„Ich fühle mich als Gastgeber“

Burkhard Leh ist zum Jahresende Kurpastor auf Langeoog

Zwei Wochen lang wird Burkhard Leh auf den Spuren seines Vaters wandeln: „Der war Pastor einer Freikirche. Während der Sommermonate hat er über mehrere Jahre hinweg jeweils zwei Wochen lang den Kurpastorendienst im Haus Bethanien versehen. Und seine Familie hat ihn begleitet. So war ich seit meinem dritten Lebensjahr bis zum Alter von 14 Jahren alljährlich auf Langeoog“, verrät Leh und erinnert sich ans Schwimmen in der 14 Grad kalten Nordsee, an tolle Wellen, Sanddorn und Heckenrosen.
817„Später war ich in unregelmäßigen Abständen mal für ein Wochenende, mal zum Urlaub mit den eigenen Kindern hier. Seit 2012 bin ich sogar mehrmals im Jahr auf der Insel: Dann begleite ich meine Frau – sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Koblenz – bei Studentenexkursionen und führe selbst Stu­dienreisen für die Evangelische Studierendengemeinde durch. Zwischendurch sind wir auch privat auf Langeoog, gerne auch zur Weihnachtszeit“, so der 61-Jährige.
Vom 22. Dezember bis 4. Januar wird Leh erstmal als Kurpastor die Inselgemeinde betreuen. An Heilig Abend wird der Pfarrer der ESG Koblenz um 22.30 Uhr für den Christvespergottesdienst verantwortlich sein. Am 2. Weihnachtstag und am 2. Januar gestaltet er den Abendsegen.
Auch einen Beitrag zur ökumenischen Vortragsreihe im „Beiboot“ will er leisten. „Ich habe mich noch nicht ganz entschieden, ob ich Interessierte einladen werde, mit mir 400 Jahre alte liturgische Lieder zu singen und dabei die Schönheit von Gottesdiensten neu zu entdecken, oder ob ich über die Arbeit mit einer ,Gemeinde auf Zeit’ berichten werde, die so ganz anders ist, als das Pfarramt in einer Ortsgemeinde, wie ich es 25 Jahre lang in Königswinter inne hatte. Es werden keine Bindungen von der Wiege bis zur Bahre aufgebaut. Die Fluktuation an einer Uni ist sehr hoch. Bei Semesterbeginn weiß ich nie: wer ist noch da?“
Deshalb ist Burkhard Leh ständig aufs Neue gefordert, interessante spirituelle Angebote für die Studierenden zu finden. „Die Gemeinde ist wie eine Herberge: Die Mitglieder kommen, bleiben, gehen wieder. Während dieser Zeit wird etwas gemeinsam gestaltet. Ich sehe mich als Gastgeber.“
Und das darf man wörtlich nehmen. Denn für Burkhard Leh ist gemeinsames Essen mit den Studierenden ein fester Bestandteil seines Angebots. „Nach den Gottesdiensten gibt es ein dreigängiges Menü, das ich mit einer Mitarbeiterin selbst zubereite. Beim Essen kommt man leicht ins Gespräch“, hat Leh festgestellt.
Auf seine kulinarischen Köstlichkeiten wird die Langeooger Inselgemeinde nach den Gottesdiensten verzichten müssen. Doch das Angebot des Kurpastors zu Gesprächen steht.