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Allgemeines
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Weltnaturerbe – haben wir das verdient? |
Folge 5:
Langeoog und das UNESCO-Welterbe Wattenmeer
Die Nordsee bestimmt, was im Wattenmeer geschieht
Seit Juni 2009 zählt das Wattenmeer zum UNESCO-Weltnaturerbe. Insgesamt fast 10.000 Quadratkilometer groß, umfasst das Gebiet die Flächen der Wattenmeer-Nationalparks in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie eines Schutzgebiets in den Niederlanden. Und mittendrin liegt Langeoog. Was bedeutet das Weltnaturerbe für die Insel, für die Küste, für uns alle? Fragen, denen Uwe Garrels im „Utkieker“ nachgeht. Der Archivar der Inselgemeinde und ausgewiesene Naturkenner ist vielen Gästen durch seine kurzweiligen Wattwanderungen, Ortsführungen und Vorträge bekannt. In loser Folge beleuchtet er an dieser Stelle die unterschiedlichen Aspekte des Titels Weltnaturerbe.
Das Weltnaturerbe Wattenmeer gilt als Großökosystem. Es umfasst den Küstenbereich von der Zehnmeter-Tiefenlinie über die Sandbanksysteme, die Strände, Inseldünen, Salzmarschen (Salzwiesen), die Seegaten, Wattströme und Priele bis zu den eigentlichen Watten, die bei Niedrigwasser trocken liegen. Innen grenzt das Wattenmeer an die Küste mit den großen Seedeichen. Und zur See hin geht es in die offene Nordsee über. Es handelt sich damit um ein offenes System. Das Ökosystem Wattenmeer ist ein kleiner Teilbereich der Nordsee, ganz an deren südwestlichem Rand gelegen. Vor dem Deichbau war es weit stärker als heute ein Übergangsbereich zwischen süßwassergetränktem Moor und salzwasserhaltigen Schlickzonen des Meeres.
Nordsee imponiert schon alten Römern
„In ungeheurer Weite, zweimal in dem Zeitraum je eines Tages und einer Nacht dringt das Weltmeer in großartiger Bewegung mächtig heran und begräbt unter seinen Fluten einen ewigen Streitgegenstand der Natur: Ob See oder Land, keiner vermag es mit Gewissheit zu sagen ...“ So beschrieb es der römische Schriftsteller Plinius der Ältere, der im Jahr 57 n. Chr. das Küstengebiet der Nordsee bereiste (zitiert aus „Langeoog – Notizen zur Inselgeschichte“ von Karl-Heinz de Wall, S. 6).
 Bestimmender Faktor ist das Meer. Die Nordsee hat in den letzten 7.000 Jahren auf 350 Kilometern Breite ehemaliges Festland überflutet und dabei besonders die flache Küste der Wattenmeerzone von den Niederlanden bis Dänemark als Folge schwerster Sturmfluten dramatisch verändert. Der Dollart und der Jadebusen an den Seiten der ostfriesischen Halbinsel sind große Meereseinbrüche, die nicht wieder geschlossen werden konnten. Aber das Wattenmeer umfasst gerade einmal zwei Prozent der Nordseefläche von immerhin 575.000 Quadratkilometern. Die Nordsee selber, die Plinius noch als „Weltmeer“ bezeichnete, ist allerdings geradezu eine Pfütze im Vergleich zur Gesamtfläche der Weltmeere von 361 Millionen Quadratkilometern (= 1,6 Promille).
Da die Nordsee ein Schelfmeer ist, also zum Eurasischen Kontinent gehört, ist sie mit ihren gerade 80 Metern durchschnittlicher Tiefe im Gegensatz zu den im Mittel 4.000 Meter tiefen Ozeanen extrem flach. Über die großen Öffnungen der Nordsee zum Atlantik (Ärmelkanal und zwischen Schottland und Norwegen) ist sie jedoch Teil des weltumspannenden Strömungssystems der Weltmeere. Der Salzgehalt entspricht weitgehend dem der Ozeane mit etwa 35 Gramm Salz je Liter Wasser. Im Wattenmeer sinkt dieser Anteil wegen der Einmündung der großen Flüsse auf circa 30 Gramm Salz ab.
Nordsee: klein aber oho
Trotz seiner geringen Größe ist dieses Meer besonders produktiv. Es hat sehr lange Küstenlinien von sehr unterschiedlicher Beschaffenheit und viele Flachwasserzonen. Ein großer Teil des Wasserkörpers ist lichtdurchflutet, viele Nährstoffe führen zu einem enormen Wachstum pflanzlichen Planktons (Plankton ist alles, was im Wasser schwebend lebt). Das pflanzliche ernährt das tierische Plankton; von dem wiederum leben Kleinkrebse, Fische und auch die Quallen, die selbst zum Plankton zählen, da sie sich den Strömungen nicht entziehen können. Deshalb landen sie auch zu Hunderttausenden an den Stränden der Nordsee. Die meisten von ihnen sind harmlos. Eigentlich besitzt nur die gelbe Haarqualle viele Fäden mit Nesselzellen, die den Badenden ärgern.
Zergliederte Küstenzonen und besonders die nahrungsreichen Wattzonen sind für Jungfische ideale Aufwuchsräume. Die Strömungen transportieren zum Beispiel Millionen von planktonisch lebenden Plattfischlarven aus der zentralen Nordsee bis vor unsere Watten, die jene dann schon als winzige Plattfische aktiv schwimmend bevölkern, ehe sie sich zum Herbst wieder in die tieferen Wasserschichten zurückziehen. Der Fischreichtum der Nordsee war früher Lebensgrundlage vieler Fischerfamilien an allen Nordseeküsten. Durch die mit der Industrialisierung der Fischerei verbundenen Intensivierung und Perfektionierung der Fangmethoden wurden die Fischbestände arg dezimiert. In der Folge ist der Fischfang in Deutschland heute nur noch von sehr regionaler Bedeutung.
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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 12. August 2010 )
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Weltnaturerbe - haben wir das verdient? |
Folge 4:
Langeoog und das UNESCO-Welterbe Wattenmeer
Der Tod kam am helllichten Tag – Überflutung in der Salzwiese
Seit Juni 2009 zählt das Wattenmeer zum UNESCO-Weltnaturerbe. Insgesamt fast 10.000 Quadratkilometer groß, umfasst das Gebiet die Flächen der Wattenmeer-Nationalparks in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie eines Schutzgebiets in den Niederlanden. Und mittendrin liegt Langeoog. Was bedeutet das Weltnaturerbe für die Insel, für die Küste, für uns alle? Fragen, denen Uwe Garrels im „Utkieker“ nachgeht. Der Archivar der Inselgemeinde und ausgewiesene Naturkenner ist vielen Gästen durch seine kurzweiligen Wattwanderungen, Ortsführungen und Vorträge bekannt. In loser Folge beleuchtet er an dieser Stelle die unterschiedlichen Aspekte des Titels Weltnaturerbe. Dazu gehört, dass die Natur nicht immer ihre freundliche Seite zeit.
 Vier Wochen lang war das Ei ein sicherer Ort für das in ihm entstehende Leben. Drei Stück lagen im Nest, gut geschützt mitten in dichter Vegetation aus Strandmelde und Beifuß, drei Meter vor dem Rest des alten Sommerdeiches, dort, wo der Boden eine kleine Erhöhung aufwies. Das Austernfischerpaar hatte das Nest abwechselnd bebrütet und hartnäckig gegen Eindringlinge verteidigt. Besonders die Wattwanderer auf dem Sommerdeich nebenan hatten für Stress bei den Altvögeln gesorgt, aber auch die in der Umgebung brütenden Silber-, Herings- und Sturmmöwen, die als Eierräuber auf der Jagd nach Futter immer wieder über das Gebiet strichen. Es hatte wenig geregnet während der letzten vier Wochen, aber es war kühl gewesen. Unter dem wärmenden Gefieder und geschützt in der Nestmulde hatten die Küken in ihren Eiern davon nicht viel mitbekommen. Jetzt war es endlich soweit: Zwei Küken waren gestern geschlüpft, das letzte drängte heute nach draußen. Mit dem Eizahn hatte es sich bereits ein Loch in die Schale geschabt. Das Schlüpfen dauert immer mehrere Stunden, manchmal einen ganzen Tag lang; denn es ist harte Arbeit, das Ei von innen her zu sprengen. Gegen drei Uhr nachmittags war das erste Loch geschaffen, das erste Mal drang Außenluft nach innen. In diesem Moment kam die Flut.
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 6. Juli 2010 )
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Weltnaturerbe - haben wir das verdient? |
(Folge 3)
Langeoog und das UNESCO-Welterbe Wattenmeer
Der Faktor Zeit in der Natur – eine unvorstellbare Dimension
Seit Juni 2009 zählt das Wattenmeer zum UNESCO-Weltnaturerbe. Insgesamt fast 10.000 Quadratkilometer groß, umfasst das Gebiet die Flächen der Wattenmeer-Nationalparks in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie eines Schutzgebiets in den Niederlanden. Und mittendrin liegt Langeoog. Was bedeutet das Weltnaturerbe für die Insel, für die Küste, für uns alle? Fragen, denen Uwe Garrels im „Utkieker“ nachgeht. Der Archivar der Inselgemeinde und ausgewiesene Naturkenner ist vielen Gästen durch seine kurzweiligen Wattwanderungen, Ortsführungen und Vorträge bekannt. In loser Folge beleuchtet er an dieser Stelle die unterschiedlichen Aspekte des Titels Weltnaturerbe.
 Das Wattenmeer als UNESCO-Weltnaturerbe feiert am 26. Juni seinen ersten Geburtstag. Ein Grund zum Feiern. Doch – wie tickt eigentlich die Zeit im Wattenmeer? Wenn ein Mensch seinen ersten Geburtstag feiert, weiß er später nichts mehr davon. Die frühesten Erinnerungen über das eigene Leben setzen erst mit etwa drei Jahren ein. Mit zehn Jahren erscheint ein Jahr lang und man will unbedingt bald groß werden. Mit zwanzig Jahren will man unbedingt etwas von der Welt erleben, mit dreißig wollen einige unbedingt schon tot sein, damit sie nicht alt werden müssen. Mit fünfzig stellt der Mensch fest, dass die Zeit immer schneller zu vergehen scheint und er glaubt, allmählich einen Überblick über das eigene Leben und das der Erfolgreicheren zu haben. Wenn ein Mensch mit achtzig oder gar erst mit neunzig Jahren stirbt, sagt man, er hatte sein Alter.
Atemberaubende Veränderungsprozesse
Naturräume ticken anders. Die Entstehungsgeschichte des heutigen Wattenmeeres (es gab vor der letzten Eiszeit schon eines in diesem Raum) setzte vor ca. 10.000 Jahren ein, als in Nordmitteleuropa die sogenannte Weichsel-Eiszeit zu Ende ging. Die Gletscher schmolzen, die Nordsee füllte sich mit ungeheuren Mengen von Schmelzwasser und der Meeresspiegel stieg rasant an. Die Landbrücke zwischen dem heutigen Großbritannien und Frankreich versank. In unserem Raum bildeten sich große Moore, in denen das Schmelzwasser sich vor dem ansteigenden Meer staute. Schließlich wurden diese Moore selbst überflutet und von gewaltigen Sandmassen überdeckt, die die Strömung herantransportierte. Diese Sandmassen bildeten einen Wellenbrecher, die entscheidende Barriere, in deren Schutz sich die ausgedehnten Wattflächen ablagern konnten. Das Baumaterial dafür trugen die Gezeitenströme heran. Auch der Tidenhub von 2,70 Meter für das Gebiet rund um Langeoog hat sich dabei erst im Laufe dieses Geschehens ausgeprägt.
 Was wir als Betrachter also für gegeben halten, ist Teil eines ungeheuren Veränderungsprozesses, der in Bezug auf die Entwicklung von Landschaften geradezu mit atemberaubender Geschwindigkeit abläuft. Das Wattenmeer ist auch deshalb Weltnaturerbe geworden, weil hier Landschaft und Ökosysteme in Entwicklung zu beobachten sind und weil diese Veränderungsgeschwindigkeit, die Dynamik, Charaktereigenschaft des Gebietes ist. Wäre das Watt ein sich langsam entwickelnder Landschaftsraum, gäbe es hier völlig andere Pflanzen- und Tiergemeinschaften. Strandhafer, Wattwurm und Herzmuschel wären nicht die dominierenden Arten. Die Landschaft wäre seit Jahrhunderten be- und verbaut – und Langeoog vielleicht kein Urlaubsort.
Anders getaktet
 Menschlichem Denken und Fühlen erschließt sich das „Tempo“ von Naturräumen nicht. Wir sind anders getaktet. Maximal auf Zeiträume von 25 Jahren, die eine Generation ausmachen, eigentlich aber mehr auf die Zeitdauer eines Jahres. Dabei wird unser Alltag oft genug vom Geschehen des Tages überrollt. So sind wir entwicklungsgeschichtlich auch nicht auf die Erhaltung von Welterbe-Stätten gepolt. Wir denken an unser persönliches Wohl, an das unserer Familie und an unsere „Horde“, die örtliche Interessengemeinschaft. Der Staat ist emotional eher schon ein „Gegner“. Globales Denken im Sinne von: etwas für „die Welt“ zu bewahren, ist uns fremd; globale Emotion erst recht.
In Bezug auf Nachhaltigkeit und die Bewahrung von Lebensräumen ist unsere „artgerechte“ Kleingruppenbezogenheit eine unpraktische Eigenschaft. Der Homo sapiens ist eben „erst“ seit etwa 130.000 Jahren auf der Erde unterwegs. Und da er vergleichsweise alt wird und sich nicht so massenhaft fortpflanzen kann wie Muscheln und Schnecken (von denen noch die Rede sein wird), ist seine genetische Anpassungsfähigkeit eher gering. In unseren Gefühlen, Instinkten und Körperfunktionen sind wir noch recht nahe an den Lebensbedingungen der ersten Menschen. Das Entwicklungstempo unserer technischen Fähigkeiten überfordert diese „genetische Langsamkeit“ doch erheblich. Und zwar nicht nur die menschliche, sondern auch die von allen Pflanzen- und Tierarten, die sich langsam entwickeln. Sie brauchen daher den bewussten Schutz des Staates oder gar der Vereinten Nationen vor dem wirtschaftlichen Zugriff, um ihren Untergang zu verhindern, denn natürliche Anpassung an unsere Welt können sie nicht schaffen.
Tierischer Re-Import
Alle Lebensformen, die das Wattenmeer besiedeln, sind weitaus älter als dieser Lebensraum. Als die letzte Eiszeit vor etwas mehr als 100.000 Jahren einsetzte, mussten sich die wärmeliebenden Tier- und Pflanzenarten nach Süden zurückziehen. Da flaches Wasser sich rasch abkühlt, gab es keine andere Wahl. Die Sandklaffmuschel ist hier damals ausgestorben, weil sie den Weg nach Süden nicht schaffte. An der nordamerikanischen Atlantikküste überlebte sie.  Die Wikinger haben sie vor gut tausend Jahren von ihren Amerikafahrten wieder mitgebracht, indem sie die Muscheln als Lebendnahrung an ihren Booten mitführten. In den wieder erwärmten Flachwasserzonen Europas konnte sie sich neu ansiedeln.
Die Entwicklungsgeschichte von Muscheln und Schnecken (=Weichtiere) beispielsweise begann bereits vor etwa 500 Millionen Jahren im Erdzeitalter des Ordovizium. Dass sie bis heute existieren, zeigt ihre große Fähigkeit, wechselnde Umweltbedingungen durch Anpassung zu überleben. Da Muscheln sich jährlich und oft mehrmals fortpflanzen und sehr hohe Nachwuchsraten haben, können sich ihre Gene rasch Veränderungen anpassen. Ihr entwicklungsgeschichtlich hohes Alter steht aber auch für die in den Meeren viel gleichmäßiger und langsamer als an Land ablaufenden Prozesse. Das Meerwasser durchmischt sich weltweit innerhalb von etwa tausend Jahren einmal vollständig. Damit sind recht stabile Verhältnisse garantiert, die allen Meeresbewohnern Zeit lassen, sich anzupassen.
Eine Zeitspanne von 500 Millionen Jahren ist so ungeheuer groß, dass wir damit eigentlich nichts anfangen können, außer zu staunen. Aber die Schönheit aller natürlichen Wesen entspringt wohl genau diesem Zeitfaktor. Alles, was sich entwickelt, wird ständig der sich ändernden Welt angepasst. Individuen mit ungeeigneten Eigenschaften gehen unter, während die mit den passenderen Fähigkeiten überleben. So erlangt alles Lebende eine natürliche „Serienreife“, von der die Industrie nur träumen kann. Muscheln sind schön, weil sie genau in ihre Welt passen. Das wiederum kann jeder Mensch empfinden, denn er unterliegt denselben Anpassungsgesetzen. Wenn Mensch sich die Zeit nimmt zu empfinden.
Wie schön ist es da, dass es Urlaub gibt. Da kann sich der urlaubende Mensch an den Deich setzen, aufs Watt schauen und Zeit haben. Dann ist er auf einmal nahe bei sich und nahe an der unvorstellbaren Langsamkeit der „rasant“ ablaufenden „Wattenmeerwerdung“. Am Ende geht es ihm wie dem Autoren: Er hat die Zeit vergessen und muss nötig ins Bett. -Uwe Garrels- |
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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 4. Juni 2010 )
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Ein Angebot für Einheimische, für Inselfreunde und zugleich eine schöne Geschenk-Idee: der neue Posterkalender 2011 mit alten Ansichten aus dem heutigen Nordseeheilbad Langeoog. Der im Enno Söker-Verlag Esens erschienene Kalender mit 13 Motiven inkl. Titelseite beleuchtet die Zeit zwischen 1900 und 1930, als die Insel erste Berührungen zum Tourismus aufbaute. Die Motive, zum Teil aus Privatarchiven, zeigen Hafenszenarien, alte Gebäude und Straßenzüge der Nordseeinsel wie die Kirchstraße um 1920 oder die Dorfansicht mit dem geduckten Insulanerhaus. Impressionen wie die Kutter für Lustfahrten oder das Strandleben um 1900 lassen den Betrachter schmunzeln. Das alte Schulhaus und die Dünenpartie mit Wasserturm erinnern ebenfalls an die „gute alte Zeit“. Ein Tipp für Freunde der Inselhistorie: Die Drucke im Querformat DIN A3, mit sandfarbenem Passepartout, lassen sich später wunderbar rahmen. Der „Anno dazumal“-Kalender von Langeoog, mit Ringbuchbindung, Stückpreis 18,50 Euro, ist zu Ostern 2010 bei der Buchhandlung Krebs am Wasserturm erhältlich oder direkt beim Verlag Enno Söker in Esens, Marienkamper Straße 1, Tel. 04971/ 91050. Bestellungen können auch im Utkieker-Shop über die Homepage www.de-utkieker.de erfolgen. Die Sendung erfolgt zzgl. Versandkosten. |
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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 26. Mai 2010 )
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Weltnaturerbe – haben wir das verdient? |
(Folge 2)
Langeoog und das UNESCO-Welterbe Wattenmeer
Weltnaturerbe-Insel Langeoog: Der kleinste Schlopp im großen Schlopp
 Seit Juni 2009 zählt das Wattenmeer zum UNESCO-Weltnaturerbe. Insgesamt fast 10.000 Quadratkilometer groß, umfasst das Gebiet die Flächen der Wattenmeer-Nationalparks in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie eines Schutzgebietes in den Niederlanden. Und mittendrin liegt Langeoog. Was bedeutet das Weltnaturerbe für die Insel, für die Küste, für uns alle? Fragen, denen Uwe Garrels im „Utkieker“ nachgeht. Der Archivar der Inselgemeinde und ausgewiesene Naturkenner ist vielen Gästen durch seine kurzweiligen Wattwanderungen sowie Ortsführungen und Vorträge bekannt. In loser Folge beleuchtet er an dieser Stelle die unterschiedlichen Aspekte des Titels Weltnaturerbe.
Der Titel Weltnaturerbe hat etwas Großes und Ehrfurchtgebietendes an sich. Dabei setzt sich dieser Begriff aus vielen Mosaiksteinchen zusammen, die für sich genommen nichts anderes als den Alltag des Lebens im Wattenmeer  widerspiegeln. Auch die Schlopps – das sind Dünendurchbrüche, die als Folge rasender Strömung während der Sturmfluten entstehen können – gehören zum Alltagsgeschehen auf den Düneninseln der ostfriesischen Küste.
Langeoog hat zwei Schlopps, den großen und den kleinen Schlopp. Beide sind während des 18. Jahrhunderts entstanden. Wahrscheinlich war es nicht allein die Weihnachtsflut 1717, die den großen Schlopp hervorrief. In diesem Bereich der Insel muss es vor circa 300 Jahren eine länger anhaltende Unterversorgung mit Sand gegeben haben. Dadurch war die Dünenkette an dieser Stelle so geschwächt, dass sie während der gewaltigen Sturmflut am 25. Dezember 1717 durchbrach. Das Wasser kannte kein Halten mehr – der durch die enorm hohen Wasserstände durchweichte Sand begann einfach wegzufließen. Findet das Wasser erst einen Eingang in eine Düne und fällt das Gelände dahinter ab, dann wird die Strömung unglaublich schnell. Sofort bilden sich tiefe Rinnen mit noch tieferen Ausspülungen, den Kolken, und der mitgerissene Sand überflutet die dahinter gelegenen Flächen.
Die Sturmflut vernichtete . . .
auf Langeoog die Hellerweiden der Insulaner, die einzig fruchtbaren Flächen auf der damals besonders kargen Insel. Die Überwaschung mit den riesigen Sandmengen der weggespülten Dünen machte die Bewirtschaftung der Hellerweiden unmöglich. Zudem trieb der Wind große Mengen Sand |
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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 4. Juni 2010 )
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