Archiv der Kategorie: Allgemeines

„Bridge – wir wagen es wieder!“

Langeooger Turniere für Juli und August geplant
Nach zwei Sommerpausen stehen die Zeichen gut für eine Wiederaufnahme der Langeooger Bridgeturniere in der „Spöölstuv“: „Wir wagen es wieder!“, erklärt Turnierleiterin Isa Bruch. „Die Inzidenzzahlen fallen derzeit kontinuierlich, die Anti-Corona-Maßnahmen werden bundesweit gelockert.“ Viele Bundesbürger (vor allem die älteren), so auch die Turnierleiterin, sind schon zweimal geimpft. Mit einigen Auflagen wird ein Turnier also voraussichtlich wieder möglich sein. Auch der Deutsche Bridge-Verband e.V. plant optimistisch seine Liga-Turniere für Mitte September – also direkt nach den Sommerferien.
Die Langeooger Turniere – mit Preisvergabe! – sind in der Zeit vom 21. Juli bis 11. August 2021 geplant. Sie werden dann jeden Mittwoch um 19 Uhr beginnen. Um Anmeldung bis spätes­tens am Spieltag um 12 Uhr wird gebeten, Anmeldelisten hängen in der „Spöölstuv“ aus. Auch Einzelspieler können sich eintragen. Die Teilnahmegebühr beträgt 5,– Euro.
Ein ganzes Jahr ohne Bridge? Mitnichten! Die Zeit nach dem März 2020 war nicht „bridgelos“ – im Gegenteil. Über die Web­site „Bridge Base Online“ wurden täglich mehrere Turniere angeboten, an denen man mit Partner oder ohne (dann mit einem „Roboter“) teilnehmen konnte. Die notwendigen Techniken waren schnell gelernt. Jedoch hat trotz Internet-Portal „RealBridge“, das dank Videotechnik die Mitspieler erkennbar macht, etwas Wichtiges gefehlt, das wir auf Langeoog besonders schätzen: das Gemeinschafts­erlebnis, die persönlichen Gespräche, das gesellige Après-Bridge, die erfreuliche Zusammenarbeit mit den Langeooger Institutionen, die spannende Siegerehrung mit Überreichung des Langeoog-Pokals. – Voller Zuversicht sehe ich ihm entgegen: dem Bridge-Sommer 2021. -Isa Bruch-

„Das sind gute Aussichten“

Wohnungsbaumodell „Uns Oog“ steht vor dem 
Abschluss – ein „Spiegel unserer Inselgesellschaft“
Lebenslanges Wohnrecht und stabile Mieten über Jahrzehnte hinweg – für so manchen Mieter klingt dies nach einem schönen Märchen. Und doch ist dies Wirklichkeit. Die Wohngenossenschaft „Uns Oog“ setzt ein solches Projekt in Form von 34 Wohneinheiten (ursprünglich waren es 31 Wohnungen, drei weitere kamen mit Nachtragsbaugenehmigung hinzu) auf dem Gelände des ehemaligen Internats an der Kirchstraße um. Baustart war 2019, in diesem Jahr sind die ersten Mieter in zwei der Häuser eingezogen. Bis Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. „Das schaffen wir“, ist sich der Vorsitzende der Wohngenossenschaft, Uwe Garrels, sicher.
Die Idee …
zu dem Projekt hatte Ratsherr Jan Martin Janssen vor vier Jahren. Er hatte im Internet von einem Wohngenossenschaftsmodell auf Amrum erfahren und die Gemeinde davon überzeugt, dass so etwas auch auf Langeoog umzusetzen wäre. Das Ziel: bezahlbaren Wohnraum für Menschen schaffen, die ihren Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt auf der Insel haben, dort leben und arbeiten.
Der Gemeinderat beauftragte die Ting-Projekte GmbH aus Schleswig-Holstein – sie hatte auch das Amrumer Vorbild umgesetzt – damit, die Möglichkeiten genossenschaftlichen Wohnens, auch mit Wohnberechtigungsschein, abzuklopfen und eine Planung für das Gelände vorzulegen. Da das Internatsgrundstück dem Erbbaurecht unterliegt, konnten niedrigere Grundstücks­kosten für die Realisierung angesetzt werden. Interessierte fanden sich schnell. Im März 2018 wurde die „Wohngenossenschaft Uns Oog eG“ gegründet und das Genossenschaftsmodell mit  Eigenbeteiligung umgesetzt.
Rund 20 Prozent der Gesamtsumme – über 1,5 Millionen Euro – werden durch Einlagen der Genossenschaftsmitglieder gedeckt. Zuschüsse für sozialen Wohnungsbau und Energiesparmaßnahmen gab es von der NBank und der OLB. „Alles ist bis zum letzten Cent finanziert und wird vollständig ohne Zinsanpassung abbezahlt werden“, so Uwe Garrels. Auch Instandhaltungsrück-   lagen seien in die Kosten eingerechnet worden. Mieterhöhungen müsse man in den Wohnungen von „Uns Oog“ somit nicht fürchten. „Für manches Mitglied war es nicht einfach, seine Einlagen zusammenzutragen, aber es hat geklappt“, freut sich Garrels.
Entstehen werden 34 Wohneinheiten mit Größen zwischen 34 und 124 Quadratmetern. Die sechs Gebäude wurden im Energieeffizienzstandard KfW55 errichtet und sind schwellenfrei. Vier Aufzüge erreichen auch die Abstellräume im Dachgeschoss. Wasser wird durch Solarenergie erwärmt. Und bei der Heiztechnik hat „Uns Oog“ auf Gas verzichtet –  zugunsten von Wärmepumpen.
Die Bewohner …
sind laut Garrels eine bunte Mischung von Menschen aus allen Alters- und Einkommensstufen. „Damit soll sich unsere Insel­gesellschaft widerspiegeln“, so Langeoogs ehemaliger Bürgermeister. „Die Genossenschaft verwaltet sich selbst“, erklärt er. „Sie stellt ihre Gärtner für die Pflege der Außenanlagen ebenso wie den Hausmeister.“ Dafür habe es schon Schulungen gegeben.
Wohnen dürfen in der Genossenschaftsanlage ausschließlich Mitglieder. Die Bewohner dürfen ihre Wohnungen tauschen, so etwa, wenn sich Lebensumstände geändert haben. Wer wegzieht, muss einen Nachmieter stellen, der die oben genannten Vorgaben erfüllt. Die Wohnungen dürfen nicht als Ferienwohnungen oder Mietobjekte genutzt werden. „Sie sind Gemeinschaftseigentum und keine Eigentumswohnungen“, macht Uwe Garrels klar. Die meisten Wohnungen sind bereits vergeben. Zwei Wohneinheiten – eine mit 73, eine mit 76 Quadratmetern – sind noch zu haben. Garrels ist zuversichtlich, dass auch sie bald Mieter gefunden haben werden.
Die Realisierung der Anlage wollen die Genossenschaftsmitglieder mit einer Einweihung feiern. „Die Corona-Richtlinien geben vor, wann dies möglich sein wird. Aber wir feiern selbst im tiefs­ten Winter. Denn bisher mussten alle Feiern wegen der Pandemie ausfallen – sogar das Richtfest, obwohl das Unglück bringen soll“, sagt Uwe Garrels und winkt gleich ab: „Aber ich bin nicht abergläubisch und auf Amrum funktioniert das Modell schon seit fünf Jahren. Das sind gute Aussichten.“ -sbo-

Auf die Schnelle – möglichst negativ

Jetzt drei Corona-Schnelltestzentren auf Langeoog
Auch wenn – oder gerade weil – erste Erfolge in Sicht scheinen: Im Kampf gegen Corona setzt die Bundesregierung unverändert auf eine umfassende Teststrategie. Für die touristische Beherbergung ist ein negativer Test bei Anreise in der Unterkunft sowie zwei Mal pro Woche während des Aufenthalts auf der Insel erforderlich. Auf Langeoog gibt es dafür nun drei Testzentren: im Gemeindehaus „Beiboot“, im „Hansa-Café“ am Flugplatz sowie beim Sportzentrum am Hauptbad. Ein Überblick:
Neu: Teststation am Sportzentrum
Vor Kurzem wurde auf Langeoog der Betrieb einer dritten Covid-19-Teststation aufgenommen. Damit gibt es auch beim Sportzentrum am Kavalierpad die Möglichkeit, sich auf eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 testen zu lassen. Das Oldenburger Unternehmen Boese Events ist mit der Organisation dieses Testzentrums beauftragt und betreibt es administrativ für die Oldenburger Hautarztpraxis Dr. Fechner. Neben dem Standort am Langeooger Hauptbad gehören zum Unternehmen weitere Testzentren in Ostfriesland, dem Oldenburger Land, in Butjadingen und Stuhr.
Im Rahmen der sogenannten Bürgertests kann sich jedermann täglich kostenfrei auf eine Infektion testen lassen. Eine vorherige Terminbuchung (Link siehe unten) wird empfohlen. Nicht nur, um Wartezeiten zu vermeiden: Mit einer Anmeldung entfällt auch die Wartezeit auf das Ergebnis – dieses wird dann direkt per E-Mail an die getestete Person übermittelt. Eingesetzt wird ein von den entsprechenden Instituten zugelassenes und empfohlenes Test-Kit im vorderen Bereich der Nase. Das Testzentrum im Kavalierpad 15 ist täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet.
„Beiboot“ und Flugplatz
Unverändert im „Beiboot“ der ev.-luth. Inselkirche (Hauptstraße 15) bietet die Insel-Apotheke kostenfreie Corona-Schnelltests täglich außer Sonntag an. Voraussetzung für einen Test ist die vorherige Terminvereinbarung (Link siehe unten) über die Internetseite der Apotheke.
Umgezogen ist das in Zusammenarbeit mit dem Deutschen ­Roten Kreuz, Kreisverband Wittmund (DRK) betriebene Test­zentrum: Vom „Haus der Insel“ wechselte es an seinen neuen Standort ins „Hansa-Café“ am Flugplatz, Flughafenstraße 5. Tests sind täglich von 9 bis 16 Uhr möglich. Auch hier ist eine Online-Anmeldung (Link s.u.) erforderlich.
Finanziert werden die drei Langeooger Testzentren, wie auch die anderen in Deutschland, durch den Gesundheitsfonds des Bundes. Termine können jederzeit online vereinbart werden. Hier die Links zur Anmeldung:
Insel-Apotheke (im Beiboot)
DRK (im Hansa-Café am Flughafen)
Testzentrum am Sportzentrum: www.corona-test-langeoog.de
Für die oben genannten Öffnungszeiten und Terminvergaben gilt: Sie werden von den Anbietern bedarfsorientiert angeboten. Änderungen sind aufgrund der wechselnden Corona-Lage daher möglich. Hierzu bitte auf die aktuellen Aushänge vor Ort und die Hinweise im Internet achten. -ut-

Amateurfunk ist Völkerverständigung

Kontakt weltweit – von Langeoog bis nach Australien
„Hier ist Delta-Mike-Sieben-Lima-Alfa.“ Wer dieses Rufzeichen hört, ist bei Christoph Baller auf Langeoog gelandet. Oder hat, anders gesagt, die aktuelle Frequenz des 47-jährigen Amateurfunkers erwischt. Und mit diesem außergewöhnlichen Hobby ist Christoph Baller auf dem Eiland nicht allein. Mit ihm teilen Alfred Feith, Hans-Hermann „Hacky“ Otten und Jan Schmidt die Leidenschaft für drahtlose Kommunikation.
Doch zunächst einmal muss man wissen, dass es zwei Arten von privatem Funkverkehr gibt. Da ist zum einen der CB-Funk, der sogenannte Jedermannsfunk. Für diese Funkart gibt es eine recht überschaubare Anzahl an Frequenzbereichen, die nur mit dafür zugelassenen Geräten benutzt werden darf. Eine Funk­lizenz oder Ähnliches ist nicht notwendig.
Und dann gibt es den „richtigen“ Amateurfunk, ein interessantes und vielseitiges, aber auch anspruchsvolles Hobby. Der Amateurfunk darf im Gegensatz zum CB-Funk nur nach Ablegung einer Prüfung genutzt werden und bietet zudem eine Vielzahl an Möglichkeiten, sein eigenes Equipment zu bauen und in Betrieb zu nehmen. Ziel des Hobbys ist der Versuch, Funkverbindungen mit anderen Funkamateuren in der gesamten Welt herzustellen, meist mit relativ kleiner Senderleistung und oft an der Grenze des technisch Möglichen.
„Sechzig pro Minute waren Pflicht“
Von rund 2,8 Millionen weltweit lizensierten Funkamateuren werden etwa 80.000 in Deutschland gezählt. Zwei dieser Funkamateure leben auf Langeoog: Christoph Baller und Alfred Feith. Die beiden anderen im Bunde, Hacky Otten und Jan Schmidt, sind „nur“ CB-Funker, gehören aber „trotzdem zum elitären Kreis der Funkamateure auf der Insel dazu“, wie Jan Schmidt schmunzelt. „Das sind unsere Schwarzfunker“, ergänzt Alfred Feith. Der heute 77-Jährige ist seit vielen Jahrzehnten Funker mit Leib und Seele, legte 1967 die Prüfung ab.
Damals musste noch die richtige Telegrafie gelernt werden, also das Morsen. „60 Zeichen pro Minute waren Pflicht, aber ich habe es locker auf über 80 geschafft“, erzählt Alfred Feith. Im Lauf der Jahre konnte er sich dank moderner „Schlackertaste“ sogar auf über 100 Zeichen steigern. „Die Technik beherrsche ich noch heute“, sagt der rüstige Senior, der sich seit einiger Zeit aus der Funkerei etwas zurückgezogen hat. „Ich habe in meiner Funklaufbahn so gut wie alles abgegrast, hatte Kontakte bis Australien und Neuseeland. Jetzt lässt das Interesse etwas nach. Was soll auch noch kommen?“
„Der Kontakt steht im Vordergrund“
Sein damaliger Volksschullehrer hat bei Alfred Feith das Interesse am Amateurfunk geweckt – und das nicht nur bei ihm. „Er hat vielen von uns jungen Leuten das Funken beigebracht“, erzählt der Langeooger. Der Reiz lag damals wie heute darin, über lange Entfernungen den Kontakt zu Gleichgesinnten herzustellen, ob über Telegrafie oder den Sprechfunk. „Bei Amateurfunkern steht der Kontakt im Vordergrund. Gespräche oder gar Diskussionen über Politik und Religion sind verpönt.“ Also machte Alfred Feith die A-Lizenz, erwarb damit die umfassendste Erlaubnis zum ­Betrieb einer eigenen Funkstation. Als Rufzeichen wurde ihm DK5BJ zugeteilt. Mit dem können Alfred Feith und seine Station bis heute weltweit identifiziert werden.
Auch wenn der Reiz für Amateurfunker darin besteht, möglichst über weite Strecken miteinander in Kontakt zu treten, so erinnert sich Alfred Feith noch heute an einen Funker aus Mecklenburg-Vorpommern, mit dem er seit über 30 Jahren in Kontakt steht und in deren Gesprächen stets auf Platt gesprochen wird. Außerdem war der Amateurfunker viele Jahre Mitglied im DARC, dem Deutschen Amateur-Radio-Club, dessen Orts­verband Harlingerland seinen Sitz in Wittmund hat. Ausgetreten ist Alfred Feith nur, weil er das Hobby heute nicht mehr ganz so intensiv pflegt wie früher.
Nicht mehr auf den Kurzwellensendern zu hören ist Hacky Otten. Der 80-jährige CB-Funker hat lange Jahre seines Lebens die Gesprächspartner nach einem Funkkontakt vor Ort besucht, ist mit seinem Wohnwagen vor allem nach Italien und Marokko gefahren und hat sich dort mit seinen Funkkontakten getroffen. „Das war Völkerverständigung, wie es Ziel aller CB- und Amateurfunker ist“, erzählt Jan Schmidt. Und aus diesen Kontakten entstanden zum Teil bis heute bestehende Freundschaften.
QSL und QRP
Natürlich konnte Hacky Otten nicht jeden Kontakt persönlich besuchen, das wäre selbst dem reiselustigen Langeooger zu viel geworden. Daher hat der heute 80-Jährige immer wieder zu einer QSL-Karte gegriffen. Mit diesen Karten im Postkartenformat bestätigen Funkamateure untereinander den Empfang der Sendungen einer Station oder Sendestationen die Richtigkeit eines eingegangenen Hörberichts. Auch Hacky Otten besitzt derartige Exemplare. Für das außergewöhnliche Design seiner Karte hat er Mitte der 1980er-Jahre sogar mal einen Pokal gewonnen.
Nicht ganz so originell, aber auch nicht weniger schön sind die QSL-Karten von Christoph Baller. Sie zeigen die Insel Langeoog, den Standort seiner Station und natürlich sein Rufzeichen. Der 47-Jährige  ist ein Freund von „QRP“. Damit wird im Amateurfunk der Sendebetrieb mit kleiner Leis-tung bezeichnet. Der Begriff entstammt der Abkürzung für „Verringern Sie die Sendeleistung“.
Ausgestattet mit einem kleinen mobilen Funkgerät, einem Laptop und einer Ringantenne aus einfachem Kupferdraht veranschaulicht Christoph Baller, dass man schon mit einfachsten Mitteln den Kontakt zu weit entfernten Amateurfunkern herstellen kann. Denn schon wenige Augenblicke nach Aufbau und Anschluss aller Geräte erscheint der erste Kontakt in der Liste: Der gelernte Kommunikationselektroniker hat eine Gegenstelle in Italien gefunden, bestätigt den Kontakt und sieht kurz darauf den nächsten Funker auf dem Bildschirm. Diesmal aber ist das Gegenüber weiter im Osten zu finden. Laut Rufzeichen steht jetzt die Leitung nach Russland.
Die Zukunft …
des CB- und des Amateurfunks verläuft seit Jahren völlig unterschiedlich. Während der CB-Funk aufgrund des mittlerweile weltweit verfügbaren Internets mit all seinen Möglichkeiten fast in Vergessenheit geraten ist, erfreut sich der Amateurfunk auch weiterhin eines stabilen Interesses. Ein Grund ist der Umstand, dass der Funk als Ergänzung und praktisches Erprobungsfeld für digitale Anwendungen in Kombination mit Hochfrequenztechnik die entsprechenden Studiengänge an den Universitäten und Fachhochschulen ergänzt.
Über steigendes Interesse erfreuen sich dagegen die Amateurfunk-Anwendungen im QRP-Bereich, dem Senden mit kleiner Leistung. Seit etwa 2003 steht zunehmend das Thema Software Defined Radio (SDR) im Fokus der Funkamateure. Einher geht es mit einer deutlichen Wiederbelebung des Selbstbaus von Funkgeräten (aus Komponenten) sowie von deren Eigen- und Weiterentwicklung. Mit den im Internet zugänglichen „WebSDR“ können auch Amateurfunkbänder im Internet ohne physisches Empfangsgerät am Computer empfangen werden.
In der Geschichte der modernen Welt stellen Telegrafie und Funk wahre Meilensteine dar. Umso wichtiger ist es den CB- und Amateurfunkern, dass dieses einst weit verbreitete Hobby nicht in der Versenkung verschwindet. Daher ist Nachwuchs, gleich welchen Alters, immer gern gesehen. Wer sich ganz ­unverbindlich informieren möchte, kann sich jederzeit bei Jan Schmidt per E-Mail an radbod@gmx.de melden. -ut-

Auf die Schnelle – hoffentlich negativ

Corona-Schnelltests in „Beiboot“ und „Haus der Insel“

Im Kampf gegen Corona setzt die Bundesregierung auch auf ­eine umfassende Teststrategie. Mindestens einmal pro Woche darf sich jeder Bundesbürger kostenlos testen lassen. Auf Langeoog stehen hierfür zwei Testzentren bereit: im Gemeindehaus „Beiboot“ und im „Haus der Insel“ im Kurzentrum. Ein Überblick:

Testzentrum im „Beiboot“

Keine fünf Minuten dauert die Prozedur, dann ist bereits alles wieder vorbei. Seit dem 6. April bietet die Insel-Apotheke im „Beiboot“ der ev.-luth. Inselkirche (Hauptstraße 15) kostenfreie Corona-Schnelltests an. Montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr und samstags von 13 bis 15 Uhr kann sich jeder Interessierte auf eine Infektion mit dem SarS-CoV-2-Virus testen lassen. Zum Einsatz kommt dabei der vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassene Antigentest von Roche.
Voraussetzung für einen Test ist die vorherige Terminvereinbarung über die Internetseite der Apotheke (der Link steht auf Seite 33). Hierbei müssen die persönlichen Daten angegeben werden, die im Fall eines positiven Testergebnisses zur Weitergabe an das zuständige Gesundheitsamt dienen. Zum Abgleich der Daten muss am vereinbarten Termin ein Ausweisdokument vorgelegt werden. Nach 20 bis 30 Minuten wird das Testergebnis an die getestete Person per E-Mail verschickt. Wichtig: Getestet werden nur symptomfreie Menschen. Außerdem ist das Ergebnis nur eine Momentaufnahme. Bei einem positiven Testergebnis muss der Verdacht durch einen nachfolgenden PCR-Test erst noch bestätigt werden.
Für Inselapothekerin Katrin Dörr ist das Testzentrum dennoch ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Pandemie. „Vor Ort wird zu zweit gearbeitet. Bei Bedarf stocken wir die Teams aber auch auf“, sagt Katrin Dörr. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden im Vorfeld alle besonders geschult, um zur Abnahme ­eines Antigen-Schnelltests berechtigt zu sein. „Wer möchte, darf sich auch jeden Tag testen lassen“, so Katrin Dörr.

Testzentrum im „Haus der Insel“ 

Einmal in der Woche, und zwar jeden Donnerstag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr, wird das HDI zum Corona-Testzentrum. Das gilt übrigens auch für den Himmelfahrtsdonnerstag, 13. Mai, wie ein Blick in den Online-Terminkalender (Link siehe Seite 33) belegt. Durchgeführt werden die Schnelltests in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Wittmund. Tester vor Ort sind die Langeooger Stefan Fiswick, Markus Solbach und Tom Kempkes-Solbach. Falls erforderlich, erhalten sie weitere Unterstützung von Kräften des DRK Wittmund. Bei erhöhtem Bedarf nach touristischer Öffnung der Insel können die Test­kapazitäten auf zusätzliche Tage ausgedehnt werden. „Mehrere Langeooger haben sich schon bereit erklärt, dann mitzuhelfen“, berichtet Tom Kempkes-Solbach.

Die nach Terminvergabe durchgeführten Schnelltests (man kann sich aber auch spontan ohne Termin testen lassen) richten sich ausschließlich an Menschen ohne Symptome. Zum Test ist ein Personalausweis mitzubringen. Die Abstrichnahme dauert rund fünf Minuten. Etwa eine Viertelstunde später liegt bereits das Ergebnis vor, über das eine Bescheinigung ausgestellt wird. Ein positives Ergebnis meldet das Team an das zuständige Gesundheitsamt weiter.

Finanziert werden die beiden Langeooger Testzentren, wie auch die anderen in Deutschland, durch den Gesundheitsfonds des Bundes. Termine können jederzeit online vereinbart werden, hier folgen die Links zur Anmeldung:

Testzentrum „Beiboot“ / Insel-Apotheke:
https://insel-apotheke.de/covid-19-schnelltest-jetzt-testen-lassen/
Testzentrum „Haus der Insel“ / DRK Wittmund:

Wie gesagt: Die Prozedur für ein (hoffentlich) negatives Ergebnis dauert keine fünf Minuten. Auf Langeoog haben mehrere Hundert Menschen, zumeist Insulaner und Arbeiter, von dem kostenfreien Angebot bereits Gebrauch gemacht. Sollte das von den Ostfriesischen Inseln vorgestellte Konzept für einen sicheren Neustart des Tourismus (siehe separaten Artikel in diesem Heft) tatsächlich umgesetzt werden, dürften deutlich mehr Menschen das Angebot wahrnehmen. -ut-

Wellness als „Weltreise auf Zeit“

Neu im Hotel „Die Sandburg“: Bali, Hawaii und mehr –
Wellness-Anwendungen „für alle“ 
Mitten auf Langeoog mal eben eine kleine „Fernreise“ unternehmen? Als „Urlaub im Urlaub“ – warum nicht? Denn seit Kurzem bietet die „Sandburg“ dieses Erlebnis. Anfang November eröffnet das Hotel am Kavalierpad seine (ent)spannende Wellness-Abteilung. Ganz wichtig: Das Wellness-Angebot steht nicht nur Hausgästen, sondern allen Interessierten offen. Sie können sich einfach telefonisch (04972 / 990 880) oder direkt an der Rezeption anmelden.
Ganzheitlich entspannen
„Ein attraktives Angebot nach der Maxime ‚Wellness für alle‘ wollten wir immer schon: Die erforderlichen Räumlichkeiten und Einrichtungen waren von Anbeginn eingeplant“, berichtet „Sandburg“-Inhaber Sven Schreiber. „Wir haben eigentlich nur auf die richtige Mitarbeiterin gewartet.“ Die wurde mit Chiara Lengdobler gefunden. Seit Anfang 2019 auf Langeoog tätig, verstärkt die 27-Jährige mit diesem Oktober das „Sandburg“-Team.
Die junge Niedersächsin wuchs in Lauenau auf. Nach einer Ausbildung zur staatlich geprüften Kosmetikerin bildete sie sich zur Wellness- und SPA-Managerin fort. Von 2012 bis 2015 arbeitete Chiara Lengdobler in Tunesien, auf Kreta und Zypern sowie in Österreich, anschließend dann in einem familiengeführten Vier-Sterne-Hotel nahe Hannover. Zusätzliche Qualifikation erwarb sie auf dem Gebiet von Massagen und Ganzkörperbehandlungen sowie in der Thalasso- und Wellness-Therapie. Jüngst absolvierte sie eine Schulung im Ayurveda, der traditionellen indischen Heilkunde.
„Wesentlich für Ayurveda ist die ganzheitliche Betrachtung und Behandlung des Menschen. Das gilt auch für unser gesamtes Wellness-Angebot“, erklärt Chiara Lengdobler. „Was uns vielleicht von anderen Anbietern abhebt: Wir nehmen uns viel Zeit für die Vor- und Nachbereitung.“ Dazu gehören intensive Gespräche und eine persönliche Beratung. „Der Gast steht wirklich im Mittelpunkt. Verbunden mit der ganzheitlichen Wellness-Behandlung genießt er wirksame Erholung und Entspannung.“
„Die Sandburg“ = Wellness
Nachhaltigen Genuss vermitteln vielfältige Wellness-Anwendungen, von reinigenden Peelings über aufbauende Packungen bis zu entspannenden Bädern. Als Erlebnis für die Sinne empfehlen sich die Ganzkörpermassagen für Sie und Ihn – sei es die hawaiianische Tempelmassage Lomi Lomi Nui, eine balinesische Ganzkörpermassage oder eine Behandlung aus dem indischen Ayurveda. „Hier geht es – nach eingehender Beratung für die optimale Anwendung – um wohltuende Massagen zum ‚Runterfahren‘ der gestressten Seele“, verrät Chiara Lengdobler.
Beliebt sind, als Kombination von Anwendungen, die „Wellness-Reisen“. Sie schenken Erholung und führen den Gast zu sich selbst. So umfasst die naheliegende „Reise Langeoog“ etwa die Thalasso-Anwendungen Meersalz-Peeling, Algenbad und Algenpackung. Das „Fernreiseziel Hawaii“ lockt mit exotischen „Sehenswürdigkeiten“ wie Kokosnuss-Peeling und Lomi Lomi Nui-Massage. „Im Ruheraum klingt jede Reise harmonisch    aus“, ­erzählt „Reiseleiterin“ Chiara Lengdobler. „Auch hier muss niemand hetzen, sondern bleibt noch ein Weilchen liegen, um den frisch gewonnenen ‚inneren Frieden‘ zu genießen.“
„Wir sind stolz auf das neue Angebot im Haus“, freut sich Sven Schreiber, „und wir sind sicher, es gefällt auch unseren Gästen.“ Die im Idealfall „Die Sandburg“ mit Wellness gleichsetzen. Der Gast solle mit Fug und Recht sagen dürfen: „Alles was ich brauche, finde ich in der ‚Sandburg‘ vor.“ Mit dem Umkehrschluss: „Was es hier nicht gibt, das brauche ich auch nicht.“ Übrigens: Wer die „Sandburg“-Annonce aus diesem Heft vorlegt, erhält zehn Prozent Nachlass auf eine Wellness-Behandlung. Vielleicht ein Grund mehr, „mal eben“ auf Fernreise zu gehen. -ut-

Große Resonanz in Ankum

Governorin Ines Mühlinghaus leitet erste 
Lions-Distriktversammlung – Ehrgeizige Projekte
Das Verlangen nach Präsenz, regem Austausch, interessanten Vorträgen und Unterstützung sozialer und karitativer Projekte hätte am 19. September größer nicht sein können. 94 Delegierte aus über 50 Lions Clubs konnte Distrikt-Governorin Ines Mühlinghaus von Langeoog zu ihrer ersten Versammlung für den Bezirk 111 Niedersachsen-West (NW) im großen Saal des See- und Sporthotels Ankum begrüßen. Bereits am Vortag trafen sich die  Delegierten zur Kabinettssitzung. Mit Bernhard Sieger, Christine Deuter und Renate Arndt waren drei weitere Langeooger Lions mit angereist.
Zunächst galt es, ein straffes Pensum zu bewältigen, das zügig abgearbeitet wurde. Zur ersten Vize-Distrikt-Governor-Elect gewählt wurde Anke Dirks aus Jever, die damit das Amt des Governors im Lions-Jahr 2021/2022 bekleiden wird. Neben den Regularien standen Berichte aus den Ressorts sowie der Bericht der „Leos“, den jungen Lions zwischen 16 und 35 Jahren, auf der Tagesordnung.
„Schutzengel-Huus“
Prominenter Gast war CDU-Landtagsabgeordneter Ulf Thiele aus Leer. Gemeinsam mit der Pflegedienstleiterin der Diakoniestation Hesel-Jümme-Uplengen, Sandra Groth, stellte er in einem leidenschaftlichen Vortrag das Projekt „Schutzengel-Huus“ vor. Das Konzept sieht ein Haus mit bis zu sechs Wohneinheiten vor, das Raum für Kinder und Jugendliche bietet, die mit schweren Erkrankungen aus der stationären Pflege überführt werden. Die Diakonie möchte Familien aus dem gesamten Nordwesten Hilfe anbieten, um den Übergang zu erleichtern und Auszeiten zu ermöglichen. Ebenso soll ein ambulantes Angebot geschaffen werden. Die Lions haben das „Schutzengel-Huus“ zu ihrem Distrikt-Projekt gemacht und werden es finanziell unterstützen. Kreativität beweist dabei bereits der Langeooger Lions-Club (siehe Rubrik „Activities der Langeooger Serviceclubs“).
Lions-Lichtblicke-Projekt 
Im Mittelpunkt der Tagung stand zudem das Lions-Lichtblicke-Projekt zugunsten von Kindern in Äthiopien. Die deutschen      Lions sammeln dafür 500.000 Euro an Spenden als Eigenanteil. Diese werden von der „Stiftung RTL – Wir helfen Kindern“ verdoppelt und mit weiteren Zuschüssen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auf 1,5 Millionen Euro verdreifacht. Das Spendenkonto lautet: Stiftung der Deutschen Lions, IBAN: DE40 5019 0000 0000 4005 05, Stichwort „Lichtblicke“. Der 25. RTL-Spendenmarathon wird im November live im Fernsehen übertragen.
Übrigens: Die zweite turnusmäßige Distriktversammlung plant Ines Mühlinghaus am 17. April 2021 auf Langeoog. Von Wilhelmshaven bis Osnabrück sind rund 2.500 Lions-Mitglieder in 75 Clubs im Distrikt 111 NW aktiv. -reh-

„Großer Philosoph“ am Bahnhof

Stammgast und Mäzen Bernd-Artin Wessels stiftet
Bronzeplastik – Enthüllung im Park am 2. Oktober
Um ein Kunstwerk reicher ist der öffentliche Raum von Langeoog. Am 2. Oktober 2020 wurde im Park vor dem Bahnhof die von Prof. Bernd Altenstein geschaffene Bronzeskulptur „Figur 1 – Großer Philosoph“ enthüllt. Dazu eingeladen hatten Prof. Dr. Bernd-Artin Wessels und seine Frau Elke aus Stuhr bei Bremen, die der Inselgemeinde die Skulptur im Rahmen einer nachmittäglichen Feierstunde als Schenkung übergaben.
„Gemeinsam nach vorne denken“
In seiner Begrüßung nannte Artin Wessels zwei Gründe für die Schenkung: Zum einen, so der Mäzen mit leichtem Augenzwinkern, gebe es auf Langeoog bislang noch zu wenig Kunst im ­öffentlichen Raum. Eine erste Abhilfe wolle man mit dem „Philosophen“ schaffen: Sein Schöpfer Bernd Altenstein zähle zu den führenden bildenden Künstlern im Bereich figürlicher Plastik. Zweiter Grund sei der Dank an Insulaner und Gemeinde, dass „meine Frau und ich
seit vielen Jahren mehrmals im Jahr hier Urlaub machen dürfen, um Erholung und Freude zu finden.“ Er sei vor 60 Jahren, seine Frau vor 65 Jahren das erste Mal nach Langeoog gekommen, inzwischen habe man hier viele Freunde gefunden.
Verbunden mit dem Wunsch, für Langeoog etwas Besonderes zu tun, war Artin Wessels’ Dank an die Beteiligten, die diese Aktion ermöglichten. Dazu zählten das Team um Bauunternehmer Onnen Schreiber und die Firma Eckhardt sowie Ralf Heimes und Martin Wirdemann von der Inselgemeinde. Dieses Projekt habe Menschen von der Insel und dem Festland zusammengeführt. In diesem Sinne sei auch die Aussage der Skulptur „Großer Philosoph“ zu verstehen: „Gemeinsam nach vorne blicken und denken.“
„Skulptur ein schöner Willkommensgruß“
„Ich freue mich, stellvertretend für die Inselgemeinde hier eine ‚neue alte Bekannte‘ in Empfang nehmen zu dürfen“, hob Bürgermeisterin Heike Horn in ihrem Grußwort die Beziehung des Kunstwerks zu Langeoog hervor. Neu sei die Skulptur an diesem Platz vor dem Bahnhof; eine alte Bekannte indes, da sie zuvor 15 Jahre lang auf dem Wesselsschen Anwesen auf der Insel gestanden habe. Man könne sie deshalb mit Fug und Recht als Langeoogerin bezeichnen, wie auch Elke und Artin Wessels gewissermaßen Langeooger seien: „Sie tragen die Insel in ihrem Herzen.“
Zudem würdigte Heike Horn die Rolle von Artin Wessels als Unternehmer, Senator, Reeder, Mäzen und Stiftungskurator, der „mit persönlichem und finanziellen Einsatz“ die Insel auf vielfältige Weise unterstützt habe, etwa als Mitbegründer des Langeooger Golfplatzes. Nun dürfe man die Bronze entgegennehmen: „Sie erscheint wie durch Wind und Sturm geglättet. Gleichzeitig spürt man Ruhe und Gelassenheit, die von ihr ausgeht. Für Langeoog ist die Skulptur ein schöner Willkommensgruß bei der Ankunft am Bahnhof“, unterstrich die Bürgermeisterin den herzlichen Dank der Inselgemeinde für die großzügige Schenkung.
„Aspekt der Gelassenheit“
Abschließend gab Prof. Bernd Altenstein aus Worpswede eine kurze Einführung in sein Werk, das, seine Werkreihen „Bürger im Block“ und „Auf schmalem Grat“ aufgreifend, im Jahr 2000 entstand. „Wir neigen dazu, uns abzuschirmen – mit zwei Konsequenzen: Einerseits fühlen wir uns sicher, andererseits binden wir uns. Dabei bewegen wir uns auf einem immer schmaleren Grat“, gab der Künstler einen Interpretationsansatz. Wichtig sei ihm auch der Aspekt der Gelassenheit gewesen: „Dieser Philosoph ist nicht hektisch, sondern überlegt und ruhig.“ Wesens­züge, über die nachzusinnen sich lohnt. Und das nicht nur am Bahnhof. -köp-
Auf schmalem Grat: „Figur 1 – Großer Philosoph“
Nein, es ist nicht Picasso. Auch nicht Charles de Gaulle, wie ein Besucher vermutete. Die neue Bronzeplastik im Park vor dem Bahnhof stellt niemand Bestimmtes dar. Sie heißt „Großer Philosoph“ und will dementsprechend, zur inneren Einkehr einladend, auch das Nachdenken anregen. Doch es liegt wohl in der Natur des Menschen, Vertrautes im Fremden zu suchen, Gesichtern einen Namen zu geben. 
„Der Kopf ist kein Porträt, er entsteht vielmehr aus der Struktur heraus“, betont Bernd Altenstein. Dabei entwickelt sich eine bildhauerische Idee wie „Großer Philosoph“ oft langsam: „Manche Ideen schmoren jahrelang im Hinterkopf, ehe sie Gestalt annehmen. Es dauert, bis die Idee ihre Form gefunden hat.“ Auch der Produktionsprozess braucht Zeit: Im Jahr 2000 ersonnen, wurde die Form der 348 Kilogramm schweren Skulptur zunächst in Gips aufgebaut und dann 2003 im Sandgussverfahren bei Harms in     Oldenburg gegossen. 2005 schließlich kam die Bronzeplastik nach Langeoog.
„Großer Philosoph“ ist eine fast scheibenhaft schmale Skulptur, die einen in einem blockartigen Sessel sitzenden Mann zeigt. Ob ihn der Sessel trägt oder einschließt? Jedenfalls scheint sich der „Philosoph“ mit seiner Situation arrangiert zu haben. Er strahlt Abgeklärtheit aus. Dass immer wieder Passanten vor ihm stehen und, kopfnickend oder -schüttelnd, über ihn diskutieren, stört ihn nicht. Im Gegenteil: Könnte er lächeln, er würde es tun. Vielleicht.
Bernd Altenstein …
kam 1943 in Schloßberg/Ostpreußen zur Welt. „Ich habe schon seit der Vorschulzeit gezeichnet, später auch gemalt und modelliert“, erzählt er am Rande der Skulpturenenthüllung. Das Inte-resse am Figürlichen blieb. Nach der Schule machte er ein bildnerisches Praktikum, studierte Bildhauerei in Stuttgart, war ab 1970 wissenschaftlicher Assistent an der TU Braunschweig. „Am Lehrstuhl für Architektur habe ich viel für meine Bildhauerei gelernt.“ Ab 1975 lehrte er als Professor an der HfK Bremen im Studiengang Freie Kunst, wo er die figürliche Bildhauerei prägte. 1983 begann er seine Werkreihe „Bürger im Block“. Deren Thema ist die bürgerliche Lebens- und Arbeitswelt und die damit einhergehende Fesselung des Menschen mit allen physischen und sozialen Auswirkungen. In jüngerer Zeit folgte die Werkgruppe „Auf schmalem Grat“. Seit seiner Emeritierung 2009 ist Bernd Altenstein als freischaffender Bildhauer in Worpswede tätig, in einem Gemeinschaftsatelier mit seiner Frau, der aus ­Carolinensiel stammenden Bildhauerin Gisela Eufe. -köp-

Familienfest für eine Jahrhundert-Frau

Insulanerin Alice Happek feierte ihren 100. Geburtstag 
Wenn Engel reisen, lacht der Himmel – wenn sie ihr Wiegenfest feiern, erst recht. Wie selbstverständlich schien daher am 11. August eine strahlende Geburtstagssonne für Alice Happek. Die Insulanerin beging an diesem sommerlich-warmen Dienstag ihren 100. Geburtstag. Die Feier erfolgte coronabedingt im engen Familienkreis, stattliche sechs Generationen hatten sich mit Abstand eingefunden. Den dafür geeigneten Rahmen bot das Veranstaltungshaus „Neei Bauhoff“. Und die ganze Familie packte bei dem gelungenen Fest tatkräftig mit an.
Aufmerksam verfolgte eine muntere Alice Happek das Geschehen, in dessen Mittelpunkt sie stand. „Ich freue mich, dass Ihr da seid und wünsche uns einen schönen Nachmittag!“ Kurz und treffend hieß das Geburtstagskind seine Gäste willkommen. Zu den Gratulanten zählte auch Bürgermeisterin Heike Horn, die kleine Streiflichter auf das Leben von Langeoogs ältester Einwohnerin warf: 1939 habe Alice Stolle den Bauingenieur Rudolf Happek geheiratet, nach langen Jahren am Festland sei das Ehepaar 1973 auf die Insel zurückgekehrt. Mit den Glückwünschen der Inselgemeinde überbrachte die Bürgermeisterin zudem die Würdigungen von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und dem Wittmunder Landrat Holger Heymann. Die Gratulationen seitens der Langeooger Kirchengemeinden sprachen Inselpastor Christian Neumann und Pastoralreferentin Susanne Wübker aus.
Für das Geburtstagsständchen begab sich ein Teil der Gäste auf die Terrasse. Von dort erscholl zu Ehren der Jubilarin fröhlich der Kanon „Viel Glück und viel Segen“ in den Festsaal hinein. Überhaupt zog sich Musik als Leitfaden durch die Feier. So hatte sich Alice Happek von den Gästen anstelle von Geschenken eine Spende für die Stiftung „Musik auf Langeoog“ gewünscht. Anspielend auf diesen Wunsch, setzte sich Pastor Neumann ans mitgebrachte Keyboard und intonierte gleich drei Stücke: Beethovens „Ode an die Freude“, den Choral „Nun danket alle Gott“ und den irischen Reisesegen „Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen“. Harro Schreiber und Gerrit Agena von der Langeooger Gruppe „Washhouse Company“ sangen für ihre Großtante das bekannte „Lili Marleen“, die Volkslieder „Dat du mien Leevsten büst“, „De Groffschmitt“ und den Seasong „Greenland Whale Fishery“.
Weiterer Höhepunkt der Geburtstagsfeier war die Präsentation von Alice Happek als „Fernsehstar im NDR“: Während des Corona-Lockdowns hatte Harro Schreibers Frau Friederike Depping-Schreiber die Vorabend-Talksendung DAS! mit Filmmaterial für mehrere Beiträge versorgt. Diese waren auf dem Fest noch einmal zu sehen. „Tante Alice“ kommentierte darin die Corona-­Krise lapidar: „Dor stah wie vör – dor mutt wie dör.“ Das kluge Lebensmotto einer Jahrhundert-Frau. -köp-

Yoga-Auszeit auf Langeoog

Workshops mit Karin Trittner im „Neei Bauhoff“

Auszeit für Dich! Unter dem Titel „Die zehn Energiekörper … heilen und stärken mit Kundalini Yoga“ bietet Katrin Trittner aus dem Wangerland an drei Terminen in diesem Jahr fünftägige Yoga-Workshops an. Die Kurse finden im Veranstaltungshaus „Neei Bauhoff“ statt, und zwar vom 21. bis 25. Oktober, 4. bis 8. November und 2. bis 6. Dezember. Das Veranstaltungshaus mit integriertem Yoga- und Klangzentrum direkt „An den Bauhöfen“ bietet für diese besondere Art der Auszeit die ideale Umgebung, um die speziellen Aufgaben sowie das Zusammenspiel der zehn Energiekörper kennenzulernen.
Die Teilnehmer erfahren, wie die eigene Gesundheit durch Stärkung und Ausgleich der eigenen zehn Energiekörper mit Kundalini Yoga und Meditation positiv beeinflusst werden kann. Katrin Trittner ist Kundalini-Yoga-Lehrerin und gab bereits im November 2019 einen Workshop im „Neei Bauhoff“. Sie begleitet seit 2010 Menschen dabei, ihren individuellen Weg zu finden in ein glückliches, gesundes, nachhaltiges und selbstbestimmtes      Leben.
Am ersten und am letzten Workshop-Tag wird jeweils eine ­Yoga-Einheit von zwei Stunden angeboten, an allen anderen Tagen jeweils zwei Yoga-Einheiten – am Vormittag und am späten Nachmittag. Das Angebot richtet sich an Einheimische, Urlauber und Zweitwohnungsbesitzer auf der Insel. Mitzubringen ist lediglich bequeme Kleidung, für alles andere ist gesorgt. Details finden die Teilnehmer auf der Website www.kundalini-yoga-wangerland.de/kundalini-yoga-reisen unter dem entsprechenden Terminwunsch. Rückfragen beantwortet Katrin Trittner auch gerne per Telefon (04425/9694813). -ut-