Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog

Die Sanierungsarbeiten …

232-1am Vormann-Otten-Weg streben dem Ende entgegen. Seit November 2018 werden die Straßendecke, die Gasleitung und der Schmutzwasserkanal erneuert, in Teilen auch der Regenwasserkanal und das Telekommunikationsnetz für den Breitbandausbau (der „Utkieker“ berichtete). Begonnen wurde mit dem Abschnitt zwischen den Straßen Am Wall und Lütje Pad, der Ausbau erfolgt schrittweise in Richtung Rathaus. Aktuell ist das erste Teilstück bis Lütje Pad fertig. Die Kanal­arbeiten sind bis Höhe Möwenweg abgeschlossen, der Straßenbau wird dort in den nächsten Tagen folgen. „Infolge der räumlich engen Baustelle und der im Grund liegenden alten Versorgungsleitungen sind Verzögerungen nicht auszuschlie­ßen“, ­berichtet Marc Sjuts; als Abteilungsleiter der Inselgemeinde für den Technikbereich ist er auch für die Baumaßnahme zuständig. Im Boden liege Infrastruktur aus 100 Jahren, längst nicht alle Leitungen seien kartiert. Geplant ist aber, die Bau­arbeiten im Großen und Ganzen bis Ende Mai abzuschließen. Eventuelle Restarbeiten werden im Herbst erledigt.

Bürgermeisterwahl
Auf Langeoog findet am Sonntag, 16. Juni die Direktwahl des Bürgermeisters statt. Wahlvorschläge konnten bis 18 Uhr am 29. April schriftlich bei der Inselgemeinde eingereicht werden. Nach Mitteilung des Gemeindewahlleiters Ralf Heimes sind im Rathaus per Stichtag vier Wahlvorschläge eingegangen. Zur Wahl stehen – in alphabetischer Reihenfolge – der frühere Ratsherr Dirk Bohlen (Einzelkandidat), Matthias Fischer (Einzelkandidat), Heike Horn (Einzelkandidatin) und der langjährige Ratsherr Gert Kämper (CDU). Eine etwaige Stichwahl würde am 30. Juni erfolgen. Politisch bislang noch nicht auf Langeoog aktiv sind Heike Horn, Geschäftsführerin der Volkshochschule und Musikschule Wittmund-Friesland, und der auf der Insel lebende Jurist Matthias Fischer. Heike Horn stellt sich der Wählerschaft auf einem Infoabend am 1. Mai um 20 Uhr im „Haus der Insel“ vor, Matthias Fischer folgt am 7. Mai (20 Uhr im HDI). Weitere Termine standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Der parteilose Amtsinhaber Uwe Garrels gab am Stichtag seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur bekannt. Die Erklärung des Bürgermeisters hierzu folgt im Wortlaut. -köp/ut-

Uwe Garrels verzichtet auf Bürgermeisterkandidatur –
Langeoog, 29.04.2019 Liebe Langeoogerinnen und Langeooger, ich habe mich entschieden, auf eine erneute Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters zu verzichten. Ich habe große Freude an diesem Amt für die Langeooger. Ich glaube jedoch, dass ich in der jetzigen Konstellation zwischen Rat und Bürgermeister dem Amt in der neuen Wahlperiode nicht den Schwung verleihen kann, der für Langeoog erforderlich wäre. Die Ursache der teilweise sehr persönlichen Konfrontation im Gemeinderat in der Vergangenheit ist nicht in erster Linie in persönlichen Rivalitäten zu finden, sondern liegt in unterschiedlichen Auffassungen über die erforderlichen Lösungen für die anstehenden Herausforderungen der Kommune begründet. Ich möchte, dass sich diese Diskussionen – frei von persönlichen Aspekten – sachlichen Argumenten zuwenden und möchte dem nicht im Wege stehen. Die vor der Kommune liegenden Herausforderungen müssen mit dem Blick nach vorn angegangen werden. Nicht Angst vor Veränderungen sollte unsere nächs­ten Schritte bestimmen, sondern kluge Überlegungen. Die jetzigen Stärken der Insel müssen mit den Herausforderungen der Demografie, der Nachhaltigkeit im ökologischen, ökonomischen und sozialen Sinn und der Selbstbestimmung und Zusammenarbeit in einer sich zunehmend globalisierenden Welt bedacht werden. Da die Art und Weise der touristischen Ausrichtung Langeoogs Kern der Politik für die Insulaner bleiben wird, ist es besonders wichtig, sich den Herausforderungen der modernen Dienstleistungsgesellschaft und dem Erhalt der natürlichen Werte unserer großartigen Landschaft und dem Reiz der einfachen Dinge, die das Wesentliche im Inselleben wie im Urlaubsleben sind, offen zu stellen. Die wichtigen Themen dieser Insel müssen zügig angegangen werden. Da ist in Anbetracht der sich weiter nach auswärts verändernden Besitzverhältnisse auf Langeoog der arbeitgeberunabhängige und bezahlbare Mietwohnungsbau zuallererst zu nennen, parallel die konsequente Fortsetzung der Konsolidierung der kommunalen Infrastruktur mit einer zügigen Verschlankung und Sanierung der touristischen Einrichtungen und die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Gemeinde, Schiffahrt und Tourismus-­Service. Dabei dürfen keine Denktabus gelten, die Möglichkeiten müssen konsequent durchdacht werden, die Bediensteten müssen Teil dieses Prozesses sein. In Anbetracht der seit Jahren verhärteten Positionen und der Tatsache, dass die Ratskonstellation auch nach der Wahl dieselbe bleibt, möchte ich Platz machen für eine freiere Sicht auf unsere dringend zu lösenden Aufgaben. Acht harte Jahre intensiver Arbeit für Langeoog und für meine, mir sehr ans Herz gewachsenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mich stets hervorragend unterstützten, haben allen viel abverlangt. Wir haben den ersten Teil des Weges der Entschuldung bewältigt, aber es bleibt viel zu tun. Unsere Betriebsteile arbeiten heute besser zusammen, aber wir sind auch hier nicht am Ziel. Der Wandel ist wesentlicher Teil der Demokratie. Die Zeit ist reif, den Langeooger Weg mit mutigem Blick nach vorn neu zu denken. Ich hoffe, die vier Bewerber um das Bürgermeisteramt führen einen fruchtbaren Streit um den besten Weg in die Zukunft. Bitte gehen Sie zur Wahl, beweisen Sie den politisch Handelnden, dass Sie sich für Ihre Insel Langeoog interessieren. Ich wünsche der zukünftig für Langeoog verantwortlichen Persönlichkeit jetzt schon eine glückliche Hand, die Unterstützung der Menschen im Ort wie auch der politisch auf der Insel ­Tätigen. Uwe Garrels