Kramps Koopladen mit noch größerem Sortiment

„Too good to go“, Bio-Eier aus Bruderküken-Initiative sowie veganes Sortiment kommen gut an

Mehr als ein Drittel aller Lebensmittel landen im Müll. Um dieser sinnlosen Verschwendung zu begegnen, haben findige Tüftler die App „Too good to go“ entwickelt, über die überproduzierte Lebensmittel oder solche, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum bald abgelaufen ist, zu günstigeren Preisen verkauft werden. Mittlerweile wird das Konzept seit seinem Start vor drei Jahren in sieben europäischen Ländern angeboten. Aktuell beteiligen sich über 5.000 gastronomische Betriebe und Einzelhandelsgeschäfte sowie mehr als drei Millionen Nutzer an diesem Projekt. Seit Jahresbeginn ist auch „Kramps Koopladen“ auf Langeoog Mitglied der Community. 111-2„Wir packen Überraschungs­tüten mit einem ausgewogenen Warenangebot von mindestens 9,– Euro und verkaufen diese für die Hälfte“, erläutert Britta Kramp. Die Papiertüten samt Inhalt werden über die App zuvor von den Kunden bestellt und können täglich in der Zeit von 13 bis 14 Uhr im Laden an der Hauptstraße abgeholt werden. Man muss lediglich die entsprechende App auf sein Smartphone herunterladen, sich registrieren lassen und kann sofort profitieren. „Wir sind positiv überrascht von der Nachfrage und sehen, dass sich viele Menschen Gedanken machen über eine intakte Umwelt und wie das Nahrungsangebot noch sinnvoller genutzt werden kann“, so die stellvertretende Marktleiterin Katja Zimmermann. Nahrungsmitteln wird somit wieder mehr Wertschätzung zuteil, aber vor allem landet es nicht so rasch in der Mülltonne, obwohl es noch verwendbar ist.
111-1Ebenfalls neu im Sortiment des Supermarktes sind Eier der Produktions- und Handels GmbH „Alnatura“ mit Sitz in Bickenbach. Artgerechte Tierhaltung ist einer der wichtigsten Gründe, warum sich Kunden für Bioprodukte entscheiden. Gerade beim Ei, einem Lieblingsprodukt der Bio-Kunden, sind die Erwartungen an Haltungsbedingungen und Tierwohl besonders hoch. Neben diesen Kriterien steht bei „Alnatura“ das Huhn selbst im Mittelpunkt. Rund 18 Milliarden Eier werden jährlich in Deutschland benötigt. Sei es für den Frühstückstisch oder zur Zubereitung von Speisen. Diese Masse kann nur von Legehennen erbracht werden, die allerdings als Fleischlieferanten nicht geeignet sind. Weil überdies die männlichen Nachkommen der Legehennen keine Eier liefern und nur langsam Fleisch ansetzen, sind sie schlicht unwirtschaftlich und werden als Eintagsküken getötet. 111-3„Alnatura“ hingegen lehnt diese Praxis ab und hat daher gemeinsam mit Bio-Bauern die Bruderküken-Initiative ins Leben gerufen. Seit 2016 werden männliche Geschwisterküken weiter aufgezogen, wofür die Betriebe Platz, Futter und Betreuung aufwenden müssen. Diesen Mehraufand zahlen Endverbraucher mit wenigen Cent mehr pro Ei.
Eine andere Einstellung bezüglich Lebensmittel ist die vegane Ernährung. Veganer meiden entweder zumindest alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs oder aber die Nutzung von Tieren und tierischen Produkten insgesamt. „Die Kunden verlangen vermehrt nach veganen Produkten“, weiß Katja Zimmermann. Daher baute „Kramps Koopladen“ sein Sortiment zu Ostern weiter aus. Neben Molkereiprodukten werden nun auch Schnitzel, Soja, Tofu sowie eine ganze Reihe an Brotaufstrichen angeboten.