„Menschen in Seenot muss geholfen werden“

EKD-Rat tagt im Haus Meedland – Kritik an Reduzierung von Rettungskräften im Mittelmeer

103Hoher Kirchenbesuch auf Langeoog: Unter Leitung des Vorsitzenden, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hat Ende ­Januar der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Haus Meedland getagt. Der Rat als eines der drei Leitungsgremien der EKD befasste sich mit den Schwerpunkten seiner Arbeit in 2019. Ein prägendes Thema ist das christliche Engagement für Frieden und Gerechtigkeit. Im Vordergrund steht dabei ein Appell an die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, politische Kontroversen nicht auf dem Rücken der Schwächsten auszutragen. Über zweitausend Menschen seien 2018 auf ihrer Flucht im Mittelmeer ums Leben gekommen. „Auch in diesem Jahr erreichen uns Meldungen von Geflüchteten, die vor der Küste Libyens ertrunken sind. Menschen in Seenot muss geholfen werden“, forderte der EKD-Rat und verabschiedete eine Erklärung, in der er die Reduzierung von Rettungskräften auf dem Mittelmeer als „Armutszeugnis für Europa“ scharf kritisiert. In einer Welt, deren internationale Ordnung ins Wanken gerät, seien Christen aufgerufen, persönlich Verantwortung zu übernehmen, um Hass und Spaltung die Botschaft von Frieden und Versöhnung entgegenzusetzen, betonte Ratsvorsitzender Bedford-Strohm. Im Anschluss an die zweitägige Tagung fand auf Einladung der Bremischen Evangelischen Kirche die Begegnungstagung des Rates mit Leitenden Geistlichen der Gliedkirchen der EKD statt. Gemeinsam wurde über das Zusammenspiel von Kunst und Kirche diskutiert. „Damit wird eine Erfahrung aus dem 500. Reformationsjubiläum 2017 aufgenommen, in dem es eine Vielzahl von anregenden Begegnungen zwischen Kirche und Kunst gegeben hat“, sagte ein EKD-Sprecher. Mit einem Abendmahlgot­tesdienst in der Inselkirche ­endete für die Gäste die Tagung. Schriftführer Renke Brahms von der Bremischen Evangelischen Kirche hielt die Predigt. Inselpastor Christian Neumann gestaltete die Liturgie. -ut/reh-