Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog

Jugend forsch: Sechs neue Azubis
„Sechs Richtige“ im Rathaus und umzu: Gleich sechs junge Menschen haben zum 1. August 2017 ihre Ausbildung bei der Inselgemeinde Langeoog aufgenommen – so viele wie lange nicht.
728-1Lady first: Wiebke Schenk aus Burhafe absolviert im Rathaus eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. Die 19-Jährige pendelt täglich vom Festland auf die Insel. Pendler ist auch Michel Schütze: Der 18-jährige Wittmunder durchläuft bei der Schiffahrt Langeoog eine Ausbildung zum Schiffsmechaniker – wie auch der zwei Jahre jüngere Insulaner Marian Shala. Die beiden sind zunächst auf den Fährschiffen im Einsatz, ehe sie ihr theoretisches Rüstzeug an der Seeschifffahrtsschule Elsfleth erwerben. „Die Ausbildung zum Schiffsmechaniker bietet die Inselgemeinde zum ersten Mal an“, sagt Ausbildungsbeauftragter Wilko Hinrichs, der bei der Inselschiffahrt durch Daniel Dankert unterstützt wird.
Eine Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik hat Lasse Börgmann begonnen. Den ersten Schulblock hat der 17-jährige Insulaner schon hinter sich. Nun lernt er in der Kläranlage bei Marc Sjuts und Eilert Flessner die Praxis der Abwasserreinigung kennen. Fabio Neumann (17) und Niklas Wieland (16) schließlich machen eine Ausbildung zum Kaufmann für Tourismus und Freizeit. Als Insulaner sind sie mit den Aufgabenfeldern des Tourismus-Service Langeoog in Grundzügen vertraut. Mit Thelke Meyer-Hardieck (Kauffrau für Tourismus und Freizeit) im zweiten ­sowie Laura Heyen und Thilo Eschen (beide Verwaltungsfachangestellte) im dritten Jahr beschäftigt die Inselgemeinde insgesamt neun Auszubildende.
Dass vier der sechs neuen Azubis von der Insel kommen, freut Bürgermeister Uwe Garrels besonders: „Wir hatten jahrelang keine Langeooger Bewerber. Diesmal gab es gleich mehrere ­interessante Initiativbewerbungen.“ Die Inselgemeinde sei breit genug aufgestellt, um allen ein abwechslungsreiches Ausbildungsspektrum zu bieten. „Zudem wollen und müssen wir dem drohenden Fachkräftemangel auf der Insel entgegensteuern.“

Kulturfahrt: Noch Plätze frei
Lust auf Ostsee? Für die diesjährige Kulturfahrt der Inselgemeinde vom 30. November bis 4. Dezember 2017 sind noch Plätze frei. Die fünftägige Kurzreise führt zur Insel Usedom, mit Tagesausflug nach Stettin und möglichem Musicalbesuch (Aladdin, Tanz der Vampire) in Hamburg. Der Reisepreis (inklusive Hotel, Halbpension, Fahrt im Bistroliner, Ausflüge, Musical) beträgt 435,– Euro pro Person im Doppelzimmer und 510,– im Einzelzimmer. Interessierte melden sich im Rathaus, Zimmer 15, bei Susanne Wittenberg (Tel. 04972/693-115).

Erlebnisbad: neue Lüftung
Der Umbau des Freizeit- und Erlebnisbades geht planmäßig vonstatten: Im Nebengebäude entstehen im ersten Bauabschnitt der neue Badeingang, ein Kiosk für Badbesucher sowie Sozialräume für das Personal (der „Utkieker“ berichtete). Aktuell steht in diesem Zusammenhang die Installation einer neuen Lüftungsanlage an. Sie wird für „frischen Wind“ in Foyer, Umkleiden und Duschen sorgen. Die neuen Lüftungsaggregate werden aus Platzgründen auf dem Dach montiert. Der Auftrag, der auch die Demontage der alten Anlage beinhaltet, wurde für rund 122.000,– Euro an die LKT Luft-Klima-Technik GmbH aus Langenhagen vergeben. Das Worpsweder Büro john becker Ingenieure koordinierte die Vergabe. Beginn ist im Oktober, bis Ende Januar 2018 soll die Installation abgeschlossen sein.

Langeoog III zur Werft
Den Passagieren fehlt sie ebenso wie der Schiffahrt der Insel­gemeinde: die Langeoog III. Wochenlang lag das Fahrgastschiff am Westkai von Bensersiel. Im August wurde an einem der beiden Mitsubishi-Aggregaten ein Motorschaden festgestellt, verursacht durch eine gebrochene Kurbelwelle. Die Motoren waren erst 2003 eingebaut worden. Der Ausfall der Langeoog III bedeutet eine Herausforderung für den Fährverkehr, der aber möglichst fahrplangerecht eingehalten wird. So unterstützt die Crew der Langeoog III die Mannschaften der anderen Fähren.
728-2Abhilfe ist in Sicht: „Eine neue Maschine wurde bestellt. Sie wird voraussichtlich im November geliefert und dann umgehend auf dem alten Block installiert“, berichtet Jens Heyen, Leiter der Flotte und Fahrdienstleiter. Schon Ende September wurde die Langeoog III zur Fassmer-Werft in Berne / Wesermarsch verlegt. Bei diesem lang geplanten Aufenthalt werden die Mannschaftslogis der Fähre modernisiert. Die Quartiere aus dem Jahr 1978 entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand von Energie- und Klimatechnik. Die alten Unterkünfte werden daher komplett entkernt und neu gestaltet. „Im Zuge der Modernisierung erfolgt nun auch der Motoreinbau“, so Jens Heyen. Man hoffe, dass das Schiff zur Weihnachtszeit wieder im Einsatz sei.

Ministerpräsident an Bord
728-3Prominenz in Bensersiel: Niedersachsens Ministerpräsident ­Stephan Weil kam am 30. August zu Gesprächen ins Nordseeheilbad. Tagungsort war dabei die Langeoog III. Bürgermeister Uwe Garrels nutzte das Treffen, um die Herausforderungen zu erörtern, denen sich Langeoog und die anderen Inseln bezüglich der Schifffahrt stellten. So wies er darauf hin, dass die Fahrwasser ausreichend dimensioniert sein müssen. Die Verhältnisse dürften sich nicht verschlechtern, da dies sonst den Tourismus beeinträchtigen würde. Hier sei das Land gefordert, die entsprechende Infrastruktur bereitzustellen. Das gelte auch für den sozialen Wohnungsbau: Garrels betonte die Notwendigkeit, bezahlbaren Wohnraum vorzuhalten. Ein weiteres Thema war die Deichsicherheit: Der Generalplan Küste sieht vor, die Deiche um einen halben Meter zu erhöhen. Gemeinsam mit Esens’ Bürgermeisterin Karin Emken meinte Uwe Garrels in Anbetracht dieser moderaten Größe: „Die Erhöhung kann gut auf der bisherigen Deichlinie realisiert werden.“

Straßensanierung vom Rathaus bis Am Wasserturm
Es geht los: In diesem Winterhalbjahr werden die Hauptstraße und Am Wasserturm zwischen Rathaus und Inselapotheke erneuert. Ab Oktober finden vorbereitende Arbeiten wie Einmessungen und Baustelleneinrichtung statt. Zudem sind in diesem Monat hier die Versorgungsunternehmen tätig: Die Telekom ­saniert ihr Netz im Zuge des Breitbandausbaus, die Versorger EWE und OOWV verlegen Gas- und Wasserleitungen.
728-4Die großen Arbeiten beginnen Anfang November: Komplett erneuert wird die Straßendecke, in Teilen auch die Kanalisation. Dabei arbeiten zwei Bautrupps von den Enden her aufeinander zu. Um die Beeinträchtigungen für Anwohner und Passanten zu verringern, gehen sie in mehreren Teilabschnitten von 50 bis 60 Metern Länge vor. Die beiden ersten Abschnitte reichen in etwa vom Rathaus bis zum Supermarkt Kramp sowie von der Apotheke bis zum Nordseehotel Kröger. „Auch bei zeitweiligen Vollsperrungen bleiben die Betriebe fußläufig und für Lieferanten eingeschränkt erreichbar“, erklärt Marc Sjuts, der als Abteilungsleiter der Inselgemeinde für den Technikbetrieb unter anderem für die Straßenbaumaßnahme zuständig ist.
728-5Mit der Erneuerung des Straßenpflasters wird auch das Niveau von Straße und Bürgersteig angeglichen: Der Bordstein verschwindet, was nicht nur Nutzer von Kinderwagen und Rollstühlen freuen dürfte. Verlegt wird, wie zuvor in der Hauptstraße, Modena-Pflaster in der Farbe Montana: Der Betonstein ist abriebfest und bildet eine Mikrofuge, die Verkehrslärm mindert. Von Bahnhof bis Wasserturm bietet sich dann ein homogenes Straßenbild.
Über die Weihnachtsferien wird mit Rücksicht auf den touristischen Betrieb eine Arbeitspause eingelegt, Ziel ist eine Fertigstellung bis Ende Mai 2018 – Wind und Wetter vorbehalten. Bauherrin ist die Inselgemeinde, ausführendes Unternehmen die G. Herfeld GmbH aus Rechtsupweg. Die Projektplanung übernahm die HI Nord Planungsgesellschaft mbH Osnabrück. Die ­Investition beläuft sich auf gut eine Million Euro brutto, sie wird im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms mit maximal 264.382,30 Euro aus EU-Mitteln vom Amt für Regionale Landesentwicklung Weser-Ems gefördert.

Maschinenpark modernisieren
Der Maschinenpark der Inselgemeinde wird nach Ratsbeschluss aufgefrischt: So soll ein neuer Elektro-Frontgabelstapler für die Güterabfertigung im Bahnhof angeschafft werden. Bedarf hat zudem die Abfallentsorgung: Sie benötigt einen neuen LKW für den Transport der Müllcontainer, einen sogenannten Abroll­kipper. Das alte Fahrzeug ist technisch abgängig. Der neue LKW soll mehrachsig sein. Als Kosten sind für den Gabelstapler etwa 39.000,– Euro, für den LKW rund 135.000,– Euro veranschlagt. Die Mittel für die Fahrzeuge sind bereits im Gemeindehaushalt eingestellt.

Auf dem Weg: IBV für KWC und HDI
Ein Mammutprojekt ist die Zukunft vom „Haus der Insel“ (HDI) und dem Kur- und Wellness-Center (KWC). Dazu beschloss der Rat, durch ein gemeinsames Interessenbekundungsverfahren (IBV) die Perspektiven beider Liegenschaften abzustecken. Geplant ist in europaweiter Ausschreibung ein zweiphasiges Verfahren, das durch die VKU Consult GmbH aus Berlin begleitet werden soll. Dabei können Anbieter ihre anhand eines Kriterienkatalogs ausgearbeiteten Vorschläge präsentieren. Wesentlicher Punkt ist hier das städtebauliche Konzept.
Bei einem Interessenbekundungsverfahren geht es darum, ob eine Leistung der öffentlichen Hand auch durch einen privaten Anbieter erbracht werden kann – in diesem Fall die Verwendung der Liegenschaften KWC und HDI. Dabei handelt es sich nicht um ein förmliches Vergabeverfahren, sondern einen Vorgang zur Marktanalyse. Zum IBV eingereichte Angebote sind daher nicht bindend; es besteht keine Verpflichtung, sie in Auftrag zu geben. Aus dem Vergleich resultiert vielmehr eine Empfehlung zur weiteren Vorgehensweise.