Dem Ehrenamt eine Stimme geben

Thorsten Tooren aus Leer übernimmt Geschäftsführung der Kreishandwerkerschaft LeerWittmund
Die Kreishandwerkerschaft (KH) LeerWittmund hat eine neue Führungsspitze: Seit Anfang Oktober leitet Thorsten Tooren die Geschicke des freiwillig organisierten Handwerks in den Landkreisen Leer und Wittmund. Der Diplom-Kaufmann aus Leer mit Wurzeln in Weener vertritt nun 15 Innungen mit 499 Meisterbetrieben. Der verheiratete 47-jährige Vater zweier Töchter (13 und 18 Jahre) tritt damit die Nachfolge von Detlef Greek an, der im Juli dieses Jahres seine Stelle freigab. Erste Kontakte zur Kreishandwerkerschaft hatte Thorsten 815Tooren bereits in seiner langjährigen Tätigkeit als Ausbildungsleiter der Bünting-Unternehmensgruppe, aber auch als Vorstands- und Gründungsmitglied des Fördervereins „Chance: Azubi“. „Ich habe bei Bünting mit einem wirklich tollen Team zusammengearbeitet, möchte mich jetzt aber neuen Herausforderungen widmen“, berichtet er. Beziehungen zum Wirtschaftszweig gebe es einige, habe der gelernte Kaufmann im Großhandel doch in eine Handwerkerfamilie eingeheiratet. Die Kreishandwerkerschaft LeerWittmund beschäftigt in den Geschäftsstellen Leer und Wittmund sowie in der Akademie der Innungen in Leer rund 30 Angestellte. Für die Zukunft hat sich Tooren einiges auf die Fahnen geschrieben: Wichtigste Aufgabe sei es, die Kreishandwerkerschaft als kompetenten Ansprechpartner unter anderem in rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Themen rund um Aus- und Weiterbildung sowie Fachkräfteentwicklung aufzustellen. Dazu gehöre auch, die Meisterbetriebe dabei zu unterstützen, als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen zu werden: „Viele Handwerksbetriebe sind einfach zu bescheiden, wenn es darum geht, die eigenen Leistungen darzustellen“, sagt er. Zum anderen will der neue Geschäftsführer das Ehrenamt weiter unterstützen, „damit Ehrenamt auch Ehrenamt bleiben kann“. Für ihn ist es beeindruckend, wie viel Zeit Mitglieder unentgeltlich darin investieren, über die Innung die Interessen des Handwerks zu vertreten und gesellschaftliche Aufgaben in der Region wahrzunehmen. Gleichzeitig profitieren die Handwerker auch wirtschaftlich vom Austausch untereinander. „Die Vernetzung der Betriebe in den Innungen ist uralt, aber heute zeitgemäßer und wichtiger denn je und kommt auch der beruflichen Bildung zugute“, erklärt Tooren. Beispielsweise werden Abschlussprüfungen in den einzelnen Gewerken durch die Innungen vorgenommen, Aus- und Weiterbildungskurse werden angeboten und mit den Berufsbildenden Schulen in Ostfriesland eng zusammengearbeitet.