaurant „In’ t Dörp“ durch. Die letzte Runde wurde schließlich am 21. Februar im Hansa-Café ausgetragen, wo Dieter Schmidt von 16 Teilnehmern den bes­ten Skat spielte. Sämtliche Gewinner konnten sich an den drei Abenden über wertvolle Sachpreise freuen. Bei allem Ehrgeiz im Spiel standen jedoch Spaß und Geselligkeit im Vordergrund. Alles in allem war „Atze“ Numrich mit der Resonanz sehr zufrieden.   -reh-