Ein aufregender Start ins Schülerleben

Die neue 1. Klasse der Inselschule zählt sieben Köpfe – alles Jungen
Der erste Schultag ist immer ein besonderer im Leben. So auch für sieben Langeooger Inselkinder, die am Mittwoch, 18. August, ihrer Einschulung entgegenfieberten. Die begann morgens um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst, in diesem Jahr in der ev.-luth. Inselkirche, die im jährlichen Wechsel mit der katholischen Kirche der Gastgeber des quirligen Ereignisses ist.
Inselpastor Christian Neumann und Pastoralreferentin Susanne Wübker konnten einen ganz besonderen Jahrgang begrüßen: Denn 2021 zählt die neue erste Klasse ausschließlich Jungen: Lian Jung, Marlon Kuppi, Alex Nicorescu, Leon Pham, Jonathan Sawa, Maxim Toderici und Jack Zimmermann heißen sie. Zusammen mit ihren Eltern saßen sie spannungsgeladen auf den Kirchenbänken. Ganz oben auf der Empore guckte der nächste Jahrgang, der Nachwuchs von der Langeooger Kindertages-stätte „Wichtelnüst“, ihnen zu. Kantorin Noémi Rohloff begleitete an der Orgel.
Viel Bewegung war im Spiel beim Gottesdienst für und mit den Kleinen. Diese wurden kräftig aufgefordert mitzumachen, durften sich zur Vorstellung sogar kurz auf die Kirchenbänke stellen, im Wechsel „Hallelujah“ singen, sich dazu setzen und aufstehen und sogar laut mit den Füßen trappeln. Denn um sie ging es oft in diesem Gottesdienst zur Einschulung: um die Füße, die einen durch das Leben tragen. Von „Füßen, Licht und Worten“ handelte auch Christian Neumanns Predigt, die er an die Erstklässler richtete – von Worten, die sie bald alle lernen würden in der Schule. Von der Kraft, die Worte vermitteln können. Und von dem warmen Licht, das gute Worte spenden.
Sichtlichen Spaß hatten die Jungen an „Bruder Johannes“, einer großen Handspielpuppe, geführt vom Inselpas-tor, und dem „Kleinen Drachen Nico“, geführt von ihrer neuen Klassenlehrerin Angelina Janßen. Darin ging es um eben diese Worte: „Lichtworte“ wie Mut, Hoffnung, Liebe und Freunde. „Eine schöne Schulzeit und ein gutes Wort, das uns hell macht“, gaben sie ihren Zöglingen mit auf den Weg, bevor diese den kirchlichen Segen erhielten.
Mit jeder Menge ganz spezieller Füße als Geschenk ging es dann hinaus aus dem Gotteshaus. Die Füße waren aus doppellagigem Papier und enthielten Blumensamen. Wie „mit jedem Schritt im Leben ein Stück wächst“, so Christian Neumann, „werden auch aus diesen Füßen die Samen gedeihen: Etwas wird blühen und wachsen.“
Um Erde und Pflanzen …
ging es dann nur wenige Minuten später im Hof der Inselschule, zu dem alle hinüberspazierten. Wie es Tradition an der Langeooger Inselschule ist, pflanzt jeder neue Schuljahrgang am ­ersten Schultag einen Baum. Jedes Jahr eine andere Sorte – dieses Mal war es ein Birnbaum. Alle sieben durften helfen: die Erde um das Pflanzloch anzutreten und die Pflanzung mit Wasser anzugießen. Die frisch gesetzte Sommerbirne „Clapps Liebling“ ist in Zukunft sofort als „ihr“ Baum erkennbar: Ein Backstein mit eingravierter Jahreszahl 2021 gibt darüber nun Auskunft.
Besonders herzlich war auch der Empfang, den Schulleiterin Christine Deuter und die älteren Klassen in Zeiten von Corona ihren neuen Mitschülern bereiteten. Viele Papierflieger segelten zur Begrüßung vom obersten Stockwerk der Inselschule hinunter, ein buntes „Willkommen“ wurde in vielen Buchstaben hinter den Erdgeschossfenstern hochgehalten. Und dann gab es für die neuen Mitschüler sogar ein Gedicht von Angelika Janßens ehemaliger Klasse.
Im Anschluss war es endlich soweit für die muntere Jungentruppe: Sie durfte endlich in die Schule! „Tschüss Mama“ – „Tschüss Papa“ – und gemeinsam mit der neuen wichtigen Person in ihrem Leben, der Klassenlehrerin, ging es hinein in das Gebäude, in ihren Klassenraum. Hinaus kamen sie dann eine halbe Stunde später mit strahlenden Gesichtern und mit riesigen Schultüten in dem Arm. Diesen Tag werden die sieben ganz bestimmt nicht vergessen! -Petra Wochnik-