„Wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel“

Schulentlassfeier der Inselschule am 29. Juni –
Erstmals mit ökumenischem Ausschulungsgottesdienst

538-1Drei gelungene „Premieren“ kennzeichneten die diesjährige Schulabschlussfeier der Inselschule Langeoog am Freitag, 29. Juni: Nicht nur, dass die Absolventen ihre Premiere als Schul­abgänger feierten, auch Schulleiterin Christine Deuter war in ihrem Amt erstmalig mit dieser Aufgabe der Verabschiedung ­betraut. Und der Veranstaltung vorangegangen war zum ersten Mal ein ökumenischer Aus-schulungsgottesdienst in der ev.-luth. Inselkirche. Ins „erwachsene Leben“ entlassen wurden Patricia Beitelmann, Nora Eckhardt, Leonie Weyl, Jörn Collesser, Pascal Hapke, Laurin Lang und Frederik Rogner. In Begleitung ihrer Klassenlehrerin Myrna Cammarata betrat die Abschlussklasse die Kirche. Pastor Christian Neumann und Pas­toralreferentin Susanne Wübker blickten auf den schulischen Werdegang der Klasse zurück, der vor zehn Jahren mit einem Einschulungsgottesdienst begann: Damals hinterließen die Erstklässler 538-2ihren Handabdruck auf einer großen Leinwand, die sie mindestens durch die Grundschulzeit begleitete und somit behütete. Die beiden Geistlichen nahmen das damalige Thema „Hand“ wieder auf: „Handle und Du wirst leben“ (Lukas 10, 25 –28), lautete ihr Appell an die Absolventen, die nun ihr „Leben in die Hand“ nehmen würden. Eine Murmel als Geschenk symbolisiere den Wunsch, dass alles rund und glatt gehen möge, sich immer ein Weg finden lasse. Begleitet wurde der Gottesdienst durch Kantorin Noémi Rohloff mit Liedern wie „Meine Zeit steht in deinen Händen“. Von der Inselkirche … ging es zur Inselschule: In 538-6der Aula ergriff zunächst Christine Deuter das Wort. Die Schulleiterin zitierte ein irisches Sprichwort: „Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel.“ Jetzt heiße es loszulassen: Sie ­habe die Klasse als sehr zielstrebig und handlungsorientiert ­kennengelernt und wünsche den Abgängerinnen und Abgängern nun weiterhin gutes Gelingen. Bürgermeister Uwe Garrels ermutigte in seiner Ansprache die jungen Menschen, ihre eigenen Wege zu finden. Gerade dem „Langeooger Rotstiftmilieu“ der Schule entkommen, beginne jetzt das „donnernde Leben“. Gemischte Gefühle 538-3zwischen Wehmut und Jubel seien da normal. Er wünschte den Jugendlichen viele Träume, die Ziele setzten. Auch wenn nicht jeder Plan aufgehen werde, so gebe es „immer einen Weg, doch ihr müsst ihn selber gehen.“ Der Weg sei das Ziel, und solange man lebe, müsse man in Bewegung sein – frischen Wind spüren und geis­tig jung bleiben: „Es ist euer Leben. Wenn ihr etwas daraus macht, macht ihr uns die größte Freude. Wir sind stolz auf euch.“ Auf das Ende der zehnjährigen „Zufalls- und Schicksalsgemeinschaft von Schülern und Lehrern“ ging auch Matthias Fischer ein. Der Elternvertreter gratulierte den Abgängern zu den erfolgreich bestandenen Prüfungen. Er hob hervor, dass ein solcher Erfolg nur gelingen könne, wenn Eltern, Lehrer und Gemeinde vertrauensvoll zusammenarbeiteten. Die Inselschule Langeoog sei ein solcher „Ort der Begegnung“. Neben den engagierten Lehrkräften packten viele Eltern mit an, um die Schule noch ­attraktiver zu machen, so Fischer. Besonderen Respekt zollte er Silke Donner, die unlängst von allen schulischen Aktivitäten zurücktrat. Nicht nur als Elternvertreterin habe sie Maßstäbe gesetzt, etwa mit der von ihr ins Leben gerufenen AG Schulgarten. Zugleich wurde Andreas Hapke nach erfolgreicher, jahrelanger Arbeit aus dem Schulvorstand verabschiedet. Seitens der scheidenden Schüler ließen Nora Eckhardt und Jörn Collesser in ihrer Abschlussrede die zehn Jahre Inselschule ­Revue passieren. Sie zogen ein sehr positives Fazit ihrer Zeit mit den Klassenlehrerinnen Angelina Janssen, Annika Canto und Myrna Cammarata, in der sie nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich gewachsen seien. Als Dankeschön gab es von 538-5der Klasse jeweils einen Pullover mit persönlichem Namenszug geschenkt. – Vor der Zeugnisausteilung gab Pädagogin Myrna Cammarata ­einen Rückblick auf ihre Klasse: „Zeit ist relativ“, ­zitierte sie ­Albert Einstein. Eine gefühlte Ewigkeit ende nun an der Inselschule, und plötzlich erscheine die Einschulung wie gerade erst geschehen. Die Klasse sei etwas ganz Besonderes für sie gewesen, nicht nur, weil es ihre erste als Klassenlehrerin war: Sie habe sich immer auf die Mädchen und Jungen verlassen können. Abschließender Höhepunkt … war die feierliche Übergabe der Zeugnisse durch Myrna Cammarata und Christine Deuter. Dazu gab es von den Grundschülern jeweils eine Rose sowie vom Schulförderverein den traditionellen Kugelschreiber mit Namensgravur, überreicht durch die Vorsitzende Jördis Recker. „Dass 538-4ihr auch immer etwas in der Hand halten werdet …“, griff sie den roten Faden ab- ­­­schließend auf. „Diese Klasse hat sprichwörtlich ihren Hand­abdruck hier hinterlassen und ist nun ein Stück Geschichte der Inselschule.“ (Viel)Stimmig begleitet wurde die Feier durch ein fröhliches Programm, das die Schüler Ronja Richter und Fabian Jung moderierten. Den musikalischen Rahmen der Zeugnisverleihung setzte der Grundschulchor unter Leitung von Noémi Rohloff. Die Klasse 6 hatte ein Quiz vorbereitet, die 5. stand als „Fortnite Dancers“ auf der Bühne und animierte die Entlassschülerinnen und -schüler zum Mittanzen. Ein ansprechendes Programm, das einmal mehr verdeutlichte, wie alle Alters-Klassen positiv und erfolgreich miteinander arbeiten. -köp/jör-