„Harfe in Blau II“ – im Zeichen der Phantasie

Von Klassik bis Jazz: Harfenkonzert mit Michael David am 12. Mai in der Inselkirche

204Den üblichen Vorstellungen eines Harfenisten entspricht Michael David nicht: Kein wallendes Blondhaar, keine rauschenden Gewänder und vor allem kein engelsgleiches Wesen. Selbst eine Vielzahl von Lehrern konnte in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten eine gewisse Starrköpfigkeit in seinen Interpretationen nicht ausmerzen. Die erste Lehrerin riet noch seinen Eltern, die quälenden Versuche ihres Sohnes, wohlklingende Musik auf der Harfe zu erzeugen, besser gleich zu beenden. Zum Glück vertrauten die Eltern damals weiterhin dem Talent ihres Sohnes. Statt der Zukunftspläne wechselten sie die Lehrerin. Zu seinen späteren Lehrern gehörte Prof. Erich Schubert von der Musikhochschule Köln, der Michael David mehrere Jahre in den verschiedensten Musikrichtungen un-terrichtete. Den letzten Schliff seiner Ausbildung erhielt er in den USA von Harvi Griffin, der zu den besten Allround-Harfenisten der Welt zählt. Griffin unterrichtete David gezielt in Swing, Pop und Jazz. Mit seinem Crossover-Programm „Harfe in Blau II – im Zeichen der Phantasie“ zeigt der Künstler seine Vielseitigkeit und die vielen Einsatzmöglichkeiten einer Konzertharfe. Er beginnt das Programm mit Harfenmusik aus dem Bereich der Romantik, des Barock und der Klassik. Es folgen vor Ideen sprühende Eigenkompositionen wie beispielsweise die „Shiny Red Shoes“ als Darstellung des schwierigen weltweiten Versuches, rote Lackschuhe für Herren zu erwerben. So leitet David elegant über zu dem Programmteil, in dem sich die Konzertharfe mit Stücken wie „Hallelujah“ von Leonard Cohen oder „Moondance“ von Van Morrison einem Großteil des Publikums von neuen Seiten zeigt. Das Instrument verwandelt sich unter seinen Fingern von der Harfe zum Cembalo und über die Gitarre zurück zur Harfe. „Michael David musiziert meisterhaft und virtuos, seine Hände ,tanzen’ über die Saiten und seine Finger ,zaubern’ perlende Wassertropfen, liebevolle Geheimnisse und sprühende Feuerwerke“ heißt es in einer Kritik der Nürnberger Nachrichten. Das Konzert am 12. Mai in der Inselkirche beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, am Ausgang wird um eine Spende für die Stiftung „Musik auf Langeoog“ gebeten. -ut-