Lebt aufwärts!

Sechs Jugendliche in der Inselkirche konfirmiert –
Segen und Urkunde für Engelkonfirmandin Alice Happek
In der Inselkirche Langeoog haben sechs junge Menschen am Sonntag, 27. September im Rahmen ihrer Konfirmation „Ja“ zum christlichen Glauben gesagt. Pastor Christian Neumann sprach ihnen Gottes Segen zu und freute sich, dass die selbst ausgewählten Konfirmationssprüche wahre Mutmacher fürs Leben seien.
Als Folge der Corona-Pandemie musste das ursprünglich für April geplante „Fest des Glaubens“ in den frühen Herbst verschoben werden. Statt mitgesungen wurde mitgesummt. Ebenso musste auf das Abendmahl verzichtet werden. Die feierliche Stimmung konnte dennoch durch nichts getrübt werden. Damit ging für Imke Beitelmann, Finja Bents, Geske Bents, Kai Wettstein, Joost Koschewa und Colin Wegener ein ungewöhnliches Konfirmandenjahr zu Ende, das damit sogar fünf Monate länger dauerte, als ursprünglich geplant. Christian Neumann zog ein durchweg positives Fazit dieser besonderen Konfirmandenzeit.
Engelkonfirmation
Bevor sich der Inselpastor jedoch den KonfirmandInnen voll und ganz zuwandte, stand mit Alice Happek, geborene Stolle, zunächst eine Engelkonfirmandin im Mittelpunkt des Gottes-dienstes. Die Insulanerin wurde vor 85 Jahren, am 14. April 1935, in der Inselkirche vom damaligen Inselpastor Otto Harms konfirmiert. Im August feierte sie zudem ihren 100. Geburtstag (der Utkieker berichtete). „Zu zweit haben wir den 14. April in der eigentlich geschlossenen Kirche begangen. Das war ihr wichtig: Die Bibel in der Hand, die sie zur Konfirmation bekommen hat, mit der Widmung von ,Deiner Dich innigst liebenden Groß-mutter’, erzählte Pastor Neumann. Segen und Urkunde wurden Allce Happek nun    im feierlichen Rahmen der Konfirmation zuteil. Mit den Worten: „Eine solche Urkunde habe ich noch nie ausgestellt“, unterstrich der Geistliche noch einmal die Einzigartigkeit dieses Festes. Und an die jungen Konfirmanden gerichtet, rechnete er: „Dieses Fest würdet ihr im Jahr 2105 feiern.“
Ein jegliches hat seine Zeit
In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Pastor Neumann diesmal die Zeit, die doch viel zu schnell zu vergehen scheint. Und dennoch habe „ein jegliches seine Zeit“. So heißt es schon in der Bibel bei Prediger Salomo 3,1 – 11. Als das Symbol für Leben und Lebenszeit stehe die Sanduhr, in der die Zeit sprichwörtlich nur so durchriesele. „Gegenwartsschrumpfung nennt es der Philosoph Hermann Lübbe“, führte Christian Neumann weiter aus. Doch den jungen Konfirmanden rief er aufmunternd zu: „Lebt aufwärts! Denn Christen leben mit Blick auf die Ewigkeit aufwärts.“ Als Geschenk der Gemeinde erhielten die Konfirmanden jeweils eine Sanduhr, in welcher der Sand sinnbildlich aufwärts rinnt.
Hatten die Konfirmanden eine Woche zuvor als Thema für ihren Vorstellungsgottesdienst „Extremismus und Rassismus“ gewählt, war dementsprechend die Kollekte für die Flüchtlingsarbeit von „Ärzte ohne Grenzen“ bestimmt.
Musikalisch begleitet wurde der Festgottesdienst von Inselkantorin Noémi Rohloff, Sängerin Katja Agena und dem Kirchenvorstand. Passend zum Gottesdienstthema kamen Lieder wie „Schenk uns Zeit“, „Anker in der Zeit“ oder das Orgelnachspiel „Happy Hour“ zu Gehör. -reh-