Der Kampf auf der Matte

TSV-Judosparte: Heini Matzies seit 20 Jahren „guter 
Judogeist“ im Verein – Weißgurtgruppe für Erwachsene
steht in den Startlöchern
Die Fallschule, Werfen, Bodentechniken und das richtige Fallen – das sind die vier Grundelemente des Judo, das an Faszination bis heute nichts verloren hat. Dabei liegt der Schwerpunkt der japanischen Kampfsportart, deren Prinzip „Siegen durch Nachgeben“ beziehungsweise „maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand“ ist, heutzutage in der sportlichen Ertüchtigung und nicht unbedingt in der Selbstverteidigung. Judo wird in Deutschland in einzelnen Vereinen bereits für Kinder ab drei Jahren angeboten. Der spielerische Übergang zu judospezifischen Formen ist dabei fließend. Wegen seines Facettenreichtums kann Judo bis ins hohe Alter aktiv praktiziert werden – so sind selbst Judoka mit über 80 Jahren keine Seltenheit.
Auf Langeoog gibt es seit vielen Jahren im TSV Langeoog eine aktive Judo-Gemeinschaft. Ein Baustein ist die Judo-AG der Inselschule, die Heinrich „Heini“ Matzies in Zusammenarbeit mit dem TSV anbietet. Trainiert wird in den verschiedenen Gruppen jeweils montags von 15 bis 17 Uhr sowie samstags zwischen 18 und 20 Uhr. „Im Augenblick nehmen 17 Kinder am Unterricht teil“, sagt Matzies. „Die Jüngsten sind dabei gerade einmal im Kindergartenalter, die Ältesten hören so bei 16 Jahren auf“ – auch weil sich die Interessen in der Jugend veränderten und mehr Zeit auf dem Festland verbracht werde.
Koch und Kämpfer
Der 71-jährige Gastronom und Hotelier Heini Matzies hat seine Kindheit in Dortmund verbracht, wohnte im sogenannten Pestalozzidorf. Mit sieben Jahren kam er das erste Mal mit Judo in Kontakt. Im Laufe der Zeit erlernte der Dortmunder Schritt für Schritt die japanische Kampftechnik, fand Gefallen an dem Sport. Doch dann kam der Bruch. Durch die Kochlehre war keine Zeit mehr für Judo.
Mit 17 kam der junge Koch dann nach Langeoog, baute ab 1977 seinen eigenen Betrieb Restaurant und Pension „Landhaus am Schniederdamm“ auf. Später kam der Jahrtausendwechsel, als ein Stammkunde in seinem Restaurant wieder von Judo zu schwärmen anfing. Schnell war es um Heini Matzies geschehen. Er knüpfte Kontakt zur damaligen Judo-Gruppe des TSV und als der Trainer die Insel in Richtung Festland verließ, packte er die Chance beim Schopfe. Seit 2001 zunächst als Ansprechpartner und seit 2006 als Trainer und Spartenleiter engagiert sich der „gute Judogeist“ im Verein.
Dem ist er bis heute treu geblieben und kann erfreut auf zahlreiche Erfolge seiner Schützlinge zurückblicken – und auf seinen ganz persönlichen Glücksmoment. Der war im Sommer 2019, als der damals 68-Jährige die Prüfung zum 1. Kyu-Grad erfolgreich absolvierte. Damit war Matzies der braune Gürtel sicher. Darüber folgt nur noch der schwarze Gürtel, den man aber nur durch perfekte Technikbeherrschung bei einem Meisterschafts­turnier erlangen kann. Dies ist jedoch in dem „hohen Alter“ zu schwer und zu langwierig – und dauert circa vier Jahre.
Erwachsenengruppe in Planung
Rund 100 Kinder hat Heini Matzies in seiner Trainerkarriere bereits betreut. Mit vielen von ihnen ging er zu Turnieren, gewann zahlreiche Pokale und Auszeichnungen. „Wenn wir zu Wettkämpfen fahren, spricht man schon ehrfürchtig von ,Die Langeooger kommen‘.“ Auch auf Langeoog zeigte die Judosparte ihr Können, etwa bei den TSV-Pfingstfesten auf dem Sportplatz.
Und da sich das Interesse auch auf die ältere Generation jenseits der Jugend ausgebreitet hat, ist für die kommende Zeit die Gründung einer Erwachsenengruppe im Judo geplant. Diese sollte längst schon am Start sein, jedoch brachte die Corona-Pandemie den Zeitplan ordentlich durcheinander und verhinderte den Beginn dieser neuen Trainingseinheit. Das ist aber längst kein Grund für Heini Matzies, der von seiner Ehefrau Tilli und seinen Töchtern Wiebke und Mareikje beim Training unterstützt wird, den Kopf in den Sand zu stecken. „Ich lebe Judo und will das noch einige Jahre fortführen.“
Weitere Informationen für Interessierte gibt es beim TSV Langeoog http://www.tsv-langeoog.com/Angebot/Judo/ oder direkt bei Heini Matzies, Telefon: 04972 / 527. -utk-