Sonntag, 5. September 2010
 
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Kirche
Inselkirche feierte 120. Geburtstag















Kirchenfest unter dem Motto „Alles Öko oder was?“


Hervorragende Stimmung herrschte am 4. Juli anlässlich des 120. Geburtstages der Inselkirche, den die ev.-luth. Gemeinde mit einem bunten Fest feierte. Wettergott Petrus hatte zu diesem Anlass genau die richtige Abstimmung gefunden. Nach dem Predigtgottesdienst und dem anschließenden Familiengottesdienst mit Kurpastor Matthias Stock aus Darmstadt füllte sich der Vorplatz des Eine-Welt-Ladens schnell mit Leben. Manfred Lau, Vorsitzender des kirchlichen Umweltmanagements „Der grüne Hahn“ informierte über Umweltthemen und gab wertvolle Tipps zu Ein­sparmöglichkeiten im Haushalt.

Währenddessen hatten die kleinen Besucher ihren Spaß bei Aktionen und Experimenten rund um dieses Thema. Eigens hierfür hatte das unabhängige Institut für Umweltfragen e.V. Berlin einen Koffer voller interessanter Experimente zur Verfügung gestellt. Bunt ging es beim Bemalen des Bauzaunes zum Thema „Unsere Welt–Gottes Schöpfung“ zu, der den Zugang der Inselkirche von der Kirchstraße her flankiert. Sabine Janssen und Freizeithelferin Elisabeth Kiebeler aus Uetze betreuten die kleinen Künstler, die ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten. Wer Lose bei der Tombola kaufte, hatte die Chance auf den Hauptgewinn – ein Rundflug für drei Personen mit Holger Schwede. Glückliche Gewinner waren die Langeooger Olly Dollmann, Jimmy Vestering und Frank Niemeier, die sich ihre Heimatinsel einmal aus der Luft anschauen konnten. Eine Reihe weiterer Stiftpreise rundete die Verlosung ab. Für das leibliche Wohl der Besucher war ebenfalls bestens gesorgt und zwar mit erfrischenden Getränken, Kaffee und Kuchen, Bio­bratwürsten aus artgerechter Tierhaltung, Pommes und schmack­hafter Erbsensuppe, zubereitet von Koch Günther Suttner vom „bliev hier“.

Karl Winkler sorgte mit seiner Drehorgel für musikalische Klänge. Darüberhinaus begeisterte das Blechbläser-Ensemble „Ocean Brass“ mit einem Platzkonzert und für alle gab es ein offenes Singen unter der Leitung von Inselkantor Jan Rohloff. Mit einem Abendkonzert des Quartetts „Die Fagottiere“ in der Inselkirche und einem abschließenden Spätschoppen klang das rundherum gelungene Kirchenfest schließlich aus.
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 12. August 2010 )
 
Seelsorge nach Noten
Liedermacher und Pfarrer Clemens Bittlinger
kommt im Juli als Kurpastor nach Langeoog


Ein bisschen verblüfft war Inselpastor Torsten Both schon, als ihn die Bewerbung auf eine Kurpastor-Stelle von Clemens Bittlinger erreichte. Denn einen so prominenten Seelsorger konnte er auf Langeoog bislang noch nicht begrüßen. „Dem Namen nach kannte ich den Liedermacher und Pfarrer bereits, persönlich hatte ich ihn aber noch nicht kennen gelernt“, so Both. Gern stimmte er dem Gesuch zu und arbeitete für die Zeit vom 19. Juli bis 2. August einen Vertretungsplan aus. Denn wie jeder andere Kurpfarrer wird auch Clemens Bittlinger im Wechsel mit Both Gottesdienste halten und seelsorgerische Aufgaben erfüllen.


Jeder Kurpfarrer tritt während seines Langeoog-Aufenthaltes auch mit seinem Spezialgebiet – meistens bei einem Vortrag – vor die Gemeinde. „Clemens Bittlinger wird das in Form von zwei Konzerten tun“, kündigt Torsten Both an. Am Donnerstag, 22. Juli lädt Bittlinger die jüngsten Inselbesucher ab 16.30 Uhr in die Inselkirche zu einem Kinderkonzert mit dem Titel „Kinderwunderwelten“ ein. Am Sonntag, 25. Juli tritt der Liedermacher ab 20 Uhr mit „HabSeligkeiten“ in der Inselkirche auf. Bei einer Abendandacht am Mittwoch, 21. Juli kommt der Kurpastor ab 20 Uhr in der Dünenkapelle seinen seelsorgerischen Aufgaben nach, ebenso am Sonntag, 25. Juli ab 9.30 Uhr bei einem Predigtgottesdienst in der Inselkirche.
Zwischendurch bleibt Clemens Bittlinger Zeit zum Ausspannen. „Wir werden mit der ganzen Familie anrücken und freuen uns auf die Ferien und auf die Begegnung mit den Menschen“, verrät der zweifache Vater. Langeoog kennt der gebürtige Mannheimer aus seiner Kindheit: „Das war sehr schön und eindrücklich.“
Seit über 20 Jahren gelingt es Bittlinger, seine Liebe zur Musik mit seinem Pfarrberuf zu verbinden. Als Sohn eines Pfarrers lag es für ihn nah, evangelische Theologie zu studieren. Sein Studium in Mainz und Erlangen finanzierte er durch Auftritte als Liedermacher. Zwei Jahre lang widmete er sich danach ganz der Musik, bevor seine Landeskirche ihm anbot, die beiden Berufe als Liedermacher und Pfarrer miteinander zu kombinieren. 14 Jahre lang wurde er beauftragt, bundesweit christliche Popkonzerte und moderne Gottesdienste zu gestalten. Das Interesse am Menschen – das versteht Bittlinger unter Seelsorge – sei für ihn zuerst da gewesen. Viele seiner Lieder seien auch aus der seelsorgerlichen Begegnung entstanden. „Ich bin mit Leib und Seele evangelischer Pfarrer und mit Leib und Seele Liedermacher. In beiden Berufen ist man sehr frei in der Gestaltung“, sagt Clemens Bittlinger. Am meisten mache ihm dabei die Begegnung mit anderen Menschen, Meinungen, Religionen und Kulturen Freude und auch der kreative Umgang mit „dem Wort“.

Während seines Aufenthaltes auf Langeoog möchte er einfach da sein, wenn man ihn braucht. Ansonsten liegt sein Schwerpunkt auf der Musik und den Texten. Für seine Konzerte wünscht er sich, dass möglichst Viele neugierig sind und sich einladen lassen. „Wir werden gemeinsam singen, nachdenken und sicher auch viel lachen“, gewährt er einen kleinen Einblick in das Konzertgeschehen. Mit seiner Musik verfolgt er vor allem ein Ziel: „Dass uns allen leichter ums Herz wird und wir spüren: wir sind Wunschkinder des Schöpfers. Und dass dem Einen oder Anderen vielleicht ein Licht aufgeht und Manchem vielleicht ein Segenslied wie „Sei behütet“ nicht mehr aus dem Kopf und nicht mehr aus dem Herzen weicht.“
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 7. Juli 2010 )
 
„Das ist wie ein Geschenk für mich“
Joachim Thurn ist erneut als Urlaubsseelsorger auf Langeoog


Für Joachim Thurn ist Langeoog längst kein Neuland mehr. Schon mehrfach hat der Pfarrer aus Salzwedel die Stelle als Kurpastor auf der Nordseeinsel angetreten. Diesmal allerdings kann er eine längere „Auszeit“ von seiner Gemeinde in Sachsen-Anhalt nehmen. Denn in Absprache mit Inselpastor Torsten Both wird Thurn vier Wochen lang als Urlaubsunterstützung auf Langeoog bleiben. Vom 4. Juni bis 2. Juli wird er die evangelische Gemeinde dort betreuen. „Das ist wie ein Geschenk für mich“, freut er sich.




Am Sonntag, 6. Juni, steht um 11 Uhr ein Familiengottesdienst mit Taufe auf seinem Terminkalender. Am Sonntag, 13. Juni, wird er um 9.30 Uhr einen Predigtgottesdienst in der Inselkirche halten. Mit einer Abendandacht am Mittwoch, 16. Juni eröffnet Thurn um 20 Uhr die Andacht-Reihe in der Kapelle am Dünenfriedhof. Es schließen sich zwei Predigtgottesdienste am Sonntag, 20. Juni und Sonntag, 27. Juni, jeweils ab 9.30 Uhr an. Auch eine Trauung wird Joachim Thurn während seines Langeoog-Aufenthaltes vornehmen. Und am Dienstag, 29. Juni, wird er im Rahmen der ökumenischen Vortrags- und Gesprächsreihe ab 20 Uhr im evangelischen Gemeindehaus „Beiboot“ über das Thema „Jeder Tag voll Leben – Gedanken und Vorstellungen zum Leben in der dritten Lebensphase“ referieren und aus dem gleichnamigen Buchtitel rezitieren. „Ich möchte Menschen im Alter motivieren, sich nicht nur ihren Krankheiten hinzugeben und zu resignieren, sondern vielmehr neue Prioritäten zu setzen und fröhlich zu bleiben“, fasst Thurn den Inhalt seines Vortrages zusammen.

Das Engagement für ältere Menschen liegt Thurn sehr am Herzen. Nach seiner Berufsausbildung als Krankenpfleger ließ er sich zum Diakon ausbilden und ordinierte 2005 in Sachsen. Von der Landeskirche wurde er zum Dienst an Wort und Sakrament beauftragt, darf also viele Aufgaben eines Pastors übernehmen. Neben der seelsorgerischen Tätigkeit in seiner Gemeinde in Salzwedel widmet sich Joachim Thurn auch der Jugend- und Gemeindearbeit speziell für Aussiedler. Zudem hat er ein Projekt für Jugendliche nach der Konfirmation ins Leben gerufen. „Den jungen Leuten soll ganz  buchstäblich Raum gegeben werden, sich zu entfalten und sich mit Themen ihrer Zeit auseinanderzusetzen. Dazu gehört auch, sich Fragen des Glaubens stellen zu können – in Ostdeutschland muss dafür noch stärker ein Umfeld geschaffen werden“, so Thurn. Nach seiner Rückkehr von Langeoog wird dies seine vornehmliche Tätigkeit sein.

Dafür möchte er auf der Insel während seiner Freizeit Kraft tanken, indem er ausgiebige Spaziergänge am Wasser macht und nach langer Abstinenz mal wieder konzentriert liest – „Die Säulen der Erde“ werden Thurns Urlaubslektüre sein. Trotz des gefüllten Terminkalenders wird Joachim Thurn dafür während des vierwöchigen Inselaufenthaltes noch viel Zeit bleiben: „Das Schöne ist, dass ich mich nicht erst in einem unbekannten Ort einleben muss, sondern auf Bekanntem aufbauen kann. Das macht mir die Seelsorge auf Langeoog leicht. Ich bin offen für Gespräche und möchte Freude daran wecken, sich mit dem Glauben auseinander zu setzen.“
 
Altarbild bewegt die Menschen
Festlicher Konfirmationsgottesdienst in der Inselkirche

Sonntag, der 25. April war für acht Langeoogerinnen und Langeooger ein besonderer Tag: In einem festlichen Abendmahlsgot­tesdienst wurden sie durch Inselpastor Torsten Both konfirmiert und bekräftigten damit ihr Bekenntnis zum Glauben. Eingesegnet wurden Isabell Kremer-Rösler, Saskia Hinse, Morlin Prester, Vivi-Ann Agena, Wienke Eilers, Till Peters, Maike Gebhardt und Leif Gruber. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen Inselkantorin Noémi Rohloff und der Langeooger Gospelchor unter Leitung von Katja Both.
In seiner Predigt ging Torsten Both auf das Altarbild der Inselkirche ein, das vor 20 Jahren vom ostfriesischen Künstler Hermann Buß geschaffen wurde. Es zeigt eine trostlose, beinahe apokalyptische Szenerie: Den mächtigen Rumpf zur Seite gekippt, liegt ein Passagierschiff manövrierunfähig in einem Hafen vor Anker. Eine Gruppe von Menschen steht in angespannter, starrer Haltung am Pier. Lediglich Im Vordergrund sind Spuren von Bewegung zu erkennen: eine Tafel scheint überstürzt verlassen worden zu sein. In diesem Jahr hatte sich die Konfirmandengruppe intensiv mit diesem Werk auseinandergesetzt und sich auch selbst an einer künstlerischen Darstellung versucht. „Vom ersten Tag an regt das Altarbild Menschen an. Manche regt es auf. Andere finden es trostlos. All diese unterschiedlichen Arten von Kommentaren kann man im Gästebuch der Inselkirche lesen. Viele schreiben, sie fänden es mutig von denen, die es vor 20 Jahren zu entscheiden hatten, gerade dieses Bild in diese Kirche zu stellen“, führte Torsten Both aus. Nach Meinung des Inselpastors liegt die Faszination des Bildes darin, dass es keine eindeutige Botschaft hat. Hermann Buß schuf das Kunstwerk ohne Titel und Erklärung, lässt somit Raum für eigene Interpretationen. „Der Maler und sein Bild zwingen uns zum Nachdenken – über uns selbst, unser Leben, unser Wissen und unsere Einstellung zu Kirche, Glauben und anderen Menschen“, so der Inselpastor. Der Künstler habe damit sein Ziel erreicht: Sein Bild bewegt die Menschen. Auch die Konfirmanden machten sich in ihrer Vorbereitung Gedanken. So fiel ihnen beispielsweise die Arche Noah dazu ein oder auch die Geschichte des letzten Abendmahls, das Jesus mit seinen Jüngern feierte. „Was mich an dem Altarbild schon immer gestört hat, ist, dass nichts auf dem Tisch steht: Keine Blumen, keine Kerzen, kein Geschirr, nichts zu essen und nichts zu trinken. Das alles wirkt wenig einladend. Das hätte ich gerne auf den Tisch gemalt, wenn ich damals bei Eurem Malworkshop mitgemacht hätte – ein paar schöne Dinge auf den Tisch“, meinte Torsten Both. Auf der Website der Inselkirche finden sich unter www.inselkirche-langeoog.de weitere Informationen zum Altarbild. Ferner werden im Eine-Welt-Laden und dem Schriftenständer der Inselkirche Postkarten und auch der Kirchenführer mit weiteren Anregungen zu diesem Motiv angeboten.    











 
Alte Bücher in neuem Gewand
Seniorenbastelkreis sponsert Restaurierung von Kirchengesangbüchern der ev. Kirchengemeinde

„Mit 68 Jahren bin ich die Jüngste in unseren Reihen“, sagt Bärbel Göken. Die Langeoogerin leitet auf der Insel den Seniorenbastelkreis, eine kreative Gruppe mit etwa 20 Mitgliedern. Gegründet wurde der Kreis 1981, seither kommt man an jedem Donnerstag von 15 bis 17 Uhr zum gemeinsamen Werkeln und zum kommunikativen Treff im evangelischen Gemeindehaus zusammen. Zweimal jährlich veranstaltet der Seniorenbastelkreis seine beliebten Basare. Zu Weihnachten und Ostern wird dann im „Beiboot“ ein vielfältiges Sortiment an selbstgefertigten Produkten angeboten. Auch der diesjährige Osterbasar am 28. März lockte wieder zahlreiche Besucher an. „Die Erlöse unserer Basare spenden wir zum überwiegenden Teil der evangelischen Kirchengemeinde“, sagt Bärbel Göken. Damit werden unter anderem humanitäre Projekte gefördert aber auch solche auf der Insel. So wurden vor kurzem 200 Gesangbücher der Kirchengemeinde durch die Esenser Druckerei Söker restauriert und neu eingebunden. Die Hälfte dieser Kosten wird durch die Spende des Bastelkreises finanziert. Insgesamt verfügt die Inselirche über 350 Gesangbücher, die allesamt restauriert werden. „Die buchbinderische Verarbeitung der rund 16 Jahre alten Bücher war dringend erforderlich“, so Inselpastor Torsten Both. Jetzt erstrahlen sie in altem Glanz und werden von den Gottesdienstbesuchern gerne in die Hand genommen.
 
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