Ein Gewinn für die Notfallversorgung

Neue Rettungswache Langeoog offiziell eingeweiht
Seit Januar ist die neue Rettungswache auf Langeoog in Betrieb. Nun wurde sie offiziell eingeweiht. In enger Abstimmung mit dem Landkreis Wittmund und der Inselgemeinde hat die Tochtergesellschaft MKT des DRK Rettungsdienst Mittelhessen (RDMH) das Projekt umgesetzt. Spatenstich war am 18. Oktober 2017. Am 17. Mai konnten sich die Gäste im Rahmen einer Feierstunde vor Ort von den Vorzügen des neuen Domizils überzeugen.
Der Neubau war notwendig geworden, da die bisherigen Räumlichkeiten nicht mehr den Erfordernissen eines modernen Rettungsdienstes entsprachen. Mit der Vollendung der Wache sei damit ein Provisorium beendet worden, sprach Bürgermeister Uwe Garrels von einem guten Tag für Langeoog. „Von nun an stehen alle Fahrzeuge unter Dach und Fach, alle Rettungskräfte sind in hervorragend ausgestatteten Aufenthaltsräumen untergebracht.“ Das Gelände am Süderdünenring sei verkehrstechnisch perfekt und ein Superstand-ort, auch wenn der Kaufpreis von 90 Euro pro Quadratmeter für Landkreis und Gemeinde eine große Belastung dargestellt habe. Der RDMH habe ein Kleinod geschaffen, das für den schwierigen und höchst verantwortungsvollen Dienst an Insulanern und Gäs- ten beste Voraussetzungen biete. Garrels lobte zudem die hervorragende Zusammenarbeit mit dem RDMH sowie die enge persönliche Bindung zwischen Einsatzdienst-Mitarbeitern, Feuerwehr, Ärzten und weiteren Einsatzbeteiligten. RDMH-Geschäftsführer Markus Müller sprach von einem großen Gewinn für die Notfallversorgung auf Langeoog und die diensthabenden Mitarbeiter. Die funktionale und wertige Ausstattung der Wache und der Unterkünfte solle dazu beitragen, dass man hier nicht nur gut, sondern auch gerne arbeitet. Mit den Worten: „Gut Ding will Weile haben“, zeigte sich auch Wittmunds Landrat Holger Heymann sehr froh über den fertigen Neubau. Es sei eine gute und zukunftsweisende Entscheidung Anfang der 1990er-Jahre gewesen, den MKT mit dem Rettungsdienst auf Langeoog zu beauftragen. „Die mehr als 25-jährige Kooperation, inzwischen auch auf Spiekeroog, ist geprägt von einer stets vertrauensvollen und verlässlichen Zusammenarbeit“, betonte Heymann. Markus Müller sei der Garant für diese Erfolgsgeschichte. Matthias Acker von der mittelhessischen Unternehmensgruppe Christmann & Pfeifer, die in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Artec um Architekt Gerd Kaut schon etliche Wachen für den MKT gebaut hat, ließ den Respekt vor dem Inselprojekt nicht unerwähnt. „Die Insulaner haben es uns jedoch leicht gemacht“, resümierte Acker. Alles sei gut gelaufen und man habe viel an Erfahrung gewonnen, die nun im kommenden Jahr in einem ähnlichen Projekt auf Spiekeroog eingesetzt werden könne, schmunzelte er in Richtung Spiekeroogs Bürgermeister Matthias Piszczan, der ebenfalls zur Einweihung gekommen war. Das Bauprojekt wurde in Arbeitsteilung mit dem örtlichen Bauunternehmen Schreiber realisiert. Auch Handwerksfirmen von Langeoog und aus dem Landkreis Wittmund waren beteiligt. Ein Name war jedoch ganz eng mit dem Bau auf Langeoog verbunden: Michael Agena. Dem örtlichen Bereichsleiter gebührte von allen Seiten Lob, Anerkennung und Dank für sein Geschick, seinen Einsatz und seine Eigenleistung. Müller: „Michael Agena handelte stets so, als wäre es sein eigenes Projekt.“ Ein weiterer Dank ging an die beiden Marburger, Haustechniker Jürgen Ritter und Gebäudemanager Klaus Zarges. Nach der obligatorischen Schlüsselübergabe wurde Michael Agena mit einem Schild mit der Aufschrift „Ülk sin Pad“ überrascht, das die Außenwand der Wache ziert. „Ülk“ ist Agenas Spitzname. Der Betriebsleiter konnte zudem für die Wache Einzugsgeschenke von den Kameraden der freiwilligen Feuerwehr um Gemeindebrandmeister Olaf Sommer als künftige Nachbarn und von den Seenotrettern um Vormann Sven Klette entgegennehmen. -reh-