Erlebnis Watt mit „schwarzen Stiefeln“

Erlebnis Watt mit „schwarzen Stiefeln“
551-1Familienwattwanderungen mit Nils Wettstein In die geheimnisvolle Welt von Portulak-Keilmelde und Strand­flieder, von Queller, Herzmuschel und Wattwurm führt die „Familienwattwanderung mit Nils“. Treffpunkt ist das Deichschart am Seedeich, hier erwartet Nils Wettstein seine Teilnehmer. Mit 20 Jahren ist er Langeoogs jüngster Wattführer – staatlich geprüft, versteht sich. Ebbe und (Sturm)Flut, besondere Tiere und Pflanzen in Salzwiese und Wattenmeer, die Verhaltensregeln im ­Nationalpark: Das sind nur einige der Themen, die Nils Wettstein auf dem Streifzug ins Watt anspricht. Sein Wattführerschein ist noch frisch – der Langeooger hat ihn im März 2018 gemacht. Frisch ist auch seine Ausdrucksweise, die bei Groß und Klein gut ankommt. So erfährt man in der Salzwiese, warum die kleine Strandgrasnelke auch derb „Piss­nelke“ genannt wird. Zum Watt führt ein breiter Sandweg; im Graben daneben kann man schonmal barfuß Schlicklaufen üben. Die „schwarzen Stiefel“ gibt’s gratis dazu, samt Erläuterung: Das Watt ist eigentlich schwarz, nur in der oberen Schicht leben Kieselalgen, die es braun färben. Kinder schätzen die lockere Art von Nils Wettstein: 551-2Für sie scheint er ein großer Bruder zu sein, der ihnen die wundersame Welt im Watt nicht nur erklärt, sondern sie auch zum Mitmachen ermuntert. Sie scharen sich um „ihren“ Nils, der todernst sagt: „Kaum jemand lebt auf Toilette so gefährlich wie der Wattwurm.“ Warum? Die Sandhäufchen, die er aus seiner U-förmigen Röhre drückt, verraten ihn an seine Fressfeinde. Und dann gräbt Nils Wettstein flink den ersten Wattwurm aus: Jeder kann ihn anschauen oder anfassen, ehe er wieder im Schlickreich verschwindet. Herzmuscheln darf sogar jeder selbst „ausgraben“ – mit einem Trick, wie ihn auch die Möwen anwenden. Schließlich wird noch im Priel gekeschert: Ins Netz gehen kleine Fische 551-3und Garnelen, seltener Nils’ Lieblingstier, die Strandkrabbe. Selbstverständlich werden alle Lebewesen wieder freigelassen. Ehe die Flut kommt, tritt die Gruppe den Rückweg an. Unterwegs ist Zeit, die vielen Fragen zu beantworten. „Meist sind es die Eltern, die noch Informationen wollen, während es den Kindern mehr um das Erlebnis geht“, beobachtet Nils Wettstein, der in Theorie und Praxis gerüstet ist. Für die Prüfung hatte er zuvor bei anderen Langeooger Wattführern hospitiert, darunter seinen Eltern. Denn das Wattwandern liegt in der Familie: Sowohl Vater Peter als auch Mutter Fiona sind seit einigen Jahren staatlich geprüfte Wattführer. „Meine Eltern haben sozusagen vorgelegt“, sagt Nils Wettstein, der diesen Monat noch vier Familienwattwanderungen auf dem Plan stehen hat. Die Führungen eignen sich für Familien mit Kindern ab drei Jahren. Die Termine: 11. August um 15.00 Uhr, 12. August (14.30 Uhr), 25. August (15.00 Uhr) und 551-426. August (14.30 Uhr). Anschließend ruft das Studium: Der angehende Schiffbau-­Ingenieur absolviert derzeit den dualen Studiengang Schiffbau und Meeres-technik. Studienort ist die Hochschule Bremen, die praktische Ausbildung erfolgt auf der Meyer Werft in Papenburg. Und falls es das Studium erlaubt, will Nils Wettstein auch 2019 wieder seine Familienwattwanderungen anbieten – schwarze Stiefel inklusive. -köp-