Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog

› Zum Neujahrsempfang …
am Sonntag, 6. Januar 2019 lädt die Inselgemeinde Langeoog alle Mitbürgerinnen und Mitbürger herzlich ins „Haus der Insel“ ein. Um 15 Uhr beginnt im Großen Saal der gesellige Empfang mit Kaffee und Kuchen. In seiner Neujahrsansprache lässt Bürgermeister Uwe Garrels wichtige Ereignisse von 2018 Revue passieren, zudem stellt er Projekte und Termine des neuen Jahres vor. Den musikalischen Rahmen des Nachmittags besorgt der Langeooger Shantychor „de Flinthörners“, weitere Programm­punkte werden kurzfristig bekannt gegeben.

› Der Vormann-Otten-Weg …
845-1wird saniert: Anfang November nahm die Kultur- und Tiefbau Jeschke GmbH aus Blomberg die Arbeit auf. Begonnen wurde mit dem Abschnitt zwischen den Straßen Am Wall und Lütje Pad, schrittweise erfolgt der Ausbau in Richtung Rathaus. Im Zuge der Maßnahme wird auch der Rosenweg renoviert, die Gesamtlänge der Bauarbeiten erstreckt sich auf 300 Meter. Erneuert werden die Straßendecke, die Gasleitung und der Schmutzwasserkanal, in Teilen auch der Regen-wasserkanal und das Telekommunikationsnetz für den Breitbandausbau. Wie bereits Am Wall wird die Straßendecke in grauem Betonstein gepflastert; abgeteilt davon ist, auf gleichem Niveau, ein roter Fußweg. „Wind und Wetter vorbehalten, ist die Fertigstellung auf den 25. Mai 2019 angesetzt“, berichtet Marc Sjuts; als Abteilungsleiter der Inselgemeinde für den Technikbereich ist er unter anderem für die Straßenbaumaßnahme zuständig. Die Projektplanung übernahm die HI Nord Planungsgesellschaft mbH Osnabrück, die Kanal- und Straßenarbeiten erledigt die Kultur- und Tiefbau Jeschke GmbH aus Blomberg, die Kommunikations- und Gasleitungen845-2 verlegt die Ludwig Bold GmbH & Co KG mit Sitz in Norden. Die Gesamtkosten inklusive Planung liegen bei rund 900.000 Euro brutto. Bauherrin ist die Inselgemeinde Langeoog, die für Beeinträchtigungen durch die Bautätigkeit um Verständnis bittet. Zwei vom Rat verabschiedete Maßnahmen stehen noch aus: Einmal ist dies die Erschließung des ehemaligen Internatsgeländes an der Kirchstraße für das Wohngenossenschaftsprojekt „Uns Oog“, die für 2019 vorgesehen ist. Der Planungsauftrag wurde bereits vergeben. Zum anderen ist die Sanierung des Polderwegs zwischen Melkerpad und Gartenstraße geplant (voraussichtlich 2020/21).

› Wohnbaugenossenschaft „Uns Oog“
Bezahlbarer Mietwohnraum auf Langeoog rückt in greifbare Nähe: Im Rahmen genossenschaftlichen Wohnens sollen auf dem früheren Internatsgelände an der Kirchstraße 31 Wohneinheiten entstehen. Am dritten Adventssamstag trafen sich schon die ersten Wohngenossen auf dem geplanten Baugelände, um mit einem Weihnachtspunsch auf die künftige Nachbarschaft anzustoßen. Mit dem Bau soll 2019 begonnen werden. Im Vorfeld hatte der Gemeinderat die TING-Projekte GmbH & Co. KG aus Schleswig-Holstein beauftragt, die Möglichkeiten für genossenschaftliches Wohnen, auch mit Wohnberechtigungsschein, auszuloten und eine Planung für das Areal vorzulegen. Danach gründete sich im März 2018 die „Wohngenossenschaft Uns Oog eG“ (der „Utkieker“ berichtete). Die Mehrzahl der Wohnungen ist bereits vergeben, aber: „Acht Wohneinheiten sind noch nicht belegt“, berichtet Bürgermeister Garrels. Im Rundschreiben 12 der Inselgemeinde führt er aus: „Wer Wohngenosse wird, erhält ein lebenslanges Wohnrecht und kann an der Verwaltung und Bewirtschaftung der Wohnungen selbst teilnehmen. Es gibt keine private Gewinnmöglichkeit und daher sind die Mieten sehr stabil. Die Wohngenossen müssen einen Eigen­anteil an den Errichtungskosten ihrer zukünftigen Wohnungen ­finanzieren.“ Interessierte können sich im Rathaus (Zimmer 4) melden, nähere Infos auch auf www.gemeinde.langeoog.de im Internet.

› KSTA vor Vollendung
845-3Die gläserne Halle ist errichtet, derzeit wird die Maschinentechnik installiert: Die Klärschlammtrocknungsanlage (KSTA) steht vor der Vollendung. Auf dem Gelände der Abwasserreinigungsanlage (ARA) nahe dem Hafen entsteht eine moderne KSTA nach dem Prinzip der solaren Hallentrocknung (der „Utkieker“ berichtete). Im Frühjahr 2018 begannen die Vorbereitungen, im Herbst erfolgte der Aufbau der Glashaus-Konstruktion. Die 12,80 mal 80 Meter große Halle ähnelt einem Gewächshaus. Ein 60 Quadratmeter großer Anbau birgt die Maschinentechnik. Beteiligte Firmen sind die Straßen- und Tiefbauunternehmung Hermann Jansen GmbH & Co. KG aus Aschendorf für den Rohbau samt Beton- und Kanalarbeiten sowie die Esslinger Firma Thermo-System GmbH für den Hallenbau845-4 inklusive Technik. Bauherrin ist die Inselgemeinde, die insgesamt rund 1,5 Millionen Euro brutto investiert. Solare Trocknung bedeutet, dass der mechanisch eingedickte Wasseranteil im Klärschlamm durch Sonneneinstrahlung verdunstet. „Die Luftfeuchtigkeit wird automatisch über Klimasensoren und Ventilatoren geregelt. „Ein selbsttätig arbeitender Roboter, das ‚elektrische Schwein‘, wendet den entwässerten Schlamm während des Trocknens“, erläutert der für die ARA zuständige Marc Sjuts. Bisher werde der Klärschlamm auf Langeoog vererdet und am Festland entsorgt: „Das verursacht hohe Kosten, da hauptsächlich Wasser transportiert wird.“ Durch den Einsatz der KSTA, die im Januar 2019 in Betrieb gehen soll, erwarte man erhebliche Einsparungen.

› IBV Infomarkt im November
845-5Zum gemeinsamen Interessenbekun-dungsverfahren (IBV) für „Haus der Insel“ und „Kur- und Wellness-Center“ (der „Utkieker“ berichtete wiederholt) fand am 8. und 9. November ein Infomarkt im HDI statt. Eingeladen zu diesem Bürgerdialog über das kontrovers diskutierte Thema hatte die Inselgemeinde Langeoog. Ziel der vier Veranstaltungen, verteilt auf beide Tage, war es, die Einwohner über den aktuellen Stand zu informieren und die Projekte der vier Bewerber zur weiteren Entwicklung der Liegenschaften vorzustellen. Als neutraler Diskussionsleiter moderierte Henning Schulze von der Kommunikationsagentur NeulandQuartier die Veranstaltungen. Der Infomarkt bestand aus mehreren Stationen mit Stellwänden zu Themen wie „Warum ein IBV?“, „Visionen und Modelle des Verfahrens“, „Finanzielle und wirtschaftliche Aspekte“ oder „HDI – Nutzen für Insulaner“. Mitarbeiter der Inselgemeinde standen an jeder Station Rede und Antwort auf die Fragen der845-6 Besucher. Jeweils zum Abschluss der zweistündigen Veranstaltung wurden in einer Dialogrunde schriftlich eingereichte Fragen von den Rathausmitarbeitern beantwortet. Insgesamt besuchten 150 Langeoogerinnen und Langeooger die Veranstaltungen. Das Echo war vielfältig – oder geteilt, je nach Standpunkt. „Von „sehr gute, umfassende Informations-möglichkeit“ bis „alles Lügen“ reichte das Meinungsspektrum. Außerdem konnten die Einwohner an einer unverbindlichen Meinungsumfrage teilnehmen, um sich für oder gegen eine Fortsetzung des IBV auszusprechen. Das Ergebnis sollte orientierenden Charakter für den Entscheidungsprozess im Gemeinderat haben. Bis zum 23. November konnten die Bögen im Rathaus abgegeben werden. „92 Umfragebögen wurden eingereicht. 48 Teilnehmer sprachen sich gegen, 42 für eine Fortsetzung des IBV aus, zwei waren unentschieden“, teilte Bürgermeister Uwe Garrels mit. Damit sei die Frage weiterhin offen.

› Zum insularen Erfahrungsaustausch …
am 22. November trafen sich die Bürgermeister, Ratsvertreter und Tourismusverantwortlichen der sieben Ostfriesischen Inseln auf Wangerooge. Die Themenpalette war vielfältig. Diskutiert wurden etwa Anwendung und Grenzen des Nationalparkgesetzes. Hintergrund war die Erwägung Baltrums, den Nationalpark zu verlassen. Einig war man sich, die Entwicklung im aufmerksamen Dialog zu begleiten und Informationskonzepte auszuarbeiten: Naturschutz und Tourismus dürften sich nicht gegenseitig beschädigen. Angesprochen wurden auch Finanzthemen wie der Unterstützungsbedarf der Inseln vom Land Niedersachsen, bezahlbarer Wohnraum und die Einrichtung von Tageskrippen und Tagespflegestellen sowie das Investitionsklima auf den ­Inseln und die Entwicklung zum Ganzjahrestourismus. Ein Zwischenbericht zur Untersuchung des 2017 vor Langeoog gestrandeten Frachters „Glory Amsterdam“ stellte heraus, dass bei der Aufklärung der Havarie und Vorbeugung weiterer Fälle zuwenig geschehe. In einer gemeinsamen Stellungnahme zum Thema Offshore-Anlagen sprach sich die Mehrzahl der Teilnehmer dafür aus, eine Erweiterung nur zu akzeptieren, wenn die Nabenhöhe der Windkraftanlagen erhalten bleibt. Von Langeooger Seite nahmen Bürgermeister Uwe Garrels, Mario Kramp und die Ratsherren Ingo Börgmann, Robin Kuper und Ron Piekarski am ­Erfahrungsaustausch teil. -köp/ut-