„So was kannte ich noch nicht“

Kurseelsorge hielt ungewöhnliche Erlebnisse für Heiko Limburg vor

Mit Heiko Limburg übernimmt im Februar ein Mann mit einem nicht alltäglichen Hobby die Kurseelsorge auf Langeoog: Nachdem er sich nach 29 Jahren als Pfarrer von seiner Gemeinde in Holzminden in den Ruhestand verabschiedet hatte, begann er eine einjährige Ausbildung und legte ein Schifferpatent ab. Damit war der Grundstein für die Erfüllung eines langgehegten Traums erfüllt. Denn Heiko Limburg wollte Fährmann werden.
„Ich habe eine Gierseilfähre in Polle an der Weser bedient“, erinnert sich der heute 72-Jährige. Oft hatte er als Passagier mit seinen Kindern auf dieser Fähre übergesetzt und dabei Spaß an der Sache gefunden. Drei Jahre lang beförderte Limburg schließlich als Fährmann mithilfe der Strömung Ausflügler von Ufer zu Ufer. „Dann wurde mir die Zeit zu knapp und ich habe diese Aufgabe zugunsten meiner zehn Enkel aufgegeben“, erzählt er. Lange hielt es der pensionierte Pastor jedoch nicht ohne „Job“ aus: Er kommt nun bereits zum dritten Mal als Kurseelsorger nach Langeoog. Seine Aufenthalte waren für ihn stets ereignisreich. „Einmal mussten wir auf die Gäste einer Taufe warten, weil sie wegen Eisgangs erst verspätet übersetzen konnten. Es hat Spaß gemacht, mich auf diese für mich ungewöhnliche Gegebenheit einzulassen. Ein anderes Mal habe ich die älteste Einwohnerin Langeoogs beerdigt. Sie wurde mit dem Pferdewagen abgeholt und ich bin mit der Trauergesellschaft hinter dem Wagen her gegangen. So etwas kannte ich bis dahin nicht. Und obwohl es ein trauriger Anlass war, war dies doch eine schöne Erfahrung für mich. Es hat mich auf den Gedanken gebracht, dass auch ich einmal bei meiner eigenen Beerdigung mit einem Pferdewagen durch den Ort gefahren werden möchte. Und wieder ein anderes Mal hat mich ein Brautpaar, das gerade standesamtlich geheiratet hatte, spontan um den kirchlichen Segen bei einer Andacht in der Inselkirche gebeten. Auch so was hatte ich bis dahin nicht gemacht“, verrät Heiko Limburg.
In diesem Jahr wird er als Kurpastor mit der Inselgemeinde drei Gottesdienste am 16. und 23. Februar sowie am 1. März feiern. Er freut sich bereits auf die Aufgaben, die auf ihn warten.
Auch die Insel hat es dem evangelischen Theologen angetan: „Meine Frau und ich sind begeistert von Langeoog. Wir wollen unsere freie Zeit nutzen, um am Strand Wind und Wetter zu trotzen. „Ich freue mich schon auf die Spaziergänge – selbst bei Sturm und Regen.“    -sbo-