Archiv der Kategorie: Inselgeschichten

Activities  der Langeooger Serviceclubs 

Inner Wheel Club – Lions Club – LC Gräfin Anna – Rotary Club 
„3, 2, 1 Langeoog – good duck!“ 
Die Fähre ist ein Muss, die Inselbahn gehört dazu, Wasserturm, Melkhorndüne, Strand und Bake sowieso – bei der Rennstrecke für das fünfte Entenrennen haben die vier Langeooger Serviceclubs sich in diesem Jahr von den Wahrzeichen Langeoogs inspirieren lassen. Gemeinsam haben der Inner Wheel Club, Lions Club, Lions Club Gräfin Anna und der Rotary Club am Sonntag, 21. August 2022 auf dem TSV-Gelände am Flugplatz von 13 bis 17 Uhr die Veranstaltung für den guten Zweck organisiert: Der gesamte Erlös soll für das Projekt „Hillies Utkiek“ verwendet werden – die Plattform der früheren Seenotbeobachtungsstation beim Pirolatal soll wieder hergerichtet werden, um den Ausblick aufs Meer zu genießen und um an die lange Geschichte der Langeooger Seenotrettung zu erinnern.
Gemeinsam für Langeoog 
Die Rennlizenzen für die insgesamt 1.500 gelben Badeentchen kosteten 5 Euro pro Stück. „Wir starten nur, wenn alle Lizenzen verkauft sind“, so die Mitglieder der Clubs. Die letzten 50 Karten wurden noch am selben Tag verkauft. „Die Menschen standen für sie an“, freut sich Antje Julius. Allein durch den Kartenverkauf kamen 7.500 Euro für „Hillies Utkiek“ zusammen. Der Gewinn durch den Getränke-, Bratwurst- und Kuchenverkauf kommt hinzu. Die Idee des Entenrennens sei es, dass die Serviceclubs etwas gemeinsam machen. So verkauften die Frauen des Lion Clubs Gräfin Anna Kuchen, Quiche und Kaffee; die Männer des Lions Club Bratwürste. Den Ausschank der Getränke übernahmen die Mitglieder des Inner Wheel Clubs und die Rotarier-Männer bauten die Rennbahn auf: Über dem zum „Entenwirbler“ umfunktionierten Betonmischer ging die Strecke an verschiedenen Hindernissen vorbei. Ein Paternoster mit kleinen Körbchen gehörte dazu und in diesem Jahr ganz neu ein zur Wasserbahn umfunktioniertes Rohr. „Es hätte verschrottet werden sollen“, sagt Antje Julius, deren Ehemann Meik Julius gemeinsam mit Michael Hinse den Umbau vornahm. „Durch die eingesetzten Fenster können die Gäste von unten erspähen, ob ihre Nummer dabei ist. Früher standen die Moderatoren im Wasser und die Entchen schwammen vorbei.“ Um die acht Wochen hätten sie in ihrer Freizeit an dem neuen Highlight gearbeitet, erzählt Antje Julius. Michael Hinse, der kein Rotarier sei, habe zudem den Materialeinsatz gespendet. Die Dekoration für die Melkhorndüne und den Strand bekamen sie aus der Schmuggelkiste von Eva und Heiko Recker, der Wasserturm wurde von Familie Willenberg zur Verfügung gestellt. Schiff, Inselbahn und Bake wurden eigens hergestellt und auch die Sandsäcke zur Befestigung der Rennstrecke gefüllt.
Moderiert wurde das Entenrennen von Christian Neumann, Rotarier und Pastor der Inselkirche, und von Raimund Buss aus dem Lions Club. Zehn Vorläufe mit jeweils 150 Badeentchen, von denen die ersten 15 in jedem Lauf für den Endlauf herausgefischt wurden, kommentierten sie. Von Rennen zu Rennen fielen ihnen neue Kommentare ein. Etwa, dass es die ersten Enten besonders schwer hätten, da sie noch nicht von den Erfahrungen der anderen profitieren könnten. Oder: „Man merkt, dass einige Entchen erschöpft aus dem Winterlager der Bäckerei Remmers gekommen sind, wo sie mit Brot gefüttert wurden, das ihr nicht gekauft habt.“ Mit Witz und Pfiff moderierten sie auch den Endlauf, bei dem die ersten 20 Badeentchen gewannen, und die anschließende Preisverleihung. Jeder fünfte Preis war ein Hauptpreis: So gab es ein Essen auf dem Wasserturm, eine Watt- und/oder Ortsführung mit anschließendem Dinner, ein Rundflug über Langeoog und ein Fahrrad neben vielen weiteren inseltypischen Preisen zu gewinnen.
TSV-Chef Heiko Recker, zugleich Mitglied bei den Lions, erzählt, dass sie für das Entenrennen den Platz vorbereitet hatten, um für den Gast alles ansehnlich zu gestalten. Der Rasen wurde gemäht, die Kuchen- und Bratwurststände hergerichtet, Teller und Tassen wurden besorgt, Kaffeemaschinen organisiert. Beim Entenrennen handle es sich um eine „Gemeinschaftsaufgabe der Serviceclubs zum Wohle der Insel, für die Gemeinschaft. Wir wollen es für die Insel. Der Erlös soll auf Langeoog bleiben“, beschreibt er ihre Aufgabe. Am Entenrennen sei zu sehen, dass, wenn sich alle einig seien, etwas Großes dabei herauskommen könne. „Es ist eine einzigartige Geschichte“, freut er sich.
Für die Veranstaltung könnten die sanitären Anlagen des TSV genutzt werden, der Aufbau sei unkompliziert und das Wasser für die Rennstrecke sei in einem geschlossenen Kreislaufsystem, so dass es nicht vergeudet werde, freut sich Antje Julius. „Es ist schön, dass wir das Gelände vom TSV Langeoog für das Entenrennen nutzen können“, ist sie dankbar. Bereits im vergangenen Jahr konnten sie, nachdem die Veranstaltung 2020 nur online stattfinden konnte, auf dem Platz das Entenrennen veranstalten – jedoch war die Teilnehmerzahl coronabedingt begrenzt. In diesem Jahr war es ein Fest für die ganze Familie: „Die Inselschüler haben Kinderschminken angeboten und von ihren Einnahmen 50 Euro für ,Hillies Utkiek’ gespendet; die Hüpfburg bekamen wir vom Tourismus-Service und die Bälle vom TSV. Es war ein friedliches Event, bei dem auch die Kinder ihren Spaß hatten und wir unseren Gästen nach zwei Jahren wieder ein fröhliches Entenrennen bieten konnten.“ -jeg-

Überraschung im Kohlrabi-Beet 

Sommerferien! Auch für die Schulgarten-AG der Inselschule. Doch kein Garten ohne Pflege. 
Eineinhalb Stunden habe sie letztens gegossen. Als es mehrere Tage am Stück so heiß war, sei sie täglich im Gewächshaus gewesen, um die Tomaten, Gurken, Paprika und Wassermelonen zu gießen. Auch heute, am ersten Schultag nach den Sommerferien, steht Lehrerin Kirsten Rottmann nach Schulende mit Gießkanne im Glashaus und versorgt die Pflanzen. Weil auf Langeoog viele Eltern im Tourismus arbeiten, gibt es an der Inselschule nur vier Wochen Sommerferien. Die hat Kirsten Rottmann auf der Insel verbracht – und immer wieder im Schulgarten.
Zusammen mit Antje Julius und Nadine Wilts aus der Elternschaft und den Kindern aus der Schulgarten-AG, die in diesem Schuljahr neu zusammengestellt wird, betreut sie den Garten auf dem Gelände der Inselschule. Jeden Mittwoch trifft sich die Gruppe für eine Stunde, um zu pflegen, zu säen, zu pflanzen und zu ernten. Außer in den Ferien. In dieser Zeit sprechen sich die drei Frauen ab, wer wann da ist und sich um den Garten kümmern kann – die Nähe zum Schulgarten sei dabei ein klarer Vorteil Langeoogs im Vergleich zum Festland, sie seien immer schnell vor Ort, sagt Kirsten Rottmann.
Raupenbesuch 
Dass das gut funktioniert, ist zu sehen und zu hören: Überall blüht und summt es. In den Pflanzsteinen rund um das Klettergerüst leuchten die gelben Ringelblumen, die Stockrosen schmiegen sich malerisch an den Staketenzaun und werden immer wieder von Hummeln angeflogen, Stangenbohnen, Zucchini, Kohlrabi und vieles mehr wächst in den Hochbeeten. Der Kohlrabi wurde dieses Jahr allerdings von den Raupen des Kohlweißlings besucht. Kristen Rottmann war die Einzige, die sich darüber gefreut hat: „Als Biologin fand ich es grandios!“ Doch zugleich kann sie verstehen, dass sie mit ihrer Freude alleine dasteht, denn die Raupen seien nun einmal auf den Kohl fixiert, den sie selbst ernten möchten.
Beim Rundgang durch den Garten erzählt Kirsten Rottmann vom Einbruch ins Gewächshaus, bei dem Tomaten verschwunden seien, sie deutet auf die Zugänge zum Garten, die mit Bändern abgesperrt werden mussten, da immer wieder Besucher hineingingen. Sie zeigt voller Begeisterung auf gelbe, blumenförmige Zucchini, die „Diskus-Zucchini“, wie sie die ungewöhnliche Form nennt, und sie spricht das große Jubiläumsfest der Inselschule an, bei dem die Schulgarten-AG einen Stand haben wird. Obst und Gemüse wollen sie verkaufen, aus ihrer Ernte kleine Snacks anbieten, etwa Gurkensushi, eventuell auch Samen der Stockrosen zum Kauf anbieten – eben alles, was der Garten so hergibt.
Was sie für den Garten selbst gerne hätten, sind zwei Regentonnen, die mit den Regenrinnen des Schulgebäudes verbunden sind. Nachhaltig Wasser zu sammeln, sei ihnen wichtig, erzählt Kirsten Rottmann. Durch die Regentonnen könnten sie auch leichter Hilfe beim Gießen bekommen. „In den Pausen könnten dann die Grundschüler ihre Bäume, die zur Einschulung gepflanzt wurden, bei Bedarf ganz einfach selbst gießen.“ Dafür habe sie einen Antrag beim Förderverein der Inselschule gestellt, der Projekte unterstützt, die dem Wohl der Kinder und ihrer Ausbildung und Entwicklung zugutekommen. Er wurde genehmigt. Samt mehrerer kleiner Gießkannen.

Schulfest und neue Garten-Gruppe 
Eine Woche später. Die erste Schulwoche ist vorbei. Gestern war das Schulfest (Artikel dazu folgt im nächsten Utkieker). Die vorherige Schulgarten-AG aus der inzwischen 6. Klasse war kurz nach den Sommerferien noch zweimal freiwillig dabei, um alles für das Fest vorzubereiten. Mit dem Verkauf ihrer Erzeugnisse – Kartoffeln, 20 Beutel à 1 Kilo, Gurken, Freilandgurken zum Einlegen, Tomaten, Zucchini, Kohlrabi, Bohnen, Mairübchen, Rucola, Rosmarin und Blumensträuße mit Sonnenblumen, Fetthenne, Dahlien, Holunder- und Brombeeren, außerdem selbstgemachten Gemüsekuchen – nahmen sie 259 Euro ein. Weitere Hochbeete und eine Vogeltränke planen sie nun zu kaufen.
Heute hat die neue Gruppe der Schulgarten-AG ihren ersten Tag. Es ist sehr heiß. Die 13 Kinder aus der 3. bis 6. Klasse haben mit Kirsten Rottmann und Antje Julius erst einmal einen Rundgang durch den Garten gemacht. Und dabei probiert: Cocktailtomaten, Rukkola, Koriander, Pfefferminze und Limonenminze. Inka sieht den Schulgarten als Chance, dass „man tolle Sachen lernt“ und freut sich über die Tomatenernte. Rieke sieht das genauso: „Was man nicht gekannt hat, lernt man hier.“ Lisbeth freut sich darauf „neue Pflanzen kennenzulernen“, und dass man „viel machen kann, wie anbauen“, findet Jonne super.
Neben der heutigen Ernte von Tomaten, Zwiebeln und Rucola, ist die Schulgarten-AG damit beschäftigt, Stauden einzupflanzen, die Kirsten Rottmann vorm Blumenhaus Peters entdeckte, zum kostenlosen Mitnehmen für Kunden. Die Samen der Stockrosen, die zum Schulfest noch nicht getrocknet waren, können heute gesammelt werden. Und es muss gegossen werden. Doch der Verschluss des Gartenschlauchs funktioniert nicht mehr richtig. Ein neuer muss her. Das ist schnell erledigt. Für das Wasser sind nicht nur die Pflanzen dankbar – auch die Kinder haben bei dem ein oder anderen kühlenden Spritzer ihre Freude. -jeg-

„Flinthörn“ besiegt „Hospizplatz“

Sportlicher Rückblick: 54. Oldie-Volleyballturnier am 27. Juli mit guter Beteiligung
Das Wetter war eher durchwachsen, die Stimmung durchweg prima: Erfolgreich verlief die 54. Auflage des Oldie-Volleyballturniers am Mittwoch, 27. Juli 2022. Zu dem beliebten Turnierklassiker fanden sich genau 81 Teilnehmer am Strandabschnitt „H“ ein.
Nachdem Markus Redecker vom Organisationsteam, zu dem Carl Reiche, Carsten Kröger und Stephan Degenhardt zählen, die Aktiven herzlich begrüßt hatte, fand auch Langeoogs Tourismusmanager Nils Jenssen anerkennende Worte für die Traditionsveranstaltung. Zur Unterstützung der Teilnehmer*innen hatte er dankenswerterweise reichlich Getränke in Form von Wasser und Limo für die Mittagszeit organisiert.
Vor Turnierbeginn …
wurden die Teams per Losverfahren zusammengestellt. Lediglich die zwölf Ältesten waren als Mannschaftskapitäne gesetzt. Zudem wurden die zwölf spielstärksten Spieler*innen den Mannschaften zugeordnet. „Das hat sich in der Vergangenheit sehr bewährt und fördert auch das Miteinander. Denn so weiß vorher niemand, mit wem er das Turnier spielen wird“, erläuterte Markus Redecker. „Dabeisein ist schließlich alles.“
Als Jüngster nahm Luis Kreutz (16) aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf teil, ältester Spieler war Manfred Holzgraefe (75) aus Seesen. Mit 14 erstmaligen Teilnehmern zeigte sich auch in diesem Jahr wieder, dass das Oldie-Turnier sehr gut angenommen wird.
Teams trotzen Turnier-Wetter
So bestritten zwölf Teams zu je sechs bis sieben Teilnehmern in drei Gruppen ihre Matches. Die waren auf zwei Gewinnsätze bis 15 Punkte angesetzt. Die Mannschaftsnamen sind nach inselspezifischen Orten benannt wie „Wasserturm“, „Wäldchen“ oder „Pirolatal“. Leider „verwehte“ der Wind so manchen Ball, außerdem sorgte Nieselregen um die Mittagszeit für ungebetene Abkühlung. Aber Oldie-Volleyballer sind schließlich nicht aus Zucker – sie zeigten dem Wetter die kalte Schulter.
Am Nachmittag kam auch zeitweise wieder die Sonne durch. Alle Teams hatten ihren Spaß und sorgten für spannende Partien. In über der Hälfte aller Vorrundenspiele und K.O.-Runden hieß das Satzergebnis 1:1 – daher mussten die gespielten Punkte darüber entscheiden, wer eine Runde weiterkam.
Die Halbfinalpartien bestritten die Mannschaften Flinthörn – Inselbahn (2:0) sowie Wäldchen – Hospizplatz (0:2). Im Finale setzte sich Flinthörn mit 15:12 und 15:9 gegen Hospizplatz durch und entschied damit das Turnier für sich. Hier die vollständigen Ergebnisse des Jahres 2022:

1. Flinthörn (Mannschaftskapitän: Ernst Kramer)
2. Hospizplatz (MK: Cordula Pietschmann)
3. Wäldchen (MK: Stefan Koch)
4. Inselbahn (MK: Klaus Egbers)
5. Osterhook (MK: Michael Thurnhofer)
6. Hafen (MK: Wilhelm Koch)
7. Dreebargen (MK: Manfred Holzgraefe)
8. Schlopp (MK: Jürgen Hörnig)
9. Melkhörn (MK: Rainer Blohm)
10. Wasserturm (MK: Martin Hube)
11. Pirolatal (MK: Klaus Jacobi)
12. Meedland (MK: Dieter Theis)
Die Siegerehrung …
direkt im Anschluss startete mit einem musikalischen Leckerbissen. Einige Oldies hatten ihre Gitarren direkt mit an den Strand gebracht, der Volleyball und die Flasche Pils wurden als Schlagzeug genutzt und ab ging’s: Die Oldie-Volleyballer stimmten gemeinsam Lieder wie zum Beispiel „Langeoog (Westerland)“, „Knocking on heaven’s door“ oder „Let it be“ an. Ein atmosphärisch toller Auftakt der Siegerehrung! – Alle Mannschaften freuten sich über attraktive Preise; diese wurden in diesem Jahr zum großen Teil von der Buddelei Langeoog gestiftet. Ein Dank für weitere gespendete Preise geht an die Buchhandlung Krebs und die Eheleute Stamm.
Neuigkeiten gibt es auch vom Orgateam zu berichten: Ab sofort unterstützen Gerrit Lang und Jakob Kröger das Team. Eine wichtige Entscheidung wurde bereits getroffen: Der Termin für das kommende Jahr mit der Ausgabe des 55. Oldie-Volleyballturniers ist der Mittwoch, 26. Juli 2023.

Spende für DLRG Ortsgruppe Langeoog
Jedes Jahr wird der Erlös aus den Startgeldern des Oldie-Volleyballturniers für einen guten Zweck gespendet. Dieses Jahr freute sich die DLRG Ortsgruppe Langeoog über 350 Euro. Der Vorsitzende Hans-Gerd Wagner und die 2. Vorsitzende Regina Willenberg dankten herzlich für die Spende. Sie erläuterten den Überbringern – Markus Redecker, Carl Reiche und Stephan Degenhardt – die Notwendigkeit, die am Strand bislang genutzten analogen Funkgeräte durch digitale Empfangsgeräte zu ersetzen. Die dringend erforderliche Umstellung ist mit einem hohen Kostenaufwand verbunden. -MaRe/ut-

Spiel und Spaß für den Nachwuchs

Drei ganz unterschiedliche Spielplätze sorgen für glückliche Kinder (und Eltern)
Schaukeln, Wippen, Klettergerüste und Sandkasten – das sind Spielgeräte, die auf keinem Spielplatz fehlen dürfen. Auch nicht auf Langeoog, wo es zwei gemeindeeigene Spielplätze gibt. Zusätzlich ist auch ein privater Spielplatz zu finden, der im ­Kontrollbereich der Gemeinde liegt und auch der Öffentlichkeit zugänglich ist.
Allerdings muss man offen sagen, dass mit oben genannten Spielgeräten kaum noch große Begeisterung hervorgerufen werden kann. Daher gestalten viele Kommunen ihre Spielplätze individuell und ergänzen den Standard mit besonderen Highlights.
Langeoog hat natürlich zunächst einen der größten Spielplätze überhaupt zu bieten: den Badestrand. Aber der ist zum einen nicht jedermanns Sache, zum anderen wollen die Kinder auch mal nur für kurze Zeit und ohne lange Wege toben. Dafür gibt es auf der Insel den Oskar-Kreuder-Kinderspielplatz der Inselgemeinde beim Bahndamm nahe dem Flughafen sowie den Spielplatz neben dem Sportzentrum am Kavalierpad. Beide Plätze haben so manche Besonderheit zu bieten.
Oskar-Kreuder-Platz: Bulli, Seilbahn und viel mehr
Von der Größe definitiv an erster Stelle steht der Spielplatz an der Flughafenstraße / Ecke Schniederdamm. Neben den bereits erwähnten Klassikern sind hier zahlreiche individuelle und besondere Geräte für Kinder aller Altersklassen zu finden. Auch so mancher Erwachsene schaut gleich zweimal hin, wenn er den hölzernen Nachbau eines Klassikers der Automobilgeschichte mitten auf der Freifläche entdeckt: den Bulli.
Gleich nebenan lädt unter anderem ein Piratenschiff zum Klettern und Rutschen ein. Eine Seilbahn verspricht Fahrspaß auf dem Pendelsitz. Verschiedenste Wippen und Karussells ergänzen das vielfältige Angebot für die Kinder. Und natürlich wurde bei der Gestaltung auch an die Eltern gedacht. Die können auf einer der vielen Bänke am Rand des knapp hektargroßen Geländes Platz nehmen oder sich zur Pause in die überdachte Picknickhütte setzen.
Eine weitere Besonderheit am Oskar-Kreuder-Platz sind die drei Integrationsspielgeräte. Eines der drei wird aktuell repariert, ein Kugellager des Kreisels muss getauscht werden. Daneben warten aber noch eine rollstuhlgerechte Wippe sowie ein ­Wasserspieltisch auf die Verwendung.
Doch nicht nur Größe und Ausstattung sind bei diesem Spielplatz etwas Besonderes. Auch der Namensgeber Oskar Kreuder spielt eine wesentliche Rolle. Der Langeooger war Mitarbeiter der Inselgemeinde und hat sich bis zu seinem Tod im Jahr 1994 jahrzehntelang ehrenamtlich um die Pflege dieses Spielplatzes gekümmert. Sein Vermögen hinterließ der gebürtige Kölner der Gemeinde mit der Auflage, es zweckgebunden für den Spielplatz einzusetzen. Per Ratsbeschluss wurde 1995 die Oskar-Kreuder-Stiftung gegründet; sie verfolgt einzig das Ziel, mit den erwirtschafteten Zinsen den Unterhalt des Spielplatzes zu finanzieren.
„Wir haben derzeit eine Phase der Minuszinsen, daher wirft die Stiftung aktuell nichts ab“, erklärt Hartmut Börgmann vom ­Bauhof, der diesen und die beiden anderen Spielplätze wie seine Westentasche kennt. „Als Gemeinde sind wir dankbar, ­Unterstützung vom Lions Club Langeoog, dem Inner Wheel Club Langeoog sowie weiteren Institutionen und Privatpersonen zu bekommen und so abgängige Spielgeräte ersetzen zu können.“
Bunte Spielplätze an Sportzentrum und Hafen
Neben diesem flächenmäßig größten Spielplatz ist seit 2016 ein weiterer besonderer Platz neben dem Sportzentrum am Kavalierpad zu finden. Von der Größe eher überschaubar und mit „nur“ neun Spielgeräten ausgestattet bietet er eine ganz besondere Kulisse, die das Herz jedes Langeoog-Freundes höher schlagen lässt. Denn das Wahrzeichen der Insel, der ­Wasserturm, wurde hier in Miniaturausführung als Kletterhaus mit Rutsche nachgebildet. Steht man als Besucher an der richtigen Position, kann man den kleinen und großen Wasserturm gemeinsam fotografieren.
Natürlich sind auch am Kavalierpad die Klassiker wie Schaukel und Wippe zu finden. Der Schwerpunkt aller Installationen liegt aber im Bereich Klettern. Dazu laden die verschiedenen ­Holzgeräte ein, die in Form einer Inselbahn-Lokomotive, eines Waggons und der Inselfähre „Langeoog IV“ gestaltet sind. ­Ergänzt wird das Angebot durch eine kleine Kletterwand. Die Lage dieses Spielplatzes macht ihn gleichzeitig so besonders. Es ist nicht nur der bereits erwähnte Blick auf die „zwei Wassertürme“, sondern auch die unmittelbare Nähe zum Hauptbad sowie der Gastronomie in den „bunten Buden“.
Eher klein und überschaubar ist der dritte Spielplatz im Bunde, der sich gleich neben dem Seglerheim „Kajüte am Hafen“ ­befindet. Hier wurde unlängst neues Spielgerät aufgestellt. Dieser Platz direkt am Seglerhafen ist in privater Hand. Er wird, bedingt durch die Lage, vorwiegend von Kindern der anliegenden Skipper benutzt. Generell steht er aber auch der Öffentlichkeit zur Verfügung und fällt damit unter die Kontrolle der Inselgemeinde.
Regelmäßiger Check auf Sicherheit
Die überprüft in regelmäßigen Abschnitten die Sicherheit und Funktionstüchtigkeit aller Spiel- und Klettergeräte auf den drei Plätzen. „Im Sommer findet dieser visuelle Check alle 14 Tage statt“, sagt Hartmut Börgmann. Hinzu kommt einmal jährlich die große Spielplatzprüfung. Bei dieser Hauptinspektion überprüft ein Fachmann nicht nur die Standsicherheit von Pfosten, Holzteile auf innere Schäden und mögliche Fäule, Verschließteile, Verbindungsteile, Schrauben und Gelenke, sondern begutachtet auch die allgemeine Betriebssicherheit von Geräten, Fundamenten und Oberflächen. Die Geräte werden auf Korrosion und Verrottung untersucht, ebenso wie die Einfriedung des Platzes an sich.
Hartmut Börgmann kann mit der diesjährigen Hauptuntersuchung mal wieder zufrieden sein, klopft dreimal auf Holz: „Bis auf wenige Kleinigkeiten, die wir schnell beheben können, wurde nichts beanstandet, was sicherheitsrelevant ist und die Benutzung der Geräte einschränken würde.“ -Utk-

„Tolle Stimmung schon beim Aufbau“

37. Strandvolleyball-Mixed-Turnier im Juni erfolgreich – „Langeooger Strandhasen“ gewinnen Turnier
Blauer Himmel, beste Stimmung: In gelöster Atmosphäre ging das 37. Langeooger Strandvolleyball-Mixed-Turnier am 18. und 19. Juni am Hauptbad vonstatten. Insgesamt hatten sich 43 Teams angemeldet. Lokalmatadoren waren die „Langeooger Strandhasen“ und das Team des TSV, die weiteste Anreise hatten die „Bayern Bazies“ aus Maisach nahe München.
Den Begrüßungsreigen am Samstag um 11 Uhr eröffnete Tourismusmanager Nils Jenssen, der den gut vorbereiteten Strand lobte und auf „tolle Hechtbagger und Blocks“ hoffte. Er blickte kurz in die Annalen des 1985 von Hans-Jörg „Atze“ Numrich ­begründeten Turniers. Seit 20 Jahren, sprich: 2002, wird das Turnier von Klaus Kremer und Team geleitet.
Lobende Worte für den „wunderbaren Strand“ fand auch Heiko Recker, der „seinem“ TSV-Team die Daumen drückte und dem Turnier einen verletzungsfreien Verlauf wünschte. Der TSV-Chef dankte dem Orga-Team und allen Helfern sowie dem Tourismus-Service als Koordinator des Events, namentlich Thomas Pree. Turnierleiter Klaus Kremer schließlich erläuterte den Spielmodus und gab den Startpfiff zur ersten Runde.
Jedes Spiel lief über zwei Sätze zu zehn Minuten, wobei nach den Volleyball-Mixed-Regeln jede Mannschaft je zur Hälfte aus Frauen und Männern zu bestehen hatte. Das Team um Klaus Kremer hatte gut zu tun: Da an dem Wochenende in drei ­Runden alle 43 Ränge ausgespielt wurden, kam es auf den 14 Volleyballfeldern zu rund 150 Begegnungen. Ums Ganze ging es dann ab 10 Uhr am Sonntag in der dritten Runde. Im spannenden Finale setzten sich die „Langeooger Strandhasen“ gegen „Die Greifen“ aus Greifswald durch. Platz 3 belegten die „Bayern Bazies“, auf den Rängen gefolgt vom VBC Beckum und „Makkabi“ Hamburg. Die Siegerehrung mit Verleihung des Wanderpokals fand vor dem Bahnhof statt. – Das nächste Turnier ist für den 17. und 18. Juni 2023 angesetzt. -köp-
„Viele Gedankenspiele“
Seine Sicht auf das 37. Strandvolleyball-Mixed-Turnier schildert Turnierleiter Klaus Kremer im „Utkieker“-Interview:
Wie liefen die Vorbereitungen?
Die liefen sehr entspannt, die Teams hatten sich sehr frühzeitig  angemeldet. Bis zuletzt haben wir natürlich gehofft, dass das  48er-Feld noch komplett wird, aber am Ende blieb es bei 43 Mannschaften. Das bedeutete viele Gedankenspiele, wie man bei dieser Primzahl einen geeigneten Modus finden kann. Am Ende hat aber alles ganz gut geklappt. Corona spielte diesmal, ganz im Gegensatz zum Vorjahr, als erst im letzten Moment klar wurde, dass wir würden spielen können, keine Rolle.
Und wie war der Ablauf, wie die Stimmung?
Es ist jedes Mal ein großer Moment für uns, wenn wir die Teams offiziell begrüßen können. Dann ist die viele Arbeit der Vorwochen vergessen und der Funke springt sofort über. Schon beim Aufbau am Freitag war die Stimmung toll. Sehr viele waren dabei und im Handumdrehen stand alles. Das Turnier lief glatt durch, das Wetter spielte toll mit, der Zeitplan passte und alle hatten Riesenspaß. Am Ende haben wir uns natürlich bei aller Überparteilichkeit über den Sieg der „Strandhasen“ gefreut, bei denen mein Sohn Philipp mitspielt. Sie hatten zuletzt mehrfach im Finale verloren und waren mal wieder dran. Aber nach elf Jahren Pause haben die „Bayern Bazies“ ebenso gezeigt, dass mit ihnen wieder zu rechnen ist. Wie auch „Die Greifen“, die leider im ersten Spiel beim ersten Ballwechsel großes Verletzungspech hatten.
Die Resonanz der Teams?
Es gibt eine WhatsApp-Gruppe der Mannschaftsführer, in der die tolle Stimmung des Wochenendes noch Tage danach zu sehr viel positivem Feedback führte. Viele haben sofort wieder Unterkünfte gebucht. Das tut gut.
Im Vorjahr 32 Teams, diesmal 43: Ist wieder Luft nach oben?
Wir möchten immer, dass alle spielen. 2021 war eine besondere Situation: Wir waren nicht davon ausgegangen, spielen zu können. Als es doch möglich war, hatten wir mit einem Mini-Turnier gerechnet, vielleicht acht Mannschaften. Da waren 32 Teams eine Sensation für uns. Nun freuen wir uns schon auf 2023 und hoffen dann auf 48 Teams – den Modus kann man gut handeln. Aber wir nehmen es, wie es kommt.
Vielen Dank für das Gespräch!

Abschied vom Wasserturm

„Mit dem Herzen gut gesehen“: offizielle Verabschiedung von „Türmer“ Jonny Vestering am 17. Juni 2022
Abschiedsfeier auf dem Wasserturm. Es ist etwas windig an diesem Vormittag, aus dem bewölkten Himmel fallen vereinzelt Regentropfen – ein paar Tränen gehören bei einem Abschied wohl dazu. Fast 28 Jahre lang hat Jan-Gerhard Vestering, den alle liebevoll nur „Jonny“ nennen, „seinen“ Wasserturm betreut. Einen Dienst, der im Frühjahr 2022 endete und den der 85-jährige Insulaner stets mit Leib und Seele ausgefüllt hat. Daher befand die Inselgemeinde, dass Jonny auch nicht „einfach so“ gehen sollte. Und lud kurzerhand zu einer offiziellen Verabschiedung ein. Die fand am Freitag, 17. Juni statt, im Rahmen einer kleinen Feierlichkeit.
Und so füllte sich um 11 Uhr die Plattform rund um den Wasserturm: Familie, Freunde, Stammgäste, Vertreter aus Rat und Verwaltung, kurz: Weggefährten – sie alle kamen zu der Feierstunde. „Einerseits bin ich gern hier, um einen würdigen Abschied zu gestalten. Andererseits aber auch ungern, denn: Was wäre der Wasserturm ohne Jonny?“, begann Bürgermeisterin Heike Horn ihre Ansprache, in der sie die        Tätigkeit des Geehrten beleuchtete.
Als er 1994 aufgrund einer Sehschwäche vorzeitig in Ruhestand gehen musste, habe Jonny sofort den Wasserturm „erobert“ und seine Begeisterung an die Gäste weitergegeben. Lange Zeit, so die Bürgermeisterin, habe er dafür gesorgt, dass rund 800.000 Gäste das Langeooger Wahrzeichen „live erlebt“ hätten. Bekannt sei er auch, mit beeindruckender Bilanz von 1.500 Toren, als Langeooger Fußball-Legende: Nach ihm seien das TSV-Stadion und die Straße dorthin benannt. „Folgerichtig wurde er 2009“, so Heike Horn, „von meinem Vorvorgänger Hans Janssen ‚vom Stürmer zum Türmer‘ ernannt.“
Im Wasserturm habe Jonny den Gästen alles Wissenswerte über Langeoog erzählt und sie so mit dem Herzen über die Insel geführt. „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, zitierte Heike Horn den Roman „Der kleine Prinz“. Und schloss mit einem herzlichen Dankeschön: „Jonny, Du bist verewigt in allen Herzen!“ Anschließend überreichte die Bürgermeisterin dem scheidenden Türmer eine gehaltvolle Torte mit Wasserturm-Motiv.
Die passende musikalische Begleitung der Feierstunde besorgten Eva Funke, Ursel Reinboth und Herbert Burmester von den Langeooger Dünensängern. Während der offiziellen Verabschiedung war der Wasserturm nicht zugänglich. Doch Gelegenheit gab es für Gäste gleich im Anschluss: Zahlreiche Besucher strömten nach oben, um die Aussicht zu genießen und sich von „ihrem“ Jonny zu verabschieden. Der hatte für sie noch eine Überraschung parat: Autogrammkarten als kleines Präsent zur Erinnerung.
Jonny Vestering: Ein Mann – ein Turm
Zwei Gebäude prägten Jonny Vesterings Leben – und er prägte sie. 1937 geboren, war der gelernte Maler von 1961 bis 1994 als Hausmeister der Inselschule tätig. Ganzen Generationen des Langeooger Nachwuchses galt er als väterlicher Freund und – Stichwort Fußball – sportliches Vorbild. Nachdem ihn ein Augenleiden vorzeitig in den Ruhestand zwang, nutzte er diesen sinnvoll – in „seinem“ zweiten Gebäude. „Herr des Wasserturms“ wurde Jonny Vestering im August 1994. Erst im Vormonat hatten ihn, bei seiner offiziellen Verabschiedung, der damalige Gemeindedirektor und dessen Stellvertreter angesprochen: Ob er nicht Lust habe, den Wasserturm zu betreuen? Er hatte. Und trat zügig den Dienst an.
Den Wasserturm kennt Jonny Vestering in- und auswendig: „1909 wurde er eingeweiht, vom Boden bis zur Spitze misst er 18 Meter. Der 100.000-Liter-Behälter versorgte bis 1996 die Insel mit Wasser“, nennt er die Antworten auf die häufigsten Fragen zahlloser Gäste.
Zum Wasserturm gehören auch schöne Geschichten, wie Jonny zu erzählen weiß. Just am Beginn seiner Türmer-Karriere etwa hatte hoch oben auf dem insularen Wahrzeichen ein ­junger Mann seiner Liebsten einen Heiratsantrag gemacht: „Im Oktober 2019 kam das Paar wieder, um auf Langeoog seine Silberhochzeit zu feiern.“ Der Wasserturm als Ehestifter …
Manch ein Gast fragte auch etwas enttäuscht: „Kennen Sie mich nicht mehr? Ich war doch vor fünf Jahren bei Ihnen auf dem Turm.“ In solchen Fällen bat Jonny Vestering um Verständnis, dass er bei bis zu 30.000 Besuchern pro Jahr nicht jedes ­Gesicht im Gedächtnis behalten konnte.
Den nötigen Überblick hatte der Turmwärter dennoch: dank zehn großer „Eintrittsscheiben“, die er an die Aufsteiger verteilte und beim Verlassen wieder einsammelte. Mitunter gefiel es einigen Besuchern oben so gut, dass sie, zum Missfallen der unten Wartenden, das Herunterkommen „vergaßen“. Dann war es an Jonny Vestering, die Säumigen höflich herab auf den „Boden der Tatsachen“ zu holen.
Nun hat Jonny Vestering wieder mehr Zeit für seine Frau Christa, mit der er seit 1958 glücklich verheiratet ist. Dann ­wartet zu Hause noch der Garten, in dem übrigens ein kleiner Wasserturm steht. Apropos: Vermisst er die „Türmerei“? Im Notfall würde er selbstverständlich einspringen, sagt Jonny Vestering diplomatisch. „Ich habe mich im Wasserturm immer wohlgefühlt. Er war mein zweites Zuhause“, bekennt er. „Der Weg dorthin, die Stufen hinauf und herab, das war mein tägliches Training.“ Und: „Ich möchte allen Gästen danken, die in der ­langen Zeit auf den Turm gekommen sind. Und mit denen mich viele Erlebnisse verbinden.“ -köp-

Was für ein Theater!

Frischer Wind im Unterricht: Theaterprojekt an der Inselschule
Kurz vor den Sommerferien gab es sehr viel frischen Wind an der Inselschule: Mit dem Theaterpädagogen Stefan Falk-Jordan aus Karlsruhe kamen neuer Input, frische Ideen und viel Spaß am Theaterspielen nach Langeoog. Vom 7. bis 16. Juni sah der Unterrichtsalltag für die Inselschüler*innen anders aus: Statt Deutsch, Mathe oder Englisch zu büffeln, konnten sich immer zwei Klassen zusammen spielerisch ausdrücken.
Bereits im Vorfeld waren 100 Papphocker bestellt worden, die – fertig aufgebaut – für ein stetig wechselndes Bühnenbild sorgten. Mal wurden sie als Tresen genutzt, mal stellten sie einen Strandkorb dar, wurden ein Aufnahmestudio und vieles mehr. Über das Projekt hinaus werden die Hocker in späteren Kunststunden zu individuellen Sitzmöbeln gestaltet.
„Theater“ auf dem Stundenplan
Alles fing damit an, dass der Karlsruher Theaterpädagoge, der schon früh eine große Liebe zu Nordseeinseln entwickelt hatte, Kontakt zur Inselschule Langeoog aufnahm. Während der Pfingstferien in Baden-Württemberg wollte er sich über die Landesgrenzen hinaus auf Langeoog mit seinen Ideen einbringen. Lehrerin Petra Ahrenholz, die selbst zwölf Jahre in der Nähe von Karlsruhe „im Ländle“ gearbeitet hatte, war gleich ­begeistert und kümmerte sich um die Koordination. So wurde extra ein Theaterstundenplan aufgestellt, damit alle Klassen gleichermaßen von dem Projekt profitieren konnten.
Zudem wurde die Kooperation mit einem kulturellen Verein angebahnt: Dies war eine Voraussetzung der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e.V. (LKJ), damit das Projekt durch Fördermittel unterstützt werden konnte; die LKJ ist Kooperationspartner des Zukunftsprogrammes „Startklar in die Zukunft“ des Landes Niedersachsen. Der nötige kulturelle Verein fand sich glücklicherweise mit dem Langeooger Shantychor „de Flinthörners“: Er erklärte sich sofort bereit, das schulische Projekt zu unterstützen.
Während der Vorbereitungsphase gab es für alle Klassen ein übergeordnetes Thema, zu dem sie ihre Theaterideen entwickeln konnten: Es lautete „Wandel“. Tipps von       Stefan Falk-­Jordan gab es natürlich auch genügend: Wo steht man am besten auf der Bühne? Was mache ich, wenn jemand zu leise spricht oder sogar seinen Text vergessen hat? Für solche und weitere Fallstricke hatte der Profi die passenden Rezepte parat. So beschlich niemanden das Gefühl, allein gelassen zu werden.
„Vorhang auf!“ – der große Tag
Als mit dem 17. Juni der große Tag der Aufführung näher kam, mussten dennoch kurzfristige Änderungen angegangen ­werden. Coronabedingt fielen einige Schüler*innen und auch Lehrerinnen aus. So wurde die Aufführung, um den nötigen Abstand wahren zu können, kurzerhand von der Aula in die Turnhalle verlegt. Eine Stunde lang gab es dann vier überaus kurzweilige Stücke zu erleben.
Die Klassen 1 und 2 thematisierten den Wandel der Jahres­zeiten auf Langeoog – und zwar mit allen Vor- und Nachteilen, die Sommer und Winter den Restaurantbesitzern, den Lieferanten und auch den Kindern auf der Insel zu bieten haben. Am Ende stellten die Protagonisten gar mit Schrecken fest, dass sie offenbar in einer Zeitschleife gelandet waren.
Den Klassen 3 und 4 ging es um den Wandel bei Freundschaften. Kritisch, aber auch humorvoll wurde beleuchtet, wie sich Ausgrenzung anfühlt und was dagegen unternommen werden kann. Zwischendurch flatterte immer mal wieder eine Möwe in die Szene, die mit dem Eisverkäufer eine Vereinbarung ­getroffen hatte: mehr Eis für sie, mehr Umsatz für ihn!
Die Klassen 5 und 6 warfen einen Blick in den Schulalltag. Aus dem Leben gegriffen ging es darum, warum nicht deutschsprechende Schüler ein Handy benutzen dürfen, andere dafür aber Ärger bekommen, und wie eine SV-Sitzung eigentlich abläuft. Ein weiteres Thema war die Erwartung an eine geschriebene Mathe-Arbeit – und wie sich alles wandelt, wenn die Lehrerin die Klausuren zurückgibt.
Die Klassen 7 und 8 hatten von Anfang an ein lustiges Stück im Sinn: Sie zogen das Publikum in und hinter die Kulissen eines Filmstudios. Auf der einen Seite kämpften die Akteur*innen mit Ärgernissen im Alltag eines Kaufladens. Auf der anderen Seite trieben Störungen durch Pizzaboten, renitente Scheinwerfer oder ins Bild ragende Mikrofone das Filmteam in Richtung Wahnsinn. Zu guter Letzt reichte es der Beleuchterin mit fleischhaltiger Pizza und Döner: Sie bestellte veganes Sushi für alle!
Die 9. Klasse kam indes über Vorüberlegungen nicht hinaus, da ein plötzlicher hoher Krankenstand die Proben unmöglich machte. Die Idee war aber vielversprechend: Es ging um die Entwicklung vom Affen zum Menschen, der schließlich seine Erfindungen nutzt, um andere Planeten zu erkunden. Derweil überlegen die auf der Erde verbliebenen Menschen, ob es überhaupt so eine gute Idee war, die Bäume zu verlassen.
Wandel – ein Thema, viele völlig unterschiedliche Ideen und Umsetzungen. Selbst Schüler*innen mit sprachlichen Defiziten waren eingebunden und gingen in ihren Rollen auf. Das kann man wohl einen vollen Erfolg nennen! Zum Abschluss waren sich alle einig: „Das wollen wir nächstes Jahr unbedingt wiederholen!“
Dieses und weitere Projekte finden Interessierte auf der Schul-Website www.inselschule-langeoog.de im Internet. -ut-

Einmal Zeltlager – immer Zeltlager

25 Jahre Langeoog-Fahrt: Oldie-Gruppe besuchte wieder Zeltlager der Sportjugend
Seit 25 Jahren fahren wir als Oldie-Gruppe nach Langeoog. Das Besondere dieser Gruppe ist, dass nur mitfahren darf, wer als Kind das Zeltlager der Sportjugend Niedersachsen (SJN)  an der Melkhörndüne besucht hat. Die meisten von uns waren in den Sechziger- und Siebzigerjahren auf der Insel. Die Erinnerung an diese Aufenthalte ist auch nach Jahrzehnten so positiv, dass sich ehemalige 1997er-Teilnehmer aus Scheeßel, Rotenburg und Sottrum (alles Landkreis Rotenburg/Wüm­me) in diesem Jahr wieder auf den Weg ins SJN-Zeltlager machten. Ihr Eindruck: Manches hat sich verändert, doch vieles ist noch so wie in der Erinnerung.
In diesem Jahr fand die Fahrt vom 13. bis 15. Mai statt. Nachdem der ehemalige Organisator Albert Eggert verstorben war, hatte sich das alte Organisationsteam aufgelöst; ein neues wurde gebildet. Im vorigen Jahr unterbreitete der Lagerverantwortliche Karsten Pümpel die Möglichkeit, wieder im Zeltlager zu wohnen. Sofort war die Begeisterung groß und es wurde beschlossen, gleich 2022 zu fahren.
Angereist sind wir mit 18 Personen im Alter von 55 bis 78 Jahren, die aus allen Teilen Deutschlands kamen. Denn wenn es ins Zeltlager Langeoog geht, dann ist uns kein Weg zu weit. Und obwohl viele schon im Rentenalter sind, blieben wir dem Sport treu. Jeder übt eine Sportart aus und die meisten sind in irgendeiner Funktion im Sport tätig. Das trägt uns.
Freundlicher Empfang und freies Programm
Nach 25 Jahren hat die Fahrt einen festen Ablauf: Angereist wird immer mit dem Bus nach Bensersiel. Sobald wir das Schiff betreten, ist die Stimmung ausgelassen und entschleunigt. Am Hafen Langeoog angekommen, wurden wir mit einem Pferdefuhrwerk zu einer Inselrundfahrt abgeholt. Danach wurden die Räder gemietet, denn ohne geht auf der Insel nichts.
Im Zeltlager wurden wir sehr freundlich aufgenommen. Karsten Pümpel und sein Team sind auf viele unserer Wünsche eingegangen und haben uns einen unvergesslichen Aufenthalt ermöglicht. Schon dadurch und natürlich auch durch das wunderbare Wetter hat sich jeder wohlgefühlt.
Die Tage sind dadurch gekennzeichnet, dass wir ein freies Programm haben. Es finden sich immer einzelne Gruppen zusammen, die für jeden offen sind. Dazu gehört der Aufenthalt am Abend auf der Melkhörndüne, der Strandspaziergang in den Ort oder zur Meierei, Shoppen im Ort, Radrundfahrt über die Insel zum Hafen (mit Stopp bei der „Kajüte“) oder Aufenthalt im Zeltlager und in Erinnerung schwelgen.
Die Zeit geht für uns immer viel zu schnell zu Ende. Vor der ­Abreise aus dem Zeltlager haben wir den nächsten Aufenthalt bereits gebucht. Wir kommen 2023 wieder auf die Insel.
-Solveigh Schröder-

„Die Kehle muss gut geölt werden“

„Strandkorb“-Interview mit Herbert Burmester, 
dem Leiter des Dünensingens 

Er singt im Langeoog-Chor „De Likedeeler“, spielt Akkordeon und leitet seit 2003 das beliebte Dünensingen auf der Insel – Herbert Burmester. Auf seinem E-Bike fährt er mit Akkordeon und Verstärker im Fahrradanhänger noch bis Mitte Oktober dienstags ins Dünental zwischen Wasserturm und Hauptbad. Dieses Jahr wird der gebürtige Wilhelmshavener 83. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht.

Was bedeutet Ihnen Musik? 
Musik ist gut für die Leute und für mich auch. Musik ist gut für die Seele und beruhigt. Beim Dünensingen machen wir Volksmusik, in Schulen wird diese, denke ich, nicht mehr unterrichtet. Wir verbreiten das weiter. Es ist schön, wenn ein Kind zu mir kommt und fragt: „Machst du heute wieder ,Wir lagen vor Madagaskar’?“

Seit wann spielen Sie Akkordeon?
Ich war Anfang, Mitte 30 als ich die Chance hatte, ein gebrauchtes Akkordeon zu kaufen. Das Spielen habe ich mir alleine beigebracht. „Hänschen klein“ habe ich rauf und runter gespielt. So fing das an. Ich brauche keine Noten. Ich habe nach Gehör gelernt. Aus dem Bauch raus. Musik liegt ein wenig in den Genen. Meine Mutter hat gesungen, ein Instrument konnte sie sich nicht leisten. Das war damals richtig teuer.

Wie sind Sie zum Dünensingen gekommen? 
Das Dünensingen gibt es seit fast 60 Jahren. Mein Vorgänger spielte Gitarre, bei schlechtem Wetter musste es dann immer ausfallen. Das war anscheinend recht häufig. Wir kamen ins Gespräch und dann ging es ganz schnell. Nächstes Jahr mache ich es seit 20 Jahren.
Am Anfang fand das Dünensingen noch in einer Mulde statt. Ich stand in der Mitte und die Leute drumherum. Ich bin damals zwischen den Leuten gelaufen, damit jeder was hören konnte, sie saßen da ja nicht eng zusammen. Mein großes Akkordeon wiegt 30 Kilo, das kleine 25. Da sagte ich mir, das musst du anders machen und besorgte mir eine Box mit Lautsprecher.

Wie hat sich das Dünensingen im Laufe der Jahre entwickelt? 
Sehr gut. Es hat sich bei den Gästen rumgesprochen. Die Resonanz ist gewaltig geworden. Es wird auch gut beworben, vielleicht war das damals nicht so ausgeprägt.

Wie gehen Sie bei der Auswahl der Lieder vor? 
Es gibt das Langeooger Liederbuch. Das wird gerade neu gemacht. 50 Lieder sind dann dabei. Das Dünensingen dauert eine Stunde, da können wir um die 20 Lieder singen. Viele sind Lale-Andersen-Lieder, da warten die Leute auch drauf.
Zwei schnelle und dann drei langsame Lieder zum Runterkommen im Wechsel. Die Lieder sind nummeriert. Wir fangen immer mit „Hoch auf dem gelben Wagen“ an, dann kommt „Eine Seefahrt, die ist lustig“ und als drittes ein Seemannslieder-Potpourri.
Mein Lieblingslied ist „Wo die Nordseewellen…“ – das ist sehr bekannt, kennen alle, sogar die Bayern und es gibt sogar eine kölsche Version. Ein, zwei Lieder für Kinder sind jedes Mal auch dabei. Und am Schluss kommt immer „Lili Marleen“ von Lale Andersen.

Was ist das für Sie Besondere am Dünensingen? 
Im Sommer ist die Stimmung einzigartig! 600, 700 Leute kommen in der Hochsaison, mit Polsterkissen und Wolldecken. Vor Corona waren 180 Kinder dabei. Das weiß ich so genau, da ich einen Sponsor für kleine Päckchen Süßigkeiten habe und an dem Tag genau 180 Päckchen dabeihatte, die dann alle weg waren. Manche Gäste sagen, dass sie nur auf die Insel kommen, weil es das Dünensingen gibt. Ob das der alleinige Grund ist… Es freut mich natürlich. Und am schönsten ist es, wenn die Sonne scheint!
Dann gibt es auch lustige Begebenheiten: Ein Gast brachte mal seine Gitarre mit. Zwölf Saiten hatte diese. Zehn rissen während des Spielens ab. Aber er hat immer weitergemacht. Oder die zwei kleinen Jungs mit ihren aufblasbaren Gitarren, die sie nicht spielen konnten, aber die sich dann damit gekloppt haben.

Wie haben Sie die Corona-Zeit auf der Insel erlebt? 
Das Dünensingen war ja nicht möglich. Zusammen mit Eva Funke, sie ist auch im Chor „De Likedeeler“ und spielt seit fünf Jahren Akkordeon beim Dünensingen, habe ich für soziale Einrichtungen musiziert und Spenden gesammelt. Letztes Jahr für das Ahrtal. Wir haben auch für die Stiftung der Inselkirche „Musik auf Langeoog“ gespendet, für das Jugendhaus, die DGzRS. Einmal die Woche machen wir das weiterhin, wenn es nicht regnet und zu kalt ist.
Im letzten Jahr haben wir dann, statt des Dünensingens, Musik für Gäste, die hier waren, im Ortskern gespielt. Wenn die Leute Musik hören, bleiben sie stehen. Ans Abstandhalten mussten wir dann erinnern. Viele Genehmigungen brauchte es auch.

Sie sind gebürtig aus Wilhelmshaven. 
Wie kam es, dass Sie auf die Insel gezogen sind? 
Ich habe 30 Jahre in Wilhelmshaven in einer Maschinenbaufirma gearbeitet. Als diese Insolvenz anmelden musste, habe ich nach einer neuen Stelle gesucht. In einem Radio-Spot habe ich gehört: „Auf Langeoog wird ein Fahrradmechaniker gesucht“ – da habe ich mich bei dem Verleih beworben. Als ich mich dort vorstellte, hieß es: „Sie können gleich hierbleiben!“ Das war 1997. So bin ich dann hier gelandet.

Wie hat sich die Insel im Laufe der Jahrzehnte ­verändert? 
Baulich hat sich einiges verändert, aber so lange es im Rahmen bleibt, ist es in Ordnung. Es ist nichts Extravagantes entstanden.

Was bedeutet Ihnen Langeoog? 
Der Slogan der Insel ist: „Die Insel fürs Leben“. Das ist sie auch. Ich habe alle anderen ostfriesischen Inseln gesehen, mit dem Chor sind wir immer auf einer anderen gewesen. Sie gefallen mir auch, außer die Inseln auf denen Autos fahren. Jede Insel hat ihr Flair. Hier ist es am schönsten.

Haben Sie ein Lebensmotto? 
Die Kehle muss gut geölt werden. Am besten ist klares Wasser, nix Süßes. Ich hoffe, ich kann das Dünensingen noch ein paar Jährchen machen. So lange es mir gut geht, kann es noch eine Weile so bleiben.

Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Insel? 
Langeoog ist ein Ort. Ein großer Ort.
Und auch der Balkon, der zu unserer Wohnung gehört, ist einer meiner Lieblingsorte. Ich bin ein Blumenfreund. Auf Langeoog sammle ich gerne Holunder- und Brombeeren – wo verrate ich aber nicht! Daraus mache ich dann Marmeladen, die ich verschenke, aber auch für mich selbst.

Was wünschen Sie sich für Langeoog? 
Dass viele Gäste kommen und auch viele mit Kindern, die gehören dazu. Ansonsten: gutes Wetter, aber das wünschen wir uns ja alle.
Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für Sie!

-jeg-

Langeooger Dünensingen 
Das Dünensingen mit Herbert Burmester und Eva Funke findet noch bis Mitte Oktober jeden Dienstag im Dünental unterhalb des Wasserturms statt. Bei Regen wird unter dem Dach vor der Apotheke gesungen. Beginn ist noch bis einschließlich 9. August um 20 Uhr.

„Kino war schon immer mein Baby“

Nach zwei Jahren coronabedingter Schließung 
hat das „Windlicht“ Kino wieder geöffnet 

Casablanca, Fluch der Karibik, Pippi Langstrumpf – Kinoplakate und Fotos von Schauspielern in allen Größen hängen an den Wänden im Bistro des „Windlicht“, dem Kino-Restaurant Langeoogs. Früher diente der Raum als Kinosaal. Früher, das war 1972. Damals erwarben Stephanie Meeskes Eltern das Haus von der Tante ihrer Mutter. Sie hatten zuvor das Kino in der Barkhausstraße geleitet. „Hier machten sie dann ihr eigenes Kino und Restaurant auf“, sagt Stephanie Meeske, die zusammen mit ihrem Mann Olaf das „Windlicht“ betreibt.

Kino-Leidenschaft vom Vater 
Im Laufe der Jahre wurde immer wieder an- und umgebaut. Eine überdachte Terrasse kam hinzu, das Restaurant im Wintergarten. Jahrzehntelang gab es einen großen und einen kleinen Kinosaal. „In den letzten zwei Jahren hatten wir das Kino komplett zu gehabt“, blickt Stephanie Meeske auf die coronabedingte Schließung zurück. Jetzt haben sie wieder auf. „Wir haben uns entschieden, den kleinen Kinosaal nicht mehr zu nutzen, aber im großen Saal können wir endlich wieder Filme zeigen“, so die gelernte Hotelfachfrau.
„Kino war schon immer mein Baby“, sagt sie. Die Leidenschaft hat sie von ihrem Vater. „Er hat mir das Kino in die Schuhe geschoben. Ich bin im Haus groß geworden. Als Kind habe ich mit meinem Vater am 35-mm-Film gespielt. Hier sind Erinnerungen an meine Eltern und Großeltern.“
Ihr Vater habe immer zu ihr gesagt: „Du musst dir einen Ehemann suchen, der Koch ist und auf der Insel leben mag.“ Dass es dann so kam, damit hätte sie nicht gerechnet. 1991 lernten sie sich kennen. Ihr Mann, der als Koch eine Weile in der Schweiz gearbeitet hat, habe damals gar nicht gewusst, dass es eine autofreie Insel in Deutschland gibt. „Du nimmst mich doch auf den Arm, hatte er gesagt“, erinnert sie sich. 2021 feierten sie ihre Silberne Hochzeit.
Sechs Tage die Woche haben Restaurant und Kino geöffnet. Die Kinovorführungen macht Stephanie Meeske. „Wir zeigen Mainstreamfilme gemixt mit Arthouse. Alle zwei Tage ist Programmwechsel. Ein Kinderfilm ist immer dabei“, sagt sie. 90 Plätze hat der Kinosaal. „Wir zeigen den Film aber auch, wenn nur eine Person im Saal wäre.“ 2011 sind sie weg von der Filmrolle auf die digitale Technik umgestiegen. „Das ist deutlich einfacher“, so Meeske. In naher Zukunft wollen sie auf Download umsteigen. An die Zeit der Filmprojektoren erinnert das Kinofoyer: mehrere alte Projektoren sind in diesem ausgestellt.

Popcorn, Nachos und Reibekuchen
Im Bistro steht die Popcornmaschine, Nachos, Eis und Getränke werden für die Filmvorführungen ebenfalls angeboten. Im Restaurant haben sie neben der Abendkarte eine feste Karte fürs Mittagessen – jeden Tag ein anderes Gericht. „Schon immer gibt es donnerstagmittags Reibekuchen“, sagt Stephanie Meeske. Mittwochs ist ihr Ruhetag, da schälen sie und ihr Mann dann Kartoffeln. „30 bis 40 Kilo Kartoffeln sind es.“ Zum Schälen brauchen sie etwa eineinhalb Stunden.
Welchen Film Stephanie Meeske am liebsten schaut, wenn sie mal Zeit hat? „Club der toten Dichter“, sagt sie. „Den kann ich mir immer wieder angucken!“

-jeg-

Kino-Restaurant „Windlicht“
Am Hospizplatz 7 | 26465 Langeoog
Telefon: 049 72 – 92 250
E-Mail: info@windlicht-langeoog.de