Urlaub in familiärer Atmosphäre

Hotel garni „De Insulåner“ im Vormann-Otten-Weg 
vor fünf Jahren eröffnet – (Stamm-)Gäste lieben besonderes Flair 
Eigentlich mag Denise Kuppi es gar nicht glauben: fünf Jahre – wie im Flug vergangen. Denn seit fünfeinhalb Jahren steht es für Langeooger Gastlichkeit: das Hotel „de Insulåner“ am Vormann-Otten-Weg. Im Frühjahr 2016 wurde es eröffnet – mit Denise Kuppi als Geschäftsführerin. Das Hotel garni besticht durch individuellen Charme: Zum wohligen Langeoog-Aufenthalt laden ein Einzel-, vier Doppelzimmer und sieben Suiten ein.
Frühstück gibt es ab 8.30 Uhr, das Buffet ist reichhaltig und frisch zubereitet. Auch besondere Wünsche werden immer gern berücksichtigt. Zum Frühstück ist Denise Kuppi persönlich für ­ihre Hotelgäste da, nachmittags dürfen sie sich auf Vertrauensbasis an der Bar und der Kaffeespezialitätenmaschine selbst bedienen. „Ich habe sehr entspannte Gäste, die dieses Konzept sehr schätzen“, freut sich die Geschäftsführerin. Selbstverständlich werden die jeweils aktuellen Corona-Regeln eingehalten: „Auch hier darf ich unsere Gäste loben: Alle machen gut mit.“
Überhaupt verlaufe die Gästekommunikation bestens, und zwar bereits im Vorfeld, wenn es um die Anreise gehe: „Die Gäs­te geben ihre voraussichtliche Ankunftszeit vorab durch, wir empfangen persönlich jeden Gast“, erläutert Denise Kuppi, die für ihre Gäste immer erreichbar ist, und für die sie jetzt die Saison ausweitet: „Normalerweise gehen wir im November in Betriebsferien. Dieses Jahr bleibt das Hotel aber aufgrund der großen Nachfrage bis in den Dezember hinein auf“, teilt Denise Kuppi mit. Danach habe man ab dem 27. Dezember über Silves­ter geöffnet
Den Start vor fünf Jahren …
bezeichnet Denise Kuppi als gelungen: „In relativ kurzer Zeit konnten zahlreiche Stammgäste gewonnen werden. Viele kommen seit 2016 regelmäßig, zum Teil mehrmals im Jahr.“ Einige überraschen die Geschäftsführerin dann mit Mitbringseln aus deren alter Heimat: „Ich stamme aus der schönsten Stadt am Rhein: aus Düsseldorf!“, verrät Denise Kuppi mit einem Lächeln. Nach dem Abitur 1997 in ihrer Heimatstadt besuchte sie die höhere Handelsschule, die sie mit dem IHK-Abschluss für Fremdsprachenkorrespondenz in Englisch und Französisch verließ. Einem BWL-Studium schlossen sich zwölf Jahre Tätigkeit in einer namhaften Düsseldorfer Anwaltssozietät an: „Das war auch eine gute Schule für den Umgang mit anspruchsvollen Gästen.“ 2010 begann sie nebenher ein Psychologie-Fernstudium, das durch die Geburt des ersten Sohnes unterbrochen wurde: „Ein Abschluss ist aber immer noch angestrebt, es fehlen eigentlich nur noch zwei Semester zum Bachelor of Science.“
Ihren Lebenspartner, den Insulaner Onnen Schreiber, hatte sie schon in jungen Jahren als Urlauberin auf Langeoog kennen­gelernt. 2013 zog das Paar mit dem ersten Sohn Hugo nach Langeoog.
Ab 2014 war Denise Kuppi bei der Caritas Mutter-Kind-Klinik Langeoog tätig, bis sich der zweite Sohn Marlon ankündigte. „In der Elternzeit ergab sich dann das Hotel“, berichtet sie. Aus dem früheren Hotel „La Villa“ der Familie Blank wurde das „Hotel De Insulåner“, dessen Geschäftsleitung sie im November 2015 übernahm. „Da begannen wir mit dem Umbau. Und an Grün­donnerstag 2016 konnten wir die ersten Gäste begrüßen.“
Seitdem sitzt beim Personal jeder Handgriff: „Wir sind ein eingespieltes Team. Und was die Stimmung und den Umgang miteinander so besonders und entspannt macht: Es gibt keine große Hierarchie“, erklärt Denise Kuppi. Vom Aufbau des Frühstücksbuffets über Küchendienst und Service beim Frühstück bis zur Zimmerpflege „macht jeder alles“ (auch die Geschäftsführerin). Seit dem Beginn 2016 dabei ist Mitarbeiter Delvis Gonzales Rosales. Im Mai 2018 hinzu kam Biljana Bogdanić, die aktuell mit Sohn David in Elternzeit ist. Im vorigen Juli stieß Octavian Bogatiuc („Er war unsere große Rettung im Pandemiejahr 2020“, so Denise Kuppi) zum Team, das seit Juli 2021 durch Octavians Ehefrau Violina Mazureac als Hausdame komplettiert wird.
Gibt es ein „Geheimrezept“?
Das Coronajahr 2020 wird wohl in die Hotelchronik eingehen: „Nach dem ersten Lockdown hatten wir von Ende Mai bis Anfang November 2020 geöffnet, dann kam der ‚Lockdown light‘ bis Juni 2021.“ In dieser Zeit hatte Denise Kuppi das Hotel phasenweise nahezu im Alleingang betrieben. Das ist nun anders: „Dank der kompetenten und zuverlässigen Verstärkung im Team kann ich mir jetzt den ‚persönlichen Luxus‘ leisten und mich wieder stärker um meine Familie kümmern.“
Schließlich wollen auch die Söhne Hugo (8), Marlon (6) und Piet (4), die zur Schule oder in den Kindergarten gehen, versorgt sein. „Das klappt – dank der Ganztagsangebote in den Einrichtungen. Dort weiß ich die Kinder gut versorgt“, lobt Denise Kuppi sowohl die Kindertagesstätte „Wichtelnüst“ als auch die Inselschule Langeoog.
Buchungen, Anreisen, Organisation und Verwaltung des Hotels – um all das kümmert sie sich selbst. Als Geschäftsführerin eine Quereinsteigerin, waren Denise Kuppi aber durch ihre berufliche Tätigkeit in Düsseldorf die (auch in einem Hotel anfallenden) Verwaltungsaufgaben bereits vertraut. Und der Umgang mit den Gästen fällt der 43-Jährigen gleichfalls leicht. Sogar die Homepage www.hotel-de-insulaner.de pflegt sie selbst: „Ich arbeite sehr gern am Rechner.“
Wenn also der Nachwuchs im Bett liegt, fährt Denise Kuppi den PC hoch, um die Anfragen des Tages zu beantworten, Büro­arbeiten zu erledigen und die Website zu betreuen. Die demnächst anstehende ruhige Winterzeit wird sie nutzen, um – von Anschaffungen über Marketing bis Renovierung – die Saison 2022 vorzubereiten.
Gibt es ein „Geheimrezept“ für den Erfolg des „Insulåners“? „Nein“, lacht Denise Kuppi, „nur ein paar Grundregeln: Im Hotel sollte es möglichst ruhig sein, der Gast soll gut schlafen können, die Zimmer müssen sauber sein und ein tolles Frühstück ist selbstredend – den Rest macht die Insel.“ Wenn es ein Geheimrezept gebe, dann sei dies wohl Langeoog selbst. Und natürlich seine Insulaner … -köp-