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„Virtuose Fingerspiele an der Orgel“

Konzert mit Dr. Thomas Schnabel am 18. August 
um 20 Uhr in der kath. Kirche St. Nikolaus
Zu Gast in der St.-Nikolaus-Kirche ist Dr. Thomas Schnabel, der bekannte Waidhofner Dirigent, Korrepetitor, Kirchenchorleiter und Organist. Das Programm gestaltet er mit Orgelwerken von Georg Muffat, Dieterich Buxtehude, Domenico Zipoli, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Alexandre Guilmant und weiteren. Zeitlich ist damit ein Rahmen von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts abgesteckt. Einen Höhepunkt des stilistisch vielfältigen Programmes bilden die Ricercare zu den Festkreisen des Kirchenjahres aus „Ariadne Musica“ von Johann Kaspar Ferdinand Fischer. Das Ricercar ist eine Form der Instrumentalkomposition der Spätrenaissance und meist des Frühbarocks.
Weiterhin kommt neben Bachs Choralvorspiel „Vater unser im Himmelreich“ und seiner „Fantasie in c-Moll“ auch die Doppelfuge „Kyrie eleison“ aus Mozarts letzter Komposition, dem „Requiem in d-Moll“ (KV 626), zu Gehör. Obwohl es nur zu etwa zwei Dritteln tatsächlich von Mozart stammt, ist es eines seiner beliebtesten und am höchsten eingeschätzten Werke. Den Abschluss des Programmes bilden eine „Toccata C-Dur“ (1954) des Waidhofner Komponisten Heimo Freunthaller und die „Sortie f-Moll“ von Leon Boellmann.
Dr. Thomas Schnabel studierte neben seiner naturwissenschaftlichen Ausbildung (Biologie, Paläontologie) die Fächer Klavier, Gesang, Fagott und Musikpädagogik an der Musikhochschule Wien. Seit 1987 ist er Organist in der Pfarrkirche Zell/Ybbs, seit 1989 Leiter des dortigen Kirchenchores. 1994 wurde er Assis-tent und Korrepetitor beim Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, die ihm die Zusammenarbeit mit zahlreichen namhaften Dirigenten und führenden Sängern ermöglichte. 1996 zeichnete das Bundesministerium für Wissenschaft, Verkehr und Kunst Dr. Schnabel für seine künstlerischen Leistungen mit einem Würdigungspreis aus.
Das Orgelkonzert am Mittwoch, 18. August in der katholischen Kirche St. Nikolaus beginnt um 20.00 Uhr. Der Eintritt ist frei – um eine Spende wird gebeten.       -ut-

„Von Barock bis Boogie“

Zwei Konzerte mit dem Nordwestdeutschen Kammer-
ensemble am Sonntag, 15. August in der Inselkirche
Nach der begeisterten Resonanz der letzten Jahre konnten die Vollblutmusiker des renommierten Nordwestdeutschen Kammer-ensembles erneut für ein buntes Programm und kurzweiliges der Extraklasse gewonnen werden. Von festlich Barockem, einem stimmungsvollen Brahms-Intermezzo und Piazzolla-Tangos bis zu Filmmusik von Morricone führt die musikalische Zeitreise. Aber auch lässiger Swing und ein fetziger Boogie von einer neuen CD wird zu Gehör gebracht. Pfiffig Arrangiertes wird wie immer von Hansdieter Meier (Violine), Gunilt Gehl (Viola), Felix Meier (Violoncello) und Andreas Groll (Klavier) mit Spielfreude, Virtuosität und Charme dargeboten. Das vom Geiger locker-launig und informativ moderierte Konzert garantiert einen vergnüg-lichen musikalischen Hochgenuss für die ganze Familie und   begeistert nicht nur Klassikfreunde.
Wo immer sie auftreten, in Toronto, Miami, auf Kreuzfahrtschiffen oder in europäischen Konzertsälen – überall werden die Musiker von Publikum und Presse gelobt und gefeiert. Auch TV- und Rundfunksendungen (ARD Nachtkonzert, Radio Telefis Eire- ann, Dublin, Rundfunk Buffalo, New York, Radio St. Petersburg,  Indiana Broadcasting, Schweizer Rundfunk DRS, Zürich, NDR, WDR etc.) sowie CDs belegen die Qualität des Ensembles.
Unter dem Titel „Von Barock bis Boogie“ gastiert das Nordwestdeutsche Kammerensemble am Sonntag, 15. August in der Inselkirche. Beginn des ersten Konzertes ist um 19.00 Uhr, das zweite Konzert startet um 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, am Ausgang wird um eine Spende für die Stiftung „Musik auf Langeoog“ gebeten.       -ut-

Posaune und Orgel

Samstag, 8. August Inselkirche: Konzert mit Martin und Hermann Wilhelmi
In Corona-Zeiten sind gerade auch Orchester sehr eingeschränkt. Wie praktisch, dass man an der Orgel ein ganzes „Orchester“ an Orgelregistern bzw. Orgelklängen vor sich hat. Wie gut, dass es eine Fülle von „orchestraler“ Orgelliteratur gibt. Bach transkribierte genial das Vivaldi-Concerto a-moll, eine ganze Reihe von Orchesterwerken klingen richtig gut in Bearbeitung, auch Filmmusik z.B. von „Star Wars… Manche Orgelkompositionen tragen auch den Titel „Orgelsymphonie“ oder „Concerto“ und weisen so auf die Nähe zum Orchesterklang hin. Und Posaunenkonzerte werden ohnehin mit Orchester begleitet, in Langeoog allerdings auf der Orgel…
Mit diesem Konzept präsentieren Martin Wilhelmi (Posaune) und Hermann Wilhelmi (Orgel) ein schwungvolles, vielseitiges Programm mit Werken u.a. von Bach, Händel, Beethoven, Ferdinand David, Widor, Laundy Gröndahl, Johannes Matthias Michel, Herfried Mencke, John Williams u.a.
Martin Wilhelmi studiert Posaune an der Hochschule für Musik Karlsruhe bei Prof. Werner Schrietter und Prof. Brandt Attema. Er wurde jahrelang von Kurt Förster (Gießen, Bayreuth) unterrichtet und tritt in Auswahlensembles und solistisch auf.
Hermann Wilhelmi studierte an der Hochschule der Künste in Berlin, ist Oberstudienrat an der Liebigschule Gießen (Mittelhessen), Chorleiter und Chorleitungsdozent beim Hessischen Sängerbund, korrepetierte u.a. bei den Bad Hersfelder Festspielen und für verschiedene Gesangsklassen, tritt auch solistisch am Flügel und an der Orgel auf und war mehrfach Kurkantor auf Nordseeinseln, so auch auf Langeoog. Im September 2014 gewann er den ersten Preis beim Orgelwettbewerb der EKHN in Laubach.
Das erste Konzert am Sonntag, 8. August beginnt um 19.00 Uhr, das zweite um 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die Stiftung „Musik auf Langeoog“ wird gebeten. -ut-

Blockflöte und Improvisation

Solokonzerte mit Andreas Böhlen am Sonntag, 1. August in der Inselkirche
Gleich zwei Solokonzerte wird der Blockflötist Andreas Böhlen (Basel) auf Langeoog spielen. Alte Musik und Improvisationen erwartet die Zuhörer in der Inselkirche. Der Musiker wird spontan Variationen über Choräle und Lieder des 17. Jahrhunderts improvisieren, eine barocke Suite aus dem Stehgreif erfinden sowie Werke von Johann Sebastian Bach und Jacques-Martin Hotteterre zu Gehör bringen. Andreas Böhlen wird durch das Programm führen und somit einen spannenden Einblick in den Entstehungsprozess von Barockmusik geben. Auch für Kinder und Jugendliche ist dieses Konzert gut geeignet.
Andreas Böhlen, Jahrgang 1983, studierte am „Conservatorium van Amsterdam“ und schloss sein Bachelor­examen mit Auszeichnung ab. Es folgte ein Studium der Musikwissenschaften in Bologna. In Basel studierte er zudem historische Improvisationspraxis. Neben seiner Tätigkeit als ausführender Musiker nimmt Böhlen zunehmend Tätigkeiten als Forscher, Pädagoge und Kurator wahr. So hält er Vorträge zu aufführungspraktischen Themen und Improvisation und lehrt Blockflöte an der Kunstuniversität Graz und an der Zürcher Hochschule der Künste. Im September 2021 wird er als Professor eine Blockflötenklasse an der Schola Cantorum Basiliensis übernehmen.
Das erste Konzert am Sonntag, 1. August beginnt um 19.00 Uhr, das zweite um 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die Stiftung „Musik auf Langeoog“ wird gebeten. -ut-

„Musik ist Poesie“

Gitarrenkonzert mit Paolo Patané am Samstag, 7. August
um 20.30 Uhr in der kath. Kirche St. Nikolaus
Es ist ein Gedicht, wenn Paolo Patané zu seiner spanischen Gitarre greift und seine Eigenkompositionen zu Gehör bringt. Für ihn ist Musik Poesie, in die viel Autobiographisches und auch Philosophisches eingebunden ist. Was immer sich zwischen Himmel und Erde abspielt – der Esenser Künstler verleiht dem Geschehen Töne; mal heiter, mal melancholisch, angesiedelt in der Musikkultur unterschiedlichster Weltgegenden, virtuos ins Hier und Jetzt geholt. Kurze, geistliche Einschübe runden das Programm ab.
Paolo Patané wurde auf Sizilien geboren, lebt aber seit seiner Kindheit in Ostfriesland. Seine Liebe zur Musik entdeckte er schon früh, begann mit Cello-Unterricht, wechselte aber schon bald zur Gitarre, die ihn seitdem nicht mehr losgelassen hat. Der Weg führte von Rock und Pop hin zur Eigenkomposition. Im Zuge zahlreicher Konzerte in Ostfriesland und auf den ostfriesischen Inseln hat der Gitarrist und Interpret sich mittlerweile einen großen Bekanntheitsgrad erworben und eine treue Fangemeinde aufgebaut. Das Konzert am Samstag, 7. August in der kath. Kirche St. Nikolaus beginnt um 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei – um eine Spende wird gebeten.       -ut-

„Von guten Mächten“

Geistlicher Liederabend mit Stefanie Golisch 
am Samstag, 14. August in der St.-Nikolaus-Kirche
Dietrich Bonhoeffers Wirken und seine Werke strahlen immer noch in die Gegenwart und sind aktueller denn je. In diesem Programm erzählt Stefanie Golisch Bonhoeffers Leben, zitiert seine Worte und bringt die Musik zu Gehör, die er liebte und aus der er seine Kraft zog. Geprägt und gestärkt vom Musizieren hat Bonhoeffer, tief im Glauben verwurzelt, immer für Frieden und Gerechtigkeit gekämpft. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges beteiligte er sich aktiv am Widerstand und an den Vorbereitungen zum Hitlerattentat 1944. Von 1943 bis zu seiner Hinrichtung im April 1945 saß er in Haft. Die Qualen dieser letzten Monate konnte er nur aus seinem Glauben heraus ertragen, aus seiner Liebe zur Musik und durch die Unterstützung seiner Familie und Freunde. Dieser Abend will dazu beitragen, an den vielleicht größten Theologen des 20. Jahrhunderts zu erinnern.
Schon in früher Kindheit erhielt Stefanie Golisch ihre musikalische Grundausbildung in den Fächern Gesang, Klavier und Querflöte. Nach ihrem abgeschlossenen Schulmusik- und Germanistikstudium an der Musikhochschule und Universität Heidelberg/Mannheim wechselte sie zum Gesangsstudium an die Hochschule für Musik Dresden. Neben einer sehr regen Konzerttätigkeit war und ist Stefanie Golisch immer wieder in verschiedenen Opern- und Musicalproduktionen zu hören. So übernahm sie u. a. in Dresden die Partie des Hänsels in „Hänsel und Gretel“, in Italien sang sie den Sextus in Mozarts „La clemenza di Tito“. Am Staatstheater Braunschweig und an der Hamburger Kammeroper spielte die Künstlerin Golisch über 40 Mal die Rolle der Cenerentola in Rossinis gleichnamiger Oper. Auf Langeoog ist die Bremer Mezzosopranistin vor allem durch den biografischen Liederabend „Lili Marleen – Das Leben der Lale Andersen in Musik und Texten“ bekannt geworden.
Die Veranstaltung am Samstag, 14. August in der St.-Nikolaus-Kirche beginnt um 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei – um eine Spende wird gebeten.       -ut-

Variationen über ein schottisches Volkslied

Gitarrenkonzert mit Roger Tristão Adão am 17. Juli
in der Kath. Kirche St. Nikolaus
Variationen über ein schottisches Volkslied – unter diesem Titel präsentiert Roger Tristão Adão seine Variationen für Gitarre. Am Samstag, 17. Juli, gastiert der Konzertgitarrist in der Kath. Kirche St. Nikolaus. – Die Variation einer bekannten Melodie hat einen großen Vorteil: Der Hörer bekommt ein neues Stück geboten, das aber auf einer beliebten Melodie basiert – eine Kombination von Bekanntem und Neuem. Vielleicht war die Kompositionsform auch deshalb in der Zeit der Klassik sehr beliebt. Fer-nando Sor hat gleich mehrere Melodien bearbeitet. So zum Beispiel Variationen über ein Thema von Mozart (als Thema wählte er ein Lied des Papageno aus der Zauberflöte), Variationen über ein schottisches Volkslied, Variationen über Folia d’Espagne und andere. Folia d’Espagne ist ein spanisch-portugiesischer Tanz aus dem 16. Jahrhundert (zeitweise wegen seiner Wildheit sogar verboten), der von etlichen Komponisten als Variationsthema verwendet wurde. Diese Variationen werden im Konzert von Roger Tristão Adão zu hören sein, daneben noch andere spanische Kompositionen, die ebenfalls volkstümlich, aber in gleichem Maße anspruchsvoll und virtuos sind.
Roger Tristão Adão studierte in Berlin und Düsseldorf klassische Gitarre und lebt und arbeitet seit seinem Abschluss als freischaffender Gitarrist. Von 1997 bis 2003 hatte er einen Lehrauftrag an der Leipziger Musikhochschule inne, widmete sich im Anschluss aber verstärkt dem Konzertieren. So führten ihn Kon­zert­reisen nach Indien, Chile, Peru, Bolivien und Brasilien. Seit 1999 organisiert er in seinem Wohnort, dem Künstlerdorf Friedrichsrode (Nordwestthüringen), alljährlich im August ein mittlerweile international renommiertes Gitarrenfestival. – Das Konzert auf Langeoog beginnt um 20.30 Uhr, Eintritt 12,– Euro, Karten an der Abendkasse. -ut-

Gesellige Abende in „Tom’s Bar“

In der traditionsreichen Kellerbar sollen sich die Gäste
„wie zu Hause fühlen“
Wenn auf Langeoog der Abend anbricht und die Sonne langsam am Horizont im Meer versinkt, dann öffnen sich in der Hauptstraße 31 die Türen zu „Tom’s Bar“.
Im Dezember 2019 übernahm Tom Kempkes-Solbach gemeinsam mit seinem Partner Markus Solbach das traditionsreiche Hotel „Dünenläufer“ – und mit diesem die dazugehörige Kellerbar. Sie dürfte vielen Insulanern und Gästen unter den Namen „Lili Marleen“ oder „Fässchen 2.0“ noch ein Begriff sein. Und während es im Hotel auch um Erholung und Entspannung geht, darf in der Bar im Kellergeschoss ordentlich gefeiert werden.
Gemütliche Ecken …
zum Unterhalten gibt es hier ebenso wie eine kleine Tanzfläche – und natürlich eine gut ausgestattete Theke, bei der kein Getränkewunsch unerfüllt bleibt. Für Tom Kempkes-Solbach ist wichtig, „dass sich die Gäste hier wie zu Hause fühlen.“ Aus diesem Grund gibt es in dieser „klassisch bunten Kneipe“ auch alles, was das Herz begehrt: Ausgewählte Biersorten, Schnäpse, Cocktails und Longdrinks sind in der Getränkekarte zu finden. Aus dem Fass wird zum Beispiel Bitburger und König-Pilsener angeboten, dazu gibt es Flaschenbier von Benediktiner, Desperados oder Köstritzer. Wer es lieber alkoholfrei mag, kann aus dem Coca-Cola-Sortiment oder den lokalen „Auricher Süss-most“-Säften wählen.
Zubereitet werden die Drinks von Barkeeper Philipp „Phips“ Glaßmacher. Der gelernte Restaurantfachmann steht seit Sommer 2020 hinter der Theke in „Tom’s Bar“. Er kümmert sich nicht nur um die Getränkewünsche, sondern ist gleichzeitig auch als DJ tätig und nimmt in dieser Funktion auch den ein oder anderen Musikwunsch der Gäste an. „Auf Phips kann ich mich verlassen, der legt ganz individuell auf, immer passend zur aktuellen Stimmung“, erzählt Inhaber Tom Kempkes-Solbach.
Trends fürs Trinken?
Gibt es in diesem Jahr auch einen Trend zu besonderen Getränken? Der Gastronom verneint und sagt, der Geschmack sei klassisch geblieben. „Die Jungs bleiben beim Bier, die Mädels sind experimentierfreudiger und probieren auch mal neue Drinks“, sagt der 38-Jährige. Grundsätzlich seien die Gäste bodenständiger, blieben bei dem, was sie kennen.
Aufgrund Corona können zurzeit die beliebten Abendveranstaltungen nicht stattfinden, zum Beispiel das Knobeln, Spieleabende oder das Karaokesingen. Dies soll erst nach Ende der Pandemie wieder angeboten werden. Bis dahin lädt Barbesitzer Tom jeden Abend von Mittwoch bis Sonntag von 20 Uhr bis 22 Uhr zur Cocktail Happy Hour, jeden Donnerstag zur Karibischen Stunde (Cuba Libre für 6,– Euro) sowie täglich zur Bier Happy Hour von 20 bis 21 Uhr (jedes Bier 0,3 Liter für 3,– Euro) ein.
Auf die Frage, was für die nächsten Monate noch so alles geplant ist, gewährt Tom Kempkes-Solbach einen Ausblick auf das kommende Jahr. Denn im Januar 2022 soll die „Abrissbirne“ kommen, wie er selbst sagt. Dann fliegen die Theke und das Mobiliar raus. Anschließend werden Hammer und Pinsel geschwungen und die Bar wird auf Vordermann gebracht. Doch zuvor will der Gastronom seine Gäste noch zu einer Abrissparty einladen. -utk-
Tom’s Bar …
in der Hauptstraße 31 hat mittwochs bis sonntags ab 20.00 Uhr geöffnet. Reservierungen sind über den Facebook-Messenger möglich.

„Bridge – wir wagen es wieder!“

Langeooger Turniere für Juli und August geplant
Nach zwei Sommerpausen stehen die Zeichen gut für eine Wiederaufnahme der Langeooger Bridgeturniere in der „Spöölstuv“: „Wir wagen es wieder!“, erklärt Turnierleiterin Isa Bruch. „Die Inzidenzzahlen fallen derzeit kontinuierlich, die Anti-Corona-Maßnahmen werden bundesweit gelockert.“ Viele Bundesbürger (vor allem die älteren), so auch die Turnierleiterin, sind schon zweimal geimpft. Mit einigen Auflagen wird ein Turnier also voraussichtlich wieder möglich sein. Auch der Deutsche Bridge-Verband e.V. plant optimistisch seine Liga-Turniere für Mitte September – also direkt nach den Sommerferien.
Die Langeooger Turniere – mit Preisvergabe! – sind in der Zeit vom 21. Juli bis 11. August 2021 geplant. Sie werden dann jeden Mittwoch um 19 Uhr beginnen. Um Anmeldung bis spätes­tens am Spieltag um 12 Uhr wird gebeten, Anmeldelisten hängen in der „Spöölstuv“ aus. Auch Einzelspieler können sich eintragen. Die Teilnahmegebühr beträgt 5,– Euro.
Ein ganzes Jahr ohne Bridge? Mitnichten! Die Zeit nach dem März 2020 war nicht „bridgelos“ – im Gegenteil. Über die Web­site „Bridge Base Online“ wurden täglich mehrere Turniere angeboten, an denen man mit Partner oder ohne (dann mit einem „Roboter“) teilnehmen konnte. Die notwendigen Techniken waren schnell gelernt. Jedoch hat trotz Internet-Portal „RealBridge“, das dank Videotechnik die Mitspieler erkennbar macht, etwas Wichtiges gefehlt, das wir auf Langeoog besonders schätzen: das Gemeinschafts­erlebnis, die persönlichen Gespräche, das gesellige Après-Bridge, die erfreuliche Zusammenarbeit mit den Langeooger Institutionen, die spannende Siegerehrung mit Überreichung des Langeoog-Pokals. – Voller Zuversicht sehe ich ihm entgegen: dem Bridge-Sommer 2021. -Isa Bruch-

„Das sind gute Aussichten“

Wohnungsbaumodell „Uns Oog“ steht vor dem 
Abschluss – ein „Spiegel unserer Inselgesellschaft“
Lebenslanges Wohnrecht und stabile Mieten über Jahrzehnte hinweg – für so manchen Mieter klingt dies nach einem schönen Märchen. Und doch ist dies Wirklichkeit. Die Wohngenossenschaft „Uns Oog“ setzt ein solches Projekt in Form von 34 Wohneinheiten (ursprünglich waren es 31 Wohnungen, drei weitere kamen mit Nachtragsbaugenehmigung hinzu) auf dem Gelände des ehemaligen Internats an der Kirchstraße um. Baustart war 2019, in diesem Jahr sind die ersten Mieter in zwei der Häuser eingezogen. Bis Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. „Das schaffen wir“, ist sich der Vorsitzende der Wohngenossenschaft, Uwe Garrels, sicher.
Die Idee …
zu dem Projekt hatte Ratsherr Jan Martin Janssen vor vier Jahren. Er hatte im Internet von einem Wohngenossenschaftsmodell auf Amrum erfahren und die Gemeinde davon überzeugt, dass so etwas auch auf Langeoog umzusetzen wäre. Das Ziel: bezahlbaren Wohnraum für Menschen schaffen, die ihren Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt auf der Insel haben, dort leben und arbeiten.
Der Gemeinderat beauftragte die Ting-Projekte GmbH aus Schleswig-Holstein – sie hatte auch das Amrumer Vorbild umgesetzt – damit, die Möglichkeiten genossenschaftlichen Wohnens, auch mit Wohnberechtigungsschein, abzuklopfen und eine Planung für das Gelände vorzulegen. Da das Internatsgrundstück dem Erbbaurecht unterliegt, konnten niedrigere Grundstücks­kosten für die Realisierung angesetzt werden. Interessierte fanden sich schnell. Im März 2018 wurde die „Wohngenossenschaft Uns Oog eG“ gegründet und das Genossenschaftsmodell mit  Eigenbeteiligung umgesetzt.
Rund 20 Prozent der Gesamtsumme – über 1,5 Millionen Euro – werden durch Einlagen der Genossenschaftsmitglieder gedeckt. Zuschüsse für sozialen Wohnungsbau und Energiesparmaßnahmen gab es von der NBank und der OLB. „Alles ist bis zum letzten Cent finanziert und wird vollständig ohne Zinsanpassung abbezahlt werden“, so Uwe Garrels. Auch Instandhaltungsrück-   lagen seien in die Kosten eingerechnet worden. Mieterhöhungen müsse man in den Wohnungen von „Uns Oog“ somit nicht fürchten. „Für manches Mitglied war es nicht einfach, seine Einlagen zusammenzutragen, aber es hat geklappt“, freut sich Garrels.
Entstehen werden 34 Wohneinheiten mit Größen zwischen 34 und 124 Quadratmetern. Die sechs Gebäude wurden im Energieeffizienzstandard KfW55 errichtet und sind schwellenfrei. Vier Aufzüge erreichen auch die Abstellräume im Dachgeschoss. Wasser wird durch Solarenergie erwärmt. Und bei der Heiztechnik hat „Uns Oog“ auf Gas verzichtet –  zugunsten von Wärmepumpen.
Die Bewohner …
sind laut Garrels eine bunte Mischung von Menschen aus allen Alters- und Einkommensstufen. „Damit soll sich unsere Insel­gesellschaft widerspiegeln“, so Langeoogs ehemaliger Bürgermeister. „Die Genossenschaft verwaltet sich selbst“, erklärt er. „Sie stellt ihre Gärtner für die Pflege der Außenanlagen ebenso wie den Hausmeister.“ Dafür habe es schon Schulungen gegeben.
Wohnen dürfen in der Genossenschaftsanlage ausschließlich Mitglieder. Die Bewohner dürfen ihre Wohnungen tauschen, so etwa, wenn sich Lebensumstände geändert haben. Wer wegzieht, muss einen Nachmieter stellen, der die oben genannten Vorgaben erfüllt. Die Wohnungen dürfen nicht als Ferienwohnungen oder Mietobjekte genutzt werden. „Sie sind Gemeinschaftseigentum und keine Eigentumswohnungen“, macht Uwe Garrels klar. Die meisten Wohnungen sind bereits vergeben. Zwei Wohneinheiten – eine mit 73, eine mit 76 Quadratmetern – sind noch zu haben. Garrels ist zuversichtlich, dass auch sie bald Mieter gefunden haben werden.
Die Realisierung der Anlage wollen die Genossenschaftsmitglieder mit einer Einweihung feiern. „Die Corona-Richtlinien geben vor, wann dies möglich sein wird. Aber wir feiern selbst im tiefs­ten Winter. Denn bisher mussten alle Feiern wegen der Pandemie ausfallen – sogar das Richtfest, obwohl das Unglück bringen soll“, sagt Uwe Garrels und winkt gleich ab: „Aber ich bin nicht abergläubisch und auf Amrum funktioniert das Modell schon seit fünf Jahren. Das sind gute Aussichten.“ -sbo-