Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog

Osterfahrplan
Um Ostergästen die An- und Abreise zu erleichtern, tritt vorübergehend, bis einschließlich Sonntag, 8. April, der Sommerfahrplan in Kraft. Ab Montag, 9. April bis zum 4. Mai gilt wieder der Zwischenfahrplan. Die genauen Fährzeiten stehen auf der Seite 216 des „Utkieker“-Veranstaltungskalenders. Zusätzliche Sonderfahrten können den aktuellen Aushängen entnommen werden, sie sind auch auf www.langeoog.de abrufbar.

„Wohngenossenschaft Uns Oog“ am Start
Bezahlbarer Mietwohnraum auf Langeoog ist ein Dauerthema, das Bürgermeister Uwe Garrels vor großem Forum auf dem Neujahrsempfang ansprach (siehe separaten Bericht im „Utkieker“). Danach hatte der Gemeinderat das Unternehmen TING-Projekte GmbH & Co.KG aus Schleswig-Holstein beauftragt, die Möglichkeiten für bezahlbares genossenschaftliches Wohnen auf dem früheren Internatsgelände auszuloten und eine 150-1Planung für das Areal vorzulegen. Mit positivem Ergebnis – so dass jetzt ein Durchbruch gelang: Am 19. März gründete sich die „Wohngenossenschaft Uns Oog eG“. Den Übergangsvorstand bis zur Übernahme des Projektes durch die Bewohner bilden Dr. Jasna Hamidović-Baumgarten von TING Projekte und Uwe Garrels, im Aufsichtsrat sind es die Langeooger Britta Kramp, Gabriele Rüffert und Jan Martin Janssen. In einer Auftaktveranstaltung am selben Abend wurde das Projekt im HDI öffentlich vorgestellt.
Architekt Oliver von der Lippe präsentierte erste Vorschläge für das Wohnprojekt, das auf rund 4.200 Quadratmetern Gestalt annehmen soll. Der Entwurf zeigt sechs Gebäude mit etwa 30 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe für ein bis fünf Personen, zudem Apartments für Saisonkräfte und Personalwohnungen sowie ein Ärztehaus. Die ein- und zweigeschossige Bauweise mit Giebeldach soll an inseltypische Bauformen wie die des Seemannshus angelehnt sein. Grünstreifen gliedern die Fläche, eine u-förmige Straße erschließt das Gelände.
TING Projekte wird das Vorhaben zeitnah und anforderungsgerecht umsetzen. Deren Geschäftsführer Dr. Jasna Hamidović-Baumgarten und Dipl.-Ing. Ferdinand Borchmann-Welle beleuchteten die einzelnen Schritte zur Realisation. Bedingung für die Teilhabe ist es, durch den Erwerb von mindestens zwei Anteilen zu je 500 Euro, Mitglied der Wohngenossenschaft zu werden. Dadurch wird eine hohe Mietsicherheit erreicht, die ein lebenslanges Verbleiben in der Genossenschaft ermöglicht. Zudem muss die Baufinanzierung über einen Eigenanteil an den Errichtungskosten realisiert werden. Die Kaltmiete wird gestaffelt: Geplant liegt sie bei 9,85 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, mit Wohnberechtigungsschein bei 5,60 bis 7,– Euro.
„Das Wohnprojekt wird von der Gemeinde unterstützt, um die Gesamtkosten gering zu halten und um die Sicherheit zu haben, dass die Wohnungen später nicht in Bruchteilseigentum umgewandelt, veräußert oder zweckentfremdet werden können“, bekräftigt Uwe Garrels. „Alle in Frage kommenden Fördermöglichkeiten für genossenschaftlichen Wohnungsbau sollen genutzt werden, um die Baukosten so gering wie möglich zu halten.“ Die Projektkosten sind mit 5,4 Millionen Euro veranschlagt. Eine 80-prozentige Belegung vorausgesetzt, könnte der Baubeginn zum Frühjahr 2019 erfolgen. Die Bauzeit ist mit zwölf Monaten angesetzt, ein Bezug wäre demnach Mitte 2020 möglich.

Klärschlammtrocknungsanlage
Ein zukunftsträchtiges Kapitel schlägt die Inselgemeinde auch beim Thema Entsorgung auf: In diesem Jahr entsteht auf dem Klärwerksgelände eine moderne Klärschlammtrocknungsanlage (KSTA) nach dem Prinzip der solaren Hallentrocknung. Die etwa 1.000 Quadratmeter große Halle ähnelt einem Gewächshaus. Sensoren und Lüfter regulieren die Luftfeuchtigkeit in der KSTA, die kontinuierlich befüllt wird.
150-3Solare Trocknung bedeutet, dass der zuvor mechanisch eingedickte Wasseranteil im Schlamm durch Sonneneinstrahlung verdunstet. Zur besseren Trocknung wendet ein selbsttätig arbeitender Roboter, das sogenannte „elektrische Schwein“, stetig das Material. Übrigens wird gerade ein griffiger Name für das Vehikel gesucht. So heißen die auf der Abwasserreinigungsanlage eingesetzten selbstfahrenden Rasenmäher „Uwe“ und „Ralf“. Bislang wird der Klärschlamm noch vererdet und dann zur landwirtschaftlichen Verwertung ans Festland verbracht, was erhebliche Transportkosten verursacht: „Derzeit fahren wir haupt­sächlich Wasser, das ist teuer“, vermerkt Bürgermeister Garrels. Die Reduktion soll nicht nur Kosten sparen, sondern auch die CO2-Emission verringern, da weniger Transporte anfallen.
Die Ausschreibung für den Bau der KSTA ist erfolgt, im Rahmen eines Ratsentscheids wurde der Auftrag für die Maschinentechnik für brutto 830.757,71 Euro an die Firma Thermo System aus Esslingen vergeben. Die Ausschreibung der Betonarbeiten hat die Firma Gebr. Neumann aus Emden zum Preis von brutto 662.970,91 Euro für sich entschieden. Der Baubeginn ist für den Monat April angesetzt, zum August soll die Anlage fertiggestellt sein.