ie beste Freundin im Herzen dabei

Langeoogerin Deike Neumann mit eigener Spenden­ –
aktion für Deutsche Krebshilfe erfolgreich am Start
„Der Krebstod meiner besten Freundin Susann riss mich 2017 in ein tiefes Loch. Sport und die Idee, diesem Verlust irgendetwas Positives abgewinnen zu können, halfen mir, diese dunkle Phase zu überwinden und über mich hinaus zu wachsen“, fasst die Langeoogerin Deike Neumann den Beginn ihrer Spendenaktion zugunsten der Deutschen Krebshilfe zusammen.
„Wir hatten gerade zusammen auf Langeoog Silvester gefeiert, als die Ärzte im Januar 2016 einen weit fortgeschrittenen Magenkrebs bei ihr entdeckten, der bereits in andere Organe gestreut hatte“, erinnert sich Deike Neumann. Die beiden Frauen hatten sich im Jahr 2000 über  einen gemeinsamen Freund kennengelernt und auf Anhieb gut verstanden. Die Distanz zwischen dem Niederrhein und der ostfriesischen Insel konnte der Freundschaft nichts anhaben. Auch Wochen nach dem letzten Telefonat mussten sie nicht erst warm miteinander werden. Trotz eines beherzten Kampfs gegen die Krankheit stirbt die zweifache Mutter im Dezember 2017 mit gerade einmal 38 Jahren. Susann hinterlässt eine große Lücke, auch im Leben der damals 37-jährigen Deike Neumann.
Diese konnte den Verlust nur schwer verarbeiten. Schließlich findet sie durch den Sport einen Weg zurück. Gleichzeitig wuchs der Wunsch, etwas Gutes für die Deutsche Krebshilfe zu tun. Durch die Teilnahme an verschiedenen Sportveranstaltungen nahm sie sich vor, auf die Krebshilfe aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln. Die Idee: Jeder Spender wird namentlich auf dem Trikot erwähnt, das sie bei den Rennen trägt. Dem Plan sollten nun Taten folgen: So werden Trainingspläne geschrieben, Sportveranstaltungen, die mit der Familie vereinbar sind, ausgewählt und natürlich wird trainiert. Gleichzeitig geht die Langeoogerin mit Susanns und ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit und wirbt um Spenden. Die Resonanz und der Zuspruch sind groß.
Ironman 70.3 in Duisburg
Auf ihrem Instagram-Kanal „breaking_patterns23“ lässt Deike Neumann die Menschen an ihrer Entwicklung teilhaben. 2020 macht ihr Corona dann einen Strich durch die Rechnung. Sie gibt jedoch ihre Pläne nicht auf und trainiert trotz Pandemie weiter. Mit Sophie Binck aus Augsburg findet die Langeoogerin eine Triathlon-Trainerin, die sie von da an betreut. „Das war eine große Erleichterung, einfach nur das zu machen, was sie mir sagt“, lacht Deike Neumann. Das Training ist umfangreich: In manchen Wochen umfasst es 12 Stunden. „Ohne die Unterstützung meiner Familie, die mir auch für die langen Einheiten am Wochenende den Rücken freihielt, hätte ich das nicht geschafft“, sagt sie dankbar. Die Veranstaltungen sind anspruchsvoll: Der Mitteldistanz-Triathlon in Duisburg („Ironman 70.3“) Ende August umfasst 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen. „Martin Willenberg von der DLRG-Ortsgruppe Langeoog hat mich bei meinen Freiwassereinheiten in der Nordsee begleitet und mich nicht aus den Augen gelassen. So konnte ich mich trotz geschlossenen Schwimmbads gut auf das Schwimmen vorbereiten.“
Und auch Michael Thannberger, therapeutischer Leiter des Kur- und Wellness-Centers, unterstützt sie in ihrem Vorhaben: „Das Aqua-Cycling ist eine großartige Möglichkeit, das Trainingsprogramm zu erweitern. 30 Minuten im Wasser sind wie eine Stunde Radfahren an Land.“ Aqua-Cycling schont die Gelenke, Muskelkater gibt es keinen. Dafür ist der Trainingseffekt für Kraft und Ausdauer umso größer. Die Ausfahrtmöglichkeiten auf Langeoog sind eben begrenzt. Thannberger habe sie genau im Blick behalten und sie immer wieder angespornt, ihre Grenzen zu verschieben. „Thanne ist ein unglaublicher Trainer. Dem entgeht nichts“, zeigt sich Neumann immer noch beeindruckt.
Rund um den Vättern
Anfang September wartet, nach nur fünf Tagen Pause, in Skandinavien schon das nächste Rennen auf sie: die legendäre Vätternrundan, eine 315 Kilometer lange Radrundfahrt um den schwedischen Vättern (deutsch: Vättersee). Bei strahlendem Sonnenschein fährt sie, begleitet von einer Freundin, die Strecke in 12 Stunden und 30 Minuten, Pausen nicht eingerechnet. Zurück auf Langeoog ist sie sichtlich stolz auf das Erreichte: Es sind über 5.000,– Euro an Spenden zusammengekommen. Das Highlight: Der Lions Club „Gräfin Anna“ Langeoog spendet pro Kilometer 5,– Euro.
„Ich will die Erinnerung an Susann am Leben halten”, sagt Deike Neumann über ihre Motivation. „Deshalb mache ich mich auf und erzähle die Geschichte von einer wunderbaren Freundschaft, einer wundervollen Frau und Freundin. Susann hat den Kampf nicht aufgegeben und ihn dennoch verloren. Ich habe das Bedürfnis, nun noch intensiver zu leben – für sie mit.”
Wer die Spendenaktion zugunsten der Deutschen Krebshilfe gern unterstützen möchte, findet im Internet über den Spendenlink em.altruja.de/susann-und-deike aktuelle Informationen und das Konto. -ut/dn-