„Ja“ sagen – zum Leben als Christ und zur Konfirmation

Festgottesdienst am 19. September in der Inselkirche
„Say Yes – sag ja!“ Das war der Leitgedanke, den Inselpastor Christian Neumann an diesem Sonntagvormittag über alles gestellt hatte. Denn darum geht es schließlich bei der Konfirmation: Es ist das bewusste „Ja“ zum christlichen Glauben, das junge Menschen geben. Das, was bei der Taufe noch passiv stattfand, findet hier seine persönliche Bestätigung. Sechs Jugendliche waren es insgesamt, die ein Jahr lang aktiv ihren Glauben gelebt, jede Woche den Konfirmandenunterricht besucht und den Katechismus gelernt haben. Am 19. September war es dann soweit: Die evangelisch-lutherische Gemeinde von Langeoog feierte zusammen mit den Eltern und Taufpaten ihren Eintritt ins kirchliche Erwachsenenleben und die Zulassung zum christlichen Abendmahl.
Victoria Baller, Smilla Frech, Hanno Janßen, Jannik Pflaum, Riccardo Pinto und Mareike Peters wurden in einem festlichen Got­tesdienst gesegnet und mit einem Konfirmationspruch bedacht, der sie nun ihr Leben lang als Christ und Christin begleiten wird. Dem feierlichen Ritual stellte Pastor Neumann eine Predigt voran, die entlang einer zentralen Passage aus dem ersten Buch der Bibel, der Genesis, die Geschichte Jakobs erzählte, der mit Gott kämpft und von ihm fordert: „Ich lasse dich erst los, wenn Du mich gesegnet hast.“
Warum diese Stelle auch zentral für den Konfirmationsunterricht ist, erläuterte der Inselpastor sogleich: „Im optimalen Fall ermöglicht die Konfi-Zeit auch so ein Ringen. Ein Ringen mit Gott. Denn im besten Fall habt ihr euch euren Gott, euren Glauben errungen. Ihn euch begreiflich und erfassbar gemacht. Und wenn es gut gelaufen ist, haben wir als Gemeinde dazu Hilfestellung geleistet. Haben Fragen angestoßen und gemeinsam Antworten entwickelt, mit denen ihr was anfangen konntet.“
Wie in der biblischen Geschichte ist die Zeit des Ringens nun für die Langeooger Konfirmanden vorbei. Mit dem „Ja zum Segen“ sei für Gott und Jakob der Kampf, ihre gemeinsame Zeit zu ­Ende gewesen. „So ist das auch heute bei uns“. Doch dieser ­Lebensabschnitt ende laut Neumann mit tiefem Vertrauen und Fürsorge für sechs „großartige Menschen“. Diesem stimmte die Gemeinde mit einem kräftigen „Ja“ zu und schickte damit die Konfirmandinnen und Konfirmanden auf ihren zukünftigen Weg als Christen.
Die Lesungen zum Gottesdienst wurden von Kirchenvorsteherin Andrea Lueg und Kirchenpraktikantin Finja Schult vorgetragen. Kantorin Noémi Rohloff begleitete an der Kirchenorgel und dem E-Piano und ließ den Langeooger Gospelchor mehrfach stimmgewaltig erklingen. Eine Kollekte am Ausgang ging auch an das Konfirmationsprojekt des diesjährigen Jahrgangs, an ein Mutter-Kind-Krankenhaus im Jemen von „Ärzte ohne Grenzen“. Wie schon im letzten Jahr fand die Konfirmation nicht wie üblich im Frühjahr, sondern im frühen Herbst und nur im Familienkreis statt. Auch die Fahrt der Konfirmanden musste in diesem Jahr coronabedingt ausfallen. -Petra Wochnik-