Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog
Rathaus wieder geöffnet
Seit dem 29. Juni 2020 hat das Rathaus wieder für Publikumsverkehr auf. Die neuen Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von10 bis 12 Uhr, zudem Dienstag und Donnerstag von 14 bis 16 Uhr. Selbstverständlich können auch jederzeit außerhalb der Öffnungszeiten vorab telefonisch Termine vereinbart werden.
„Die letzten Wochen haben aufgezeigt, dass die telefonische Abstimmung eines Termins den Kunden Wartezeit erspart und eine intensivere Klärung der Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ermöglicht“, berichtet Bürgermeisterin Heike Horn. „Zudem werden Begegnungen vermieden, die aufgrund der baulichen ­Situation nur mit geringem Abstand möglich sind.“ Insbesondere im Ordnungsamt sei die räumliche Situation sehr fordernd. „Die Öffnungszeiten ermöglichen, dass Arbeitsprozesse über einen längeren Zeitraum erledigt werden können, Teambesprechungen erfolgen und Ihre Anträge bearbeitet werden können“, erläutert die Bürgermeisterin. Und ergänzt: „Im Rathaus herrscht Maskenpflicht für alle Besucher, da bitten wir um Verständnis.“
Die neuen Brückenanlagen … 
an den Anlegern von Bensersiel und Langeoog streben ihrer Vollendung entgegen. Im Herbst 2018 begann die Erneuerung sowohl der Fußgängerbrücken als auch der Verladebrücken für die Fracht (der „Utkieker“ berichtete). Bauherrin ist die Insel­gemeinde; sie beauftragte die Heuvelman Ibis GmbH aus Leer mit den Arbeiten.
Einen Großeinsatz gab es unlängst in Bensersiel: Dort wurde am Donnerstag, 12. Juni die Frachtbrücke eingehängt. Schon seit Wochen stand die in den Langeooger Logo-Farben lackierte Brücke am Anleger in Bereitschaft. Sie wartete auf die Ankunft eines Spezialkrans, der sie in Position bringen sollte. In der Nacht zum 11. Juni traf der 500-Tonnen-Kran der Groninger Firma Wagenborg Nedlift B.V. ein, der als Schwertransport auf mehreren LKWs angeliefert wurde. Der Aufbau dauerte den ganzen Mittwoch.
Am Donnerstagmorgen ging es – nach kurzer Besprechung der beiden Firmenteams – gegen 7.30 Uhr los. Bereits der erste Versuch gelang: In Millimeterarbeit führte der Kran die rund 45 Tonnen schwere, 21 Meter lange und 5 Meter breite Brücke zwischen den Pylonen hindurch und setzte sie behutsam auf die Lager auf. Im Anschluss wurde die Brücke in die Wartungsseile eingehängt. Es folgte die Montage der Querriegel, an denen die Kontergewichte der Brücke eingehängt wurden. „Der Einbau ging schneller als vermutet, alles hat gepasst“, berichtet Okko Albe, Bauleiter der Heuvelman Ibis GmbH. Eine Woche später folgte die Installation der Elektrohubzylinder: „Die Brücke wird nicht hydraulisch betrieben, sondern mittels einer durch Elektromotoren bewegten Spindel. Das war Bestandteil der Ausschreibung“, so Okko Albe.
In Bensersiel ist die Maßnahme damit großenteils vollendet, auch die Pflasterflächen sind wiederhergestellt. Zum Schluss folgen noch die Elektroinstallationen. Danach werden die Arbeiten am Langeooger Anleger vollendet. Die Portale und Brückenwiderlager sind bereits fertig. Die Brückenteile selbst gelangen auf dem Wasserweg von Delfzijl, wo die Vormontage erfolgt, nach Langeoog.
Auch bedingt durch die Corona-Krise, war es beim Bau zu Verzögerungen gekommen. So hatten sich Lieferzeiten für Bauteile verschoben, die aus der ganzen Welt stammten. Angestrebt ist, die Brückenanlagen im Lauf des Sommers fertigzustellen.
Bürgerbefragung am 23. August
Die Finanzsituation in den Eigenbetrieben der Inselgemeinde ist sehr angespannt. „Der vor zwei Jahren gestoppte Verkauf von KWC und HDI muss zeitnah erfolgen oder es müssen Alternativen gefunden werden, da wir einen Entschuldungsvertrag mit dem Land Niedersachsen zu erfüllen haben“, erklärt Bürgermeis­terin Horn. Damit sich die Langeooger trotz Corona-Beschränkungen hierzu äußern können, wird dies in Form einer Bürgerbefragung geschehen. Die schriftliche und anonyme Befragung soll am Sonntag, 23. August stattfinden. Ablaufen soll sie ähnlich wie eine Kommunalwahl: Man kann Briefwahl machen oder den Fragebogen im Rathaus abgeben.
Vorab lädt die Inselgemeinde mehrmals zu einer Bürger-Infostunde ein, auf der sie die zur Wahl stehenden Projekte vorstellt. Angedacht sind mehrere Termine an unterschiedlichen Wochentagen, „einmal nachmittags, einmal abends, vielleicht auch an einem Vormittag, damit sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger ein Bild machen können“, berichtet Heike Horn. Die genauen Termine gibt die Inselgemeinde rechtzeitig bekannt.
Auftaktveranstaltung Saisonverlängerung
Am 10. Juni fand im HDI eine Auftaktveranstaltung zum Thema „Belebung der Herbst-Winter-Saison auf Langeoog“ statt. Eingeladen hatte die Inselgemeinde die touristischen Leistungsträger der Insel. „Im Raum stand die Frage: Wie kann man die Zeit von November bis März noch attraktiver gestalten, um den Gästen eine belebtere Saison zu bieten?“, subsumiert Bürgermeisterin Horn den Abend, zu dem unter hoher Abstandswahrung rund 50 Teilnehmer kamen. „Ziel war es, dass die Leistungsträger sich Angebote überlegen, die auf einer digitalen Plattform zusammengeführt werden.“ Diese soll einen vereinfachten Austausch zur Kooperation ermöglichen. So könnten etwa Gesamtpakete, bestehend aus Aktionen und Unterkünften, geschnürt und online beworben werden. „Das wäre eine Riesenchance für Langeoog“, ist sich Heike Horn sicher, „und eine Möglichkeit für alle, die unter Corona Einbußen erlitten haben, entgangenen Umsatz nachzuholen.“
Fahrradfahrverbot in der Fußgängerzone
Ab sofort gilt bis zum Ende der Herbstferien täglich von 10 bis 22 Uhr ein Fahrradfahrverbot in der Fußgängerzone. Dies umfasst die Bereiche Hauptstraße westlich der Einmündung des Vormann-Otten-Weges und östlich der Einmündung des Rudolf-Eucken-Weges und Am Wasserturm sowie der Barkhausenstraße vom Beginn Hauptstraße bis südlich der Einmündung der Gartenstraße. In der übrigen Zeit haben Radler weiterhin Schritttempo zu fahren und Fußgängern absoluten Vortritt zu lassen. Die abendliche Ausweitung erfolgt auf 22 Uhr (statt 20 Uhr, wie bisher), um die Fußwegbereiche unter bestimmten Voraussetzungen für Sondernutzungsflächen freizugeben (zum Beispiel für Außengastronomie).
Auch außerhalb des zeitlich begrenzten Fahrradfahrverbotes gilt: Fußgänger haben in der Fußgängerzone immer Vorrang vor anderen Verkehrsteilnehmern. Zudem geht Sicherheit vor Schnelligkeit – besonders in Bereichen, in denen sich Kinder aufhalten: „Kinder schätzen die Verkehrslage noch nicht richtig ein und haben noch keinen Überblick über die Gefahren im Straßenverkehr“, erklärt die Gemeinde. Und bittet alle Verkehrsteilnehmer um gegenseitige Rücksichtnahme: „Verhalten Sie sich bitte immer so, wie Sie es auch von anderen erwarten.“
Langeoog und Corona
Restaurantbesuche und Shopping, aber auch Strandsport, Erlebnisbad und kleinere Veranstaltungen: „Vieles ist wieder möglich, auch im Zuge der seit Juli geltenden neuen Lockerungen“, sieht Bürgermeisterin Heike Horn erste Ansätze zu einer Rückkehr ins Alltagsleben. Dennoch sei mit Corona nicht zu spaßen: „Masken- und Abstandsregeln gelten immer noch. Es ist nicht nur Aufgabe des Staates, sondern auch jedes Einzelnen, Sorge zu tragen, dass die Infektionszahlen niedrig bleiben.“
Zwar gebe es aktuell keine Covid-19-Fälle auf Langeoog, doch „begleitet uns die Gefahr durch das SARS-CoV-2-Virus. Wir sind gehalten, die Hygiene-Etikette einzuhalten und achtsam miteinander umzugehen. Abstandswahrung ist auch dann sinnvoll, wenn sie nicht vorgeschrieben sein sollte.“ In diesem Sinne könne man über den Zusammenhang von Anstand und Abstand nachdenken – und daraus eine gewohnte Höflichkeit sich ergeben lassen. „Nur weil es lange nicht gebrannt hat, braucht man doch eine Feuerwehr.“ -köp/ut-