Die Faszination der ersten Liebe

Wolfgang Bovekamps vierte Amtszeit als Kurpastor beginnt am 6. Mai

201Bereits vor seinem ersten „Einsatz“ als Kurpastor vor sechs Jahren war Langeoog für Wolfgang Bovekamp kein Neuland mehr. Der evangelische Theologe, der 37 Jahre lang Gemeindepfarrer im münsterländischen Oelde war, hat die Nordseeinsel bis in den Ruhestand hinein vielfach als Leiter einer 65-köpfigen Reisegemeinschaft aus seiner Heimat besucht. Nun kommt er vom 6. bis 27. Mai bereits zum vierten Mal als Kurpastor nach Langeoog, um mit der Inselgemeinde am Sonntag, 19. Mai, und Sonntag, 26. Mai, Predigtgottesdienste zu feiern und die Urlauberseelsorge zu übernehmen. Am 24. Mai wird er ein Brautpaar vom Festland trauen. Schon während seiner früheren Amtszeiten hat Bovekamp Trauungen vollzogen. Dennoch bleibt eine Eheschließung für ihn eine Besonderheit – zumal sie auf seiner Lieblingsinsel stattfinden wird. „Zwischenzeitlich war ich auch einmal auf Borkum, Baltrum und Spiekeroog als Kurpastor tätig. Doch Langeoog hat für meine Frau Gabriele und mich so etwas wie die Faszination der ersten Liebe. Uns ist hier alles vertraut geworden und die Insel ist uns ans Herz gewachsen. Wir kommen wirklich gerne wieder“, schwärmt Wolfgang Bovekamp. Die beiden freuen sich auf das Laufen am Strand, darauf, Zeit zu haben, Menschen zu begegnen und sich auszutauschen und zu schauen, was sich auf der Insel seit ihrem letzten Besuch verändert hat. Und das möchten er und seine Frau ganz bewusst erleben. Den Umgang mit der begrenzten „Kostbarkeit“ Zeit hat sich der Kurpastor auch als Thema eines seiner Vortrags- und Gesprächsthemen im „Beiboot“ gewählt. Am 17. Mai stellt er sich und seinen Zuhörern ab 20 Uhr die Frage, womit man seine Zeit füllt. „Was sind das für Dinge, die in unserem Leben viel Zeit in Anspruch nehmen und sollte man eine Umverteilung zugunsten wichtigerer Dinge vornehmen? In Gesprächen mit Betagten habe ich immer wieder gehört, dass sie im Rückblick manches anders gemacht hätten. Etwa die Pflege von Freundschaften neben dem beruflichen Eingebundensein als Vorbereitung auf das Alter“, gibt Bovekamp einen kleinen Einblick in das Thema „Alles hat seine Zeit“. Bereits am 10. Mai wird er sich im evangelischen Gemeindezentrum im Rahmen der ökumenischen Vortragsreihe mit der Frage befassen, ob und wie man als Christ im Alltag leben kann. „Am Sonntag kann man im Gottesdienst Kraft tanken, um das Christsein im Alltag zu wagen. Aber was heißt das eigentlich und kann man das an Prüfsteinen festmachen? Lebt man als Christ bewusster, anders? Lässt sich das Christsein im Alltag messen?“ Wolfgang Bovekamp hat festgestellt, dass er auf Langeoog viel Gehör findet – sowohl in den Vorträgen, als auch in den Gottesdiensten. „Man merkt, dass die Menschen hier zur Ruhe kommen und sich eine – auch spirituelle – Auszeit vom Alltag nehmen. Wir kennen das aus eigener Erfahrung: Sobald die Fähre abgelegt hat, beginnt für uns jedes Mal ein neuer Zeitabschnitt. Und jeder Aufenthalt auf Langeoog ist anders“, haben Wolfgang Bovekamp und seine Frau Gabriele erlebt. „Und er ist immer ein Geschenk.“ -sbo-