Meeresbrise zwischen plüschigen Ohren

Sieben Alpakas von Mai bis Oktober auf Langeoog

Eine kleine Herde Alpakahengste aus dem Münsterland hat am 16. Mai ihr „Urlaubsdomizil“ auf Langeoog bezogen. Ein Pferdeanhänger brachte die Tiere im Alter von zwei bis fünf Jahren von der Wiese der Züchterfamilie Beatrix und Frank Näsemann in Lüdinghausen direkt auf die Weide am Schniederdamm. Übers Wasser schipperte sie der Frachter „Pionier“. Musste Frank Näsemann am selben Tag wieder nach Hause, da auf dem heimischen Gut Aldenhövel bei den Alpakas jetzt Geburtensaison ist, genießen die sieben Alpakas nach einer entspannten Reise längst die frische Meeresbrise.  Einige Tage vor der Fahrt wurden die Tiere geschoren. Um sie für die erste Zeit besser unterscheiden zu können, tragen die Alpakas, die alle einen Namen haben, farbige Bändchen. So hat beispielsweise „Domino“ ein beiges Bändchen und „Capitol“ ein grünes. Alpakahengst „Jesus“ erkennt man an seinem schwarzen Halsband. Der Name weist auf sein Geburtsdatum am 24. Dezember hin. Auf Langeoog kümmert sich Claudia Frech liebevoll um die Tiere. Sie leitet den dazugehörigen „Abolengo de Alpaca-Laden“, der sich ganz in der Nähe der Weide am Schniederdamm befindet. Einmal täglich vormittags füttert die Langeoogerin ihre kleine Herde mit einer nährstoffreichen Trockenfuttermischung und füllt die Frischwasserwanne wieder auf. Mit den Alpakas hat sie sich in der kurzen Zeit schon sehr vertraut gemacht und kennt alle Tiere beim Namen – und das längst ohne Bändchen.  Kommt Claudia Frech mit ihren Schüsseln auf die Weide, folgen ihr die Hengste auf Schritt und Tritt. „Ich habe Respekt vor großen Tieren“, sagt sie. Doch die Alpakas machen es ihr leicht. „Sie sind lieb, sanft und machen glücklich“, schwärmt sie. Da es scheue Tiere sind, lassen sie sich jedoch nicht so einfach streicheln. Das Füttern der Tiere ist übrigens nicht erlaubt und auch nicht nötig, denn den ganzen Tag über steht ihnen saftiges Wiesengras zur Verfügung. Die Alpakahengste bleiben bis Oktober auf Langeoog. Der Grund: „Wir testen, wie sich ihr Vlies unter den Bedingungen des Seeklimas entwickelt“, erläutert Frank Näsemann. „Feinheit und Struktur des Haares hängen auch von klimatischen Gegebenheiten ab.“ Dies hier sei nach 2018 der zweite Testsommer. „Wir haben schon gute Vlieswerte erzielt und hoffen, diese zu verbessern.“ Vor und nach dem Inselaufenthalt werden Haarproben genommen und verglichen. Die Testphase auf Langeoog läuft voraussichtlich über drei Jahre. „Wir brauchen einen tragbaren Durchschnittswert und kein Zufallsergebnis.“ Sollte die Testphase positiv verlaufen, könnte auf Langeoog vielleicht eine Alpaka-Zucht ihren Anfang nehmen. Seit 2004 züchtet Familie Näsemann Huacaya-Alpakas. Deren Haar hat eine feine, gekräuselte Faser, die dem Tier
sein fluffiges Aussehen verleiht. Jede Zucht hat ihre Ziele: „Wir züchten vor allem auf Feinheit, in zweiter Linie aber auch auf Menge.“ Für Wolle und Vlies gilt: je feiner, desto hochwertiger. Derzeit umfasst die Herde 80 bis 90 Tiere in der Wollzucht. „Wir verarbeiten die Alpakawolle zu Bettdecken, die wir im Familienunternehmen DORMA VITA selbst herstellen“, so Frank Näsemann. Das Alpaka gehört übrigens zur Familie der Kamele – wie auch das Lama. -köp/reh-

Alpaka-Event-Langeoog:

Züchterfamilie Näsemann bietet in diesem Jahr ein ganz besonderes Alpaka-Event an mit interessanten Informationen über die Tiere, deren Haltung, Herkunft, die Zucht und vieles mehr. Termine sind am Sonntag, 2. Juni, Samstag, 8. Juni, und Montag, 10. Juni, jeweils im 10.00 Uhr und 15.30 Uhr. Der Treffpunkt ist am Gatter der Alpakas. Dauer zirka eineinhalb Stunden. Vorgesehen sind gemeinsame Spaziergänge mit den Alpakas auf der Wiese sowie ein kleiner Agilitykurs. Im Kostenbeitrag von 39,– Euro pro Person enthalten ist jeweils ein Paar feinste Abolengo-Alpakasocken (Wert: 24,50 Euro).Angesprochen sind Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren. Eine vorherige Anmeldung ist per Email unbedingt erforderlich: info@abolengo-alpaka.de.   -ut-